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23. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DISBELIEF
Protected Joe
Andreas Goericke
www.disbelief.de


Zur Release des Killeralbums "Protected Hell" kam ich in den Genuss, Jagger - seines Zeichens Frontsau bei DISBELIEF - ein paar Fragen stellen zu drfen.

Wie fhlt Ihr euch mit "Protected Hell" Hat sie bisher euren Erwartungen entsprochen? Wie fhlt man sich, wenn man wei, einen Killer auf die Menschheit geworfen zu haben?

Oh, es fhlt sich sehr gut an, wieder einen Prozess hinter sich zu haben und damit vollends zufrieden zu sein. Wir haben uns, bevor wir mit dem Songwriting angefangen haben, zusammengesetzt und uns eine Marschrichtung vorgesetzt, die wir jetzt im Nachhinein auch genauso umgesetzt haben, was einen doch mit Stolz erfllt.

Wie war der Songwriting-Prozess dahin? Normalerweise schreibt scheinbar eher Joe die Musik und alle anderen arrangieren sich darum herum. Ich habe dennoch den Eindruck, einen deutlich Rock'n'Roll-lastigen Eindruck heraus zu hren und frage mich, inwieweit Witali dort Platz nahm?

Was die musikalischen Ergsse angeht, war auch diesmal Joe wieder fr alle musikalischen Ideen verantwortlich. Wir hatten gewisse Vorstellungen, was die Gitarrenarbeit angeht, wir wollten etwas komplexer und verspielter werden. Ist uns auch gelungen, aber was deine Frage angeht, Witali konnte sich noch nicht in das Songwriting mit einklinken.

Wie verfasst Ihr generell eure Musik?

Disbelief

Wir bekommen von Joe Songideen in Form von Aufnahmen, bei denen schon 2 Gitarren, Bass und Schlagzeug zu hren sind. Dann wird dies intensiv gehrt und man kommuniziert dann darber, kann sein das man einen Verbesserungsvorschlag hat oder auch was berhaupt nicht mag. Natrlich gilt dies auch als Besttigung fr Joe fr die Ideen, die dann im Proberaum mit der ganzen Band umgesetzt werden. Dort wird dann arrangiert und wenn ein Song sich anbahnt, schon sehr weit zu sein, transportieren wir ihn dann in Witalis Aufnahmestudio, wo ich dann die Mglichkeit habe, meine Stimme perfekt zu integrieren. So gehen wir dann Song fr Song durch, was sich sehr gut bewhrt hat.

Seht Ihr die Unterschiede zu den vorherigen Alben hnlich? Ich persnlich habe mein Hauptaugenmerk auf "Worst Enemy" und "Shine", meines Erachtens perfekte Platten fr DISBELIEF. Was war zwischendurch? Kam es euch selbst nicht so vor, etwas satt zu sein und vielleicht eher nach dem zu klingen, was ihr darstellen solltet, als nach dem, als was Ihr httet klingen knnen?

Dieses Gefhl satt zu sein gab es eigentlich noch nie, alle Aufnahmen von neuen CD's sind ja auch Reflektoren, wie es gerade um die Band bestellt ist, also immer wieder auch der Zeitgeist, der dafr sorgt, wie jedes Album so klingt.

"Protected Hell" klingt ein wenig nach Befreiungsschlag, als wolltet Ihr uns allen vor den Latz ballern: Wir sind noch da und knnen es besser als je zuvor!

Natrlich will man auch mit einem neuen Output fr Aufsehen sorgen, was ja anscheinend gelungen ist. Wir konzentrieren uns aber auf das Wesentliche whrend des Songwriting's und denken dabei nicht daran es jedem zeigen zu wollen, was wir so auf dem Kasten haben oder so. Alles was wir mit unseren neuen Songs erreichen wollen ist, das die neuen Songs frisch und unverbraucht klingen sollen.

Wie sieht es mit den Vocals aus? Auf den lteren Scheiben hrt man immer Experimente, aber niemals so ausgeklgelt wie auf der neuen Langrille. Wird aus Jagger tatschlich noch einmal ein richtiger Snger? Manche Passagen lassen ja schon sehr tief blicken und geben nicht mehr das etwas Wackelige der Frhzeit wieder, sondern klingen wirklich nach echtem Gesang.

Disbelief

Das hat sich whrend den Aufnahmen zu "Protected Hell" so entwickelt, das wir bei 70% der neuen Songs unter meine normale Schreistimme, cleane Vocals untergelegt haben, was die einzelnen Worte deutlich hrbarer und verstndlicher macht. Auerdem bekommen die Vocals einen speziellen Farbtupfer mit dieser Lsung.

Ist dies geplant, oder passiert das einfach so im Studio? Knnen wir uns darauf vorbereiten, einmal eine komplette Ballade zu hren? Vielleicht eine Art massenkompatiblen Song aus eurer Feder?

Denke ich nicht, denn die Ausrichtung meiner Stimme liegt im aggressiven Bereich, was mir auch am meisten Freude bereitet, sich mit dieser Stimme in den Songs zu bewegen.

Knnt ihr denn mittlerweile einigermaen von DISBELIEF leben? Kai gibt ja noch Schlagzeug-Unterricht und ihr scheint so herum zu wuseln. Sollte es selbst fr die berhmtesten Sdhessen nicht mglich sein, endlich von Ihrer Musik essen zu knnen?

Schn wre es, aber bis jetzt ist dies uns vergnnt geblieben. Natrlich verdienen wir durch Disbelief auch Geld. Das meiste geht aber wieder drauf fr alle Unkosten, die wir so haben, viel hngen blieb also noch nie. Wir kmpfen aber immer noch weiter wie du siehst und dies intensiver als je zuvor. "Protected Hell" ist der beste Beweis!

Mit der neuen Platte im Gepck und solchen Songs wie "Follow" oder "Living Wreck" im Gehr, frage ich mich, was man von DISBELIEF erwarten kann oder darf? Knnte es sein, dass diese Experimente, die im brigen genial gelungen sind, bisher nur einen kleinen Platz einnehmen, oder ist es euch wichtig, unvorhersehbar zu sein und zu bleiben?

Wir versuchen unseren Sound immer wieder mit kleinen Facetten zu erweitern, was da noch so kommen wird , kann man im Moment nicht sagen. Wir hoffen fr unsere kommenden Aufnahmen das Songwriting aufteilen zu knnen. Dadurch das unser neuer Gitarrist Alex auch gewillt ist, eigene Songs zu schreiben, wird sich unser Spektrum automatisch erweitern. Ich denke, wenn Joe und Alex sich das Songwriting teilen, das uns das viel bringen wird, da Joe endlich jemand hat, mit dem er sich alles teilen kann, ein anderer Aspekt ist, das zwei Songwriter in der Band sich gegenseitig hoch pushen knnen, was sehr gut ist.

Darf man auf euren "God Of Emptiness" hoffen? Einen dermaen fremdartigen Song fr euer eigenes, sozusagen, Denkmal? Nicht aufgesetzt, aber natrlich gewnscht? Ich empfinde die tiefe und brllende Musik eben als gehaltvoller als andere und denke, dass man dort sicher mutiger sein kann, als in anderen Stilistiken. Wie seht Ihr das? Und verfolgt Ihr bei der Schreibe einen Rhythmus, oder passiert all das einfach so aus euch heraus?

Man muss erstmal abwarten, bis die Zeit reif ist, um an neue Songideen heranzugehen, sonst ist die Gefahr zu gro, das man sich wiederholt. Das haben wir getan und sind gut damit gefahren, so lange zu warten, bis uns die Muse geksst hat. Danach lief es dann aber sehr gut, was auch nicht immer gegeben ist, man muss in solchen Momenten seiner eigenen Kraft vertrauen und nicht in Missmut verfallen.

DISBELIEF holzen also wie in alten Zeiten los. Bleibt nur noch die Daumen fr zuknftiges zu drcken und sich auf die Festivals zu freuen. Wir drfen gespannt bleiben, was sich bei dieser Ausnahmeband noch tun wird!

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