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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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VANISH
Vergesst Fleckenentferner, hört Vanish!
Steffi Müller
www.vanish-metal.com


Eine kleine EP namens "Come To Wither", die einst in meinen Briefkasten flatterte, brachte mich einmal mehr wieder dazu in den metallischen Untergrund einzutauchen, um ein perfektes Beispiel dafür zu finden, dass sich manche Gruppen, mit ihrer Kreativität und ihrem Können, nicht vor den großen Namen der Szene zu verstecken haben. So wehte mir beim Hören an diesem Tag eine neue frische Brise Power-Metal entgegen, die mich neugierig machte und mich auf meiner Recherche in die Nähe von Stuttgart brachte, denn dort gibt es sie: VANISH. Drummer Ralf Nopper nahm sich meiner an, um mir unter anderem die Vorzüge von Anti-vegetarischem-Catering nahe zu bringen, ihr musikalisches Durchhaltevermögen zu erklären und um einen dreisten Namensklau der großen Waschmittelhersteller aufzudecken:

VANISH

Erstmal zu Beginn: Wie kam es überhaupt zur Gründung von Vanish?

Ralf: Vor ca. 25 Jahren, in Mitten der 80er, entdeckte unser Gitarrist Tommy seine Liebe zur Rockmusik. Er pilgerte Woche für Woche in Cowboystiefeln, engen Jeans und Lederjacke in die Diskos und Tanzlokale im Neckartal, um heiße Bräute mit auftupierten Haaren und Leder-Minis aufzureißen.Da er damit wohl des Öfteren grandios scheiterte, beschloss er sich eine Gitarre zu kaufen. Ein paar Jahre später gründeten er, unser Sänger Bastian und ich die Band Vanish, wohlgemerkt lange bevor das Putzmittel in Deutschland bekannt wurde.

Seid wann existiert ihr nun in der aktuellen Besetzung? Oder dreht sich bei euch auch schon munter das Besatzungskarussell?

Ralf: Wie erwähnt, sind unser Gitarrist Tommy, unser Sänger Bastian und ich seit Gründung im Jahr 2000 dabei. Phillip unser Sologitarrist ist eigentlich auch schon seit 2004 fest dabei, musste aber aufgrund eines Auslandssemesters eine Auszeit nehmen. Wir hatten früher etwas Probleme einen Bassisten zu finden, aber seit 2008 spielt der heißblütige Halbitaliener Daniele bei uns mit.

Warum überhaupt der Name "Vanish"?

Ralf: Weil er cool klingt und weil andere geile Bandnamen, wie Manowar, Running Wild oder Helloween, schon vergeben waren.

Wie würdet ihr die Besonderheit an euer Band und Musik beschreiben, vor allem den Leuten, die euch noch nicht gehört haben?

Ralf: Ich würde sagen Vanish ist Metal, der rockt und groovt. Wir wollen keinen technischen Prog Metal machen, sondern immer eine gewisse Eingängigkeit rüber bringen. Wir versuchen dies zu erreichen, indem wir gezielt Old-School Elemente mit modernen Elementen verbinden.

Wie viel Zeit investiert ihr durchschnittlich pro Woche in die Band z.B. für Proben etc.?

Ralf:So viel wie möglich. Wir proben unterschiedlich, je nach dem was ansteht. Im letzten Jahr haben wir uns stark auf das Songwriting fokussiert, für die kommende Platte. 2011 wollen wir mehr Livekonzerte spielen. Aber Musik ist für uns deutlich mehr, als ein Hobby.

Wie bestreitet ihr sonst euren Lebensunterhalt?

Ralf: Wir sind bunt gemischt, ein Sachbearbeiter, ein Lehrer, ein IT-Manager, ein BWLer und sogar ein Arzt!

Ihr seid nun seid Längerem schon mit großer Mühe dabei, ein passendes Label für euch zu finden. Was macht die Suche so schwer? Ist die Konkurrenz auf dem aktuellen Musikmarkt zu groß?

Ralf: So ganz stimmt das nicht, wir sind zwar schon lange unterwegs, haben aber erst kürzlich zum ersten Mal Material an Labels geschickt. Wir haben selbst einen hohen Anspruch an unsere Musik. Dazu kam, dass wir ein paar Jahre gebraucht haben, bis wir unseren Stil entwickelt hatten. Jetzt haben wir ein abgerundetes Album anzubieten und brauchen nur den passenden Partner, um es raus zu bringen.

Auf eurer neusten, selbst produzierten EP, beweist ihr eindrucksvoll, welches Potential in euch steckt. Nebenbei habt ihr in Eigenregie auch ein Album und eine Demo gemeistert! Woher die ganze Schaffenskraft?

VANISH

Ralf: Ich denke die meiste Energie bekommen wir aus den Nährstoffen, die in Fleisch und Bier stecken. Jetzt mal ehrlich: Bier ist das wunderbarste Getränk der Welt. Und ein Essen ohne Fleisch ist doch kein richtiges Essen. Leute trinkt mehr Bier und esst mehr Fleisch!

Frustriert es dann, bei so viel Einsatz, dass der Vertrieb und die Label-Suche zwischenzeitlich schleppend voran geht?

Ralf: Wie gesagt, wir haben noch nie zuvor was verschickt, deswegen sind wir auch nicht frustriert. Es frustriert eher, dass keine Leute mehr zu Underground Konzerten gehen. Viele gute Bands geben sich extrem viel Mühe, buchen eine Location, machen Werbung, investieren viel Geld und nacher kommen die immer gleichen 20 Kumpels. Solche Konzerte muss man unterstützen, vor allem bekommt man oft richtig geile Bands zu sehen.

Wie würdet ihr bis jetzt euren Erfolgsweg einschätzen? Auf was seid ihr ganz besonders stolz?

Ralf: Unser Ziel ist es, unser Publikum zu begeistern. Wir sind immer dann stolz, wenn jemand zu uns herkommt und uns ein gutes Feedback gibt und sich ein Shirt kauft.

Nun mal zu eurer Musik: Ein neuer frischer Power-Metal weht mir beim Hören der neusten EP entgegen. Habt ihr bestimmte musikalische Vorbilder, oder Bands, die euch in gewisser Weise inspiriert haben?

Ralf: Jeder bei Vanish hat seine eigenen Lieblingsbands, die sich auch ständig verändern. Das spiegelt sich in unserer Musik wieder. Wir versuchen verschiedene Elemente ins Songwriting einfließen zu lassen, egal aus welcher Ecke sie stammen.

Wenn ihr unseren Lesern einen Song von euch besonders empfehlen könntet: Welcher Song wäre es, und warum genau dieser?

Ralf: Von unserer EP würde ich Hollow empfehlen. Er hat alle Vanish Trademarks und einen coolen Groove.

Wie entstehen die Ideen zu den Songs? Gibt es bestimmte thematische Schwerpunkte?

Ralf: Wir schreiben eigentlich immer zuerst die Musik im Kollektiv, aufbauend auf einem Riff oder einer Melodie. Wenn wir dann den Songs fertig haben, komponiert unser Sänger eine Gesangslinie dazu und schreibt dann auch den Text. Wir möchten keine plumpen Metaltexte schreiben. In unseren Lyrics beschäftigen wir uns mit allgegenwärtigen Themen, wie Vergänglichkeit, Ängste oder Probleme der Gesellschaft.

Wie viele Konzerte bestreitet ihr mit Vanish durchschnittlich im Jahr? Gibt es ein Konzert, das besonders aufregend war, und wenn ja, warum genau dieses?

Ralf: Leider waren wir dieses Jahr etwas live-faul, bedingt durch das Songwriting. 2011 wollen wir deutlich mehr spielen. Aufregend war das Heavy Metal Marder Festival im November. Wir konnten mit Brainstorm, Mystic Prophecy, Watch me Bleed und einigen sehr coolen regionalen Bands die Bühne teilen. Wir hatten anfangs etwas bedenken, da wir schon um 17 Uhr als Opener auf die Bühne mussten. Glücklicherweise waren, trotz starken Schneefalls, schon einige Metalheads am Start und der ganze Abend war ein großer Spaß für uns.

VANISH

Wie sehen die nächsten Pläne rund um Vanish aus?

Ralf: Unser Ziel ist es, bald ein Label zu finden und unsere neue CD "Come To Wither" raus zu bringen. Wenn das passiert ist, wollen wir rocken, rocken und rocken. Wir werden jede Gelegenheit nutzen, unser Material zu präsentieren und das Publikum zu begeistern.

Was ist im Moment überhaupt eurer größter Wunsch, rund um die Band und eure Musik?

Ralf: Natürlich zuerst der Deal, dann geile Konzerte spielen, in Deutschland mit gutem, anti-vegetarischem Catering.

Noch etwas, das ihr unseren Lesern gern noch mit auf den Weg geben würdet?

Ralf: Ladet euch unter diesem Link direkt unsere neue EP gratis runter: www.vanish-metal.com/Vanish%20-%20Come%20to%20Wither%20EP%20(2010).rar und schreibt uns ein Feedback und besucht uns auf myspace, facebook und im Web unter www.vanish-metal.com

Und ich bin mir sicher, mit so viel Spaß an der Freunde und sogar einem fachkundigem Arzt an Bord dürfte doch bei Label-Suche nichts mehr schief gehen! Wir drücken die Daumen!

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