Navigation
                
20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
MOB RULES
Lange Songs kosten viel Nerven!
Thorsten Dietrich
www.mobrules.de


Der hohe Norden ist leer, was normalen Metal betrifft und wenn man Hamburg auen vor lsst! Doch eine Band hlt dem Metal seit ber 10 Jahren die Stange - Mob Rules! Mit dem neuen Album "Radical Peace" haben sie einen Volltreffer gelandet, weshalb ich Frontmann Klaus Dirks ein paar Fragen stellte!

Das neues Album "Radical Peace" ist ja das zweite in vernderter Besetzung. Ist es deshalb wie der Vorgnger etwas fetziger und bissiger als die alten Verffentlichungen?

Die Besetzungswechsel sind natrlich nicht ganz unschuldig daran. Besonders durch den Einstieg von Gitarrist Sven Ldke (2005) wurde unser Sound noch mal kompakter und auch metallischer. Aber das ist insgesamt auch eine Entwicklung, die die Band genommen hat, im Grunde von Platte zu Platte. Diesmal wird das vielleicht noch deutlicher, da wir auf "Radical Peace" sicherlich den besten Sound unserer bisherigen Verffentlichungen haben. An dieser Stelle auch nochmals der Dank an Markus Teske, der uns beim Aufnahme- und Mixprozess eine enorme Hilfe war.

MOB RULES

Politische Themen und Texte sind ja im Melodic Metal Genre nicht so weit verbreitet. Frher seid ihr ja mehr die Fantasyschiene gefahren. War das zu langweilig fr euch auf Dauer?

Ich denke, der bergang war flieend und Ergebnis einer natrlichen Entwicklung. Mit unserem Debt "Savage Land" (1999) begannen wir gleich eine Konzeptstory, die auf dem zweiten Album fortgesetzt wurde. Mit der dritten Scheibe "Hollowed Be Thy Name" (2002) haben wir uns, auch wenn das Albumcover etwas anderes vermuten lsst, in der Realitt eingefunden. Die Songs haben alle ein verbindendes Grundthema: Macht und/oder Machtmissbrauch - in all ihren Variationen. Beim vierten Album "Among The Gods" (2004) gab es dann mit "Black Rain", dem Titelsong und "Arabia" 3 Songs, die mit den Untertiteln "Gtterdmmung Buch I-III" versehen wurden. Fr "Ethnolution A.D.", unseren 5. Longplayer, nahmen wir mit "Ethnolution" ein 25-mintiges Stck auf, das im Grunde aus den regulren Songs "Unholy War", "Ashes To Ashes", "Fuel To The Fire" und "The Last Farewell" besteht und um ein Intro sowie einen Gitarren-Solopart ergnzt wurde. Die thematische Verbindung fhrte uns dann in den politischen Bereich. Unter dem berbegriff "Ethnolution" haben wir uns mit Glaubenskriegen, Ku-Klux Clan, Selbstmordattentaten etc. beschftigt. Aber die Songs konnten fr sich allein stehen. Beim neuen Album "Radical Peace" sind wir noch einen Schritt weiter gegangen: der darauf vertretene Longtrack "The Oswald File" besteht auch aus 6 einzeln anspielbaren Teilen, ist aber an sich viel mehr ein "Gesamtwerk".

Euer Mammutsong von 18 Minuten ber den Kennedy Mord hat mich sehr beeindruckt, da er nicht langweilt. Wie schwer war die Entstehung dieses Stckes?

Um ehrlich zu sein: unglaublich schwer. Die Entstehungszeit vom Aufkommen der Idee bis zur Realisierung betrug gut 9 Monate. Wir haben den Song so oft umgeschrieben, verndert und umarrangiert, dass wir uns zwischenzeitlich gar nicht sicher waren, ob unsere Idee berhaupt in die Tat umzusetzen war. Wir wollten den Song ber die gesamte Spielzeit interessant halten - und das war sehr, sehr schwer. Zwischenzeitlich waren wir manchmal schon so entnervt, dass wir "The Oswald File" einfach in 3 normale Songs umschreiben wollten. Derzeit kommt aber gerade zu diesem Song dermaen viel tolles Feedback, dass sich die Arbeit fr uns wohl doch auszahlt.

Ist es im hohen Norden eigentlich schwierig an gute Einzelgigs zu kommen, ein Kolleg von mir sagt immer, da verirren sich weniger Bands hin, auch wenn ein paar Festivals aus dem Boden schossen in letzter Zeit!

Generell wrde ich das besttigen. In Sddeutschland existiert schon eine viel grere Szene als bei uns im Norden. Gerade in unserer Heimat, dem Nordwesten, sieht es sehr trbe aus, was Auftrittsmglichkeiten angeht. Das spiegelt sich natrlich auch darin wider, dass dort her kaum Bands kommen, die man kennt. Somit fhlt man sich schon irgendwie als Einzelkmpfer, allein auf weiter Flur. Da wir ja nun schon 15 Jahre unterwegs sind, merken wir aber auch die Anerkennung. Und besonders schn ist es, wenn bei unseren CD Release Shows dann volles Haus ist.

Keyboard und Gitarren stehen bei euren Songs gut nebeneinander, mutet ihr lange tfteln um das hinzubekommen?

Schon im frhen Stadium des Songwritings war uns im Grunde klar, dass "Radical Peace" etwas gitarrenlastiger ausfallen wrde als die Vorgngeralben. Letztendlich lag es dann an Band und unserem Engineer/Producer Markus Teske, das alles entsprechend abzustimmen. Da "Radical Peace" auch sehr symphonische Momente hat, bestand die Herausforderung darin, sowohl Gitarren als auch Keyboards ihren Raum zu lassen. Mit dem Ergebnis sind wir auch jetzt noch sehr zufrieden.

Wie wichtig ist fr euch als Band das Ausland bei allgemein sinkenden CD Verkufen? Tourt und spielt ihr in Europas Lndern des fteren?

Wir versuchen, auch im Ausland so viel wie mglich prsent zu sein. Bisher haben wir neben Deutschland auch in Frankreich, Spanien, USA, England, Schweden, Belgien, Holland, Dnemark, Schweiz, sterreich etc. gespielt und Tourneen mit Bands wie Savatage, Helloween, Rage, UFO, Company Of Snakes und vielen anderen absolviert.

Bei den deutschen DIO Dates seid ihr auch am Start, ist so was ein Traum von euch und wie werdet ihr das neue Album weiterhin bewerben,? ihr hat ja immerhin auch einen neuen Clip am Start!

Wir haben vor einigen Jahren bereits einmal fr DIO erffnen drfen und waren ganz begeistert von seiner Herzlichkeit und Klasse. Vor solch einem Mann kann man nur allerhchsten Respekt haben. DIO nun bei ihren Deutschland-Gigs supporten zu drfen, ist fr uns etwas ganz Besonderes. Was die Promotion von "Radical Peace" angeht: nach der DIO-Tour wird das Album nach Europa auch in USA und Japan erscheinen, sodass dann dort die Promotion weiter geht. Auerdem haben wir noch eine einige berraschungen in der Hinterhand, unter anderem planen wir gerade, noch etwas mit "The Oswald File" anzustellen. Lasst euch berraschen.

MOB RULES

Es gibt Bands die verffentlichen ihre Alben wie Gama Bomb nun quasi fr lau und wollen damit Leute zu Konzerten und Merchandiseverkufen motivieren. Was hltst du von solchen Methoden und kennt / nutzt auch ihr neue Wege um aus dem reinen CD Verkaufsgeschft raus zu kommen?

Dass man in schweren Zeiten nach Alternativmodellen sucht, ist nur zu verstndlich. Wir hatten seit unserem Debtalbum immer einen Plattenvertrag, sodass sich diese Frage nie ernsthaft stellte. Wir haben auch ein Merchandise-Programm, da online erhltlich ist und natrlich auch bei unseren Konzerten verkauft wird.

Viele Bands und Musiker haben gleich mehrere Baustellen, ihr glcklicherweise nicht. Was hltst du von dieser "Vielweiberei?"

Man kann das schwer verurteilen. Wenn man allein von der Musikerei seinen Lebensunterhalt bestreiten will, bleibt oft scheinbar keine andere Mglichkeit. Die Folge ist natrlich, dass mehr und mehr Projekte wie Pilze aus dem Boden sprieen und auf einen Markt losgelassen werden, der ohnehin schon bersttigt ist. Der Grundgedanke, sich im Zusammenschlssen mit anderen Musikern neue Inspiration zu holen, hat ja an sich was sehr Positives. Wir hatten das Glck, dass wir die ersten 10 Jahre in unverndertem Line-Up bestreiten konnten und MOB RULES so gefestigt wurde. Durch die neuen Leute kam dann noch mal ein frischer Wind rein, der uns belebt hat.

<< vorheriges Interview
BRAINSTORM - Existieren in verschiedenen Ausfhrungen [...]
nchstes Interview >>
JADED HEART - Treffen sich auch im Internet




 Weitere Artikel mit/ber MOB RULES: