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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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CALIBAN
Für Gitarre war ich schon immer zu behindert!
Norman Ley
www.calibanmetal.com


Bald ist es soweit,Caliban starten mit unter anderem All That Remains und Soilwork im Schlepptau ihre nächste Europa-Tour. Anlässlich dessen erklärte sich der Schlagzeuger Patrick Grün dazu bereit, ein kleines Interview mit Information über eben diese und weitere Vorhaben der Band zu geben. In einem Gewühl aus Ausverkaufs-Vorurteilen, Plagiatvorwürfen, Hardcore- vs. Metal-Klischees und der familiär geschürten Liebe zur Musik findet sich ein offener und witziger Gesprächspartner, der sich scheinbar von nichts beirren lässt.

CALIBAN

Ihr startet Ende des Jahres eine neue Tour unter anderem mit All That Remains, was kannst du im Vorfeld über die Tour sagen?

Ich freu mich sehr auf die Tour. Wir haben schon vor einigen Monaten gesagt, dass wir gerne mit ATR auf Tour gehen wollen. Dazu kamen dann noch ein paar Hochkaräter wie Soilwork und Neaera. Das wird aber definitiv unsere letzte Tour zu "Say Hello To Tragedy" und danach werden wir erstmal Pause machen. Wir sind jetzt seit Februar 2009 auf Tour, waren in Asien, Australien, Süd-Amerika, etc.

Ihr habt für besagte Tour ein Gewinnspiel veranstaltet, bei der die Gewinner auf einem Konzert ein Lied mit euch live spielen dürfen. Wie kam es dazu und wie ist es gelaufen?

Die Idee kam einfach dadurch, dass wir gerne mit unseren Fans interagieren. Wir haben uns also zusammengesetzt und uns überlegt was man machen kann, um die Leute noch mehr in Caliban einzubinden. Wir hatten anfangs zwar Befürchtungen, ob sich die Leute überhaupt dafür interessieren oder einfach zu scheu sind, uns ihr Zeug zu schicken, aber waren nachher sehr überrascht, wie viele Einsendungen wir bekommen haben. Um die 100 Leute haben Material eingesendet, also haben wir das Ganze noch ausgeweitet und in drei Kategorien aufgeteilt, sodass jeweils der erstplazierte Gitarrist/Bassist, Schlagzeuger und Sänger mit uns spielen kann.

Euer letztes Album "Say Hello To Tragedy" ist im August 2009 erschienen, ist bereits ein Nachfolger in Arbeit, bzw. zeitnah zu erwarten?

Da kann ich noch nix zu sagen. Wir haben einige Sachen in petto, sind allerdings noch nicht am schreiben. Wir haben allerdings ein kleines Bonbon parat, dazu wird man später noch mehr erfahren. Wir sind so einiges am Planen.

Ihr habt den Härtegrad mit "Say Hello To Tragedy" wieder gut angezogen, bezeichnest du das als natürlichen Progress oder war das ein bewusster Schritt?

Das Ganze ist abhängig von Marc. Er ist ja nach wie vor unser Hauptsongwriter und so wird das Ganze schonmal einfach härter. Das hat mit seiner Verfassung zu tun, es ist sein Hirn. Wir haben nicht geplant einen stilistischen Nachfolger für "The Awakening" zu machen. Wir machen einfach das, worauf wir Bock haben.

Also sind Aussagen älterer Fans über "verlorene Härte" nicht mitschuld an diesem Schritt?

Wir nehmen das zur Kenntnis. Einige sagen ja die neuen Alben seien "weichlicher" oder ähnliches, ich denke allerdings, dass Caliban nie ein härteres Album als "Say Hello To Tragedy" gemacht haben. Vieles hängt auch mit der Produktion zusammen, so klingen ältere Sachen vielleicht "rauer". Aber letztendlich ist das alles Geschmackssache. Es ist auch langweilig sich zu wiederholen, deswegen sag ich zu den Leuten die sich beschweren immer "kauft euch das alte Album halt zwei mal". Was wir machen, muss Caliban gefallen. Lob ist da natürlich schön, aber man kann es nicht jedem Recht machen.

Ihr habt ja auch mal ein Konzert gegeben, bei dem ihr nur Oldschool-Zeug gespielt habt. Kann man das nochmal von euch erwarten?

Also das war eine einmalige Sache. Das war der Geburtstag eines Freundes, der hat da ne Show mit ein paar anderen Bands aufgezogen und wir dachten uns machen wir eben ne Secret Show unter unserem alten Namen "Never Again". Da haben wir ja dann wie gesagt nur alte Sachen gespielt und als Zugabe dann so Sachen wie "Burden To Bleed", weil die Leute es hören wollten. Der Laden war allerdings absolut voll, daher denke ich, dass einige vielleicht schon geahnt haben, das wir das sind. So was muss aber einzigartig sein, deswegen wird es wohl keine Wiederholung in naher Zukunft geben.

Ihr habt euch anfangs als "Hardcore"-Band bezeichnet, mit zunehmender Zeit sind aber immer mehr Metal, vor allem Gothenburg-Einflüsse dazugekommen. Was sind eure, bzw. jetzt deine persönlichen musikalischen Hintergründe?

Wir waren eigentlich immer Hardcore und unser Herz brennt auch immer noch dafür, weil wir nun mal daher kamen. Wir haben für HC Verhältnisse natürlich immer metallisch geklungen. Aber z.B. HSB und Maroon haben auch immer metallisch geklungen, obwohl sie aus der Hardcore-Szene kommen. Es lief einfach so.

Es ist ja immer noch so, dass Marc die Songs schreibt. Inwieweit seid ihr anderen denn in den Writing-Prozess eingebunden?

Ich halt mich da eigentlich raus, da ich kein anderes Instrument spiele. Wir haben das vor Jahren mal so eingeteilt, dass Andy die Lyrics schreibt und Marc die Musik. Denis haben wir dazu verdonnert die Cleans zu machen. Marc programmiert immer ein paar Drum-Ideen vor, aber das ist meistens nur so provisorischer Kram. Alles was die Drumparts dann letztendlich ausmacht, mache ich selbst.

Wie bist du persönlich zur Musik gekommen?

Mein Vadda hat über 30 Jahre Schlagzeug gespielt und ich bin als Kind schon immer dabei gewesen und hab die Bühnenshow mitbekommen. Für Gitarre war ich schon immer irgendwie zu behindert. Und irgendwann hat meine Mudda meinen Vadda dann vor die Wahl gestellt, ob er jetzt Musik machen oder eine Familie haben will. Dadurch stand dann das Schlagzeug im Keller rum und ich hab mit 13 angefangen darauf zu spielen.

CALIBAN

Was sind denn so deine persönlichen Favoriten?

Also Lamb of God sind so meine all-time faves, ansonsten hör ich momentan viel Katatonia und Ignite, aber auch so Sachen wie Peter Fox und Johnny Cash.

Gehst du nebenbei noch normal arbeiten oder lebst du allein von der Musik?

Wir haben seit ein paar Jahren das Glück von der Musik leben zu dürfen, auch wenns hart ist.

Was wäre wenn nicht? Hattest du andere Berufswünsche?

Ich war fünf Jahre lang Groß- und Außenhandelskaufmann bei Thyssen.

Zu Zeiten von "Undying Darkness" gab es Plagiatsvorwürfe aus dem Lager der As I Lay Dying Fans, wie stehst du persönlich dazu?

Da hab ich wieder nix mit zutun, aber das Rad wird nicht neu erfunden. Man hat immer mit Einflüssen zu kämpfen. Wir waren damals sehr erstaunt über die Vorwürfe, denn so z.B. bei HSB wurden solche Sachen nicht mal entfernt angemerkt. Es gibt nur begrenzt Töne und so was passiert, das ist keine Absicht. Bestimmte Tonabfolgen, die man heute schreibt, sind vielleicht schon vor 200 Jahren genau so schonmal geschrieben wurden. Allerdings wurde uns auch schon vorgeworfen, wir würden Playback spielen. Genauso wie As I Lay Dying auch. Man darf nicht allzuviel auf Leute geben, die sich gerne mal in den Mittelpunkt drängen.

Hast du abschließend noch was zu sagen?

Alle aufe Tour kommen, sonst gibbet Fratzengeballer!

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