Navigation
                
25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
PETER LADWIG
Legends never die!
Matthias Decklar
www.peter-ladwig.de


Legenden sterben nie. Fr mich ist Peter Ladwig auf alle Flle eine deutsche Rocklegende, denn ich durfte dank der frhen Geburt die 80er noch erleben, kannte FARGO noch, die sich spter VICTORY nannten, als Peter Ladwig bereits ausgestiegen war und ein gewisser Charly Huhn das Mikro bernahm. Mit seinem spten Solowerk hat Ladwig ein unverwstliches Rockmonument erschaffen, das jeder Classic Rock Fan in seinem Regal stehen haben sollte. Dass Peter Ladwig ein besonderer Mensch und Musiker ist, werdet ihr spren, wenn ihr seine Antworten, die kurz aber prgnant sind, auf unsere Fragen lest. Ihr solltet anschlieend ganz schnell "Here We Are" kuflich erwerben. Ein Album mit dem man ber einen lngeren Zeitraum seine Freude hat.

Hallo Peter, wie sind denn die Resonanzen aus der Szene auf dein Album? Haben sich schon alte Weggefhrten zu Wort gemeldet?

PETER LADWIG

Hallo Matthias. Das Album ist noch sehr frisch auf dem Markt, dass heit, die Resonanzen hier beschrnken sich auf mein Umfeld, mit Ausnahme der Reaktionen auf einen kleinen Testgig, den wir hier in Hannover in einem winzigen Liveclub gemacht habe, wo einige Weggefhrten von uns waren. Die waren allerdings durch die Bank sehr positiv.

Du warst Teil der Hannoveraner Hardrocker FARGO, bei denen auch der heutige SCORPIONS-Gitarrist Matthias Jabs gespielt hat. Wie hast du diese Zeit damals erlebt. War es nicht mglich, neben den SCORPIONS einen breiteren Durchbruch zu schaffen?

Die Zeit habe ich als Abenteuer, Loslsung von gewissen Konventionen und natrlich als Freiheit erlebt, obwohl es andererseits auch kein Zuckerschlecken war, mit wenig Geld auskommen zu mssen, aber der Idealismus war sehr gro. Die SCORPIONS waren damals schon einen groen Schritt weiter als wir, und obwohl unsere Plattenfirma auch schon in Verhandlung mit amerikanischen Produzenten standen und auch ber den groen Teich sollten, kam es dann ja leider zum Split.

Nach deinem Ausstieg bei FARGO hast du dich einen anderen Art von Musik zugewendet. Was hat dich an der elektronischen Musik so interessiert?

Das war eigentlich ein Zufall. Ich habe ein paar Monate spter einen Moog Synthesizer in die Hnde bekommen und war sofort vom diesem bombastischen Sound begeistert. Ich habe dann beim Herumexperimentieren Songs geschrieben und ein Album gemacht, das wahrscheinlich eines der ersten Synhtiepopalben in Deutschland zu diesem Zeitpunkt war. Ich war einfach von den neuen Sounds fasziniert und der Tatsache, dass man pltzlich mit Hilfe eines Sequenzers auch zu Hause relativ umfassende Aufnahmen machen konnte.

Kommen wir zum aktuellen Album. Ich vergleiche "Here We Stand" in etwa mit der musikalischen Abrechnung von Ken Hensley (URIAH HEEP), der mit "When Too Many Dreams Come True" ein hochwertiges Rockalbum im letzten Jahr verffentlicht hat, das voll von Lebenserfahrungen und Pathos ist. Ich denke, auch "Here We Stand" spiegelt in gewisser Weise dein langes Rockleben wider. Auf alle Flle ist es ein klassisches Rockalbum geworden, das absolut zeitlos klingt. Diese Art von Musik wird immer aktuell sein.

Du hast Recht, es hat sich natrlich, da es nach langer Schaffenspause wieder mal ein Album mit vielen meiner Songs gibt, einiges angesammelt. Musikalisch bin ich ja wieder mehr zu meinen Wurzeln zurckgekehrt, ich habe immer am liebsten Gitarre gespielt. Und wenn Du von Pathos sprichst, muss ich zugeben, dass ich ein Schwche fr Balladen habe.

Wer ist denn noch an deiner Band LADWIG beteiligt?

Die Band LADWIG besteht aus mir, dem Schlagzeuger Rudi Kaeding, mit dem ich schon bei FARGO zusammengespielt habe und seinem Bruder Matze am Bass. Auf dem Album ist auerdem als Special Guest auf einigen Songs Torsten Luederwaldt in Sachen Klavier und Orgel zu hren, der auch einen Song mitkomponiert hat.

Mein Favorit heit "Never Again". Erzhl doch mal was ber diesen Song.

Der Song ist eine Art musikalisches Versprechen gegenber einer Frau, sie nach einigem Beziehungsstress und diversen Trennungen nicht noch einmal zu verlassen. Man rumt Fehler und Irrtmer ein und glaubt, dieses Mal geht es besser.

Auffallend sich auch die verschiedenen Stilarten des Albums. "Pilot Through The Night" ist die Swingnummer, die unweigerlich an die DIRE STRAITS erinnert, whrend "Politician" ein cooles Bluesstck ist. Aber auch die EAGLES drften zu deinen Favoriten zhlen.

Den DIRE STRAITS-Vergleich habe ich schn fter gehrt, da gibt es wohl bei meinen teilweise cleanen Gitarrensoli hnlichkeiten. "Politician" ist ja ein altes CREAM-Stck und ich finde, Clapton und Knopfler haben schon einiges gemeinsam. Ich war damals und bin heute wieder brigens ein groer CREAM-Fan. Mit den EAGLES hast Du auch recht, ich habe sie viermal live gesehen und jedes Mal feuchte Augen bekommen. Sie sind perfekt.

PETER LADWIG

Wird es in der Folge auch zu einer Tour kommen mit LADWIG oder ist die Sache als reines Studioprojekt geplant?

Wir werden auf jedem Fall live spielen, wir brauchen das, das ist fr uns enorm wichtig als Bestandteil unseres Lebens. Wir werden uns allerdings dann mit einem Keyboarder verstrken.

Welche Bands findet ein so erfahrener Musiker wie du heute immer noch hrenswert und welche neuen Bands haben sich deine Aufmerksamkeit erobert?

Da gibt es schon einige, das fngt bei den Beatles an. CREAM, HENDRIX, LED ZEPPELIN bis hin zu QUEEN oder TOTO. Bei den neueren Knstlern stehe ich speziell auf die so genannten jungen Blueser wie John Mayer und John Bonamassa, deren letzte Live- DVDs ich sensationell gut finde. Was Gesang angeht, haut mich Jonny Lang total um. Ab und zu darf es auch mal was aus der Hitparade sein, ist aber eher selten.

War frher alles besser, was die Musikszene, besonders auch Plattenfirmen und Tourneen, angeht oder bist du auch heute noch glcklich Musiker zu sein?

Frher war meine Sichtweise eine andere. Ich habe versucht mich durch meine Musik darzustellen. Heute will ich in erster Linie Musik machen und mir die Mglichkeit dazu erhalten. Erinnerung an alte Zeiten verklrt immer vieles, und es hat sich natrlich auch viel verndert, aber ob es heute wirklich besser oder schlechter ist, kann ich nicht sagen. Ich bin auf jeden Fall glcklich, Musiker zu sein.

<< vorheriges Interview
ILLDISPOSED - Ernster als man denkt!
nchstes Interview >>
SUBSIGNAL - Ein Neuanfang mit gutem Feedback!