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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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LEVERAGE
Die Nord-Süd Connection
Thorsten Dietrich
www.leverageband.com


Die finnischen Melodic-Metaller von Leverage existieren erst zwei Jahre und sind schon beim zweiten Label mit dem zweiten Album. Finnische Musiker haben einfach einen Hang zu melodischem Metal mit dem Hauch Theatralik. Das fehlte wohl noch im Hause von Frontiers Records, die sonst eher auf amerikanische Rockhelden älterer Prägung abfahren und mit europäischen Metalbands wie Leverage, Seven Tears oder Primal Fear ihr Programm etwas erweitern. Frontmann Pekka Heino hat nicht nur einen lustigen Namen, er beantwortete recht lässig fast alle meine Fragen.

Leverage starteten 2006 und jetzt - 2 Jahre später - kommt schon euer 2. Album heraus. Wie kommt es, dass Ihr so schnelle Songschreiber seid?

Ein Heil auf Heikkinen und Spoof, (die beiden Gitarristen Anm. d. Verf.) die beide unglaubliche Songschreiber sind. Jeder Song auf "Blind Fire" wurde geschrieben, nachdem "Tides" bereits veröffentlicht war. Wir hatten von den "Tides"-Sessions nichts mehr übrig. Es ist immer ein wenig schwierig zu Songs zurückzugehen, die in der ersten Runde nicht funktioniert haben, darum ist es besser wieder von Grund auf anzufangen.

Pekka, du bist Sänger in der Melodic-Rock Band Brother Firetribe und auch bei Leverage. Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Bands? Wie schwierig ist es für Dich zwischen diesen Bands umzuschalten?

Das einzige was diese beiden Bands gemeinsam haben ist die Tatsache, dass ich der Leadsänger von beiden bin, meint Pekka lapidar. Brother Firetribe ist eher wie ein spaßiges Nebenprojekt, sehr spontan hinsichtlich des Schreibens und Aufnehmens. Alles in allem ist es ein anders Tier. Musikalisch sind Leverage um einiges tiefer und härter, dennoch sehr melodisch, wohingegen Brother Firetribe sich eher auf leichteres und softeres Zeug stützen. Mehr AOR, wenn Du es so willst. Mehr Käse! Käse rules!

Käse schmeckt auch! Euer neues Album heißt "Blind Fire". Was bedeutet der Titel und wo ist der Unterschied zum Vorgängeralbum "Tides"? Gibt es Verbesserungen, wenn ja welche?

Um ehrlich zu sein taten wir uns sehr schwer bis wir den Titel hatten. Wir haben ihn unserem Drummer, der als erster mit "Blind Fire" ankam, zu verdanken. Er ist außerdem für das Artwork verantwortlich und auch in diesem Feld ein sehr talentiertes Individuum Die Idee hinter dem Titel ist, dass wir als Band in einer Situation sind, in der wir alle nur mit allen Waffen feuern können, in der Hoffnung, dass die Schüsse so weit weg wie möglich landen. Der Unterschied zwischen "Tides" und "Blind Fire" ist, dass wir als Band viel mehr zusammengewachsen sind und das zeigt sich besondern beim Spielen. Es ist dichter und aggressiver. Die Songs auf "Blind Fire" sind vielfältiger und haben mehr Tiefe, es sind einige, die zum härtesten Zeug zählen, das wir bisher gemacht haben, aber auf der anderen Seite auch einige die zum intimsten gehören. Die Produktion und der Sound im Allgemeinen sind auch fetter.

Meiner Meinung nach ist "Blind Fire" ein typisches Frontiers Album. Nett, aber oft auch zu harmlos und soft. Ich vermisse einige Uptempo-Songs und ein wenig mehr Aggressivität. Wo sind Songs wie "Sails" und was ist mit den berührenden wie "Strangers"? Einige Songs klingen echt ein wenig zu käsig. Verteidigt Euch!

Also, meine Mutter hat mir beigebracht, dass ich die Meinung anderer immer respektieren soll, darum sehe ich auch keinen Grund, warum ich mich irgendjemandem gegenüber verteidigen soll. Wie auch immer, Frontiers hatten keinen Einfluss auf das was auf der Scheibe landete, wir haben denen nur die Mastertapes geliefert und sie waren zufrieden damit. Wenn Du meinst, dass "Blind Fire" soft und harmlos ist, dann weiß ich wirklich nicht, was Du damit meinst, mein Freund.

Schade! Ich hatte halt gedacht, du könntest deine Sicht des Albums und die Gründe dafür mir nennen.
Finnland ist wirklich ein Meister wenn es an das Exportieren von Metalmusik geht und es scheint kein Ende in Sicht zu sein. Denkst Du, dass es im Allgemeinen gut ist für die Metalszene, wenn es so viele Bands gibt?


Letztendlich wird sich das alles selbst verschlingen, wenn es eine Million von Bands gibt, die alle gleich klingen und aussehen. Das ist es, was beispielsweise damals mit dem Hair Metal passierte.

Das ist wohl wahr.

Die Labels nahmen mehr und mehr Bands unter Vertrag ohne groß auf die Qualität zu achten. Finnland schafft es einiger Zeit Qualitätsbands zu produzieren, was wirklich cool ist wie die Hölle. Vor, sagen wir mal 15 Jahren war das hier nicht der Fall, so haben sich die Dinge dramatisch verändert. Inzwischen ist Finnland definitiv eines der führenden Länder, wenn es darum geht qualitativen Metal zu produzieren.

Bei diesem gutklassigen Export scheint auch kein Ende in Sicht zu sein, was man an Leverage durchaus merkt.

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