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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THE VERY END
Wollen jetzt durchstarten!
Thorsten Dietrich
www.theveryend.net


Die deutschen The Very End sind mit neuem Album und neuem Label zurck und hatten in Punkto Plattenfirma etwas Pech. Anstatt frustriert zu sein, wurde das neue Werk "Mercy & Misrery" angegangen und Klinken geputzt. Recht glcklich klingt Frontmann und Coverknstler Bjrn Gooses im Interview und erwies sich als nicht maulfauler Musiker, abseits der blichen Phrasen.

The Very End

Bjrn, nach eurem famosen Debt ging ber Label ber die Wupper und es war etwas ruhig um euch. Wie habt ihr die Zeit empfunden?

Natrlich haben wir uns damals ganz klar mehr Untersttzung des Labels gewnscht, das war wirklich desastrs. Ein paar mehr Shows htten uns auch gut getan. Aber ganz ehrlich war die Zeit fr uns trotzdem kein Leerlauf, geschweige denn, dass wir uns auf die faule Haut gelegt htten. Wir haben ja recht zeitig mit dem Songwriting fr "Mercy & Misery" begonnen. Und gut Ding will Weile haben. Allerdings waren wir ja auch schon Anfang 2010 im Studio, und die Tatsache, dass das Album erst Anfang diesen Jahres raus kam, war ganz einfach darin begrndet, dass wir "Mercy & Misery" ohne Label im Rcken produziert haben und erst ab Frhjahr 2010 mit dem fertigen Album auf Labelsuche gehen konnten. Und sowas kann sich leider ganz schn hinziehen (lacht).Nichtsdestotrotz verlief die Suche offenbar erfolgreich und wir sind happy, nun bei SPV zu sein, die bereits jetzt schon mehr gemacht haben, als unser altes Label im Laufe der gesamte Kooperation!

Wie kam es zu dem Deal mit SPV?

Das passierte auf dem ganz klassischen Weg. Songmaterial hingeschickt, die SPV Jungs haben es fr cool befunden und sich bei uns gemeldet. Nach 1-2 Meetings war der Deal in trockenen Tchern. Wir mussten niemanden bestechen oder schmieren, es gab keine Vetternwirtschaft oder Morddrohungen. Auch im Jahre 2011 kann manchmal sogar ganz allein die Musik berzeugen!

Werdet ihr die nchste Zeit live prsenter sein?

Ich hoffe doch stark! Eine Tour ist zwar leider noch nicht in Sicht, aber wir arbeiten dran. Wir haben zwar keinen Bock, bei dem berchtigten "Pay to Play" Spiel mitzumachen, aber wenn man als Support mit einem ordentlichen Headliner bei einer vernnftig organisierten Tour spielen will, lsst sich das leider nur ganz selten vermeiden. Wir suchen auf jeden Fall hnderingend nach einem kompetenten Partner in Sachen Booking. Wenn man das ausschlielich alleine macht, kommt man da nicht so weit. Auch wenn wir fr den Herbst wenigstens schon mal die ersten Shows im europischen Ausland am Start haben, was uns sehr freut. Bisher kamen wir ber den Teutonenacker nmlich leider nicht heraus!

Euer Cover ist ja quasi euer Bandlogo, was auf euren 2 Demos auch verwurstet wurde, du bist ja Coverdesigner, wolltest du mehr Wiedererkennungswert rausholen?

The Very End

Wir bekamen seit jeher gutes Feedback zu unserem Symbol, und in der Tat wollte ich dass einfach mal mehr in Szene setzen. Ich denke, das gute Stck wird uns auch noch lnger erhalten bleiben und bei den kommenden Artworks in der einen oder anderen Form immer wieder auftauchen. Wir verwenden das brigens allerdings erst seit dem zweiten Demo, beim ersten gab es damals weder Logo noch Symbol.

Ganz ehrlich gesagt sind The Very End eine Band mit breitem Spektrum. Das finde ich gut. Hat das euch auch mal negative Meinungen eingebracht?

Stndig (lacht)! Und weit du was? Es ist uns scheiegal! Musik ist Geschmackssache, und man kann es eh nie allen recht machen. Das ist ja auch schlielich nicht unser Ziel. Wir haben uns mit The Very End von Anfang an alle musikalischen Freiheiten genommen, die wir wollten, und so wird es auch bleiben. Wenn jemand in einem Review an den Songs an sich rummeckert, nehme ich das zugegebenermaen auch schon mal persnlich. Aber wenn die Stilvielfalt an sich kritisiert wird, kratzt uns das nicht. Ich meine, wir mixen ja nicht Tango mit Jazz und russischer Folklore. Ist ja alles Stromgitarrenmucke schwermetallischer Art. Ein guter Song ist ein guter Song. Und ich denke, wir haben einige davon!

Coversongs sind immer so eine Sache! Euren "Immigrant Song" habe ich schon wahr genommen auf der CD aber ganz vergessen zu erwhnen, da ihr das Lied zu Eigen gemacht habt. Ist das die Intention von euch gewesen? Wieso musste es "Maniac" als Bonus sein? Nicht schlecht, aber Firewind und andere waren schneller!

Jein. Viele Songs kann oder sollte man nicht so durch den Wolf drehen, dass sie mehr mit der eigenen Band als mit dem Original zu tun haben, aber wenn du offensichtlich den Eindruck hattest, dass sich der "Immigrant Song" homogen in den Rest des Albums einfgt, ist das fr uns natrlich ein Kompliment. Manche sagen, Led Zeppelin seien "uncoverbar" und wir begingen Blasphemie. Bullshit. Wir spielten den Song schon zu Beginn unserer Liveshows und haben ihn Anno 2010 nun auch endlich mal aufgenommen. Auer der etwas hrteren Gangart wurde da ja auch Null verndert, ist also eher eine Hommage statt ein richtiges Cover. Bei "Maniac" hingegen haben wir die Riffs natrlich schon deutlich mehr metallisiert. Und es ist uns vllig egal, ob keine oder 100 Bands den Song schon vorher coverten, denn so, wie wir es getan haben, hat es bisher niemand gemacht. Selbstverstndlich kannten wir auch die Version von Firewind. Finde ich durchaus cool, aber sie hat einen ganz anderen Schwerpunkt mit basischeren Riffs und Keyboards etc. War also kein Hinderungsgrund. Auerdem geht's ja auch nicht darum, unbedingt Songs zu covern, die vorher noch keiner coverte. In der Regel werden die coolsten Songs einer Band gecovert. Warum sollte man sich also nen Schrottsong aussuchen, nur weil den evtl. noch keiner gecovert hat? Wird ja nen Grund haben (lacht)! Aber nicht, dass ich das jetzt auf Page, Plant & Co beziehe! Es ist brigens echt faszinierend, wie sehr die Meinungen der Presse bezglich dieser beiden Tracks auseinander gehen! Wir stehen jedenfalls auf unsere Versionen von "Immigrant Song" und "Maniac", und das ist auch gut so!

The Very End

Euer Produzent Waldemar Sorychta, selbst anerkannter Musiker ist voll des Lobes ber euch, wie wichtig war dieser Mann fr eure Scheibe in deinen Augen?

Waldemar war immens wichtig fr dieses Album. Zum einen ist der Sound immer das "Gesicht" eines Albums - und ich denke, "Mercy & Misery" ist ne verdammt scharfe Braut geworden, zum Anderen hat er den Grossteil des Album wirklich produziert und nicht nur als Engineer gearbeitet. Will heien, wir haben gemeinsam im Rahmen einer Vorproduktion die Songs auf Herz und Nieren geprft, und Waldemar hat im Anschluss daran diverse Vorschlge gemacht, wie man diesen oder jenen Part etwas anders spielen oder hier und da die Struktur eines Songs etwas straffen knnte etc. Als Band bist du ja irgendwann vllig betriebsblind, und jemand Auenstehender hat da manchmal coole frische Ideen, wenn ein Song noch nicht das Optimum erreicht hat. Natrlich gehrt eine ordentliche Portion Vertrauen dazu, jemanden in seine Kunst eingreifen zu lassen, schlielich steckt da ne Menge Herzblut drin. Aber Waldemar ist nicht nur eine Produzentenlegende, sondern halt eben auch ein versierter und kompetenter Musiker, der dir nicht vorschreibt "Mach das so und so!", sondern gemeinsam nderungsvorschlge errtert. Natrlich hatten wir immer das letzte Wort, aber ich kann sagen, dass einige Songs durch Waldemars Beteiligung noch einen groen Schritt nach vorne gemacht haben. Darber hinaus ist er total down to earth und man kann super mit ihm zusammenarbeiten. Vielleicht machen wir das bei Album Nummer 3 ja auch wieder, wenn er Bock hat!

Hoffentlich hat er Bock und euch wnsche ich viele Konzerte. Der neue Videoclip der Band macht schon mal Lust auf mehr.

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