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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BURDEN OF GRIEF
Wir sind zufrieden
Thorsten Dietrich
www.burdenofgrief.de


Die Melo-Death Metal Combo Burden Of Grief haben seit Jahren gute Scheiben am Start, was ich berall lese und hre, das neueste Werk "Follow The Flames" landete auf meinem Schreibtisch und es ist auch ein Hit. Gitarrist Phillip Hanfland (ja, ich wei tierisch witziger Name!) stand mir durchaus intelligent und redegewand Antwort und nahm auch kein Blatt vor dem Mund. So sind die Kasseler Rippchen!

Euer neues, sehr geiles Artwork ist quasi euer Logo in Flammen, findet ihr dieses so toll?

Unser Bandlogo ist ja nun sehr markant, und aufgrund seines eher quadratischen Formats war es immer schon etwas problematisch, es auf Covern aber auch auf Plakaten usw. vernnftig zu platzieren. Dieses Mal haben wir uns einfach berlegt, dass das Logo das Hauptelement auf unserem neuen Cover werden soll, damit es endlich einmal richtig schn zur Geltung kommt. Und was lag da nher, als das Logo in Flammen zu setzen? Es steckt kein groer Hintergedanke dahinter, wir wollten lediglich bewusst auf irgendwelche unntigen Elemente verzichten, und das Logo, das uns als Band ja prsentieren soll, in den Mittelpunkt stellen.

Eure Musik ist ja ein Bastard aus Thrash, Metal und Melo-Death. Wird das genau abgewogen oder ergibt es sich so einfach?

Sobald man anfngt, Musik zu planen, geht das Gefhl sofort verloren. Bestes Negativ-Beispiel fr geplante Musik ist in meinen Augen Sonic Syndicate. Ohne nher darauf eingehen zu wollen, bin ich mir sicher, dass jeder Metal-Fan wei, was ich damit meine. Unsere Musik entsteht vllig anders. Wir setzen uns noch nicht einmal diesen Rahmen Melodic Death Metal und berlegen uns, was alles in diesen Rahmen reinpasst und was nicht. Sicherlich gibt es Bands, die so agieren mssen. Kreator, Amon Amarth, Cannibal Corpse, alle diese Bands wrden von Ihren Fans gelyncht, wenn sie ihren Stil verndern wrden. Wir hingegen haben uns nie irgendwelche Grenzen gesetzt. Das soll jetzt nicht heien, dass wir die Band mit dem grten musikalischen Spektrum weit und breit sind. Aber wir verwenden in unserer Musik alle mglichen Elemente, auf die wir Bock haben. Wir knnen sowohl klassische Hardrock-Riffs mit Hammondorgel einbauen, und ebenso auch schnelle Blastbeat-Attacken. Wir haben heftige Groove-Parts direkt neben Maiden Twin-Guitar Melodien. Das, was letztendlich dabei herauskommt und durch den markanten Gesang von Mike zusammengehalten wird, ist halt unser Stil. Wir er letztendlich genannt wird, soll jeder fr sich entscheiden.

Die Bonus-CD habe ich wochelang zum Joggen gehrt, da gute Laune machend. Ich habe aber auch schlechte Rezis betreffend dieser Songs gehrt. Dabei rocken Whitesnake und Guardian auch in hrteren Gefilden sehr gut. Wie seht ihr das Teil heute und gibt es einfach zu viele Meckerfritzen auf der Welt die alles hinterfragen?

Coversongs sind immer ein zweischneidiges Schwert. Und uns war durchaus bewusst, dass wir damit nicht Jedem gefallen knnen, schon gar nicht irgendwelchen Whitesnake oder Blind Guardian Fans, die mit unserer Art Musik nicht viel anfangen knnen. Aber darum ging es uns berhaupt nicht. Wir haben Songs ausgesucht, auf die wir selber Spa hatten. Und wir wollten mit der Bonus-CD nur unser eigenes Album etwas aufwerten, bzw. den Fans ein kleines Geschenk geben. Wir htten niemals die Coversongs als eigenstndiges Album verffentlicht. Ich selber kenne natrlich auch eine ganze Menge nicht zu ertragender Coversongs, aber daneben gibt es auch eine ganze Reihe ganz groartiger Coversongs. In der Regel tritt das bei mir vor allem dann zu, wenn ich sowohl die Originalband sehr mag als auch die covernde Band. Wir selber wussten vorher auch nicht, ob alle diese Songs berhaupt funktionieren, die wir uns ausgesucht hatten. Vor allem "Break On Through" von The Doors war eine spannende Sache, weil der Song erst im Studio fertig wurde. Und obwohl das Album fr uns mittlerweile fast 1 Jahr alt ist, sind wir immer noch sehr zufrieden mit dem Ergebnis, sowohl mit den eigenen Songs, als auch mit den Coversongs und auch mit der gesamten Produktion. Bei allen vorherigen Alben waren wir schon nach deutlich krzerer Zeit nicht mehr ganz so zufrieden mit dem Ergebnis. Sicherlich gibt es einige Dinge, die wir beim nchsten Mal anders machen werden, aber das ist ganz normal. Burden of Grief

Ist mit der Produktion von Dan Swan ein Traum von euch in Erfllung gegangen?

Es war sicherlich etwas Besonderes fr uns, mit so einem renommierten Musiker und Produzenten zusammenarbeiten zu knnen. Wir haben in der Vergangenheit leider meistens nicht das Soundergebnis erreicht, welches wir uns vorgestellt hatten. Bei diesem Mal wollten wir so viele Fehler wie mglich vermeiden und mit jemanden zusammenarbeiten, der bereit war, auf unsere Vorstellungen einzugehen. Die beiden vorherigen Alben hatten wir mit Tommy Hansen in Dnemark abgemischt, und er hatte eine gewisse Arbeitsweise, von der er nicht abweichen wollte. Bei Dan war es anders. Einerseits steht er fr eine bestimmte Art an Produktionen, nmlich fr einen Old School Schweden Death Metal Sound la Bloodbath, Edge Of Sanity und Hail Of Bullets. Wir wollten aber ganz bewusst in eine andere Richtung und haben uns lange Zeit vorher mit ihm ausgetauscht. Jeder, der seinen musikalischen Werdegang etwas verfolgt hat, wei, dass er unglaublich vielseitig ist, sowohl als Musiker als auch als Produzent. Und wir hatten gehofft, dass er bereit sei, eine andere musikalische Facette aus unserem Album herauszuholen. Und er war unglaublich offen unseren Ideen gegenber und war bereit auf uns einzugehen. Das Ergebnis ist eine Produktion, mit der wir heute, fast ein Jahr nach Fertigstellung, immer noch sehr zufrieden sind. Das war, wie gesagt, zuvor noch nie der Fall.

Wie siehst du das Werk im Vergleich zu euren alten Scheiben, ist es deiner Meinung nach eine konsequente Fortsetzung eures Stils geworden?

In der Vergangenheit standen wir bei jedem Album vor der Situation, eine neue Bandbesetzung zu haben. Wir mussten also jedes Mal auf's Neue zueinander finden und einen gemeinsamen Nenner im Songwriting finden. Beim neuen Album haben wir endlich einmal miteinander am Material geschrieben und nicht nur jeder fr sich, und dabei vor allem auf die Qualitten des jeweils anderen geachtet. Jeder kennt mittlerweile die Strken und Schwchen des anderen, und ich denke, dass wir es geschafft haben, die Strken jedes Einzelnen herauszuarbeiten. Wie gesagt, wir achten beim Songwriting nicht allzu sehr darauf, was wir frher gemacht haben, sondern machen nur das, worauf wir aktuell Bock haben. Nach so vielen Jahren wissen wir allerdings, wo unsere Strken liegen und was wir ganz gut knnen. Darauf haben wir uns also konzentriert. Frher hatten wir in ganz vielen Songs schnelle Knppelpassagen. Mittlerweile sind wir der berzeugung, dass wir das Knppeln lieber Bands wie Krisiun oder Nile berlassen sollten. Auerdem hatten wir beim neuen Album mit Joe, Robb und mir 3 aktive Songwriter, die alle ihre unterschiedlichsten Ideen mit eingebracht haben. In der Vergangenheit ging ein Groteil der Songs immer auf meine Kappe. Aber ich denke, diese neue Vielfalt hat dem Album sehr gut getan.

Mittlerweile gibt es ja eine Menge Bands die Burden im Titel haben, gab es da schon Irritationen was euch betrifft?

Ich kenne eigentlich nur 2 Bands. Zum einen die Amis von Burden Of A Day, von denen ich allerdings gar nichts kenne. Und die deutschen Burden. Hier kam es zwar noch nie zu Verwechslungen, aber in unserem nheren Bekanntenkreis wird unsere Band auch einfach nur Burden genannt. Diese Band ist mir allerdings erst seit ein paar Monaten ein Begriff, von daher bleibt abzuwarten, ob wir da irgendwann mal verwechselt werden.

Oh Burden Of Life kenne ich spontan auch noch! Deutsche Metalbands haben es im Ausland leichter als daheim, trifft das auch auf euch zu?

Ich bin mir nicht sicher, ob es deutsche Bands im Ausland wirklich leichter haben. Es kommt vielleicht einfach auch etwas auf das jeweilige Land an. In vielen Lndern haben einheimische Bands meist gar keine Chance, aus dem tiefen Underground herauszukommen, weil entsprechende Infrastrukturen wie z.B. ambitionierte Labels fehlen. Es gibt sicherlich Bands aus Lndern, die berall sofort Gehr finden, vor allem skandinavische Bands. Aber deutsche Bands haben durchaus den Vorteil, dass viele Labels im eigenen Land sitzen. Natrlich werden deutsche Bands nicht planlos unter Vertrag genommen, wie es eine Zeit lang mit schwedischen Bands der Fall war. Aber ich denke, dass deutsche Bands eher ein Gehr bei deutschen Labels finden, als z.B. estnische oder rumnische Bands. Auf der anderen Seite sind natrlich fremdlndische Bands oft interessanter als einheimische Bands, die man an jeder Ecke live sehen kann. Wir selber versuchen auch immer wieder, in fremden Lndern zu spielen, weil es auch fr uns neue Erfahrungen sind. In Deutschland kennen wir mittlerweile fast jeden Club. Aber in Lndern wie der Slowakei oder Estland wussten wir berhaupt nicht, was uns erwartet, und waren umso berraschter ber die groartigen Konzerte dort.

Auf Festivals sieht man immer dieselben Bands, habt ihr kein Vitamin B oder ist Kassel doch zu sehr Pampa um euch da hin zubringen?

Wir haben schon auf zahlreichen deutschen und europischen Festivals gespielt, wie z.B. "Summer Breeze", "Party San Open Air", "Wave-Gotik-Treffen", "Metalcamp", "Kaltenbach Open Air" und mehrfach auf dem "Rock Harz". Allerdings ist es immer wieder schwierig, dort zu landen, wenn man nicht entsprechende Beziehungen hat. Ob das nun mit unserer Heimatstadt Kassel was zu tun hat, wage ich allerdings zu bezweifeln, haha... Aber ich will mich nicht ber das rgern, was wir bisher nicht erreicht haben, sondern ich bin stolz auf alles, was wir bisher erreicht haben. Und da waren schon eine ganze Menge groartiger Konzerte und Festivals dabei.

Burden of Grief

Was hat euch als Band in den letzten Monaten am meisten erfreut und was gergert?

Am meisten gefreut haben uns natrlich die vielen positiven Reaktionen auf das Album. Alles, was wir uns whrend des Songwritings an Zielen gesetzt haben, haben wir erreicht. Alle 3 Gastmusiker (Gerre, Dan Swan und Sabina Classen), die wir fr das Album eingeladen haben, haben gerne mitgemacht, die Produktion mit Dan Swan lief so, wie wir uns das vorgestellt hatten, und wir haben es geschafft, mit dem Album wieder einen neuen Deal an Land zu ziehen, nachdem wir den Deal mit Remedy Records im Einvernehmen aufgelst haben. Nachdem wir also Anfang des Jahres komplett ohne Deal waren, haben wir einige Monate spter ein Album herausbringen knnen, mit dem wir rundum zufrieden sind, sowohl was die Songs, die Produktion und auch das Layout angeht. Gergert haben wir uns hingegen ber die Arbeitsweisen vieler Magazine, insbesondere der greren Printmagazine. Ich will da jetzt nicht nher drauf eingehen. Aber vieles von dem Erfolg von Bands hngt ganz klar von der Untersttzung der groen Magazine ab. Wer dort prsent ist, schafft es auch auf die groen Festivals usw.Allerdings ist man dort nicht zwangslufig prsent, wenn man ein gutes Album verffentlicht hat. Es spielen leider noch einige andere Faktoren eine Rolle, die nichts mit Objektivitt bzw. Qualitt der Musik zu tun haben. Mehr mchte ich dazu nicht sagen. Ich denke, der eine oder andere wird sich denken knnen, was ich meine.

Ich glaube ich wei da ganz genau, was du meinst.

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