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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DISBELIEF
20 Jahre Death Metal
Thorsten Dietrich
www.disbelief.de


Seit 20 Jahren frnen die Hessen von Disbelief ihrem harten Sound. Da war es mal wieder Zeit mit Frontmann Jagger zu reden und die Jahre Revue passieren zu lassen. Denn auer einigen Alben gab es auch einige Besetzungswechsel. Gerade stehen die Dieburger auch ohne Gitarrist da! Auerdem mussten wir ber das Jubilumsalbum "Heal" sprechen.

Hi Jagger! 20 Jahre Disbelief, gratuliere! Aber mal ehrlich, das hat doch keiner von euch erwartet, oder?

Erwarten konnte man so was nicht, es hat sich einfach ergeben. Die Musik und unsere Fans geben uns ja auch Kraft, auf die wir ungern verzichten wollen, ein selbst gemachtes Lebens-Elixir sozusagen, dafr vielen Dank!

Disbelief

Habt ihr zu diesem Jubilum etwas Besonderes geplant, auer dieser CD?

Wir werden nach dem Sommer ausgiebig touren, um dieses Jubilum gebhrend mit unseren Fans zu feiern, das ist unser Hauptanliegen!

Ehrlich gesagt habe ich fr eine Jubilumsscheibe etwas mehr als 40 Minuten mit neuen und Coversongs erwartet. Die limitierte Auflage enthlt eine Live DVD, was leider nicht bei allen CDs so ist, weshalb ich dazu nichts fragen kann. War das Album eine spontane Aktion frei nach dem Motto: "Scheie, wir werden ja 20!"

Wir konnten dieses Album leider nicht von langer Hand planen, von daher kann man schon sagen, das HEAL! eine sehr spontane Sache geworden ist, was das Ganze fr uns wiederum auch sehr reizvoll machte. Wir produzierten das erste mal ein Disbelief-Album selbst, auer das Mastering, das Andi Classen im Stage One Studio bernommen hat. Wir htten liebend gerne noch mehr auf die CD gepackt, aber leider hatten wir dazu keine Zeit. Whrend des Prozesses des Aufnehmens hatten wir Blut geleckt und htten da gerne noch, den ein oder anderen Song durch die Mangel genommen.

Wenn man sich euch als Band anschaut, wechseln die Gitarristen recht oft und nur einmal das Schlagzeug. Jetzt seid ihr sogar ein Quartett, welche Auswirkungen hat das eigentlich auf die Songs deiner Meinung nach und was macht ihr live?

Zurzeit hilft uns Alex Hagenauer von Soul Demise aus, hlt uns sozusagen den Rcken frei, bis wir den Gitarristen gefunden haben, wofr wir ihm sehr dankbar sind, denn nur so knnen wir geduldig genug sein, um den Richtigen zu finden. Dadurch, das unser Bassist Joe Hauptsongwriter bei Disbelief ist, haben wir keine Probleme was die Songs anbetrifft. Was wir eher von einem neuen Disbelief Gitarristen erwarten ist, das er uns noch verstrkt und somit die Qualitt unseren Sounds noch anhebt. Wie auch die Kreativitt, um sich in den Disbelief Sound zu involvieren, um sich gegenseitig zu pushen, wenn zwei Musiker fr das Erschaffen von Songstrukturen verantwortlich sind, was ein langes Anliegen von uns ist.

Fhlst du dich jetzt eigentlich als Alt-Metaller oder ist man das erst mit dem Alter von Lemmy?

Ich fhle mich pudelwohl, von daher zhle ich mich noch lange nicht zum alten Eisen. Die Musik hlt ein jung und so lange wir diese intensiven Konzerte noch durchhalten knnen, machen wir weiter!

Nach 20 Jahren und vielen Alben kommentiere doch mal kurz eure Alben aus heutiger Sicht!

  • Das erste selbst-betitelte Album war eine Beinhaltung alter Demo-Songs in neuem Soundgewand und eins- zwei neueren Songs, wie "Follow", einem wegweisenden Stck fr Disbelief.
  • Mit "Infected" war es so, das wir als Band, mit so verschiedenen Einflssen, einen gemeinsamen Nenner suchten und einen musikalischen Querschlag vollbrachten, der als Gesamtkunstwerk zu sehen ist. Ein musikalischer Trip, unsere individuellste und experimentierfreudigste Platte, bis jetzt!
  • "Worst Enemy" war ein Befreiungsschlag fr die Band, denn hier fanden wir unseren Sound und unseren Stil, der sich mit Worst Enemy gezeigt und auch gefestigt hat. Der Song "Misery" steht fr dieses Album und ist stetiger Bestandteil unserer Setlist, wenn wir live spielen.
  • "Shine" war eine groe Herausforderung fr uns, da wir sehr wenig Zeit fr die Vorbereitung des Albums hatten und ein neues Studio nutzen mussten, da unser Stammstudio belegt war. Im Nachinein sei gerade diesem Album mehr Zeit gewnscht, dann wre noch mehr drin gewesen. Vor allem das Experiment, ein Studio zu benutzen, wo Death Metal ein Fremdwort war, erwies sich als sehr schwierig.
  • "Spreading the Rage" ist fr mich eine sehr starke Platte, denn hier haben wir wirkliche Powersongs abgeliefert! Das Erschaffen der Songs im Proberaum erwies sich damals als ziemlich nervenaufreibend.
  • "66 Sick" Mit diesem Album haben wir uns damals fr den Produzenten Tue Madsen entschieden und damit auch das erste Mal im Ausland eine CD aufgenommen. Ein schweitreibender Prozess, da das Arrangieren der Songs doch sehr umkmpft war. Zwei Video-Auskopplungen mit "Rewind it All" und "Sick", die beide eine gute Prsenz im TV hatten. Ein fetter, dumpfer Sound berzeugt bei diesem Album, welches bis dato unser erfolgreichstes ist.
  • Navigator war eine sehr hilfreiche Platte fr uns, da wir hier in den Genuss kamen, viel mehr Zeit im Studio vollbringen zu knnen, als gewhnlich. Die Gitarren haben wir vielleicht ein wenig drastisch vom Gain befreit, dennoch besitzt gerade Navigator einen sehr przisen Sound, der sehr gut zu Disbelief pat.
  • "Protected Hell" ist vom Soundbild her ein reiner Genuss, da gerade hier sehr viel Wert auf die Prsenz, der aggressiven Momente, wie den Gesang und die Gitarren gelegt wurden. Mit "A Place To Hide" haben wir erneut wieder einen sehr guten Video-Clip abgeliefert.

Disbelief

Bei eurem Cover muss man ja zwei Mal hinschauen und dann musste ich schmunzeln. Fr mich ist es quasi die umgedrehte Version eines Autopsy Covers. Der Arzt mit den heilenden Hnden, super! Wie kam es zu dem Werk mit den netten Details, man achte auf den Kittel und das Schild.

Fr HEAL! arbeiteten wir wieder mit Thomas Ewerhard zusammen, der auch schon fr die Cover von "Infected", "Worst Enemy", "Shine" und "66 Sick" verantwortlich war. Nach mehreren Telefonaten mit ihm, wo ich immer wieder das schilderte, was der Titel "HEAL!" fr mich ausdrckt, kam dann dieses Bild heraus. Der Konsens davon soll unsere Musik darstellen, die einen reinigenden Effekt erzielen kann.

Die Scheibe selber aufzunehmen ist euch ja gut gelungen, werdet ihr das nun immer machen und den Feinschliff an jemand anderen abtreten?

Wir werden dieses Thema demnchst besprechen, was dabei herauskommt wird sich weisen, da es immer sehr reizvoll ist, mit einem Produzenten zu arbeiten. Den Erfahrungswert Selbst zu produzieren haben wir uns jetzt eingeheimst und knnen mit Stolz behaupten, einen guten Sound produziert zu haben.

Ganz ehrlich finde ich die Covernummern ziemlich geil, auch die Songs welche offensichtlich an Bands wie Bolt Thrower oder Death angelehnt sind, machen Laune. Glaubst du mit dieser CD untypische Disbelief Hrer (so wie mich) zu gewinnen?

An erster Stelle ist es als Dankeschn an unsere Fans zu verstehen, wenn aber der ein oder andere, durch diese CD auf uns aufmerksam wird, dann ist das doch eine coole Sache.

Auf den Werken von Discreation und Another Perfect Day bist du als Gast zu hren, hast du das gemacht weil die Kumpels aus der Nachbarschaft waren? Bei manchen Alben sind die Gste deutlich in der Mehrzahl zu den Bandmitgliedern. Das nimmt denke ich immer mehr zu mit den Jahren. Ist dies ein Versuch mehr Publicity zu bekommen oder mehr Alben umzusetzen?

Wenn die Musik mir gefllt, wo ich mitwirken soll, dann mache ich das gerne, falls es sich zeitlich einrichten lsst. Bisher habe ich bei Crack Up, Benighted, Another Perfect Day, Discreation und Graveworm meinen Gesang beigesteuert, was mir immer einen Haufen Spa gemacht hat. Wenn dadurch der Name Disbelief ins Spiel kommt, dann ist das doch ein netter Nebeneffekt.

Wie geht es nun weiter mit Disbelief ?

Wir werden demnchst mit dem Songwriting fr unsere nchste Platte beginnen und im Herbst werden wir in Deutschland, wie auch im Ausland ausgiebig touren. Hoffen wir mal, das wir demnchst verknden knnen, einen neuen Gitarristen gefunden zu haben. Hoffe man sieht sich bei unseren anstehenden Liveshows.

Viel Glck!

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