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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THE SORROW
Wir rauchen, saufen und ziehen uns scheiße an!
Thorsten Dietrich
www.thesorrow.net


Die Österreicher The Sorrow begeistern mich seit ihrem Debüt ungemein, nach drei Alben hat sich da nichts geändert, auch wenn das neue Werk "nur" eine Feinjustierung der Vorgängerwerke ist, was man sonst so im Nachbarland treibt, erzählte mir Bassist Tobias Schedler.

The Sorrow

The Sorrow gelten seit Jahren als erfolgreichste Metalband aus Österreich, Fühlt ihr euch auch so und macht euch das Stolz?

Stolz macht es uns auf jeden Fall, aber fühlen tun wir uns eigentlich nicht so. wir wissen, dass es viele tolle Bands in Österreich gibt, deshalb wäre es total unangebracht uns das selbst auf unsere Fahnen zu schreiben.

Was hat sich in den letzten Jahren in Österreich geändert, was du als Bandmitglied am eigenen Leib positiv gespürt hast, oder ist euer Erfolg eher im Ausland zu suchen?

Wir sind immer noch die Band, die dreimal pro Woche probt, bei der die Bandmitglieder ihren Jobs nachgehen und Spaß an dem hat was sie macht. Wir sind in Österreich schon relativ bekannt, aber es ist nun nicht so, dass ich auf der Straße erkannt werde. Im Ausland sind wir nach wie vor eher ein Geheimtipp, aber das versuchen wir nun zu ändern.

Warum habt ihr denn die Unsitte übernommen nicht das erste, sondern in eurem Falle das dritte Werk selbstbetitelt zu lassen?

Wir haben uns nie vorgenommen ein Album nach uns zu betiteln. Aber als es dann soweit war, waren wir uns einig, da der Titel den Spirit der platte am besten beschreibt. Eigentlich hätten wir massenhaft potentielle Titel parat gehabt, aber The Sorrow passte einfach unglaublich gut.

Ich fand die ersten beiden Cover unglaublich klasse, wieso muss es denn nun ein Wolf sein?

Dieses Mal wollten wir etwas Neues, Frisches. Deshalb haben wir uns nach einem neuen Grafikdesigner umgesehen und haben Jonas Valtysson aus Island gefunden. Er hat das Konzept mit dem Wolf erarbeitet, nachdem ich ihm unsere Texte zukommen lies. Wir waren von der Idee begeistert und er hat sie perfekt umgesetzt.

Der Überraschungseffekt ist mit dem dritten Werk etwas dahin, da euer Sound nun bekannt ist. The Sorrow haben mit diesem Album meiner Meinung nach am Gesang und den Refrains Verbesserungen erreicht und auch ein gutes Album erschaffen. Siehst du das auch so?

Natürlich. Gerade die Refrains sind sehr gut geraten, wir haben diesem Aspekt dieses Mal auch sehr viel zeit gewidmet. Es wäre ja schlimm, wenn ich nicht behaupten könnte, dass wir zumindest ein gutes Album erschaffen haben.

Machen euch hohe Chartplatzierungen in Österreich und Deutschland stolz oder Preise wie den Amadeus Award?

Wie schon vorher erwähnt, der Amadeus Award und auch Chartplatzierungen werden ja quasi von den Fans bestimmt. Deshalb muss ich mit ja antworten. Sonst sind mir solche preise eher egal, es macht sich halt gut in der Bio einer Band (lacht).

Wenn ich The Sorrow gerne als europäische Variante aus einer Mischung von KSE, Trivium und Unearth anpreise, findet ihr euch in dieser Beschreibung wieder?

Der Vergleich mit KSE und Unearth trifft schon zu, und es macht mich auch stolz, da beides Bands sind, die wir sehr mögen. Der Trivium vergleich hinkt in meinen Augen etwas, die spielen ja wirklich nur noch klassischen Thrash im Stile von Metallica, ich mag die Band nicht wirklich. Aber wenn jemand Parallelen zwischen ihnen und uns außer im Lineup sieht, dann will ich niemandem die Meinung absprechen, da dies ja oft auch sehr subjektiv ist.

The Sorrow

Wie gestaltet sich der nächste Schritt, glaubt ihr in Zukunft nur von Musik leben zu können, oder seht ihr das alles kritisch da die Musikszene?

Der nächste Schritt ist einfach: wir wollen die Platte so oft wie es nur geht live präsentieren. Von unserer Musik leben zu können, wird wahrscheinlich sehr, sehr schwierig, aber wir geben den Traum nicht auf. Wenn nicht, ist es aber auch nur halb so schlimm, wir lieben was wir tun, da ist es egal, wenn man manchmal nicht schläft, nur um am nächsten Tag rechtzeitig bei der Arbeit zu sein.

In welchem Bereich glaubst du muss deine Band noch mehr Gas geben? Manche Combos haben nun auch noch Facebook und Twitter Seiten, ich denke es wäre manchmal einfach wichtiger live zu spielen als solche Sperenzchen, oder?

Wir wollen immer live spielen und tun dies auch. Aber mittlerweile kommt man nicht mehr so gut an coole Shows ran, da so viele Bands immer unterwegs sind. Facebook ist für uns aber mittlerweile schon wichtig geworden, myspace ist partiell auch immer noch gut, vor allem wenn es um das Anhören von Songs geht. Twitter sind wir glaub ich auch dabei, aber das ist irgendwie mit Facebook verbunden. Aber es ist nicht so, dass wir da jeden Scheiß mitmachen. Generell denke ich aber schon, dass es heutzutage wichtig für eine band ist, eine gute Webpräsenz zu haben.

Es gibt Bands die  fallen auf weil sie saufen, rauchen, scheiß Klamotten anhaben, sich schminken oder vegan leben. Wie ist das bei euch, gibt es da etwas außerhalb der Musik, was man euch immer wieder fragt?

Auch wir rauchen, saufen und ziehen uns scheiße an, nur vegan ernähren tun wir uns nicht. Wir sind alle ziemlich geerdete Menschen, die gerne Musik machen und auch gerne die eine oder andere Party feiern. Außerhalb der Musik gibt es aber wirklich nicht viel, dass wir gefragt werden, keiner ist Unterhosenmodel, kokettiert mit Nazisymbolik oder lässt sich erneut taufen, weil er näher bei Gott sein will. Das ist doch Bullshit, wir sind die Typen die wir sind, eigentlich ganz unspektakulär aber nett.

Während manchen Bands ihr Image alles ist, haben The Sorrow eine natürliche Art und sie können wohl auch über sich selbst lachen!

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