Navigation
                
20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
VOYAGER
Multikulti in Down Under
Alexander Meyer
www.myspace.com/voyageraustralia


VOYAGER gehren zu den wenigen jungen Metalbands weltweit, die sich durch einen unverwechselbaren Sound auszeichnen und - allein schon geographisch gesehen - fernab smtlicher Trends ihr eigenes Ding durchziehen. Danny Estrin, mit dem ich dieses Interview fhrte, ist nicht nur der musikalische Kopf von VOYAGER, sondern kommt gebrtig aus Deutschland, sodass er meine Fragen in bestem Deutsch beantworten konnte.

Wie ich aus eigener Erfahrung wei, sind die Australier ein buntes Vlkchen. VOYAGER bestehen aus drei waschechten Aussies, von denen einer gerade mal 18 Jahre alt ist, einem gebrtigen Deutschen und einer Gitarristin mit schottischen Wurzeln. Wie funktioniert die Chemie innerhalb dieser Truppe?

Tja, da sind so viele verschiedene Elemente vorhanden, dass es einfach nur zur positiven Anziehungskraft kommen kann. Macht alles auch viel interessanter! brigens fliet in unseren zarten Metaladern auch noch russisches, amerikanisches, englisches, hollndisches und philippinisches Blut. Es ist also representativ multi-kulti, wie Australien als Land an sich.

Voyager

Simone, wie fhlt man sich als einzige Frau in einer Metalband?

Simone: berwiegend sehr gut... es gibt der ganzen Banddynamik einen ganz anderen Flair. Ich find es gut, dass es in der Band so vielfltig ist; es macht die ganze Sache um einiges interessanter. Ich habe auch von den Jungs noch keinerlei Beschwerden gehrt.

Danny: Wenn Du wsstest... Scherz! (lacht)

So ungewhnlich wie die Bandzusammensetzung ist euer Sound. Wie wrdet ihr eure Musik jemandem beschreiben, der noch nie von VOYAGER gehrt hat?

Das kommt darauf an, ob diese Person sich mit Metal auskennt, oder nicht! Einem Nicht-Metaller wrde ich die ganze Sache als Mischung von MUSE, METALLICA und A-HA beschreiben, einem Metaller eher als OPETH trifft NIGHTWISH trifft SOILWORK trifft HIM, mit einer Prise AMORPHIS und ANGRA. Frher habe ich immer gedacht, es ist schlecht, sich mit anderen Bands zu vergleichen. Wir sind doch schlielich ein Unikum. Letztendlich mchte man aber gerne einen Startpunkt haben, an dem man sich orientieren kann. Daher finde ich Vergleiche gar nicht mehr so schlecht.

Danny, du zeichnest dich als Snger und Hauptsongwriter fr die Texte verantwortlich, in die du auch gerne mal ein paar Zeilen deiner Muttersprache Deutsch einflieen lsst. Wovon handeln deine Texte?

Voyager

Es ist schon fast Usus bei VOYAGER, mindestens zwei Sprachen in die Texte hineinzubringen. Ich bin seit 1992 in Australien, habe aber meine Beziehung zu Deutschland immer aufrechterhalten. Meine russischen Wurzeln erlauben mir, auch diese Elemente in VOYAGER hineinzubringen, deshalb ist auf "uniVers" und "I am the reVolution" auch Russisch zu hren. berwiegend handeln meine Texte von Lebenserfahrungen, Gefhlen und Einflssen aus der Umgebung. Frher ging es sehr viel um fantastische Konzepte, auf "I am the reVolution" geht es jedoch hauptschlich um meine eigene Beziehung zur heutigen Welt. Vieles ist sozialkritisch und handelt vom Fortschritt der Menschheit, den ich gleichzeitig als parallelen Rckschritt sehe. Desillusion, Dissoziation und das Informationszeitalter und so etwas - also alles sehr positiv! (lacht)

Nochmals Danny: Was hat dich nach Australien verschlagen und wie gefllt dir das Leben dort?

Verschlagen haben mich hierher meine lieben Eltern anno '92. Es war nicht einfach, als kleiner Deutscher Junge mit VoKuHiLa und einem Rattenschwanz hierher zu kommen und mich in Australien zu integrieren. Glcklicherweise war ich jung genug, um das alles verkraften zu knnen. Das Leben hier ist gut, fast zu gut. Die Lebensqualitt ist sehr hoch und richtige Probleme kennt man hier eigentlich nicht. Das fhrt leider zu einer generellen Apathie und einem Mangel an politischem Interesse. Ich bin sehr glcklich hier zu leben, denn Australien hat mir eine Menge Mglichkeiten gegeben. Trotzdem sehe ich manche Dinge hierzulande sehr kritisch.

Perth ist die abgelegenste Grostadt der Welt und nher an Indonesien als dem Rest Australiens. Da macht es sicher nicht einfacher fr eine aufstrebende Band. Wie geht ihr mit dieser geografischen Abgeschiedenheit um?

Wir versuchen, das Beste daraus zu machen. Unsere Shows hier sind immer ausverkauft (mindestens 400 Leute), und das freut uns natrlich. Wir touren jetzt auch hufiger in die Oststaaten und haben auch dort einen sehr erfreulichen Popularittsgrad erreicht. Wir waren die erste Metalband aus Perth, die einen europischen Plattenvertrag hatte und die schon zweimal in Europa auf Tour waren. Also lassen wir uns, wie Du siehst, von den geografischen Hindernissen nicht stren.

Wrt ihr bereit fr den Erfolg von VOYAGER von Australien nach Europa oder die USA berzusiedeln?

Nach Europa ja, in die USA nicht. Ich glaube leider nicht, dass unser melodischer Stil in den USA gut ankommt. Ist halt nicht brachial genug. Wir sind halt nicht LAMB OF GOD!

Voyager

Wie stehen die Chancen euch irgendwann wieder einmal live in Europa bewundern zu drfen?

Das ist momentan im Gesprch. Ich wrde gerne eine grere Tour veranstalten und durch ganz Europa reisen. Wir haben ja schon Erfahrung und sind sehr gut dort angekommen, besonders in Holland und Deutschland. Vielleicht also dieses Jahr oder nchstes!

Trotz oder gerade wegen dieser Abgeschiedenheit hat die australische Metalszene einiges zu bieten. Ich denke da z.B. an COG aus Sydney oder VIRGIN BLACK aus Adelaide. Wie ist die Szene an der Westkste? Gibt es dort noch mehr viel versprechende Bands?

Es gibt in Australien eine Menge sehr guter Bands. Dass Du COG kennst ist ja interessant. Ja, die Jungs sind sehr begabt. An der Westkste gibt es auch jede Menge Bands, z.B. LACRYMAE, KARNIVOOL und die sehr coole (leider nicht mehr so ganz existierende) Band SHADOWPLAY.

Was wollt ihr euren deutschen Fans noch unbedingt mitteilen?

Ich wollte mich eigentlich bei den deutschen Fans bedanken, dafr, dass sie "I am the reVolution" so gut aufgenommen haben. Es ist wirklich unglaublich, was fr tolle Rezensionen wir bekommen haben. Deutsche Metalhrer sind sehr kritisch, besonders in Bezug auf Alben, die etwas anders sind. Ich glaube, mit "I am the reVolution" haben wir gezeigt, dass der VOYAGER-Sound absolut unverkennbar ist und hoffentlich jedem Freund der Melodie und der Hrte ein kstliches Hppchen servieren kann. In diesem Sinne freue ich mich sehr auf ein baldiges Wiedersehen in Deutschland! Hoffentlich gefllt Euch auch unser neues Video "The Devil in Me"; den Song kann man auch kostenlos runterladen!

Danny war ein witziger und sympathischer Interviewpartner - typisch australisch halt. Und VOYAGER sind eine wirklich geile Band, die ihr unbedingt einmal anchecken solltet!

<< vorheriges Interview
NEW DAMAGE - Wo sich Wolf und Rabe gute Nacht sagen
nchstes Interview >>
ORDEN OGAN - Htte gerne 40cm!




 Weitere Artikel mit/ber VOYAGER: