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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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END OF GREEN
Zwischen Type O und bei Ben Becker
Thorsten Dietrich
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Die Band "End Of Green" ist kein Genre eindeutig zuzuordnen, das macht sie so interessant, eigentlich genau die Musik für den Herbst, aber wir haben ja bald Sommer! Trotzdem gab mir Gitarrist Michael Setzer Antworten zu meinen Fragen.

Wie kamt Ihr auf den Bandnamen "End Of Green"?

Das war die Idee von unserem alten Basser, der die Band allerdings verlies, bevor die erste Platte erschien. Übersetzt bedeutet das so viel wie "Ende der Hoffnung".

Ich kenne nur die neue Platte. Ihr habt aber mehrere draussen, bei anderen Firmen, erzähl doch mal den Weg bis heute!

Unser Debut "Infinity" kam 96 bei Nuclear Blast raus. Danach trennten sich die Wege allerdings, da Nuclear Blast damals hauptsächlich Blackmetal Bands signten und wir quasi durchs betriebsinterne Raster gefallen sind. Unsere zweite Platte "Believe My Friend" erschien 98 bei Subzero Records. Das Label machte allerdings recht früh pleite. Die vergangenen vier Jahre haben wir hauptsächlich damit verbracht, sehr viel live zu spielen, Songs zu schreiben und zu hoffen, dass wir endlich eine passende Plattenfirma finden. In Silverdust sind wir dann endlich fündig geworden. Gott seid dank.

Ich bezeichne Euch als gute Mischung aus Anathema, Type O und alternative Elementen. Könnt Ihr damit leben, oder siehst Du die Sachlage anders?

In Sachen Anathema bin ich leider nicht so bewandert. Sich aber über etwaige Vergleiche zu ärgern ist meiner Meinung nach sowieso Zeitverschwendung. Wenn ich einem Freund eine Platte schmackhaft machen will, dann nenne ich im Normalfall auch andere Bands als Querverweis. Da kann ich mich wahrlich nicht beschweren, wenn man das mit uns tut. Zumal es sich zwischen Type O und Alternativerock sehr gut leben lässt. Wir sind fünf Leute mit grundverschiedenen Musikvorlieben. Wenn wir alles zusammenwerfen dann klingt das wie end of green. Ich denke, das trifft es am Besten.


Hört Ihr privat Metal?

Das ist eine Fangfrage, oder? Ich habe sehr breitgefächerte Interessen und mir ist es egal, in welcher Ecke des Plattenladens die Platten stehen. Wenn's um gescheiten Metal geht, dann favorisiere ich aber ganz klar altes Zeug. Flotsam & Jetsam "Doomsday..." Autopsy oder Entombed. Mit neueren (True) Metalsachen werde ich nicht wirklich warm. Crowbar, Down oder Obsessed höre ich auch sehr gerne. Ansonsten lasse ich mich gerne überraschen, egal von wem.

Was war Dein letztes besuchtes Konzert?

Jetzt wird's peinlich: Ich war neulich mit einer Freundin bei Ben Becker - diesem Schauspieler. Er hat aus einer John Lennon Biographie gelesen und mit seiner Band ein wenig merkwürdige Musik gespielt ... und bei Tieflader war ich noch: Das ist eine befreundete Band aus Stuttgart.

Mit diesem Typ, der im Rock Hard war weil der auf so Festivals besoffen pöbelte? HAHAHA
Kannst Du zu den Liedern der Platte ein persönliches Statement geben?

Die Songs sind in einer Zeit entstanden, in der einiges passiert ist und wir nicht immer sonderlich gut gelaunt waren. Die Platte ist fast so etwas wie unser Tagebuch aus der Zeit. Die Platte handelt prinzipiell von Scheitern, Selbstzweifel und anderen schönen Dingen, die das Leben so mit sich führt. Aber ich denke, damit sind wir nicht alleine.

Nein, ganz bestimmt nicht.
Haben die Texte Deiner Meinung feste Aussagen oder sind sie für jeden interpretierbar?

Das ist schwierig. Wir verfolgen auf alle Fälle keine Message oder wollen irgendwem erzählen, wie er bitteschön sein Leben führen soll. Einige Statements in den Songs sind gewiss sehr klar formuliert aber oftmals ertappe ich mich selbst dabei, dass sich einige Teile an verschiedenen Tagen verschieden auffasse. Ich denke es ist genug Platz für Interpretationen vorhanden. Ich bin oftmals enttäuscht, wenn ich mir ein Bild von einem Lied einer Band mache und mir wunderwas zusammenreime .... und plötzlich sagt der Sänger: "Das ist ein Stück über mein Auto".

Der Gitarrensound ist mir nicht fett, metallisch genug, wolltet Ihr den so haben?

He, Du redest mit einem Gitarristen! Meiner Meinung sollten Gitarren prinzipiell immer noch mehr laut, dick und wuchtig klingen. Was aber auf alle Fälle zutrifft: Wir wollten keinen klassischen Metalsound mit fünf Milliarden Effekten. Das passt nicht wirklich zu unserer Musik. Aber schau uns mal live an, da werden dir die Gitarren sicherlich besser gefallen.

Das werde ich machen, wenn ich kann.
Hast Du noch ein persönliches Anliegen?

Seid cool zu euren Freunden. Die haben das verdient. ...

Ja, da kann man nur zustimmen.

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