Navigation
        
24. Mai 2013 - Uhr
 
Startseite Die Geschichte von MY REVELATIONS Verlosungen News Das Neuste auf MY REVELATIONS Konzertdatenbank CD Reviews DVD Reviews Film Reviews Live Reviews Lesestoff Die Kolumne Interviews Die schlimmsten Cover aller Zeiten! Die schlimmsten Poser wo gibt! My Revelations @ Facebook YouTube-Channel Kontakt Das Team von MY REVELATIONS Links zu Metal bezogenen Websites Radiosender Links zu Liveclubs Links zu Festivals Link zu uns

856 Interviews in der Datenbank
Band:
Titel:
Autor:
Website:
>> Als E-Mail versenden
POWERWOLF
The Wolf is back in town
Matthias Decklar
www.powerwolf.net


Sie gingen und gehen ihren Weg von Anfang an sehr konsequent und haben über zahllose Konzerte ihren Ruf gefestigt und untermauert, dass es hier eine Band wirklich wissen will. POWERWOLF werden die metallische Gemeinde sicherlich auch weiterhin ein Stück weit spalten, doch Qualität setzt sich am Ende immer durch und einen hohen Unterhaltungswert haben die Mannen um Frontguru Attila eh. Nach dem das neue Album wie eine Granate eingeschlagen hat, war es an der Zeit, Gitarrist Matthew um Stellungnahme zu bitten.

Powerwolf

Hallo Matthew,
wie lebt es sich ein paar Wochen nach der Veröffentlichung von "Bible Of The Beast" und den ersten Livekonzerten mit den neuen Songs?

Bestens, danke. "Bible oft he Beast" kommt bei unseren Fans extrem gut an, und auch die Pressereaktionen sind genau so, wie wir uns das vorgestellt haben - es überwiegen die positiven, und zwar verdammt positiven Reaktionen, aber es gibt auch konträre Meinungen, und genau das wollten wir mit "Bible Of The Beast" auch erreichen, denn das was wir tun, tun wir auf dem Album in aller Konsequenz und ohne Rücksicht auf Verluste. Dass man es dabei nicht jedem recht machen kann ist logisch, aber der Wolf war ohnehin noch nie eine Konsensband - entweder mal liebt den Wolf oder man hasst ihn. Wir fühlen uns damit verdammt wohl, vor allem, weil die Zahl derer, die den Wolf lieben rasend schnell wächst. Gerade heute haben wir die Nachricht bekommen, dass "Bible Of The Beast" auf Platz 76 in die deutschen Albumcharts eingestiegen ist!

Die Reaktionen zu "Bible Of The Beast" sind nahezu durchgehend überwältigend. Aber nun mal ehrlich gesagt: Habt ihr der RockHard-Belegschaft die Bibeln aus den Nachttischen geklaut?

Haha, ich glaube kaum, dass wir da Bibeln finden würden... aber wenn du auf die plus/minus-Kritik im RockHard anspielst - die sind ein gutes Beispiel für das, was ich gerade erwähnt habe - in einem Review haben wir 10 von 10 Punkte, der Redakteur versteht, was POWERWOLF ausmacht, und in dem zweiten Review haben wir 5 von 10, was zugegebenermaßen auch mit abstand das schlechteste Review ist, dass ich bisher überhaupt zu "Bible Of The Beast" gelesen habe - aber diese Besprechung zeigt: Es gibt auch Leute, die den Wolf nicht verstehen, und denen unsere Alben am Arsch vorbei gehen. Das ist völlig ok, denn die Geschmäcker sind verschieden, und POWERWOLF ist ganz klar Geschmackssache.

Ich denke, wer euch Selbstkopie vorwirft hat vergessen, dass die Fans (dazu zähle ich mich auch) nichts anderes als dieses Album von POWERWOLF erwartet haben. Ich erinnere mich noch gut daran, wie viele "innovative" Alben von der Presse zunächst verrissen worden sind, und man den Bands gleichzeitig vorgeworfen hat, sie würden ihre Wurzeln verraten. Kann man es überhaupt allen rechtmachen?

Powerwolf

Eben. Aber ich denke zudem auch nicht, dass wir uns selbst kopiert haben. "Bible Of The Beast" unterscheidet sich in seiner Stimmung durchaus von "Lupus die", und ist zudem deutlich härter und aggressiver ausgefallen. Aber um ganz ehrlich zu sein: in dem Moment, in dem wir im Proberaum an einem Album schreiben, kümmert es uns auch kein bisschen, ob wir uns jetzt weiterentwickeln, selbst kopieren oder was auch immer - alles was zählt ist, dass wir coole Songs schreiben, die dieses bestimmte POWERWOLF-Feeling haben. Wir haben auf "Bible Of The Beast" ja durchaus auch einige Neuerungen zu vermelden: Ein Song wie "Moscow After Dark" ist sicherlich ein Stück weit weg von unserem bisherigen Schaffen, und auch ein eher komplexer Song wie "Seven Deadly Saints" wäre auf "Lupus Dei" noch undenkbar gewesen.

Worin siehst du selbst die Weiterentwicklung gegenüber dem Debüt oder "Lupus Dei"?

Wenn ich im Gesamten den Unterschied beschreiben sollte, dann würde ich sagen, dass wir auf "Bible Of The Beast" konsequent unsere Stärken ausgebaut haben. Unseren Stil haben wir spätestens seit "Lupus Dei" ohnehin gefunden, und es macht uns Stolz immer wieder zu lesen, dass etwas nach "typisch POWERWOLF" klingt. Einen markant eigenen Sound zu entwickeln schafft nicht jede Band.

Ganz spontan ist mir das megageile Cover aufgefallen. Eure Idee oder hat sich da ein Künstler den Kopf zerbrochen?

Bible of the Beast Cover

Das Cover habe ich selbst gestaltet, ebenso wie das gesamte Layout. Überhaupt sind wir in jeder Hinsicht eine echte Selfmade-Band. Vom Artwork über die Bandfotos, der Bühnendeko bis zum Merchandise oder Poster entwerfen wir alles selbst. Das ist zwar sehr viel Arbeit, garantiert uns aber, dass wir alleine, und niemand sonst, die Kontrolle darüber hat, wie unser Kram aussieht. Wir legen sehr viel Wert auf die visuelle Komponente, und gerade in Zeiten, in denen es mehr Torrent-download-server als Plattenläden zu geben scheint, ist es wichtig, durch ein ansprechendes Layout oder auch cooles Merchandise den Fans etwas Besonderes zu bieten.

Konzertechnisch sieht es ja super aus. Ihr habt schon ein paar kleine Festivals hinter euch und seit im Sommer gut ausgelastet, was die Open Airs angeht. Ist eine weitere Tour schon in Planung, vielleicht mit dem Wolf als Headliner?

Wir sind gerade dabei verschiedene Optionen für eine tour im Herbst zu diskutieren. Klar ist - der Wolf wird touren. Ob als Support oder als Headliner ist im Moment noch offen, das hängt von möglichen Angeboten ab. Aber egal in welcher Position wir touren werden, wir werden die Shows mit bedacht auswählen, denn wir wollen sicherstellen, dass wir unseren Fans die volle Show bieten können, denn der Wolf ist mittlerweile ja auch dafür bekannt live mit viel Liebe zum Detail und aufwändigen Dekos zu arbeiten, und gerade das ist nicht immer möglich, wenn man als Support tourt. Als erstes steht jetzt aber ohnehin die Festivalsaison an, und wir haben so manches Festival auf dem Plan in den kommenden Monaten. Besonders freuen wir uns natürlich auf das "Bang Your Head" und das "Summer Breeze" - denn auf beiden Festivals hat der Wolf schon mal zur Messe gebeten, und es war ein wahres Fest. Wir können es kaum erwarten mit den neuen Songs zurückzukehren und eine coole Party mit unserem Publikum zu feiern...

Ihr müsst ja mittlerweile oft wegen eurer originell entworfenen Bandgeschichte Rede und Antwort stehen, was ihr auch tapfer tut. Glaubst du nicht auch, dass der nächste Schritt zu einer absoluten deutschen Top Band, die überall ernst genommen wird, das Fallenlassen dieser Transsilvanien/England Story sein müsste? Sollte man nicht einfach sagen: "Hey wird sind POWERWOLF und wir gewinnen dieses Jahr für das Saarland den Song Contest bei Stefan Raab?

Nun, dazu muss ich sagen, dass die "Transsylvanien/England-Story" wie du sie nennst, ja auch gerade von der Presse zum Teil extrem ausgeschmückt und erweitert wurde. Teilweise werden wir ja sogar als rumänische Band bezeichnet, was wir niemals behauptet haben. Attilas Wurzeln liegen nun mal in Rumänien, ja, aber mal ehrlich: wenn interessiert das? Hört man das auf unseren Alben? Was zählt ist die Musik - und nicht wo die Musiker herkommen oder hingehen, wenn sie von der Bühne gehen. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass wir mittlerweile fast alle in und um Saarbrücken leben. Aber um deine Frage zu beantworten: Beim "Bundesvision Song Contest" könnte ich mir den Wolf trotzdem nicht vorstellen - egal für welches Bundesland... der Wolf ist eine Metalband, und zu einer Metalband passt eine solche Veranstaltung einfach nicht.

Noch eine persönliche Frage zum Schluss: Wird es für die Band langsam schwer, aufgrund der großen Nachfrage, Berufe und Hobby miteinander zu vereinbaren?

Powerwolf

Nun, es ist kein Geheimnis, dass es heutzutage sehr schwer ist, als Metalband Geld zu verdienen. Einerseits ist das schade, aber wir empfinden es andererseits durchaus als eine Freiheit, dass wir unser Augenmerk nicht in erster Linie auf den Umsatz legen müssen. Wer auf unseren Konzerten am Merchstand vorbeiguckt, weiß, dass wir z.B. unsere Shirts extrem günstig anbieten. Wir verzichten dabei bewusst auf eine große Gewinnspanne, denn es sollte im Metal einfach nicht gehen. Unsere Szene ist etwas ganz besonderes, nirgends sonst gibt es eine so große Loyalität und Verbundenheit zur Musik, und es sollte auch auf Seiten der Bands darum gehen, den Szenegedanken aufrecht zu erhalten. Wenn dann Band auf Konzerten ihre Shirts für 35 € anbieten, dann stimmt etwas nicht. So etwa sollte boykottiert werden. Der Wolf spielt da nicht mit, und wir nehmen dann auch gerne in Kauf, dass der Umsatz eben kleiner ist. Daher haben die meisten von uns durchaus noch Dayjobs. Natürlich ist es dann nicht immer einfach, Touraktivitäten oder Albumproduktionen durchzuziehen, aber gerade dann zeigt sich, wie ernst man es wirklich meint, und wie sehr man sich der Band widmet. Das ist nicht immer einfach und verlangt viel Verzicht und Opfer, aber was, wenn nicht eine geile Metalshow ist es wert, auf Schlaf oder Urlaub zu verzichten?

Dem gibt es nichts hinzuzufügen, außer der Anmerkung, dass ihr euch schleunigst dieses Album kaufen solltet, falls das noch immer nicht geschehen ist.

<< vorheriges Interview
RICKY WARWICK - Solo und ruhig
nächstes Interview >>
ROXXCALIBUR - Feiern ein Jubiläum!






 Weitere Artikel mit/über POWERWOLF: