Navigation
                
16. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
THE DYING
Benelux Thrash
Thorsten Dietrich
www.the-dying.com


Die Belgier von THE DYING aus Limburg rocken mit ihrem Debtalbum "Triumph Of Tragedy" in klassischen Thrash-Sphren. Dabei haben die Mannen keine Trendreiterei veranstaltet und sind schon lnger dabei als ich dachte! Bassist Kristof Janssen erwies sich als aufgeweckter Interviewpartner.

Hi Kristof! Belgien ist neben alten Recken wie CHANNEL ZERO und Power Metal a la DOUBLE DIAMOND, CRUSADER & Co. nicht gerade bekannt fr Metal allgemeinen und in eurem Falle Thrash! Warum eigentlich und was geht in unserem Nachbarland sonst musikalisch so ab?

THE CLAYMORE

Ich wei nicht warum. Im Moment gibt es in Belgien eine Menge Metalbands. Vermutlich haben die meisten nicht die Intention bekannt zu werden, sondern wollen Spa haben. Diejenigen, welche berhmt werden wollen, mssen dafr hart arbeiten! Belgien ist ein kleines Land und hat auch nur eine kleine Metal-Zielgruppe. Wenn die Musiker also ihre Band promoten wollen, mssen sie ins Ausland gehen! Das ist sehr hart, wenn man kein gutes Label hat, das einen untersttzt und es ist frustrierend fr eine Band, wenn sie keine Erfolg fr ihr harte Arbeit sieht. Viele dieser Bands lsen sich auf, kurz bevor sie diesen Punkt des Durchbruchs erreichen! Das ist schade, aber ein paar Bands machen weiter und schaffen es wie z.B. ABORTED. Ich denke, die Metalszene ist in Belgien recht gro heutzutage und wir knnen jedes Wochenende zwischen fnf Shows whlen, wir sind ziemlich verwhnt (lacht)!

"Triumph Of Tragdy" ist euer erstes Album und ihr seid Newcomer. Erzhl unseren Lesern etwas ber eure Band!

Uns gibt es seit acht Jahren: Wir starteten unter dem Namen CHIMAERA, nahmen zwei Alben auf, spielten einige Touren und waren auch auf groen Festivals wie dem "Graspop" oder "Pukkelpop" vertreten. Du kannst dir schon denken, warum wir unseren Namen gendert haben! Als wir die Band gestartet haben, wussten wir nichts von den anderen CHIMAERA. Erst nachdem das erste Album erschienen war, bekamen wir das mit. Wir dachten aber immer noch nicht daran unseren Namen zu ndern, auch nicht als uns Hassmails erreichten. Erst als wir merkten, dass uns der Name hinderte und grere Labels, Booker und Promoter deshalb nicht mit uns arbeiten wollten, waren wir gewillt uns einen Namen zu suchen, da wir mit dem Alten nicht voran kamen und nur eine kleinen Bekanntheitsgrad besaen. Wir nahmen ein Demo auf, nderten den Namen und verteilten das Teil bei unseren Shows, so dass wir bei kleinen Indielabel Eye Spy Records in Belgien unterkamen, whrend Drakkar Records uns fr den Rest von Europa ein Angebot unterbreitete. Ein tolle Gelegenheit, welche wir direkt angenommen haben.

THE DYING ist kein Bandname der vor Fantasie berquillt, aber er ist kurz und gut zu merken. War das die Intention fr euch ihn zu nehmen?

Das ist uns scheiegal! CHIMAERA war auch nicht ein toller Name, aber wir suchten nicht ordentlich genug, andererseits htten wir die anderen CHIMAERAs gefunden! Wir hatten nachher hunderte Mglichkeiten und konnten uns nicht auf eine einigen. Wir diskutierten sechs Monate lang, bis es langweilig wurde (lacht). Am Ende entschieden wir uns fr THE DYING, was auch ein unorigineller und klischeehafter Name war. Doch wie du sagst ist er kurz und einfach zu merken. Dass sich Leute an unseren Namen erinnern knnen, ist total wichtig. Es ist nicht der Bandname, der uns reflektiert, sondern eher die Welt, in der wir leben.

THE CLAYMORE

Ihr scheint groe Fans von US-Metal und Bands wie EXODUS zu sein, oder liege ich da falsch?

Wie jedes andere Kind sind wir mit SLAYER, PANTERA und METALLICA aufgewachsen! Ich denke diese Einflsse kann man sehr gut in unseren Songs hren. Mit den Jahren entdeckten wir EXODUS, TESTAMENT und den Gteborg-Sound von Combos wie AT THE GATES! Das sind alles prsente Einflsse, doch wir hren auch viel andere Musik und sogar Johnny Cash.

Ich mag eure Texte, die sind oft kritisch, manchmal persnlich und auch etwas Fantasy, wie der Text ber "Gotham". Ist das Schreiben von Texten einfach fr euch?

Das kommt auf den Song an. Manchmal schreibt Jan (der Snger - Anm. d. Verf.) die Texte schnell, aber es kann auch schon mal dauern. Ich denke, er braucht Druck, um inspiriert zu werden. Wir starten erst immer eine musikalische Basis, erst dann startet Jan mit den Texten. Die Texte sind so kritisch, da es sein Stil ist. Wenn er etwas hrt, was ihn aufregt, dann schreibt er oft einen Text darber. Das ist sein Beitrag zur Rebellion (lacht). Manche Texte sind sicherlich auch persnlicher, aber wenn du zwischen den Zeilen liest, gibt es immer eine Botschaft die man finden kann. Wir beanspruchen nicht die absolute Wahrheit in unseren Texten zu vermitteln, glauben aber Leute nachdenklich machen zu knnen.

Als Band bekannt zu werden ist in der heutigen Zeit schwierig, da es so unglaublich viele Bands gibt. Trends kommen und gehen, gerade ist der Old School Thrash das Ma aller Dinge. Ihr macht ja so etwas nicht, ihr seid ja eher zeitloser Thrash. Was wollt ihr fr euren Ruhm in den nchsten Monaten machen?

THE CLAYMORE

Hey, danke fr das Kompliment! Unser Stil ist das Ergebnis verschiedener, kombinierter Einflsse. Wir wissen, dass wir nichts Neues bringen, versuchen uns aber von anderen Bands abzugrenzen. Dass es so viele Bands gibt, ist sicherlich richtig, aber schlecht finde ich das nicht. Zwischen dem ganzen Durchschnitt gibt es coole Bands und es motiviert die Bands an sich zu arbeiten. Publicity zu bekommen ist schon hart, die Bands, welche im Trend sind, bekommen den Deal einfach schneller. Bald gehen wir nach Spanien auf Promotrip, um unsere Scheibe zu bewerben und versuchen ganz viele Konzerte zu bekommen. Auerdem schreiben wir schon Songs fr ein weiteres Album, wir stehen definitiv nicht still!

Abschlieend muss ich was zu eurem Heimatland Belgien fragen, in der Zeitung liest man bei uns fter mal von den zwei Bevlkerungsteilen und dass es da Streit gibt. Ist es schwer bei euch zu leben und muss man eine Seite whlen?

Fr uns persnlich ist es definitiv nicht schwer hier zu leben! Wenn wir nicht Zeitung oder Nachrichten konsumieren wrden, wssten wir nichts davon. Manche Politiker agieren wie Kinder, vermute ich. Im Grunde haben wir in Belgien zwei Seiten: die hollndisch sprechende und die franzsisch sprechende Seite. Wenn die eine Seite etwas haben mchte, z.B. eine neue Strae, muss die andere Seite dies auch haben, auch dann wenn es gar nicht bentigt wird! Es ist eigentlich zu verrckt um sich darum zu kmmern.

Dann sollen doch lieber die Metalbands in Belgien friedlich wachsen und gedeihen, egal woher!

<< vorheriges Interview
THE CLAYMORE - Der Kalauerknig des Power Metals
nchstes Interview >>
PARAGON - Zurck in die Zukunft




 Weitere Artikel mit/ber THE DYING: