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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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VARG
Wollen endlich wieder über Musik reden
Patrick Steffenhagen
www.varg.de


Eine Band - ein Album. Und was für eines! Vargs "Blutaar" hat ordentlich eingeschlagen und mächtig Wirbel in der Gemeinde verursacht. Nur selten bekommt man ein so grandioses Album um die Ohren gehauen, an dem man sich gar nicht mehr satt hören kann. Mit ihrem Zweitling haben die Deutschen bewiesen, daß fantastische Musik nicht nur aus Skandinavien kommt. Diese heimische Band musste ich mir einfach mal für ein kleines Gespräch schnappen! Freundlicherweise waren Schlagzeuger Fenrier und Bassist Managarm bereit sich die Zeit für ein paar Fragen zu nehmen.

Vorab Gratulation zum neuen Album! "Blutaar" gefällt mir hervorragend und ist verdienterweise ein Erfolg. Von daher - besten Dank und auch weiterhin viel Erfolg. Ich warte schon auf das nächste Album!

M.: Vielen Dank!

Varg

Wie kam es zur Namensgebung "Varg"? Durch die Bekanntheit von Varg Vikernes war euch doch sicher klar, dass manche Leute dadurch die Ohren spitzen werden. War das für euch überhaupt eine Überlegung?

F: Eigentlich nicht. Der Wolf war von Anfang an Teil des Bandkonzepts und daher auch der Name. Wir fanden den Namen damals alle sehr passend und gutklingend, daher gab es keine große Diskussion und Probleme hat es bisher auch nie gemacht.

Eher ungewöhnlich im internationalen Metal-Sektor - ihr haltet eure Texte auf deutsch. Wie kamt ihr zu dieser Entscheidung?

F.: Englisch wäre schlicht und ergreifend unpassend gewesen, da Deutsch nun einmal unsere Muttersprache ist, in der wir uns am besten ausdrücken und mit der wir uns am meisten identifizieren können.

Euer Konzept, auch die Namen und Texte, basieren stark auf der skandinavischen Mythologie. Was fasziniert euch als junge, deutsche Musiker an dieser Thematik, die in der modernen Welt eigentlich kaum noch vorhanden ist?

F.: Mich interessiert dieses Thema schon seid dem Kindergarten und in den letzten Jahren befasste ich mich intensiver mit der Geschichte alter germanischer Stämme, deren Lebensumfeld und natürlich ihren Geschichten und Sagen. Skandinavische Mythologie ist schlichtweg ein wahnsinnig interessantes und umfangreiches Themengebiet aus dem jeder für sich selbst seine eigenen Lehren oder Werte ziehen kann. Einiges, das sich mit der Zeit an Wissen angesammelt hat, spiegelt sich natürlich auch in den Texten von Varg wieder.

Euer junges Alter merkt man Blutaar keineswegs an, alles wirkt reif und abgerundet, vom Songwriting bis zum Spiel. Wie kamt ihr eigentlich zur Musik und zueinander?

M.: Vielen Dank! Wir kannten uns eigentlich alle schon bevor wir zusammen in Varg gespielt haben und machen alle auch schon viele Jahre Musik. Hati und ich zum Beispiel, wir machen schon seit 6 Jahren zusammen Musik. Irgendwie hat sich die Besetzung von Varg mit der Zeit eben so zusammengefunden und die Erfahrung von uns allen ist natürlich in das Album eingeflossen.

Blutaar sprüht geradezu vor Energie. Woher nehmt ihr dieses Feuer und wie packt ihr es in eure Musik? Wie läuft euer Songwriting ab?

M.: Wir sind eben feurige Typen, haha! Den Großteil der Songs auf Blutaar haben Freki und ich zusammen geschrieben. Dazu haben wir uns für eine Woche bei ihm im Keller eingegraben und insgesamt sieben neue Songs geschrieben. Wir waren selbst erstaunt wie wir in solch kurzer Zeit soviel neues Material produzieren konnten. Ich nehme beim Songwriting Rohversionen der Songs auf, so dass man sie sich direkt anhören und daran feilen kann.

Obwohl sehr eigenständig, ist eure Musik klar als Viking (bis Pagan) zu erkennen. Was sind eure Vorbilder bzw. Einflüsse?

M.: Gute Frage.. Meine Einflüsse liegen wohl eher weniger in diesem Bereich, ich komme mehr aus dem Black und Death Metal. Direkte Vorbilder kann ich nicht nennen, denn mit Sicherheit hat mich jede Band die ich jemals gehört habe in gewisser Weise beeinflusst, ob positiv oder negativ.

Varg

Einige Live-Auftritte auf der Paganfest Tour liegen nun bereits hinter euch, weitere vor euch. Wie ist euch das Tourleben bekommen und hat es euren Blick auf die Musik und Fans verändert, euer Werken?

M.: Wir alle lieben das Touren! Es ist einfach der Hammer jeden Tag neue Leute zu treffen, Gigs zu spielen und natürlich mit den Fans und anderen Bands zu feiern bis der Arzt kommt. Ob es unser Werken beeinflussen wird kann ich nicht sagen, aber ich denke jede Erfahrung die man als Musiker in seinem Leben macht, fließt irgendwo in das musikalische Schaffen ein.

Gerade deutschsprachigen Bands mit gewalttätigen Texten wird schnell Rechtsextremismus vorgeworfen. Wie wurdet ihr damit konfrontiert und wie habt ihr euch dabei gefühlt?

M.: Ich hatte mit Rechtsextremismus noch nie in meinem Leben etwas am Hut, umso mehr nervt es mich jetzt, mich mit derartigen Vorwürfen konfrontiert sehen zu müssen. Natürlich ist es daher für mich erst recht wichtig, dass wir uns von dieser ganzen Scheiße klar und deutlich distanziert haben.

Bands die einmal in ein solches Kreuzfeuer geraten sind - beispielsweise auch Rammstein - bleiben solche Vorwürfe meist auf Dauer anhaften, egal wie unberechtigt. Wie geht ihr damit um und was denkt ihr dazu?

M.: Das Thema wurde in den letzten Wochen und Monaten ausgiebig von allen Seiten aus beleuchtet und breitgetreten. Wir haben unseren Standpunkt oft und deutlich festgemacht und ich hoffe sehr das wir in Zukunft wieder fokussierter über Musik reden können.

Einige Fans warten sicher schon ungeduldig auf die angekündigte Veröffentlichung von "Donareiche" - wann können wir damit rechnen?

F.: Haha, gute Frage. Wenn die Zeit reif ist.

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus? Gibt es die überhaupt schon?

M.: In jedem Fall hoffentlich noch mehr touren. Ansonsten stehen nach der Tour erst mal sämtliche Sommerfestivals wie z.B. Wacken, die Metalfests und Partys an und wer weiss wann uns die Muse packt und wir uns an die Arbeiten für neues Songmaterial machen.

Besten Dank für eure Zeit, sowie ein Hammeralbum und weiterhin alles Gute. Ganz besonders wünschen wir euch viel Spaß auf der Bühne!

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