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17. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BRAINSTORM
Einsatz zahlt sich aus!
Thorsten Dietrich
http://www.truemetal.org/brainstorm


Die Schwaben von BRAINSTORM sind fleiige Arbeiter, die seit ber mehr als einer Dekade bestndig an ihrem Erfolg schrauben und ein gutes Album nach dem anderen verffentlichen. Das neue Album "Downburst" reiht sich locker in die Reihe der Erfolgsalben ein und ist doch etwas anders als der Vorgnger. Der mal wieder gut aufgelegte Frontmann Andy B. Franck gab wie immer schlagfertige Antworten ber eine Band, die mit der neuen Scheibe ein typisches Bandalbum gemacht hat, ohne sich zu wiederholen. Das ist halt der Trick! Was das Ganze mit METALLICA zu tun hat und wie es weiter gehen soll, knnt ihr nun lesen...

Brainstorm

Vor einiger Zeit habt ihr doch mit "Honey From The Bs" eine amtliche 2DVD gemacht. Wie lief das Ding denn?

Sehr gut! Wir verkaufen trotzdem keine Million. Dennoch ist das eine DVD, die sich auf dem Markt gut behaupten konnte, da haben wir nix geschissen. Das Ganze Material anschauen war schon viel Arbeit und wir hatte noch das Glck keine Overdubs nutzen zu mssen, erklrt Andy im gemigten Schwbisch. Wir haben halt auch Selbstvertrauen live klingen zu wollen, wenn man das Album perfekt hren will, soll man die Platte auflegen. Hier gibt es schon mal kleine Fehler.

Vom Livesound gefallt ihr mir besser als bei der letzten Platte "Liquid Monster". Da waren fr meine Ohren etwas zu viele Keyboardteppiche im Hintergrund, was sich mit den Jahren bei euch etwas eingeschlichen hat. Auf dem neuen Album seid ihr insgesamt etwas roher und gitarrenlastiger.

Fr mich ist "Donwburst" deutlich internationaler vom Sound ausgefallen. Die Ausrichtung ist definitiv eine andere. Man merkt der Band definitiv die Entwicklung an. "Metus Mortis" war ein ganz schner Schritt, aber zwischen den letzten drei Alben lagen dann doch nicht zu groe Schritte, da es immer mal wieder Songs gab, die auf dem ein oder anderen Vorgngeralbum htten auch stehen knnen. Beim neuen Album haben wir uns dann etwas neu erfunden meiner Meinung nach. Wir klingen nicht wie auf einem anderen Album, knnen jedoch live die alten Songs locker mit den neuen verbinden, eine Sache die METALLICA nicht machen knnen, erklrt Andy und bringt als Beispiel: Ein Song wie "Seek And Destroy" und Songs von "St. Anger" passen einfach nicht hintereinander!

Zum Glck seid ihr auch nicht RUNNING WILD! Die machen seit einigen Scheiben immer das Selbe.

Wir fangen ja auch mit B an und ich bin nicht Rockn Rolf, sondern Randy Andy! kalauert sich Herr Franck mal wieder durch das Interview und muss dann selber lachen. Ich denke es war gut die Produzenten gewechselt zu haben und uns bei einigen Arrangements gesund geschrumpft zu haben. Diesmal haben wir die durch KAMELOT, RHAPSODY und AVANTASIA bekannte Truppe um Sascha Paeth und Miro, die uns wirklich einen ganz anderen Sound gezimmert haben.
Der Miro hat schon immer mal wieder frher die Keyboards gemacht. Frher haben wir immer quasi vor der Haustr bei Achim Khler produziert, abends waren wir dann wieder daheim und mussten am nchsten Morgen den Mll raus bringen und wieder ins Studio fahren. Diesmal konnten wir uns, nachdem "Liquid Monster" quasi auf Tour entstanden war 100%, 24h am Tag auf die Platte zu konzentrieren. Wir haben dann so lange daran gearbeitet bis er uns gut genug war und das 1,5 Monate lang. Da kam man nicht in die Versuchung einen Songs abzusegnen, da gleich Feierabend und die Heimfahrt anstand. Ich glaube das hrt man dem Album auch an und trotzdem konnten wir spontan bleiben. Das steht uns ganz gut zu Gesicht.

Das hrt man dem Album definitiv an. Whrend das letzte Album noch das typische, mir zu bunte Metalcover mit einem Monster war, seid ihr jetzt mit einen dsteren Krieger auf einer ganz anderen Schien. Erinnert an so ein PS3-Spiel aus der Werbung - war das Absicht?

Brainstorm Downburst Cover Brainstorm Liquid Monster Cover

Nun ja, druckst Andy nach einer kleinen Pause herum und erklrt: Eigentlich ist das letzte Cover auf meinem Mist entstanden und mir gefiel es anfangs auch ganz gut! Doch mit der Zeit kam mir das Ganze zu bunt und berladen vor. Bei den Fans lief das Shirt aber super, nach drei Tagen Tour war das Ding schon ausverkauft, da hatten die Fans sich richtig drauf eingeschossen. Wir haben aber schon Rckmeldungen zum neuen Cover und das scheint noch besser den Nerv zu treffen. Ich fand es einfach mal interessant einen Typ auf dem Cover zu haben und nicht zu viele Elemente. Die Figur scheint dich auch immer anzuschauen und sich zu bewegen. Der weie Hintergrund lsst das Alles hervorstechen.

Ihr habt ja mit 43 Minuten von der Spielzeit her eine klassische Metalplatte gemacht. Wer es lnger mag kann die limitierte Auflage mit zwei Bonustracks abgreifen!

Die letzten beiden Male hatten wir ja eine DVD dabei und diesmal ist die Sache 100% ohne Plastik und wir wollten nicht schon wieder eine DVD machen. Wir waren da mit METALLICA die ersten, die eine Bonus-DVD damals gemacht haben bei der "Soul Temptation". Nun haben wir zwei Songs mehr und das Ganze ist auch strenger limitiert als beim letzten Mal!

Erzhl doch mal was ber die Texte, bei eurer CD war im Gegensatz zu anderen Alben eures Labels keine Songtexte dabei. Ich denke bei Dir bin ich da auch genau an der richtigen Adresse!

Das ist wohl wahr! Die Texte an sich waren immer eine Quintessenz aus den Sachen, die ich gelesen, gesehen und erlebt habe. Manchmal ist die Sache dann auch etwas persnlicher ausgefallen wie bei "All Alone". Da habe ich einen leicht psychischen Zusammenbruch verarbeitet, der zwei Jahre her ist. Viele Leute kennen mich nur als zappelnder Gute-Laune-Mensch auf der Bhne und konnten sich nicht vorstellen, dass es mir auch mal mies geht. Bei "Protect Me From Myself" geht es um ein Buch, was ich las. Einige Texte handeln von Bchern, die ich gelesen habe. Dort hat jemand erzhlt, dass er sich einsperren lie, um sich und andere zu schtzen. Das geht aber nur in Amerika! Die Band war schon berrascht, da das doch etwas dsterer als sonst ist und Todde (der Gitarrist, Anm. der Verf.) bat mich an wenigen Stellen doch um eine andere Wort- oder Titelwahl. Die Platte an sich hat trotz all der vorherrschenden Melodie einen dsteren Anstrich als der Vorgnger. Da klangen wir etwas frech-kontrolliert.

Nun habt ihr ja nach dem berufsbedingten Ausstieg von eurem Bassisten Andy Mailnder einen neuen Mann an Bord, der ebenfalls ein Schwabe ist. Antonio Leva, Ex Mitglied der verblichenen FARMER BOYS. Wie kam es dazu, musste es ein Schwabe sein?

Brainstorm

Auf der neuen CD ist spielt er noch nicht, aber jetzt ist er fest an Bord! Die Langhaarigen waren alle zu teuer! Die brauchten zu viele Haarkuren, witzelt Andy ber den kurzhaarigen Bassisten. Wir hatten direkt 60 oder 70 Bewerbungen. Da waren auch bekannte Musiker dabei von deren Bands es bis heute noch keiner wei, dass sie sich bei uns beworben haben! Sogar aus San Francisco, Helsinki und Moskau gab es Bewerbungen. Doch so was ist doch zu umstndlich jemand immer einfliegen zu lassen, wir haben das ja interessiert gelesen und waren auch beeindruckt darber. Aber man muss darauf achten wen man in die Band holt, denn bei uns gibt es ja auch was zu verdienen! Da steht ja auch der finanzielle Hintergrund dahinter und deshalb haben wir uns auf 15 geeignet, die alle was drauf hatten und sich mit Bildern, MP3s und Livevideos sowie MySpace-Seiten beworben haben. Wir wollten die nicht alle auflaufen lassen und haben die mit Telefonaten und E-Mails noch mal auf den Zahn gefhlt. Spielerisch waren die alle top, es musste aber menschlich passen. Dann machten wir mit fnf von denen ein Vorspielen. Quasi ein Abend mit BRAINSTORM. Wir haben es nicht am rtlichen festgemacht mit Antonio, das Menschliche war dann auch entscheidend. Wenn der sich auf der Tour nicht als das komplette Arschloch rausstellt, wird der die nchsten Jahre sicherlich bei uns bleiben. Auch hat er viel Erfahrung mit den FARMER BOYS gesammelt, das darf man nicht vergessen.

Brainstorm

Wieso ist eure letzte Single Platz 1 in Ungarn geworden?

Ich habe echt keine Ahnung und kann es nicht erklren. Wir haben da kein Rezept. Wir haben keine Verwandte oder Bekannte dort. Tatsache ist: Wir haben dort vor vier Jahren mit EDGUY gespielt. Ein gewisser Herr Sammet sagte mir: "Schau Dir diese Halle an, das Ding ist ziemlich gro! Das werdet ihr nicht so schnell auf eurer eigenen Tour vollmachen." Ein Jahr spter waren wir auf dem "Sziget Festival", im folgenden Jahr waren wir wieder da und hatten eine Halle von 1200 Leuten und das "Sziget Festival" geheadlined, wo Bands wie GAMMA RAY auftraten und mehrere 10.000 Leute waren. Wir haben dieses Jahr in Ungarn mit einer Band gespielt, wo ich den Namen noch nicht mal wei. (lacht) Das sind die ungarischen Onkelz und die haben uns persnlich eingeladen! Da kommen wir sogar fr Interviews ins Fernsehen. Vielleicht komme ich mal zu "Wer Wird Millionr" ins Prominenten Specials dort (lacht). In manchen Lndern wie Italien tun wir uns schwerer und in England hat nur eine Show plus Mundpropaganda und Internet geholfen den Erfolg zu vergern.

Dieses Statement spricht doch fr sich und fr die Band!

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