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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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KATATONIA
Long Way From Home
Alexander Meyer
katatonia.com


KATATONIA haben mit "Night Is The New Day" ein glnzendes Album (15/15-Review an anderer Stelle) verffentlicht, das sie mit einer beraus erfolgreichen Tour gerade in Europa promoten. Fr den vorletzten Gig der fnfwchigen Tour in Frankfurt konnte ich einen Interviewtermin ergattern. Katatonia Als ich in der Batschkapp ankomme, ist die Vorband LONG DISTANCE CALLING gerade beim Soundcheck, zu dem Jonas Renkse am Ende dazu stt, um mit den fnf sympathischen Mnsteranern "The Nearing Grave" zu zocken, dem er auf deren Debt seine einzigartige Stimme leiht. Danach nehmen Jonas und der neue Gitarrist Per "Sodomizer" Erkisson sich Zeit fr mich und meine Fragen, wobei letzterer als Bandneuling selbstredend keinen sehr groen Sprechanteil hat.

Die Reaktionen der beiden auf meine erste Frage nach der laufenden "New Night Over Europe"-Tour fallen uerst euphorisch aus. Die Bands verstnden sich hervorragend untereinander. Der Nightliner, den man sich mit der zweiten Supportband SWALLOW THE SUN (die wegen ihrer US-Tour die letzten beiden Gigs nicht mehr bestreiten knnen) teile, sei hchst komfortabel. Und auch innerhalb der Band sei die Stimmung bestens. Man wrde sich von Abend zu Abend besser aufeinander einspielen.

Dies ist eine Steilvorlage fr meine zweite Frage, die sich auf den berraschenden Ausstieg der Norrman-Brder und den damit verbundenen Line-Up Wechsel bezieht. Die Antwort klingt vertraut und luft darauf hinaus, dass Frederik und Mattias sich auf die anstehende Mammuttour nicht einlassen konnten, aber dass man weiterhin gut befreundet sei. Die neuen Jungs Niklas Sandin am Bass und Per Erikkson, der mit Jonas bereits bei BLOODBATH spielt und seit Jahren Gitarrentechniker von KATATONIA ist, fllen die entstandene Lcke (wie sich bei der folgenden Show bewahrheiten sollte)

Als nchstes mchte ich von Jonas wissen, wie er selbst die rasante musikalische Entwicklung seiner Band sieht und wie KATATONIA es schaffen solch hoch emotionale Songs zu schreiben. In seiner Antwort gibt er sich sehr bescheiden und erwidert, dass das Songwriting in erster Linie harte Arbeit sei. Einen Song wieder und wieder zu berarbeiten, bis man mit dem Resultat 100-prozentig zufrieden ist, sei vielleicht ihr einziges Erfolgsrezept. Dabei wrde man sich nur von den eigenen Gefhlen leiten lassen, ohne in irgendeiner Art und Weise nach Trends zu schielen. Meine Einschtzung, dass KATATONIAs Sound sich sehr gut fr Filmsoundtracks eigne, teilt Jonas und besttigt, dass die Band sich sehr fr Filme und die dazugehrige Musik interessiere. Seine persnlichen Favoriten sind "Babel" (mit Brad Pitt und Kate Blanchett) und die alten "Omen"-Streifen.

Bekanntlich sind Jonas und Mikael Akerfeldt von OPETH ganz dicke (Nein, das soll keine Anspielung auf die Krperflle des brtigen Hnen sein!) Freunde. Mich interessiert, woher diese Freundschaft rhrt und ob Jonas mit KATATONIA den gleichen kommerziellen Erfolg wie sein Spezi mit OPETH anstrebt. Seine Antwort ist ebenso simpel wie glaubwrdig. Er und Mikael (Er spricht seinen Namen brigens Englisch aus.) stammten halt aus der gleichen Gegend, liebten die gleiche Musik, gingen zu den gleichen Konzerten, hingen in den selben Clubs ab und seien halt schon immer befreundet gewesen. Der Erfolg von OPETH sei absolut verdient, allerdings nicht ohne weiteres kopier- oder planbar. Fr ihn und KATATONIA sei die knstlerische Entwicklung viel wichtiger als die kommerzielle.

Katatonia

Zum Thema kommerzieller Erfolg fallen mir gleich die beiden Musikclips ein, die fr das neue Album aufgenommen wurden. Ich frage mich, ob sich der Aufwand heutzutage noch lohne, wo es TV-Shows wie MTV's Headbangersball nicht mehr gibt. Jonas und Per bekommen leuchtende Augen und besttigen, dass sie frher auch nchtelang vor der Glotze gesessen htten, um sich die neusten Videos ihrer Lieblingsbands bei der legendren MTV-Show, die immer erst ab Mitternacht ausgestrahlt wurde, reinzuziehen. Die Reaktionen auf ihre eigenen Videos fallen allerdings weniger enthusiastisch aus. Die Plattenfirma wollte halt unbedingt diese Musikclips machen und so habe man fr "Day And Then The Shade" ein Filmchen von Lasse Hoile, der auch schon mit OPETH und PORCUPINE TREE gearbeitet hat, drehen lassen. Bei dem "The Longest Year"-Video htte man dann mehr Zeit gehabt sich einzubringen. Die Umsetzung bernahm in diesem Fall Charlie Granberg, der bereits fr MY DYING BRIDE ttig war.

Abschlieend mchte ich wissen, wie die weiteren Plne im Hause KATATONIA aussehen. Die Antwort lautet Touren, Touren und nochmals Touren. Morgen werde man die laufende Deutschlandtour in Mnchen beenden, wo Jonas dann zum ersten Mal "The Nearing Grave" zusammen mit LONG DISTANCE CALLING vor Publikum darbieten werde. Dann ginge es weiter nach Griechenland, Israel, Russland und die Trkei, um dann fr die anstehenden Sommerfestivals, u.a. das Rock Hard-Festival, wieder nach Deutschland zurckzukehren. Die Jungs sind also richtig heiss darauf ihre neuen Songs live zu spielen, was sie auch beim abendlichen Auftritt in der Batschkapp eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Mir bleibt nur mich bei Jonas und Per fr dieses interessante Interview zu bedanken. Man hrt ja oft, dass skandinavische Musiker manchmal etwas verschlossen und mundfaul daher kommen. Dieses Vorurteil haben die beiden Jungs klar widerlegt. Insgesamt bin ich an diesem Abend nur uerst netten und zuvorkommenden Zeitgenossen begegnet, sei es dem Batschkapp-Team, Janosch von Long Distance Calling oder anderen Konzertbesuchern. Euch allen besten Dank fr einen gelungenen Ostermontag!

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