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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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ROSS THE BOSS
The new leaders in metal?
Matthias Decklar
www.ross-the-boss.com


Endlich ist es soweit und eine in Fankreisen lang erwartete Scheibe erblickt das Licht der Welt. Eigentlich wollten Patrick Fuchs (v), Carsten Kettering (b) und Matthias Mayer (d) schon Schluss machen, mit ihrer MANOWAR Coverband MEN OF WAR. Doch just, als der Abschlussgig in Planung war, kam der Ruf vom ehemaligen MANOWAR Gitarrist Ross, der eine Band fr das "Keep It True"-Festival brauchte. Auf diesem Festival der True Metal Warriors begann das, was uns heute als CD vorliegt. Das Interesse an ROSS THE BOSS, wie die Band dann genannt wurde, stieg stetig an und es erfolgten Konzerte in ganz Europa. Carsten Kettering nahm sich die Zeit und stellte sich meinen Fragen.

Hallo Carsten, ihr wart die Tage erst in Rumnien. Da soll ganz schn was los gewesen sein, oder?

Hallo Matthias, ja das kann man wohl so sagen. Wir hatten das Vergngen mit erstklassigen Bands, PRIMAL FEAR und JUDAS PRIEST, die Bhne zu teilen und vor gut geschtzten 15.000 Besuchern unsere neue Platte vorzustellen. Den Anfang dieses Festivaltages machten zwei starke junge Bands, WISDOM und THUNDERSTORM, mit denen wir auch nach dem Gig den Abend feierlich begossen haben (lacht). Das Festival war super organisiert und wir wurden frstlich betreut, dafr mchte ich mich auch an dieser Stelle bei den Organisatoren bedanken.

Wir beide kennen uns nun schon seit geraumer Zeit. Wir waren 2006 zusammen mit IVORY NIGHT in Italien, als ihr in der Nhe von Piacenza zwei Gigs mit DARK HORIZON gespielt habt. Hast du damals daran gedacht, dass solche Auslandskonzerte fr dich zu Regel werden knnten?

Ross The Boss - Carsten Kettering Um ehrlich zu sein JA!!! Denn ich bin mit 100%iger Leidenschaft bei der Sache was Musik angeht und ich bin bereit fr weitere Reisen und grere Konzerte. Angefangen als "Teenagergedanke", der bei den meisten Leuten als "Trumerei" aufgefasst wurde, entpuppt sich nun als Realitt. Wir waren ja auch mit IVORY NIGHT schon in Peru und Ecuador. Aber alleine schafft man so was nicht. Man muss als Band eine geschlossene Einheit sein, mit dem gleichen Ziel und dieses Ziel immer anvisieren. Das ist so bei ROSS THE BOSS und auch bei IVORY NIGHT. Die Band ist die "Person" die die Gigs spielt, und ohne den Fan der die Musik hren mchte, gibts keine richtige Band.

Wie ist denn das Verhltnis in der Band ROSS THE BOSS und wann seid ihr zu dem Entschluss gekommen, ein Album einzuspielen?

Das Verhltnis in der Band ist grandios. Wir ziehen alle an einem Strang und es macht uns Vieren riesigen Spa zu proben, zu komponieren und live aufzutreten. Die Idee fr ein ganzes Album kam von Ross, der nach dem "Keep It True" Gig davon berzeugt war, dass die Band auch genug Potential hat mit eigenen Songs zu bestehen. Dann wurden mit "We Will Kill" und "I Got The Right" zwei Demos aufgenommen und Oliver Weinsheimer vom "KIT" Festival hat dieses Demo AFM gegeben. Dann kam auch schon der Vertrag. Also ging alles reibungslos ber die Bhne, wie in einem vorhersehbaren Hollywoodschinken.

Ist man eigentlich nervs, wenn man neben einer solchen Legende auf der Bhne steht oder die Songs im Studio einspielt?

Nein. Das erste Treffen war schon eine Art von Herausforderung fr Patrick, Matthias und mich. Man spielt immerhin mit DEM Ross The Boss, HALLO ??? Aber Ross war von Anfang an so locker und hat auch direkt jeden Druck von einem genommen. Er spielt sich nicht als Star auf, nach dem die Musiker wie im Kasperle- Theater tanzen mssen. Nein, es ist eine lockere, entspannte Atmosphre in der Band. Als Ross seine Ideen fr die Platte vorgestellt hatte, haben wir alle daran gearbeitet. Es wurde diskutiert, umarrangiert und komponiert. Jeder Musiker in der Band ist gleichberechtigt. Also alles ohne Nervositt, sondern eben wie es jede x-beliebige Band auf dieser Welt auch macht, oder machen sollte ... Auf der Bhne ist es gleich. Wenn ich whrend eines Stckes zu Ross rber rennen will um mit ihm krftig zu moshen, dann mach ich das einfach, selbst die 15.000 Leute in Rumnien haben mich nicht nervs gemacht. Es ist einfach nur das Geilste auf der Bhne zu stehen, oder im Studio Songs einzuspielen.

"Blood Of Knives" oder "We Will Kill" sind klasse Songs, ganz in der Tradition der alten MANOWAR. Setzen die Amerikaner heute mehr denn ja auf Bombast, denn auf Metal, so geht ihr den gnzlich anderen Weg. Will Ross zusammen mit euch die Flamme der 80er wieder entznden, die damals mit "Battle Hymn" oder "Hail To England" zu brennen begann?

Ross The Boss spielt in erster Linie seinen Stil. Diesen Stil hrt man ja auf den ersten sechs MANOWAR Alben, und fr mich lassen die aktuellen MANOWAR Alben diesen Stil vermissen. Und so lange der Welt diese sechs Alben nicht vorenthalten werden ist die Flamme ja auch noch nicht erloschen! Wir schreiben die Songs ohne irgendeine Platte als "Vorzeige-Pimmel" genommen zu haben, um genau so klingen zu sollen. Zum Beispiel "Constantines Sword", meiner Meinung nach einer der strksten Songs auf der Platte, ist ja ein total anderer Stil als man ihn von Ross kennt.
Die Idee zu "Immortal Son" entsprang aus einer meiner Ideen, und wenn ich was mache, dann entspringt das eben gerade aus der Idee heraus, aus dem Feeling. Sicherlich hat die Platte im Gesamten diesen besonderen "Touch", aber das ist doch gerade das Geile daran.
Wenn andere Bands mehr auf Bombast legen, als auf den Song als solchen und gnzlich die Wurzeln vergessen haben woher sie kommen, dann finde ich das aus Fanaugen eher schade.

Ross The Boss Ich spreche jetzt mal zwei Songs des Albums an, die nicht ganz typisch fr traditionellen Metal sind, aber auffallen und sich fr meinen Geschmack total unterscheiden. "Matador" finde ich persnlich echt klasse. Die Songidee und die spanische Gitarre, tolle Abwechslung auf "New Metal Leader". Aber was zum Teufel soll denn der Song "Constantines Sword" sein? Patricks Gesang klingt verdammt komisch und eine klare Songstruktur kann ich irgendwie auch nicht erkennen?

(lacht) Ja, "Matador". Ross hat uns diese Idee per E-Mail und MP3 geschickt, und wir sagten nur, dieser Song wird nix. Konnten damit nix anfangen. Dann haben wir bei unserer ersten Songwriting-Session "Matador" gespielt und er hat eingeschlagen wie eine Bombe.
"Constantines Sword" ist ja mein Liebling!!! Ein schner Kontrast zu den anderen Liedern, vielleicht etwas moderner gehalten. Da ist vielleicht der Grund wieso er Deiner Meinung nach aus dem Rahmen fllt. Der Song endet mit Bass-Gitarren-Solo im Wechsel. Den Gesang find ich auch geil. Als Knstler ist es wichtig vielseitig zu sein. Man darf sich nicht immer an irgendwelche ungeschriebenen Gesetze halten, dass jeder Song "gleich" sein muss. Und es zeichnet ja auch einen Snger aus, dass er auch anders kann. Ich finde, dass jeder Song in das Gesamtbild der Platte passt. Zum Beispiel wurde auch "Death And Glory" von anderen kritisiert, alles in allem ist es eben Geschmack, und darber lsst sich nun mal nicht streiten. Aber eins ist gewiss. Wenn wir einen Song schreiben und die Band den scheie findet, dann kommt er erst gar nicht auf die Platte ...

Wer hat denn das tolle Cover verbrochen. Da knnte man ja wieder heulen, dass es keine Schallplatten mehr gibt, oder ist ein Vinyl geplant?

Doch doch, es gibt eine Vinyl! Das Cover hat Dimitar Nikolov, ein Bulgarischer Knstler entworfen. Geile Arbeit, Dimitar!

Mit "Immortal Son" gibt es zum Schluss des Albums noch eine groe, epische Hymne im Stile von "Bridge Of Death". Habt ihr fr knftige Alben vor, diesen Mittelweg, zwischen epischen Hymnen, Killersongs ("We Will Kill") und Kommerzhymnen ("May The Gods Be With You") weiterzugehen oder schaut ihr zunchst mal, was bei den Fans am besten ankommt?

Ich denke, die Songs kommen wie sie kommen. Es wird bestimmt wieder Lieder geben, die auch auf "NEW METAL LEADER" Platz gefunden htten. Bis jetzt habe ich weitere Ideen fr einen epischen Song vorbereitet. Das ist auch das Tolle an der Band, dass wir ein unerschpfliches Arsenal an Songs haben. Es wre ein Fehler zu denken, wenn wir uns zum Ziel setzen: Wir brauchen unbedingt weitere Songs wie ...blablabla. Es wird neue Songs geben !!!

Kannst du mittlerweile deinen Job noch normal ausben oder berlegst du die Musik bald zum Beruf zu machen? Ich knnte mir vorstellen, dass es nach dem Album eine etwas grere Europa-Tour geben wird?

Ross The Boss Ja, die Tour ist geplant, ich kann aber leider noch nichts Genaueres dazu sagen. Momentan bekommen wir von unseren Arbeitgebern jede Menge Freiheiten. Dafr danke ich auch im Namen von Matthias und Patrick. Was noch kommt und wie es beruflich weiter geht, wissen wir wohl Ende des Jahres.

Welche Plne haben du und Patrick mit eurer anderen Band IVORY NIGHT? Kommt die jetzt zu kurz, oder ist zu befrchten, dass sie ganz auf Eis gelegt wird?

NIEMALS !!! IVORY NIGHT hat ja nix mit ROSS THE BOSS zu tun. Auch da bekommen wir viel Freiheit, damit es keinerlei Terminberschneidungen gibt. Ross befrwortet sogar unsere Aktivitt bei IVORY NIGHT. IVORY NIGHT kommt garantiert nicht zu kurz, im Gegenteil. Wir verffentlichen im Oktober unsere neue Maxi-Singel "Go Braves". Wir haben fr die Basketballmannschaft aus Kaiserslautern/Homburg eine Hymne geschrieben. Weiterhin arbeiten wir mit Hochdruck an einer neuen Platte, und NEIN, IVORY NIGHT hat noch keinen Plattenvertrag und IVORY NIGHT ist auch gerne bereit sich einige Angebote anzuhren. Eins kann ich aber versprechen. Die nchste IVORY NIGHT CD wird wieder anders sein als unsere letzte Platte "Machine" und sie wird garantiert ein weiterer Schritt nach vorne fr IVORY NIGHT werden. Ich liebe die neuen Songs von IVORY NIGHT total und fr mich persnlich wird diese neue Platte ein absoluter Meilenstein fr IVORY NIGHT werden. Aber das knnen wir mal gerne ausfhrlich in einem separaten Interview besprechen.

Da kann man doch nur hoffen, dass es dem sympathischen Basser gelingt, seine beiden Bands unter einen Hut zu bringen und die ROSS THE BOSS Band im Herbst eine amtliche Tour hinlegen wird, bei der sich alle alten MANOWAR Fans davon berzeugen, wer die Wurzeln weiter trgt und welche Bedeutung Ross fr die Amerikaner hatte. Hoffentlich kommt es im dortigen Lager nicht zum Schnellschuss, dass man die aufkeimende Popularitt von Ross nutzen und mit der Originalbesetzung wieder ein paar Dollar scheffeln will. Das wre uerst schade, fr die aufstrebende Pflanze, die sich ROSS THE BOSS nennt und ein verdammt starkes Debtalbum abgeliefert hat, dessen Titel Programm ist.
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