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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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MAIN LINE RIDERS
Den Göttern das Fürchten lehren
Matthias Decklar
www.myspace.com/mainlineriders


Man könnte bemerken, dass diese Band leider 20 Jahre zu spät am Start ist, denn Mitte der 80er wären die MAIN LINE RIDERS in einem Atemzug mit SKID ROW oder den L.A. GUNS genannt worden. So bietet das Debüt "Shot In The Dark" der Amerikaner richtig guten Hardrock, der herrlich erfrischend und natürlich rein läuft. Leider gibt es das Album zurzeit nur über einen Vertrieb (www.musicbuymail.de), doch das sollte sich schleunigst ändern. Wer von euch auf die großen US Hardrock-Bands steht, der muss zwangsläufig ein Ohr riskieren. Um euren Geschmack etwas zu verstärken, wurde Gitarrist und Bandgründer Cliffy einer amtlichen Geistesvisitation unterzogen.

Hi Cliffy,
erzähl unseren Lesern doch bitte mal, wie es mit den MAIN LINE RIDERS begann.

Nun, auch wenn es sich komisch anhört, doch die Band startete quasi nachdem ich eines Tages das Gefühl hatte, Gott persönlich hätte es mir befohlen, diese Band zu gründen. Das mag sich sehr verwunderlich anhören, aber es ist so. Es gibt Leute, die sind religiös, andere nicht, und das interessiert uns auch recht wenig, aber wir glauben an Jesus Christus und er ist auch ein großes Vorbild für uns, in seinem Tun und Handeln.
Ich machte Jahre lang Musik, einfach so für mich, nur zum Spaß. Im Januar 2006 begann ich dann auch in der Öffentlichkeit zu spielen und nach diesem bewussten Tag, entschied ich mich eine eigene Band zu gründen und meinen Weg zu gehen. So verließ ich zunächst meine alte Band, die im Stile der NEW YORK DOLLS Musik machte und überlegte, wie ich meine eigene Band zusammenstellen könnte. Ich schrieb einen Song, der sich "Ride The Main Line" nennt und der beschreibt, wie man auf den richtigen Weg kommt und auch dort bleibt. Ich denke, es ist ein schöner Hardrocksong und er eröffnet auch unser Album. Irgendwann beschlossen wir dann, dass dies auch unser Bandname sein soll, weil er so viel symbolische Kraft besitzt.
Die erste Person, die ich für die Band kontaktierte, war Josh Blackway (g), der mit mir in einer Hardcore-Band spielte, die THE HUNTINGTONS hieß. Wir tourten 2000 sogar in Europa und daher habe ich Deutschland in sehr guter Erinnerung. Josh war allerdings gerade im Begriff zu heiraten und hatte so wenig Zeit, sich um die neue Sache zu kümmern. Wir kontaktierten mit Josho einen Drummer, der aus Arkansas stammt, und holten zudem unseren Bassisten Michael in die Band. Dieser kommt aus Oklahoma. Zum Schluss stieß unser Sänger Mikey Mayhem dazu, den ich von einer anderen Band her kannte und fragte, ob er sich uns anschließen wolle. Somit waren wir komplett.
Dann begannen Michael, Josho und ich Songs zu schreiben. Die anderen beiden stießen von Zeit zu Zeit zu uns und brachten sich dann ebenfalls ein und so entstand das Debüt. Das war rückblickend wirklich eine großartige Zeit des Miteinanders.
Nach zwei Monaten erkrankte Michael's Vater aber so schwer, dass er zurück nach Oklahoma musste und so sahen wir uns notgedrungen nach einem anderen Bassisten um, den wir in PJ fanden, der zuvor bei der Hardcore Band AND WE DANCED spielte.
Nach ein paar weiteren Monaten war es dann soweit, wir entschlossen uns die Songs in einem Studio einzuspielen und kontaktierten Caleb Keller, der ein sehr talentierter Produzent ist, und machten uns auf den Weg zur Ostküste, um das Album einzuspielen.
Anschließend zog es mich privat nach Texas, wo ich meine Freundin Kristi heiratete. Josho lebt ebenfalls in der kante und Mikey zog es nach Kansas City. Blackway und PJ wollten die räumliche Veränderung nicht mitmachen und entschlossen sich daher auch, aus der Band auszusteigen. Für Livegigs suchen wir momentan noch einen Gitarristen, haben mit Aaron Scars aber bereits einen Bassisten gefunden.

Welche Einflüsse waren denn für euch grundlegend und wie würdet ihr euren Stil beschreiben?

Der Sunset Strip, der Sleaze Rock, wie ihn Bands wie die L.A. GUNS, FASTER PUSSYCAT oder GUNS N' ROSES gespielt haben, hat uns sicherlich beeinflusst. Aber auch zeitlose Rockbands wie AC/DC, KISS, MOTÖRHEAD oder die RAMONES spielen für unsere Musik eine wichtige Rolle.

Was denkst du über euer Debüt, nachdem es nun seit einiger Zeit veröffentlicht ist?

Ich bin nach wie vor sehr glücklich mit dem Album, es ist ein sehr starkes erstes Album geworden. Es ist sicherlich ein toller Beginn für uns und wir hoffen sehr, dass wir es als Band noch weit bringen und langsam wachsen werden. Es ist schon sehr aufregend wenn man sieht, welche Beachtung das Album vielerorts findet.

Mir gefallen "Shot In The Dark" und besonders "We Are The Ready Ones" besonders gut. Ich denke, hier hört man recht deutlich die guten alten Tage der 80er heraus, als BON JOVI noch eine Hardrockband waren und SKID ROW ihr geniales Debüt veröffentlichten.

Mikey wäre sehr glücklich, wenn er den Vergleich mit SKID ROW hören würde, da er ein leidenschaftlicher Sebastian Bach-Fan ist und ihn gesanglich als großen Einfluss sieht. BON JOVI kann ich bei unserer Musik eigentlich nicht als Einfluss vermerken, aber zeitmäßig stimme ich dir absolut zu, dass die 80er eine sehr wichtige Phase für uns darstellen. Man muss aber auch sehen, dass der Prozess ein Album aufzunehmen, sich deutlich von der damaligen Zeit unterscheidet. Wir leben in einer digitalen Welt und eine Band muss gar nicht mehr im Studio zusammenkommen, um Songs aufzunehmen.
"Shot In The Dark" ist eine Coverversion vom ersten JUNKYARD-Album. Ich liebe diesen Song und denke, dass er musikalisch und textlich hervorragend zu uns passt. Er beschließt das Album einfach grandios. "We Are The Ready Ones" ist ebenfalls ein ganz besonderes Stück für mich. Es klingt offensichtlich etwas nach AC/DC. Sehr tough. Insgesamt liebe ich aber das komplette Album.

Wie stellt sich die Situation in den USA für junge Rockbands momentan dar?

Es wird besser. Es ist nun gut zwanzig Jahre her, seitdem diese Art von Musik populär war. Eine ganze Generation von Jugendlichen hat also keine Ahnung, was damals los war. Aber uns ist ein Videospiel zu Hilfe gekommen. Guitar Hero ist ein großer Erfolg in Amerika und hat den Kids diese Zeit und damit auch diese Bands näher gebracht. Momentan ist unserer Musik noch nicht dort, wo sie sein sollte und auch im Radio gibt es kaum Airplay, aber es wird definitiv besser.

Bist du an der Wahl eures neuen Präsidenten interessiert, die auch bei uns in Deutschland viel diskutiert wird?

Natürlich, auf alle Fälle. Mein Kandidat Fred Thompson (Republikaner) ist leider schon aus dem Rennen. Von daher werde ich Mitt Romney unterstützen, den ich für sehr fähig halte.

Glaubst an eine berechtigte Chance für euch, in diesem Jahr nach Europa und besonders nach Deutschland zu kommen?

Ja, ich glaube, dass dies möglich sein wird. Unser Ziel wäre das Jahr 2009, wenn es eher geht, wäre es natürlich noch besser. Wir werden alles dafür tun. Zuerst wäre es natürlich wichtig, dass die Fans auf uns aufmerksam werden und wir uns eine gewisse Basis bei euch schaffen können, um dann den Sprung zu wagen. Der erste Schritt ist der Vertrieb unseres Albums über musicbuymail. In absehbarer Zeit soll unser Debüt dann auch im normalen Handel erhältlich sein und so weiter.

Zum Abschluss bitte fünf Scheiben, ohne die du nicht leben könntest!

Oh, mein Gott, das ist schwierig, ja fast unmöglich. Aber, wenn ich nachdenke, würde ich sagen:

  • HANOI ROCKS - Street Poetry
  • THE DONNAS - Spend The Night
  • KIX - Hot Wire
  • JUDAS PRIEST - Angel Of Retribution
  • MEGADETH - United Abominations

Mir bleibt am Ende nur der Dank an Cliffy für diese ausführlichen Worte und die Hoffnung, dass die MAIN LINE RIDERS einen ultimativen Bekanntheitsgrad bekommen. Mehr Infos gibt es natürlich auf der Homepage oder über den Vertrieb musicbuymail.

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