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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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HATRED
Die dickste Boyband der Welt!
Thorsten Dietrich
www.hatredmetal.de


Die Franken-Thrasher Hatred haben sicherlich nicht den originellsten Namen. Aber sie haben Biss und Spielfreude und sicherlich viel Spa, das sieht man live und im Booklet der neuen CD. Gitarrist Krt gab lustige und ausfhrliche Antworten auf meine Fragen. Dass die Jungs im Vorprogramm von Tankard spielen passt.

HATRED

Hatred ist ja mal ein ganz griffiger aber in verschiedenen Ausfhrungen auch sehr oft benutzter Name was Bands we Hatedrive, Hate Squad, Hatenation, Hatesphere beweisen. Denkt ihr nicht, dass da Verwechslungsgefahr besteht, zumindest die Bands relativ hnliche Musik machen?

Jo, da sagst Du nichts Falsches. Dass Hatred nun nicht der bername ist, um wenigstens schon mal optisch aus der Szene herauszustechen, beweist sich ja, wenn Du versuchst uns ber Google, Youtube und Konsorten zu finden. Da der Bandname allerdings schon seit den Anfangstagen der Truppe bestand hatte und vor vielen Jahren noch keiner im jugendlichen Leichtsinn vermuten konnte, dass wir tatschlich mal ein paar Alben offiziell ber ein Label releasen knnen, haben wir den Namen einfach ber die Zeit mitgezogen. Und um sich nun um zu benennen, ist es zu spt. Hatred als Name kann sich aber auch neben den ganzen Schwierigkeiten als hilfreich erweisen. Und zwar, wenn es drum geht sich den zu merken. Da ist Hatred immer noch besser als z.B. Prostitute Discharge of Repulsing Metalmassacre oder so (lacht).

Eure Scheibe heit "Destruction Manual" und auch das Booklet ist aufgemacht wie solch ein Manual mit Bildern und Tipps wie man sich beim Atomkrieg schtzen soll. Dazu passt auch das Cover gut, wie seid ihr auf diese Idee eigentlich gekommen?

Das hat Ewald irgendwann mal in den Proberaum zwischen die Leute geschmissen. Die berlegung nach einem passenden Albumtitel kam irgendwie nie wirklich auf den Punkt und Zack war es da, das Manual. Der Weg vom Titel zum Cover ist dann ein ganz kurzer. Was liegt nher als tatschlich auch mal ein Manual anstelle eines 0815-Booklets zu bauen, wenn schon der Name alles dafr hergibt. Ich wei nur nicht, ob denn alle Tipps im Manual wirklich vor einem Atomkrieg schtzen knnen (lacht). Zumindest das Klippenspringen und die Instruktionen zum richtigen Umgang mit einem Pizzaofen wrden mir persnlich nun nicht als erstes einfallen, wenn ich dem Atompilz gegenber stehe. Naja eventuell der Pizzaofen schon, falls er denn aus 4 Meter dickem Stahlbeton besteht. Allerdings mchte ich auch mal das Restaurant sehen, das sich so ein Teil in die Kche stellt.

Ich habe gelesen, dass ihr auf dem "Brtal Legend"-Soundtrack seid und habt es auch aufs "Dubai Desert Rock Festival" gepackt habt. Mal unter uns gefragt, so einfach ist das gar nicht, wie seid ihr an beide Sachen gelangt?

Na ja, auf dem offiziellen Soundtrack des Spiels sind wir nicht. Lediglich die offizielle Hymne. An beide Sachen sind wir durch Votings rangekommen, die wir gewonnen haben. Einmal den "United-we-Rock-Bandcontest", der uns nach Dubai aufs "Desert Rock" brachte und dann noch so ein Myspace-Ding von EA-Sports. Da ist dann unser Song "We are the Moshcrew" als offizielle Hymne von den Fans ausgewhlt worden, wir durften das Teil in einem Studio in Kln einprgeln, wo dann nach uns auch irgendwann UNS-Lena dran war, die ihr Grand-Prix-Album dort einzutten versuchte. Und zu guter letzt haben wir eine original handgefertigte "Brtal-Legend"-Gitarre bekommen.

brigens: Wie war es denn in Dubai?

Zu Dubai kann ich sagen: Dort ist es immer wieder schn! Wir waren ja vor kurzem erneut da, um ein kleineres Festival zu headlinen. Scheinbar kann uns der Nahe und Mittlere Osten ganz gut ab. Da scheinen wir mittlerweile relativ bekannt zu sein, was freut, wenn man sieht, was fr nen schweren Stand man in Europa und in dieser ganzen New-Wave-of-Thrash Sache hat. Das "Desert Rock" wird aber fr mich immer unbertroffen sein. Das Erlebnis mit Mikael Akerfeld 'nen Wein zu trinken oder von Mickey Dee mit einem fetten "Hoooowdy" im Backstage begrt zu werden, darum werden mich sicherlich einige da drauen beneiden. Da drfte ich mich mal ganz gro fhlen mit meinen 1,73 Metern. (lacht)

HATRED

Musikalisch haben die Songs auch Augenzwinkern in den Texten, was Titel wie "Franconian Speed", "Moshpit Ritual" oder "Metal Bastards" zeigen, oder? Bierernster Metal muss ja auch nicht immer sein.

Doch unser Metal ist BIERernst, da kennen wir nichts! Na ja, mal ohne Schei. Ich finde nicht, dass Thrash-Metal die Musik ist, die zu genug Dramatik neigt, um da ausnehmend sehr ernste Texte sprechen zu lassen. Wer das von uns verlangt - und das tut offenbar der ein oder andere, warum auch immer, setzt die Latte definitiv an falscher Stelle an! Kritisch sein darf die Mucke aber schon. Texte, wie jener zu "Ratter of Hell" oder "Submission of the Uncontrolled" - Songs, die sich auch auf dem Album befinden - beschftigen sich mit sozialen Problemen, die unseren Snger so als Sozialarbeiter tglich schon aus beruflichen Grnden zu interessieren haben. Daneben stehen aber auch Nummern, wie die von Dir genannten, welche sich einfach mit dem Metal-Lifestyle kritisch auseinandersetzen. Das geht dann so weit, dass man glaube ich im Song "Metal Bastards" jede Textzeile mit den Worten "Bang your Head against the Stage" ersetzen knnte und immer noch einen Sinn in das Lied bekme... Alternativ tuts auch ein Vers, den der liebe Herr Goethe schon vor 300 Jahren ins Phrasenschwein gezahlt htte, wie zum Beispiel "Who's riding so spt through Night and Wind" oder so. Hm, obwohl, schlechtes Beispiel. das klingt eher nach Manowar. (lacht).

Nebenbei habt ihr auch das "Queens Of Metal Open Air" gegrndet, was ja auch schon bekannter ist, wie kam es zu der Sache oder habt ihr einfach gedacht wir bauen uns unsere Auftritte selber?

So, oder so hnlich muss das gewesen sein, als Bacchus und Ewald anno dazumal wieder ordentlich einen im Tee hatten. Wirklich was zum Festival sagen kann ich leider nicht, da eben nur die beiden dort involviert sind. Allerdings freut es mich, dass es doch schon den einen oder anderen Anhnger in Deutschland gefunden hat. Aktuell ist aber leider immer noch der Stand wie vor einem Jahr: Es gibt kein Gelnde, um die Sache fortzusetzen. Wer immer da was im Raum Franken auftreiben knnte, melde sich doch mal bitte bei unserm Ewald unter evilewald@hatredmetal.de.

Ich habe euch 2010 auf dem Rock Area live gesehen und sehe euch als mitreiende Liveband. Wo siehst du noch eure Strken als Band?

Danke frs Kompliment, das freut! Tatschlich sehe ich die hauptschlich live. Da wir allesamt den Thrash als eine Art Bauch-Beine-Hals-Programm fr den gemeinen Metaller betrachten, versuchen wir natrlich die Bewegung auf der Bhne nicht zu kurz kommen zu lassen. Davon profitiert dann hoffentlich auch das Publikum, das ruhig mal was sehen darf fr sein Geld oder in Form kommen soll, je nachdem. Auf jeden Fall ist uns wichtig, dass die Meute sprt: die haben ebenso viel Spa in den Metall-Backen wie wir selbst! Denn was man heutzutage an Knarzen fr Konzerte lhnen muss, ist teilweise schon erschreckend. Und da sehe ich das nicht ein, sich als Band einfach nur dumm hinzustellen und die Show von Aufzgen und Telepromptern erledigen zu lassen oder 48 Bassdrums auf die Bhne zu befrdern, die noch hlzerner herumstehen als die Musiker selbst und dann Spezialeffekte heien. Das haben die Jungs und Mdels vor der Bhne schlichtweg nicht verdient! So zurck zur Frage: Andere Strken sind vielleicht unser Gewicht und dass wir alle eine Leber haben, oder so. Natrlich sind wir die zweit meiste und dickste Boyband der Welt.

2011 kommt ja bald, was wollt ihr in diesem Jahr erreichen?

Puh, da willst Du aber was wissen. Wir mchten 2011 eigentlich hauptschlich so viel spielen wie nur irgendwie geht und das Album ein wenig promoten bzw. unter die Leute kriegen. Aber, wer will das nicht? HATRED

Was denkst du ber die momentane Metalszene in Deutschland?

Was ich ber die Metalszene in Deutschland denke, wei ich eigentlich selbst nicht genau. Hm, man kann vielleicht sagen, dass man froh sein darf, hier Metaller sein zu knnen, denn besser gehts einem Langhaarigen nirgends als hier. Durch die Erfahrungen in Dubai oder Irland, die ich so mit der Band machen konnte, stelle ich fest, dass wir hier mit Abstand am besten organisiert sind. Leider bringt die gute und eingespielte Organisation auch viel Routine mit sich Was den blanken und unberechenbaren Wahnsinn auf Konzerten angeht, da haben uns die Fans in Arabien leider einiges voraus. Denen ist es scheiegal, wie klein der Club ist, ob denn gengend Toiletten vorhanden sind oder welche Art Metal die Band eigentlich spielt. Man knnte da eigentlich auch ein Schlagzeug aus Bratpfannen und Tpfen hinstellen und ein Banjo durch den Verzerrer jagen und trotzdem sprt man da noch so eine richtige Rebellion und hungrigen Fanatismus gegenber der Musik. In anderen Worten: Da geht die Post ab vor der Bhne, aber so richtig krass, weil Metal nicht aus Noten besteht, sondern als eine Art Haltung aufgefasst wird. Und alles was Metal ist, wird abgefeiert und hlt irgendwie zusammen - zumindest seitens der Fans. Die Promoter dort, knnten meine Aussage da weniger unterstreichen. Die gehren aber zur geschftlichen Seite, die gibt's dort ja auch. Man kann deshalb konstatieren, dass wir hier in Europas Mitte in Sachen Bratz-Gitarren ein wenig bersttigt wirken, irgendwie. Gut, wo sonst bekommt man mittlerweile Metal so auf einem Tablett serviert?

Gute Schlusswort an dem wir wieder merken wie gut es wir haben!

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