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20. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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PRIMAL FEAR
Viele Zahlen und Rätsel
Thorsten Dietrich
www.primalfear.de


Die eigentlich deutsche Metalband PRIMAL FEAR ist mit den Jahren durch neue Musiker von der Besetzung etwas internationaler geworden. Die Qualität der Songs ist immer gut gewesen, so dass auch nach elf Jahren für mich keine Abnutzungserscheinungen zu hören sind.
Passend zum neuen, achten Studioalbum schnappte ich mir die beiden Bandgründer Mat Sinner (Bass) und Ralf Scheepers (Gesang) und quetschte sie etwas zu "16.6..." aus.

Bei eurem neuen Album habt ihr es wieder geschafft euren Adler auf coole Art ins Licht zu rücken. Das Cover ist echt klasse. Wie kam es?

Ralf: Mat hat da immer ein ganz gutes Näschen und auch gute Connections zu talentierten Künstlern...
Mat: Wir wollten viele Dinge bei dieser Produktion etwas anders angehen und nach den etwas plakativen Artworks der letzten zwei CDs hatten wir wieder richtig Bock etwas Detaillierteres, mehr in Richtung Metal auf dem Cover zu sehen - wir werden das auch weiterverfolgen und das "Ding" soll bis zum nächsten Artwork gefälligst das fliegen lernen (lacht).

PRIMAL FEAR PRIMAL FEAR

Bei diesem Album ist, wenn ich mich nicht irre, eurer neuer Gitarrist zum ersten Mal als vollwertiges Bandmitglied dabei. Hat sich dadurch am Songwriting viel geändert?

Ralf: Wir wollten gar nicht viel ändern. Magnus ist schon seit Jahren Fan von PRIMAL FEAR und schreibt von ganz alleine gute Songs und somit auch coole Riffs die zu uns passen als wäre er von Anfang an dabei...
Mat: Henny und ich sind für 'ne gute Woche nach Schweden zu Magnus ins Studio und haben mal versucht die Songwriting Sache etwas anders anzugehen. Henny hat ja bei der letzten Platte auch etwas spät ins Geschehen eingegriffen und die "Nuclear Fire"-Songs sind nun mal von der Basis sehr oft eine Zusammenarbeit von Henny und mir gewesen. Diesen Spirit wollten wir wieder einfangen, dazu Magnus integrieren und eine Bücke schaffen zwischen frischer klingender Vergangenheit und tollem, abwechslungsreichem Metal - mal mit modernen Einflüssen, mal mit progressiven und auch den epischen Weg wollten wir nicht ganz verlassen. Es war auch eine tolle Erfahrung, dass das Songwriting in dieser Form funktioniert hat.

"16.6 (Before The Devil Knows You're Dead)"  wäre auch ein guter VÖ-Tag oder? Was hat es mit den oft in den Songs besungenen Zahlen denn auf sich?

Ralf: Das ist derzeit noch ein Rätsel, das aber bald aufgelöst wird... es ist gar nicht so schwer.....
Mat: Wir dachten uns auch hier nicht die übliche Schiene zu fahren und etwas anderes als Titel zu finden, das trotzdem eng mit der Band verbunden ist und uns auch in Zukunft erhalten bleiben wird. Klar, sagen wir nicht die Lösung des Codes, aber es ist insgesamt schon klasse, dass mich in bis jetzt ca. 60 Interviews 60x gefragt wurde, was der Titel nun bedeutet (lacht).

Ein Kollege meinte mit der CD seid ihr nun wieder etwas mehr zu euren Anfängen gegangen, ohne das symphonische der letzten Alben sehr zu betonen. Ich finde auch, dass einige Nummern wie "Killbound" richtig gradlinig nach vorne gehen!

Ralf: Ja. So war es geplant und gewollt...
Mat: PRIMAL FEAR waren eine Metal-Band und werden immer eine bleiben. Wir hatten bei den Aufnahmen zu "New Religion" etwas interne Probleme und wollten diesmal sehr konsequent wieder unsere Metaltrademarks prominenter platzieren. Mit diesen zwei außergewöhnlichen Gitarristen war es auch wieder möglich, hat total Spaß gemacht und wir werden diesen Weg auch konsequent weiter gehen. Wir wissen durch all die Reviews und Rezessionen, dass man es sowieso nicht immer allen recht machen kann, wollen wir auch gar nicht - wobei der Metal bei PRIMAL FEAR wieder verstärkt ins Rampenlicht rücken wird - im Studio und auf der Bühne!

Ist es nicht Wahnsinn, wenn man sieht wie lange und konstant ihr schon Alben veröffentlicht. Denkst du da manchmal drüber nach?

Ralf: Es ist gar nicht so schwer mit so begabten Komponisten gute Songs zu schreiben. Das ist alles gut machbar wenn die Chemie stimmt.
Mat: Wenn ich höre, dass es unsere achte CD ist und dazu es noch eine DVD und eine Best Of gibt, dann kommt mir das schon recht viel vor und die Band existiert ja erst seit knapp elf Jahren - andererseits sind wir kreativ und wiederholen uns nicht - wenn diese zwei Komponenten passen und dazu in der Band ein tolles, friedliches Klima herrscht, dann freue ich mich jetzt schon auf die nächsten Sessions!

Bei "Hands Of Time" singen ja auch andere Bandmitglieder, coole Idee, glaubst du man muss den Hörern auch anderes bieten? Wie kam es dazu und singen alle außer eurem Drummer?

Ralf: Ja - man braucht die Abwechslung. Die Idee entstand in Schweden in Magnus' Haus in der Zeit als 80% des Albums komponiert wurde. Es singen alle außer Randy, ja.
Mat: Wir haben einen richtig tollen Drummer und das kann er auch - Spaß beiseite - wir haben den Song in Schweden komponiert und Ralf konnte leider nicht dabei sein. Somit haben wir einfach mal ins Blaue rein uns die Vocals aufgeteilt und letztendlich war der Vibe des Songs so geil, dass wir für Ralf noch einen Part eingebaut haben und jetzt wieder ein ganz neues Element auf einer PRIMAL FEAR-CD drauf haben, mit einer Idee, die wir vorher noch nie umgesetzt haben - so sehe es zumindest ich - auch wenn es ein paar oberwichtige Journalisten nicht erkennen (lacht).

Power-Metal-Touren haben in den letzten Jahren einige Probleme die großen Besucherzahlen zu halten, die früher üblich waren. Für mich sind da Gründe wie neue, junge und härtere Bands sowie zahlreiche Festivals ausschlaggebend. Doppeltouren wie eure mit BRAINSTORM sind da schon normal und sicherlich klug. Wie siehst du die Situation?

Ralf:Genauso wie Du, Synergien sind für Bands und Fans gleichermaßen sinnvoll. Man darf die derzeit aktuelle Situation der Wirtschaftslage und deren Auswirkungen auch nicht unterschätzen.
Mat: Mich reizt an der Konstellation auch, dass es zwei schwäbische Bands sind und ich würde mich freuen, wenn es noch eine dritte schwäbische Band gibt, die das Package komplettiert, aber das wird sicher schwer. "Viva La Swabia 2009" ist ja auch ein nicht alltägliches Tourmotto! Es ist einfach wichtig den Fans heute einen tollen Abend zu schaffen, der es sich auch lohnt das Konzert zu besuchen! Das wollen wir auf die Beine stellen und hoffen auf eine dementsprechende Resonanz!

PRIMAL FEAR

Ehrlich gesagt dachte ich, Ralf, dass du auch mal einen Soloscheibe machen würdest. Ich las auch so was in den Zeitungen. Ist die vertagt und wie sehr unterscheidet sich deine womögliche CD von PF?

Ralf: Ja - die ist vertagt. Wir wollten unbedingt Magnus bei PF präsentieren. Meine Solo-Geschichte wird sich nicht zu sehr unterscheiden von PF, dennoch wird es eben "anders" sein.

Wenn man dich so sieht, Ralf, dann bist du sicherlich auch beschäftigt mit Sport. Was machst du alles und wie oft um dich fit zu halten?

Ralf: Man muss mit manchen Dingen einfach konsequent sein, dazu gehört für mich ganz klar mich fit zu halten.

  Was vermisst du aus früheren Zeiten besonders, als es noch keine so durch und durch technisierte Metalszene war?

Ralf: Eigentlich nichts, ich genieße immer den momentanen Status und schaue nach vorne. Kann mich da nur anschliessen - ich denke positiv nach vorn schauen ist immer produktiver als ewig der Vergangenheit hinterher zu jammern. Ich denke mit dieser Band können wir noch vierle tolle Konzerte spielen und auch geile Platten aufnehmen! Wir sind alle sehr dankbar, dass wir Fans auf der ganzen Welt haben und auch dort touren können und so kann es auch noch ein paar Jährchen weitergehen, obwohl uns die illegalen Downloads natürlich mächtig auf die Nüsse gehen!

Ralf, beim immer noch grasierenden Reunionfieber, gab es nie Ideen mit Tyran Pace im Originallineup aufzutreten, z.B. in "Wacken" oder auf dem "KIT"?

Ralf: Nein, sorry! Das Thema ist ganz klar durch. Die ehemaligen Mitglieder sind ja auch in die verschiedensten Himmelsrichtungen verweht. Zu Oli Kaufmann habe ich ab und an mal Kontakt aber sonst zu so gut wie zu keinem mehr.

Dann ist es umso besser für PRIMAL FEAR, die wie ich denke, noch lange gute Metalmucke machen werden!

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