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16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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RAZOR OF OCCAM
Nicht die üblichen Verdächtigen!
Thorsten Dietrich
www.myspace.com/razoroccam


Die Black-Thrasher von Razor Of Occam sind eigentlich purer Underground und haben just einen Deal mit dem großen Metal Blade Label gemacht, die ja Krach aller Couleur unter ihren Fittichen haben. Die Weltbürger mit Sitz in London gaben sich glücklicherweise in Form von Sänger / Gitarrist Matt als normale und offene Mitmenschen, die nicht irgendwelchen seltsamen Kulten huldigen oder mit Blut und Kajal beschmiert durch die Gegend posen.

Razor Of Occam ist ein seltsamer Name für eine Black Thrash Band. Wie seid Ihr auf den Namen gekommen und was bedeutet er?

Das Rasiermesser von Ockham beschreibt eine Symbolik, die den Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion darstellen soll, der schon lange im Fokus der Texte steht. Es ist ein Prinzip, das verlangt das Theorien, die nicht belegt sind aus unserem kollektiven Realitätsmodel verbannt werden sollen. Ein offensichtliches Ziel ist die Monotheistische Tradition, weil es nicht den kleinsten Schnipsel eines Beleges dafür gibt, dass Ansicht, dass es einen Schöpfergott gibt, unterstützt. Die Ironie dabei ist, dass diese Theorie von Theologen im Mittelalter während Ihrer Debatten über die Interpretation von Schriften entstand, die sich niemals hätten vorstellen könne, dass man sie irgendwann als solche nutzen würde. Für mich ist es eine Waffe die wir nutzen können, um uns ganz von einer Bronzezeit-Fantasie, die eine unnütze und schädliche Bürde in der modernen Zeit ist, zu befreien. (Anm. d. Red.: Ockhams Rasiermesser steht für das Sparsamkeitsprinzip in der Wissenschaft, wer mehr darüber wissen möchte schaut mal bei Wikipedia unter dem Begriff oder Wilhelm von Ockham nach!).

Ihr kommt ursprünglich aus Australien, seid dann nach Holland und von dort aus jetzt nach London gezogen. Warum seid Ihr von den Niederlanden nach Groß Britannien gegangen und wie ist das Leben dort?

Tatsächlich hat nur Ian in den Niederlanden gelebt. Wir sind alle auf verschiedenen Gründen hier gelandet, aber ich denke wir stimmen alle damit überein, dass London ein schöner Platz zum leben ist, wenn man Metal hört. Alle großen Touren machen hier Station und für die, die hier keine Gigs spielen sind wir im Zentrum des europäischen Luftfahrt-Netzes und es ist recht günstig und einfach zu jedem Veranstaltungsort zu fliegen. Die Mengen sind stark und stimmgewaltig, wir haben viele verschiedene Nationalitäten, die hier repräsentiert werden, das mach eine Nacht in der Stadt sehr interessant.

Normaler weise haben Bands wie ihr ja eher typische Metal-Texte oder schreiben über Satanskram. Ich denke Ihr habt ein Konzeptalbum über einen armen Wissenschaftler gemacht, der für seine Ergebnisse geschlagen wird. Ich denke das ist eine großartige Idee. Welche Typen meintet Ihr damit? Galileo Galilei & Co?

Razor Of Occam

Wir benennen keinen explizit, aber es gibt einen Bezug zu dem erhitzten Konflikt zwischen dem Papsttum und den frühen Naturphilosophen während der Renaissance in Italien. Galileo ist vermutlich der berühmteste der Wissenschaftler aus dieser Zeit, der die Kirche konfrontiert hat, auch wenn er gezwungen wurde sein Lebensende unter Hausarrest zu verbringen, streng genommen, wurde er gemartert. Es gab aber viele andere während dieser Zeit, die auf das grausamste gefoltert und hingerichtet wurden durch die Hand der Inquisition. Wir behandeln außerdem einige aktuellere Wissenschaftler, wie Ludwig Boltzmann und den Fall der Verrücktheit, die oft ein Genie begleitet und stellen die Frage: "Hat dieWissenschaft das Limit der menschlichen Vorstellungskraft erreicht?"

Musikalisch sehe ich Euch in einer Ecke mit Bands, wie Desaster. Was sagt Ihr dazu?

Klar, ich bin ein Fan und habe sie auch Jedes mal, bei meinen zahlreichen Besuchen von Liveshows, genossen. Wir setzen ähnliche Stilmittel ein un haben ähnliche Geschmäcker was Musik angeht, darum bin ich froh in der gleichen Ecke zu stehen.

Das Infoblatt von Metal Blade sagt, dass Ihr Euch immer vor der Öffentlichkeit versteckt habt. Jetzt seid Ihr bei einem großen Label und brignt eine Platte heraus. Was hat sich an Eurem Denken geändert?

Razor Of Occam

Ich würde nicht sagen, dass wir uns vor der Öffentlichkeit versteckt haben, auch wenn wir vielleicht ein wenig zu verschwiegen sind um unser eigenes Horn zu blasen, um es so zu sagen. Fakt der Sache ich, dass wir angenommen hatten, dass die Scheibe bei einem Underground Label veröffentlicht werden würde. Wir haben ein Demo aufgenommen ehe wir ins Studio gegangen sind und haben versucht etwas zur Finanzierung zu sammeln. Die Reaktion war leider enttäuschend, darum haben wir die Studiokosten selbst getragen. Als letzter Akt der Verzweiflung haben wir einen Kontakt im Geschäft genutzt um das Album für uns zu verkaufen und er hat es geschafft uns einen Deal mit Metal Blade zu sichern. Es gab keine Änderung in unserem Denken, wir hatten nur diese kleine Chance was das angeht.

Harte Musik und 30 Minutes ist oft eine Marke für Bands. Denkst Du nicht, dass in Zeiten von Downloads die Fans etwas mehr an Spielzeit von einer CD erwarten? Und führe jetzt bitte nicht "Reign In Blood" an.

Wir mögen es unsere Musik schön und knapp zu halten. Im Geist von Ockhams Rasiermesser versuchen wir das unnötige von unserer Musik zu eliminieren. Es wäre einfach gewesen, die Scheibe mit mehr wiederholten Versen und Refrain-Strukturen aufzublasen, aber ich finde es hätte dem Ganzen Wirkung entzogen. Und ich sehe auch nicht, wie dieser Ausschneiden und Einfügen-Ansatz im Songwriting einen besseren Wert für das Geld repräsentieren soll. Tatsächlich ist der Logik Deiner Annahme, dass es wegen dem Herunterladen längere Songs geben sollte, schwer zu folgen. Ich hätte eher gedacht, dass das erhöhte Volumen an verfügbarer Musik Präzision in der Komposition Vorzug geben sollte. Wir haben versucht jeden Song scharf und stark in seinem eigenen Sinn zu machen, Qualitäten, die bei denen Anklang finden, die Shuffle-Funktionen verwenden.

Jeder hat halt andere Ansichten von Downloads, CD Brennerei und der Länge von CD Alben!

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