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12. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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Shakra
Bei uns ist fast alles selbstgemacht
Thorsten Dietrich
www.shakra.ch


So lange ist mein Besuch in der Schweiz noch nicht her, doch nun haben ich mit einer DER Bands aus dem kleinen Nachbarland zu tun. Die Schweizer Garantie fr fetten Hard Rock mit Metaleinschlag, Shakra ist wieder am Start und die Jungs haben ihr neues Album "Everest" und eine Tour im Gepck. Da schnappte ich mir kurz vor Redaktionsschluss Snger Mark Fox und quetschte ihn etwas aus, was der auch locker hinnahm.

Mark, mit Dominik Pfister habt ihr einen neuen Bassisten in der Band, was ist das fr ein Mensch? Was ist mit dem alten Basser passiert und wie seid ihr berhaupt an den neuen geraten?

Shakra

Dominik ist ein aufgestellter Junger Musiker (21), der nicht nur den Bass so straight wie kaum ein anderer beherrscht, er ist auch auf anderen Instrumenten sehr sattelfest wie z.B. die Gitarre oder am Keyboard (zu hren auf Hopeless). Trotzt seines jungen Alters vermag er sich sehr gut in unser Bandgefge zu integrieren. Er bringt auch wieder frischen, jugendlichen Wind in die Band, bernimmt also quasi eine hnliche Luftumwlzung wie ich vor bald sieben Jahren als ich neu dazu gestoen bin. Menschlich verstehen wir uns optimal und er war auch bei der neuen Scheibe schon voll involviert, nicht nur bei den Studioarbeiten sondern auch bei den Arrangements war er sehr produktiv. Also ein Glcksgriff wie ich wohl meinen will, auch uerlich werden wohl viele weibliche Fans an unserem neusten Mitglied gefallen finden. Dominik war zuvor Gitarrist bei der Band Grey Monday, welche bei Thom Blunier im Studio eine CD aufgenommen hatten. Zu dieser Zeit war aber der Basswechsel noch kein Thema. Thom ist jedoch sein Talent sofort aufgefallen und als es dann soweit war jemand anderes zu suchen war er dann auch eine der ersten Adressen die wir ausprobiert haben. Es hat von Anfang an gut geklappt und wir sind froh haben wir so schnell einen passenden Ersatzmann gefunden. Oli, unser frherer Bassist, ist letztes Jahr zum zweiten Mal Vater geworden und hat seine Lebensziele in eine andere Richtung entwickelt, deshalb hat er entschieden die Band zu verlassen. Ein harter Verlust fr uns alle da die menschliche so wie die musikalische Wellenlnge dieselbe war. Solche Entscheidungen muss man aber akzeptieren und so leid es einem tut einen guten Mann ziehen lassen. All the best for you Oli!

Auf der letzten Scheibe konnte man sich laut Cover infizieren und nun kann man wohl mit Kompass (?) den Berg Everest erklimmen, oder wie soll ich Titel und Cover der neuen Scheibe deuten?

Jeder Mensch hat in seinem Leben verschiedene Mglichkeiten, Ziele, Perspektiven und tausende Mglichkeiten diese zu erreichen. Die Windrose ist ein gutes Sinnbild dafr. Alle Wege fhren aber schlussendlich immer zum hchsten Gipfel, die grte Herausforderung im Leben eines jeden einzelnen, zum persnliche Everest. Die grte Herausforderung ist es aber nicht, den Gipfel wirklich zu erklimmen, es ist der Mut die Reise zu beginnen und sich seinem Berg zu stellen, egal wie weit man kommt und wie oft man auf der Expedition scheitert. Ich wei ganz genau was mein persnlicher Everest ist und habe die Reise vor langer, langer Zeit begonnen. Ich frage dich und alle Leser: Kennst du deinen "Everest" und wenn ja, bist du bereit dich ihm zu stellen?

Gute Frage und fast schon philosophisch. Da sollte wohl jeder Mal drber nachdenken. Ganz ehrlich, Shakra hrt man direkt raus, was ja gut fr euch ist, aber ihr habt auch Neuerungen im Sound meiner Meinung nach. Besonders das lange Stck "The Journey" und die an sich sehr variable Geschwindigkeit mchte ich hier hervor heben! Ihr habt auch den Kunstgriff gemacht, eure Wurzeln und bisherigen Sound nicht zu missachten, was anderen Bands leider nicht immer gelingt. Wie schwierig war dieser Drahtseilakt?

Shakra

Fr uns ist das kein Drahtseilakt, im Gegenteil, wir machen das was wir am besten knnen und versuchen uns selbst mit jedem Album wieder zu konkurrenzieren. Es ist unser Anspruch immer besser zu werden. Es ist nicht so dass wir uns nicht entwickeln, im Gegenteil, wir entwickeln uns immer weiter in unseren selbst gesteckten Grenzen, whrend vielleicht andere sich schon in anderen stilistischen Gefilden versuchen. Das ist wohl auch der Grund warum man vom ersten Ton einer Shakra-Scheibe an hrt, dass es Shakra ist. Unsere Trademarks sind uns wichtig und heben uns von anderen Bands ab die hnliche Musik machen.

Ich habe mal gelesen oder gehrt ihr seid fr "Fall" gescholten worden, es sei zu experimentell. Stimmt das und kratzt dich so eine Behauptung?

Klar, die "Fall"-Scheibe war fr viele Leute nicht wirklich ein gelungenes Werk. Sie war dstere als alles andere was wir vorher gemacht hatten. Dies nicht zuletzt weil die Stimmung innerhalb der Band nicht sehr gut war, wir hatten ziemlich Zoff untereinander. Dies frbt bei uns sehr auf die Musik ab denn wir sind keine Maschinen, wir machen diese Musik ehrlich und so ist es auch klar, dass man solche Stimmungsschwankungen auch als Hrer wahr nimmt. Experimentell wrde ich aber nicht sagen, es hat gewisse moderne Elemente drin aber diese befinden sich absolut innerhalb der Grenzen unseres Stils. Mich kratzt so was berhaupt nicht, die Leute sollen ihre Meinung sagen, solange sie nicht aus egoistischen Grnden einfach gesagt werden muss, es gibt leider viel zu viele Neider die ihre eigene Unfhigkeit durch schlechte Kritik zu verstecken versuchen. Aber seien wir ehrlich, Taten gelten mehr als Worte, oder?

Auf jeden Fall! Fr meine Ohren dominieren die Gitarren und der Gesang euren Sound, manchmal wnschte ich mir jedoch ihr httet etwas komplexere Drums, die sind ja recht straight gespielt, oder?

Das ist eben genau eines der Dinge die unsere Trademarks ausmachen. Wir alle hren gerne z.B. AC/DC, also den einfachen aber unaufhaltsamen Stampfer-Beat. Genau das wollen wir auch auf einer Shakra-Scheibe hren. Es wrde nicht zu unserer Musik passen wenn wir einen Doublebass-Teppich htten der sich von Anfang bis Schluss durchzieht. Es ist durchaus nicht zu unterschtzen was unser Drummer leistet. Ich kenne viele Schlagzeuger die extrem versiert spielen aber diesen Beat, den sie als einfach betrachten, nicht hinkriegen. Die Gitarren, der Gesang, der Beat - all das macht schlussendlich den typischen Shakra-Sound aus, wenn wir das ndern wrden, wrde es uns und auch den Leuten nicht mehr gefallen. Wrdest du denn gerne AC/DC mit dem Drummer von Fear Factory hren? Doch wohl nicht oder? (lacht )

Shakra

Wre sicherlich einen kleinen Versuch wert! Ihr produziert ja immer im Studio von Thom Blunier, was sicherlich nicht schlecht klingt. Andere Bands sagen gerne, dass fremde Produzenten mehr aus einem rausholen, was auch ein Werbeslogan sein kann. Wie siehst du die Sache?

Es gibt immer Argumente dafr und dagegen. Wir haben uns wieder fr unseren Thom entschieden, weil wir ihm vertrauen. Und wieder hat er einen exzellenten Job abgeliefert! Es ist fr uns halt ein Vorteil dass wir mit Thom und im Powerride arbeiten knnen, somit mssen wir nicht auf die Uhr schauen wann denn wohl das Produktionsbudget berschritten wird. Also fllt ein erheblicher Teil des Drucks weg den man sonst bei einer Produktion hat. Fr Thom sicherlich nicht einfach da er zustzlichen Druck bekommt. Aber wie gesagt, er meistert diese Situation immer wieder souvern! Bei Shakra ist halt fast alles von Shakra selbst gemacht, das finde ich ein viel besserer Werbeslogan.

Viele Hard Rock und Metal Bands haben in den letzten Jahren durch eine Coverversion eines Popsongs oder Gste etwas Aufmerksamkeit bekommen. Bei euch findet so was zum Glck nicht statt, wie findest du solches Namedropping?

Ich finde das nicht mal so schlecht. Wenn jemand einen Song interessant und ganz anders interpretiert ist das doch vllig legitim. Ich mag es eher weniger wenn ein Cover wie das Original klingt. Ich wrde nicht sagen, dass Shakra so was nicht in betracht ziehen wrde, bis jetzt sind wir aber ganz gut mit unseren eigenen Sachen gefahren. Es muss fr uns einen musikalischen Reiz haben so was zu tun, keinen marketingtechnischen.

Wann gibt es in der Schweiz endlich mal ein Rauchverbot? Mein Besuch im Z7 war etwas sehr verqualmt!

Ab dem 1. Juli, glaube ich, also das nchste Mal wirst du wohl nicht mehr voll gequalmt.

Das sind ja mal gute Nachrichten aus der Schweiz!

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