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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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LONEWOLF
Einmal Fan, immer Fan!
Thorsten Dietrich
www.myspace.com/metalonewolf


Richtiger Metal, der sich seinen Einflssen stellt und diese huldigt kann durchaus geil und spannend sein, was Lonewolf aus dem nicht ganz so metallischen Frankreich beweisen. Gitarrist und Snger Jens Brner, ein Mann mit deutschen Wurzeln, der dieses auch besser spricht als er denkt antwortete mir sehr nett und positiv ausfhrlich.

Hallo Jens, euer Bandname ist sicherlich einer der nicht so beliebten RW Songs, habt ihr in deshalb gewhlt?

Lonewolf

Hallo!! Also, ich wrde eher "der nicht so bekannten sagen" (lacht). Ein Klassiker ist dieser Song nicht geworden, aber fr mich wie Songs a la "War In The Gutter" oder "March On" ist "Lonewolf" unterbewertet. Aber es ist halt unmglich das alle Songs zu Klassiker werden, vor allen Dingen wenn man so viele Klassiker hat wie Running Wild. Ich habe den Song damals gewhlt, weil ich wollte wie meine Idole machen die ja ihren Bandnamen von Judas Priest haben. Ich war da so 17 glaube ich, so geht das halt in diesem Alter, (lacht). Und total Fan bin ich eh immer noch. Ich fand einfach das Lonewolf perfekt zu einer Heavy Metal band passt. Und diese Einstellung habe ich heute noch, dieser Name gefllt mir einfach!

Ich habe gelesen, dass ihr schon mehrere Alben drauen habt, wo gibt es die, wieso kenne ich die nicht und wie sind die so vom Stil?

Tja, wird sind eine sehr "underground oriented" Band. Die zwei ersten kamen auf dem spanischen Label Goimusic raus, und sind heute sehr schwer zu finden. Auer Spanien war's schlecht mit dem vertrieb. In punkto Sound sind diese Alben sehr schwach. Das erste, "March Into The Arena", ist sehr von Running Wild beeinflusst, das zweite, "Unholy Paradise" hat einen starken NWOBHM Touch neben den deutschen Einflssen. Iron Maiden etc. waren auch immer ein groer Einfluss fr uns. Ich habe gesehen das man die beiden gerade bei Nuclear Blast und Twilight Vertrieb im web wieder findet! Danach kam "Made In Hell" auf dem griechischen Label Eat Metal raus. Der Sound, von Eike von Dark Age gemixt und gemastert ist zum ersten Mal sehr gut. So sehr heute "The Dark Crusade" melodischer ausgefallen ist, so sehr ist "Made In Hell" eher "straight ahead" orientiert, und sehr von Paragon / Grave Digger beeinflusst. Fr dieses Album hatten wir sehr guten Vertrieb in Frankreich, Griechenland und im Osten, aber sonst findet man es ziemlich leicht bei kleinen Vertrieben/Verkufern im Internet.

Ihr seid ja sehr Running Wild-lastig. Strt euch das manche dies als Kritik nachsagen, ihr seid nix eigenes? Ich finde es gut, zumal Running Wild ja Geschichte sind!

Nee, damit habe ich keine Probleme. Wir spielen einfach was wir lieben, ohne uns viele Fragen zu stellen. Es ist schon war das "The Dark Crusade" mehr "running wildisch" ausgefallen ist als sein Vorgnger "Made in Hell", und auerdem haben wir ja dazu noch "Legacy Of The Wild", ein Tribut zu den Hanseaten. Aber daneben sind auch Songs wie "The Dark Crusade" oder "The Wolf Division" die ja nun wirklich mehr in die Grave Digger / Paragon Ecke tendieren, oder "Winter Farewell" das mich eher an uralte Blind Guardian/Lucifer's Heritage Sachen erinnert. Aber stren tut mich diese Kritik nicht, ich meine ich habe diese art von Musik im Blut, deswegen eigentlich ganz im Gegenteil. Wir werden doch nicht Riffs, die uns Spa machen, weg schmeien nur weil sie zu sehr nach dies oder das klingen. Auerdem wage ich doch zu sagen das wir unsere Identitt seit "Made in hell" finden.

Als rauer Metal zwischen Paragon und Running Wild, siehst du dich da mit einem Schuss Grave Digger?

Genau das ist es. Dazu noch ein Schuss Epic a la Manilla Road und englischen Einfluss wie Iron Maiden sowie Kultacts wie Stormwitch, und du hast Lonewolf (lacht). Eigentlich ist die ganze Sache ein Tribut zum Heavy Metal der 80er wie wir in geliebt haben und immer noch lieben, auf unserer Weise und Art bersetzt. Wir versuchen gar nicht vom Weg zu gehen, wir bleiben unserer Linie treu, wir werden nie unntige Experimente ausprobieren.

Hand aufs Herz, Running Wild Cover waren fast immer toll, eures sieht nach Rumpelcombo aus von 1985. Htte ein schickes a la Andreas Marschall und Co. euer Budget gesprengt?

Ha, das mit dem Cover ist witzig, da es die Leute anscheinend wirklich mgen oder wirklich nicht gut finden. Kein zwischendrin so wie ich es mit der "Made In Hell" zum Beispiel hrte, so nach dem Motto "ja nicht schlecht". Ich persnlich mag es wirklich gerne, es sieht so schn "80er" aus irgendwie. Aber kann verstehen das man es nicht mag, sicher. Das ist ein sehr eigener stiel Ja, wir hatten uns auch bei anderen, teureren Knstlern erkundigt, und ja, das Budget wre gesprengt worden, klar. Dann kam Chris Moyen ins Spiel, und nachdem ich manche (nicht alles) seiner Sachen wirklich mge, habe ich zugesagt. Heute sind wir drei in der Band sehr zufrieden damit, und der vierte nicht. Aber ist ja halb so schlimm, die Musik zhlt. Guck mal, unser allerbestes Cover ist meiner Meinung nach "Unholy Paradise", aber das Album ist sicher unser schwchstes. Da ist mir schon lieber ein Cover das nicht alle mgen, aber Musik die anscheinend gute Resonanz hat wenn ich so den ersten Reviews nach gehe und die erste Meinungen hre/lese.

Wann kommt ihr denn mal auf deutsche Festivals und Konzerte, in Frankreich knnt ihr doch sicherlich nicht so oft spielen oder?

Wir haben schon ein paar Festivals gemacht in Deutschland, nmlich das "Swordbrothers" in Andernach und das "Metal Bash" und das "H.O.A" neben Hamburg. Das war immer klasse. Wir kommen im Mai nach Frankfurt fr's "French Metal Attack" Festival, wo wir mit den Kumpels von Hrlement und Mystery Blue spielen. Ich freue mich natrlich immer besonders nach Deutschland mit Lonewolf kommen zu drfen. Nee, in Frankreich spielen wir nicht so oft. Wir spielen irgendwie mehr im Ausland. Aber es ist ja bekannt das Frankreich nicht DAS True Metal land ist. Da haben's Deutschland und Griechenland oder die Ostlnder es besser. Unsere True Metal Szene ist klein, aber fein wie man so schn auf Deutsch sagt. Hier tut sich schon was im Underground, ist ja nicht als wre gar nix. Leute wie Emanes Metal Records organisieren das "Long Live Metal" Festival, das ist ja schon unser franzsisches "Keep It True" .Ganz tolle Bands haben wir hier auch, wie Hrlement oder Holy Cross, Resistance in einem thrashigeren Stil, alle "echt" zur Musik. Eine neue Combo wird hoffentlich bald auch ihr Demo machen, Elvenstorm, Paragon / Running Wild beeinflusst. Ein Publikum dafr gibt es, auch wenn nicht so gro wie bei euch. Aber die Liebe zum True Metal ist schon da und der Stolz ihn zu verteidigen auch, (lacht) "Echte" Metalheads sind auch in Frankreich nicht ausgestorben, auch wenn man das in den Mainstream Magazinen glauben knnte, da gibt es leider viele Bands die es in ihrem Stil sicher gut machen, mit metal aber nix mehr zu tun haben.

Lonewolf

Ich habe gelesen, da sind zwei Brder in der Band wenn ich mich nicht tusche, wie kommt man damit klar, besser oder schlechter als mit Fremden?

Es waren zwei Brder, nmlich ich und Felix, der Drummer. Felix hat whrend der Vorproduktion zu "The Dark Crusade" entschieden, auszusteigen um sich mehr seiner Familie zu widmen. Leute kommen und gehen in Bands, aber diesmal fand ich es schon richtig traurig, da es einfach toll ist mit seinem Bruder zu spielen. Er war ja auch seit Anfang dabei. Wir verstanden uns einfach groartig was spielen selber oder komponieren angeht. Und wenn man sich mal in die Haare kommt, ist es auch besser mit seinem Bruder: da passt man nicht auf Wrter gro zu suchen, es fetzt einfach und den Tag danach ist es vergessen.

Das kann ich gut verstehen! War es wichtig fr dich Majk Moti auf dem Album zu haben und hast du viele der vielen Mitglieder der Band schon mal kennengelernt?

Wichtig im Sinne des Wortes ja eigentlich nicht, da das Album auch ohne im entstanden wre natrlich. Aber wichtig in meinem Herz ja, es ist somit das Grte was mir mit Lonewolf passiert ist. Bin seit "Under Jolly Roger" wohl einer der grten franzsischen Running Wild Fans, habe Majk noch 1990 auf der "Death Or Glory" tour zweimal live erlebt und heute hat er ein solo auf unseren Silberling verewigt, das ist doch so was wie das grte, was einem Fan passieren kann. Das sind Sachen, die dir nur die Musik bringen kann, einfach irgendwie magisch! Ich habe Running Wild fters live erlebt, und habe so manche Bandmitglieder als Fan getroffen, ja. Hasche, Axel, Rolf natrlich, Majk, Bodo, Jrg, AC, Thilo und auch Jens, den ich damals ziemlich oft bei Running wild Gigs getroffen hatte und vor ein paar Jahren wieder sah als wir mit Grave Digger spielten in Frankreich. Dazu mchte ich sagen das wir mit Jan Bnning (Paragon), noch einen Gast haben der mir wahnsinnig am herzen liegt. Wir haben ein paar Mal mit Paragon gespielt, und Jan ist ein enger Kumpel von mir geworden. Weit du, ich bin Paragon Fan bevor ich sie persnlich traf, und sag immer die Band der 80er und 90er ist Running Wild, die Band der 2000er ist Paragon. Also Majk und Jan auf dem Album zu haben ist natrlich etwas sehr spezielles fr mich. Dazu kommt noch die (fr mich) nchste Metal Queen, Marta Gabriel (Crystal Viper) die auch ne Guest Appearance macht, das Sahnehubchen, wie man so schn sagt.

Wo siehst du dich mit der Band in zwei Jahren: Mit eigenem Sound oder als RW Erbe wie jetzt noch?

Ich glaube Running Wilds Flagge wird immer ber Lonewolf wehen. Vielleicht Mal mehr, vielleicht mal weniger, aber es wird immer ein bisschen was drin sein. Wie gesagt, ich glaube schon, dass wir unsere Identitt finden, aber unsere Einflsse werden wir nie verleugnen. Mal sehen wie das nchste Album ausfllt. Guck, die letzte "Made In Hell" war weniger davon beeinflusst und die drei erst geschriebenen Songs danach blieben voll im gleichen Stil. Aber nach der neuen Preproduktion ist davon nur noch einer geblieben ("Warrior Priest") der es auf "The Dark Crusade" geschafft hat. "Dark Crusade" ist anders als "Made In Hell", so wird's denk ich mal auch mit dem Nachfolger. Immer mehr eigener Sound sollte auch kommen!

Sympathischer Typ, coole Metalband! Ich hoffe die Jungs 2010 live zu erleben und dass der Metalunderground nicht nur die alten Rochen hochleben lsst, sondern auch neuer Bands wie Lonewolf huldigt.

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