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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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U.D.O.
Wir sind U.D.O. und trotzdem auch ACCEPT!
Thorsten Schwalbach
www.udo-online.de


2009 war sicher ein gutes Jahr fr U.D.O. mit sehr starken Festivalauftritten, dem frischen und doch klassisch klingenden neuen Album "Dominator" und einer ausgiebigen Tour zum Jahresabschluss, die derzeit noch durch Europa rollt. Grnde genug, um im Rahmen der Verffentlichung mit Udo Dirkschneider und Bassist Fitty Wienhold ein Interview zu machen, in dem sich beide als sehr auskunftsfreudige, kumpelhafte und freundliche Musiker erwiesen. Wir alle haben wirklich einige Male sehr herzlich gelacht und viel Spa gehabt. Und am Ende hat Fitty auch noch das Geheimnis einer gut funktionierenden Band verraten...

Ihr habt ja gerade euer neues Album "Dominator" fertiggestellt. Was mir schon beim ersten Hren aufgefallen ist, es klingt ziemlich modern, fast schon mechanisch.

U.D.O.

(Udo)Und genau so soll das auch sein! Wir sind zwar schon lter, aber wir knnen auch modern.

Und beim ersten Mal hren fand ich auch den Song "Stillness Of Time" sehr gut mit den schnen sehr melodischen Gitarren und den Akustikgitarren. Knnt ihr ein bisschen zu dem Album aus eurer Sicht erzhlen?

(Udo)Wir haben uns mit dem Album ziemlich viel Zeit gelassen. Wir haben uns einfach gesagt, wir nehmen uns diese Zeit, um gewisse Sachen reifen zu lassen. Da haben viele Songs einfach sehr lange ein bisschen "auf Halde" gelegen. Die haben wir uns dann immer wieder angehrt und dann hier und da ein bisschen gendert. Und ich glaube es war gut, dass wir es so gemacht haben. Normalerweise kommt ja so alle anderthalb Jahre ein neues Album raus, aber diesmal haben wir uns gesagt, wir machen das so lange bis alles sitzt. Von Seiten der Plattenfirma sollte das Album ja schon im Januar (2009) rauskommen, aber wir haben gesagt, das machen wir nicht. Zu dem Zeitpunkt waren wir einfach noch nicht so weit. Und so haben wir auf dem Album einfach eine gewisse Bandbreite, die wir auf der "Mastercutor" so nicht hatten, z. B."Stillness Of Time", "Whispers In The Dark" oder "Speed Demon", das ist schon eine Bandbreite. Ich wrde mal sagen, dass "Dominator" irgendwie hrter klingt als "Mastercutor" und trotzdem auch noch melodiser.
(Fitty)Ich will jetzt nicht sagen, dass es das beste Album ist das wir je gemacht haben. Klar ist das letzte Album immer das, was man besonders gut findet, aber es ist auf jeden Fall in sehr starkes Album.
(Udo)Also wenn du mich jetzt fragen wrdest, was mein Lieblingssong auf dem Album ist, das knnte ich dir nicht beantworten. Ich kann mir einfach das Album von vorne bis hinten anhren und muss sagen, ich finde es einfach im Ganzen gut.

Ihr habt ja verschiedene Songwriter in der Band. Viele der Songs werden ja von dir, Udo und Stefan (Kaufmann) geschrieben. Wie sah das diesmal aus, wie habt ihr die Songs aufgeteilt?

(Fitty)Also "The Bogeyman" und "Whisper In The Dark" sind diesmal sogar von mir.
(Udo)Aber bei uns geht es nicht so sehr um das Komponieren. Das Komponieren ist so eine Sache, da kommen viele Sachen zusammen wo man dann sagt, das passt jetzt und das passt jetzt eher nicht. Und das heit ja auch nicht, dass der eine oder andere nicht in diesen Prozess involviert ist. Das ist mehr so eine Sache bei der bei uns die ganze Band beteiligt ist. Der eine bringt das ein und der andere das. Da sagen wir dann nicht zu den anderen "Hier ist jetzt das neue Album von U.D.O. und das wird jetzt so eingespielt" oder so was in der Art. Da ist schon die ganze Band dran beteiligt.
(Fitty)Also bei uns gibt es keine Egozentriker, die unbedingt ihr Ego durchdrcken mssen oder die unbedingt ihren Song auf der Platte haben wollen. U.D.O. haben eine Basis und die entsteht zum grten Teil live auf der Bhne. Das Ergebnis muss dann halt stimmen. Und so kommen dann die verschiedenen Songs dabei raus. Da kommt mal der eine und mal der andere zum Zug. Aber das hat auch viel mit Erfahrung zu tun, damit die Songs in solchen Prozessen entstehen knnen.

Ihr habt ja in 2008 auch eine Live-DVD verffentlicht. Was mir bei dieser DVD bei der Setlist auffllt ist eine Entwicklung dahin, dass ihr mittlerweile sehr viele Songs von U.D.O. spielt und die Sachen von ACCEPT eher nur gezielt einstreut. War das etwas was ihr mit der Zeit gezielt angegangen seid?

(Udo)Also zunchst mal vorweg, ich glaube dass U.D.O. mittlerweile schon eine eigene Sache ist und dieses ACCEPT-Ding oben drber so langsam verschwindet. Klar spielen wir noch immer Songs von ACCEPT und werden das auch weiterhin machen, auch wenn es da mittlerweile ja diese andere Band gibt. Und auf Festivals werden es schon mal in paar mehr Songs, viele Leute wollen dort halt die Hits hren. Aber wenn wir dann eine eigene Tour machen war es ja schon beim letzten Mal so, dass wir kaum noch ACCEPT-Songs spielten. Mittlerweile haben wir ja auch von U.D.O. so viele Songs, dass wir nicht mehr auf ACCEPT zurckgreifen mssen. Da spielen wir einfach nur noch die absoluten Klassiker oder mal einen ACCEPT-Song, der schon lnger nicht mehr in der Setlist war.
(Fitty)Ja, irgendwas Spezielles fllt uns immer wieder ein.
(Udo)Und das ist bestimmt wesentlich interessanter fr die Leute wenn wir so einen uralten Song ausgraben und die Klassiker werden schon immer dabei bleiben. Mittlerweile gibt s ja fast seit 20 Jahren U.D.O. wenn man alles zusammenfast. Ich habe mit U.D.O. mittlerweile 2 Alben mehr gemacht als mit ACCEPT, also ich denke damit ist doch schon fast alles gesagt. Und der beste Kommentar, den ich von Leuten gehrt habe, war "Danke dass du keine Reunion gemacht hast". Also das war dann doch eine Aussage, die mir gezeigt hat, dass wir irgendwas richtig gemacht haben.
(Fitty)Und in diesem Zusammenhang darfst du eines nicht vergessen. Wir sind die Band U.D.O., aber wir haben auch zwei Leute in der Band die ACCEPT sind, die also nicht nur in dieser Band gespielt haben. Und warum sage ich das jetzt so? Erstens ist bei einer Band der markante Punkt halt die Stimme. Und zweitens haben der Udo und der Stefan halt viele Stcke wie "Metal Heart" oder "Princess Of The Dawn" komponiert. Und diese beiden spielen halt jetzt bei U.D.O. und damit ist es einfach legitim, dass wir natrlich auch ACCEPT-Stcke spielen. Das ist jetzt keine Kritik und es macht uns auch Spa, diese Stcke zu spielen. Und mittlerweile spielen wir diese Songs schon so lange auch so gut, als wenn das schon ewig so gewesen wre. Und deshalb werden wir auch immer die Klassiker von ACCEPT spielen und auch weiterhin immer wieder den einen oder anderen Song ausgraben.
(Udo)Und es gibt auch immer wieder Fans, die uns fragen, warum wir jetzt diese oder diese Nummer nicht spielen, aber du kannst es halt nicht jedem Recht machen.

U.D.O.

Was mir dazu noch einfllt. Sowohl bei U.D.O. als auch bei ACCEPT gibt es immer wieder kleine mehr oder weniger deutliche klassische Melodien. Von wem kommen diese Einflsse, kommen die vom Stefan oder woher?

(Udo)Ja, Stefan und ich sind halt 50% von ACCEPT und ich sage jetzt mal ganz frech dass wir wahrscheinlich mehr ACCEPT sind als die die jetzt wieder ACCEPT machen werden. Das wird sicher auch irgendwie ACCEPT sein aber nicht so wie die Leute wahrscheinlich ACCEPT erwarten. Und dazu dann noch, was ja auch frher nie so richtig rauskam, Stefan war schon ein wichtiger Songwriter bei ACCEPT und viele Klassiker von ACCEPT sind halt zu groen Teilen Stefan Kaufmann! Und damit ist es doch klar, dass sich gewisse Sachen bei U.D.O. schon sehr nach ACCEPT anhren. Das bleibt halt nicht aus und da haben wir auch keine Probleme mit. Wir werden wahrscheinlich immer mehr ACCEPT sein als diese neue "ACCEPT-Coverversion" behaupte ich jetzt mal ganz frech.
(Fitty)Die Basis werden wir halt nicht verlieren. Wir knnen doch heien wie wir wollen, wir werden immer so klingen. Und so wollen wir auch klingen.
(Udo)Die Stimme ist halt die Stimme und die kann ich auch nicht ndern und die will ich auch nicht ndern. Und einen besseren Beweis wie z. B. unser Auftritt beim letzten "Bang Your Head - Festival" (Anmerkung: Bei die Band eine sehr gelungene Mischung aus U.D.O.- und ACCEPT-Stcken spielte und damit tierisch abrumte.) gibt es wohl nicht, das sagt doch wirklich alles und da muss man auch nicht weiter drber nachdenken.

Ihr habt ja auch eine spezielle Beziehung zu Russland. Ihr spielt dort ausgedehnte Touren und habt ja auch den Song "Trainride In Russia", der diese Beziehung aufzeigt. Wie kam es zu dieser Beziehung und knnt ihr etwas ber die Szene dort und ber die Fans erzhlen?

(Udo)Also erst mal haben wir uns gewundert als wir 1998 zum ersten Mal das Angebot bekommen haben in Russland zu spielen, dass wir dort so bekannt sind. Was da abging kann man gar nicht beschreiben. Und das hatten wir so wirklich nicht erwartet. Die Fans kannten einfach alles, nicht nur die Songs von ACCEPT, die haben auch alles von U.D.O. begeistert mitgesungen. Und das war fr uns ein sehr bewegendes Erlebnis. Ich kann jetzt gar nicht so genau sagen was das fr eine Beziehung ist, die wir zu Russland haben. Wir fhlen uns da einfach wohl. Andere Leute fragen immer, wie wir dort berhaupt touren knnen. Aber die Organisationen dahinten stimmen einfach und die Leute sind uns sehr wohlwollend. Ich habe mich auch schon gefragt, warum die Leute dort gerade unsere Musik so mgen. Ein Journalist hat mal gesagt, dass wir irgendwo eine russische Seele haben. Ich wei zwar nicht wo die ist, aber irgendwie stimmt da einfach die Chemie zwischen uns und den russischen Fans. Ich muss dir ganz ehrlich sagen, ich bin ja jetzt schon lnger dabei und ich habe in Russland schon mehrfach auf der Bhne gestanden und Gnsehaut gehabt. Das ist einfach was besonderes, was man nur sehr schwer beschreiben kann.
(Fitty)Und Russland musst du dir so vorstellen, das beginnt ja eigentlich erst hinter dem Ural. (Udo)Genauso wie New York nicht Amerika ist und auch nicht San Francisco und auch nicht LA. Und so sind halt Sankt Petersburg oder Moskau nicht Russland. Wenn du aber noch 150 km weiter ins Land rein gehst, dort fngt dann Russland an. Dann hast du erst ein Bild, wie das so in Russland ist.

Im Internet seid ihr ja auch gut vertreten. Ihr habt eine sehr informative Homepage und auch auf myspace seid ihr vertreten. Udo, du hast ja auch auf eurer Homepage diese Rubrik "Ask Udo" (in der Udo sehr informativ Fragen jeder Art beantwortet). Ist es euch wichtig, auch so z. B. ber das Internet den Kontakt mit den Fans zu halten.

(Udo)Ja, sagen wir mal so, ich finde diese "Ask Udo"-Geschichte ist auf jeden Fall ein sehr gute Sache. Natrlich sind da einige Fragen wo ich echt denke "Aber Hallo...", aber auch die beantworte ich. Das ist schon gut, denn da knnen die Fans Fragen stellen, die sie sonst vielleicht nirgendwo anders beantwortet kriegen. Ich kann sie beantworten, was es auch immer ist und es wird auch sehr viel genutzt.

Ihr habt ja jetzt seit einigen Jahren ein relativ konstante Besetzung. Habt ihr eigentlich noch Kontakt zu den alten Bandmitgliedern wie z. B. Mathias Dieth oder Andy Susemihl? Und was machen die heute noch so?

(Fitty)Ja, wir spielen jetzt schon lnger zusammen in dieser Besetzung.
(Udo)Ja, der Mathias Dieth hat gerade auf "Dominator" auf dem Song "Devil's Rendezvous" ein Solo gespielt. Wir sind immer noch gut in Kontakt mit den ganzen Leuten, z. B. mit Stefan Schwarzmann, mit Mathias. Und der Mathias ist mittlerweile Rechtsanwalt, sogar Doktor und dabei auch im Musikbusiness ttig, was manchmal sehr hilfreich ist.

Ihr habt ja eben schon die neue "ACCEPT-Reunion" angesprochen. Was haltet ihr davon? Und glaubst du, dass Wolf und Peter damit bei den Fans berhaupt eine Chance haben werden?

(Udo)Das ist ja keine Reunion, haha. Wir sind natrlich gefragt worden, ob wir vielleicht eine Reunion mitmachen wrden und da muss ich dir ganz ehrlich sagen nach vielen Gesprchen und Machen und Tun ist mir einfach das Risiko zu gro gewesen, dafr wieder U.D.O. zu begraben und dann wieder mit ACCEPT zu arbeiten. Ich meine aus Erfahrung wird man klug. Klar habe ich natrlich gesagt dass ich mir unter gewissen Umstnden gewisse Sachen vorstellen kann aber ich glaube, dass diese Sachen doch fr die Leute ein wenig zu extrem gewesen sind weshalb die dann gesagt haben, dass sie das nicht wollen. Und was dann kam mit dieser "ACCEPT is back" - Geschichte oder wie das auch immer heit hat uns schon sehr berrascht. Da haben wir uns gedacht, dass das jetzt auch nicht in den letzten drei Tagen passiert sein. Die mssen schon einen "Plan B" in der Tasche gehabt haben falls der Udo nein sagt. Da gehe ich einfach mal von aus weil so eben aus dem Boden ziehst du so was ja nicht. Was soll ich davon halten? Auf der einen Seite machen die halt unter dem Namen ACCEPT Musik. Aber eine Reunion ist das fr mich nicht. Eine Reunion wre es wenn Stefan und ich dabei wren. Ob sie da die richtige Entscheidung getroffen haben, das so in dieser Form zu machen wird die Zukunft zeigen. Ich wnsche ihnen viel Spa. Und ich glaube, dass der Rest drauen beim Fan entschieden wird, ganz einfach. Und ich glaube auch, dass es sehr schwierig fr sie wird. Ich sage mal so, ich htte es glaube ich anders gemacht. Wenn berhaupt unter dem Namen ACCEPT htte ich es mit einem Snger gemacht, der eine Eigenstndigkeit hat, aber nicht mit einem, der mich kopiert, das kann nicht funktionieren. Was aber auch wieder ein Problem ist wie man am Beispiel "Eat The Heat" sieht, gutes Album, tolle Songs. Und so etwas hnliches wird wahrscheinlich wieder passieren. Das ist halt nicht das was die Leute hren wollen. Ich kann es echt nicht sagen. Lass sie mal machen und wir werden einfach sehen was passiert.
(Fitty)Es wird bestimmt ein gutes Album werden. Aber das war ja "Eat The Heat" auch. Aber ich glaube nicht, dass sie mit uns touren wollen.
(Udo)Nein, das glaube ich auch nicht und das wrde auch sicher nicht viel Sinn machen.

Udo, du wurdest ja lange Zeit von vielen Fans auch ber dein Image definiert, so mit Tarnanzug und kurzen Haaren, was ja mittlerweile auch ein wenig zurckgegangen ist. Hat das auch teilweise ein bisschen genervt, wenn einige Fans zu sehr auf dieses Image Wert gelegt haben?

(Udo)Also am Anfang als ich mit dem Tarnanzug und den kurzen Haaren ankam gab es schon ein paar Leute, die mich wegen dem Aussehen in die rechte Richtung rcken wollten und dann auch noch mit blonden Haaren und blauen Augen. Aber das hatte ja mit dem NATO-Anzug berhaupt nichts zu tun. Das war fr mich nur Entertainment und die Art, in der ich mich halt am besten auf der Bhne prsentieren konnte. Und dann habe ich irgendwann mal versucht, diesen Tarnanzug abzulegen und dann haben alle zu mir gesagt, dass ich das aber nicht machen kann. Also werde ich wahrscheinlich darin noch sterben, keine Ahnung und da habe ich auch kein Problem mit. Da haben wir nie auch nur irgendeine kleine politische Bedeutung drin gesehen. Wenn du nur mal so Sachen hrst wie "Russian Roulette", das ist ja komplett "antiwar", also wenn da jemand versucht, uns in eine militrische Ecke zu drngen, der hat echt nicht zugehrt. Das ist einfach nur ein Bhnenoutfit und mehr eben nicht.

Ihr seid ja jetzt schon in bisschen lnger dabei. Verfolgt ihr eigentlich selbst noch die Szene als Fans oder macht ihr sowas gar nicht mehr.

(Udo)Natrlich nicht mehr ganz so intensiv aber man kriegt ja zwangslufig einiges mit. Und ich habe ja auch noch einen Sohn der mittlerweile 16 Jahre alt ist und selbst Musik macht und durch den kriege ich schon einiges mit an neuen Bands mit und da sind schon teilweise interessante Sachen dabei.
(Fitty)Also Fan kann man eigentlich nicht sagen. Wenn man von Fan spricht schwelge ich da eher in alten Erinnerungen aus den 70er- oder 80er-Jahren. Da war ich Fan. Aber gerade so auf Festivals schauen wir uns schon neue Bands an und da entdeckt man auch schon mal interessante Sachen. Und wir hren ja auch Radio und auch mal neue Sachen und hren, wie irgendwelche neuen Bands ihren Sound machen. Wir sind ja auch nicht doof und klauen auch schon mal bei neueren Bands manche Sachen. Und man muss ja auch mit der Zeit gehen. Und die Zeit schreiben wir Alten ja nicht sondern eher die Jungen mit ihren neuen Ideen. Und dann denken wir schon nach wie wir manche neueren Sachen einbauen knnen. Ich wrde da echt gerne mehr machen aber da hat man ja gar nicht die Zeit dafr. Da hrt man schon manchmal Bands bei denen man denkt, die hren sich aber geil an, wie heien die denn jetzt? Frher als Fan war man ja immer auf der Suchen nach neuen Sachen, so in der Art "Ey, kennst du diese Band? - N, lass mal hren, ach ja, die sind echt gut". Man versucht schon, das alles ein bisschen zu erhalten.

Fitty, vielleicht noch eine Frage direkt an ich. Kannst du noch in bisschen ber dich erzhlen, was du z. B. so vor U.D.O. gemacht hast?

U.D.O.

(Fitty)Also der Udo und ich, wir kennen uns ja schon seit den 70er-Jahren. Damals gab es in Deutschland den Produzenten Dieter Dierks, der hat die SCORPIONS gemacht, der hat ACCEPT gemacht und der hatte noch die Band BULLET und bei der war ich. Siehst du, die kennst du jetzt nicht, bist also doch noch nicht so alt. Und daher kennen wir uns eigentlich. Und danach habe ich sehr viele Sachen gemacht, ich muss ja auch irgendwie Geld verdienen, also in Coverbands oder in anderen Bands gespielt. Und die Geschichte wie wir uns wieder getroffen haben die steht ja berall in der Bio drin, durch Zufall auf Ibiza. Das war echt Zufall und richtig krass, wir haben uns zuerst gar nicht ber Musikmachen unterhalten sondern mehr ber alte Zeiten und uns dabei dann noch die Kante gegeben.
(Udo)Und nebenbei haben wir damals noch einen Bassisten gesucht.
(Fitty)Ja, irgendwann sagte der Udo dann, dass sie noch einen Bassisten suchen und ich habe ich dann gesagt "Hey, ich bin dabei!" und so war das dann. Das hrt sich heute natrlich komisch an, aber es gibt ja in der Musik oder einfach in allem diesen Satz "Die Chemie muss stimmen!" und da sagen immer alle nur, das sei nur ein blder Spruch aber das ist kein Spruch. Als wir uns damals getroffen haben und ich bin nun wirklich nicht der Schicksals-Typ, das hatte schon seinen guten Sinn. Die Besetzung die jetzt da ist von der war ich ja einer der ersten neben Udo und Stefan, die ja sowieso von Anfang an da waren, bei der war einfach von Anfang an was. Das hngt aber auch viel damit zusammen, dass wir alle aus dem gleichen Lager oder aus der gleichen Szene kamen, so aus der Hippie- oder aus der Flower Power-Zeit. Wir denken das Gleiche, wir fhlen das Gleiche und wir haben Rock'n'Roll im Blut. Wir knnen einfach nichts dagegen tun. Du hast heute so viele Knstler, die wirklich klasse sind, aber denen fehlt einfach was. Und das was denen fehlt ist uns einfach im Kopf festgewachsen. Damit sind wir aufgewachsen. Und das ist einfach unser Geheimnis.

Also ich knnte jetzt bestimmt noch eine Stunde mit euch weiterquatschen aber ich glaube andere warten schon auf euch. Zum Abschluss zunchst mal vielen Dank dass ihr euch die Zeit genommen habt und damit mchte ich euch einfach das letzte Wort geben.

(Udo)Ja also wie immer nach dem Motto "Ich hoffe, ihr findet das neue Album gut und wir sehen uns mal wieder auf Tour".
(Fitty)Und bleibt uns treu.

Ein schnes Schlusswort von Fitty. Die beiden haben bei diesem Interview gezeigt, dass sie sich diese Treue ihrer Fans wirklich verdient haben. Irgendwie echte Kumpeltypen. Hoffen wir einfach, dass uns U.D.O. noch sehr lange erhalten bleiben und dass die Band auch durch neue Einflsse wie auf "Dominator" immer wieder frische Musik prsentiert. Diese Band hat einfach ihren Platz in der Szene schon lange gefunden.

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