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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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FALL OF SERENITY
Spaß und Steel!
David Lang
www.fallofserenity.com


Schluss mit lustig! So ließe sich der Bandname der Death-Thrasher aus Plauen / Jena lapidar übersetzen. Spinnt man diesen Faden weiter, könnte man daraus durchaus ableiten, dass die Jungs ernst machen. Ich muss mal wieder zu meiner Schande gestehen, dass ich erneut eine Band (unwissentlich) ignoriert habe, die es bereits seit 1998 gibt. Warum ich erst jetzt, durch das famose "The Crossfire" auf die Band gestoßen bin und warum Freiheit eine Hure ist... Antworten von Sänger John und Gitarrist Eddy, jetzt, hier!

Erst mal Gratulation zu "The Crossfire". Die Platte ballert gut 80% der Konkurrenz gnadenlos an die Wand und fährt eine ganze Armada an Killerriffs auf. All das ohne sich irgend einem Trend anzubiedern. Das soll euch erst mal einer nachmachen!

John: Wow vielen lieben Dank für das Kompliment. Sowas geht runter wie Öl ;-) Aktuellen Trends haben wir uns zum Glück noch nie angebiedert - unsere Philosophie als Band ist es, unser Ding durch zuziehen mit der einzigen Prämisse, dass es uns Spaß macht. Im Endeffekt unterscheidet uns das von vielen Bands die momentan veröffentlichen, und wir glauben dass unsere Eigenständigkeit mittlerweile auch gut anerkannt wird...was uns sehr freut!

Wie kommt es, dass ich erst jetzt von euch höre, obwohl ihr im Grunde genau die Mucke spielt, die ich mir regelmäßig gebe? Fasse die Bandhistory kurz zusammen, damit auch andere Unwürdige eine kleine Geschichtsstunde erfahren.

John: Alex und Eddy haben die Band vor einigen Jahren gegründet und haben inzwischen 4 Alben, 1 EP und 1 Split aufgenommen. Ich bin aber auch fast von Anbeginn dabei ist. Allerdings bediente ich bis letztes Jahr den Bass. Die Band traf die Entscheidung mich ans Mikro zu stellen, als unser damaliger Sänger und die Band getrennte Wege gingen und ich nebenbei schon bei der einen oder anderen Band am Gesang ausgeholfen hatte. Lutz ist seit der Entstehung der "Bloodred Salvation" dabei. Ein wahnsinnig guter Drummer, wie man auf den beiden letzten Alben hören kann. Er ist immer bestrebt sich weiter zu entwickeln und dafür lässt er viele Stunden im Proberaum. Wir haben in der Vergangenheit bereits einiges an coolen Shows, Festivals, Touren gespielt und das wird sich in Zukunft auch nicht so schnell ändern.

Ihr seid ja nun auf Lifeforce beheimatet. Ein Label das zunächst einmal mit Hard- bzw. Metalcore in Verbindung gebracht wird (in letzter Zeit jedoch mehr und mehr durch Genrevielfalt und qualitativ hochwertige Veröffentlichungen glänzt). Wie kam es zu dieser Konstellation?

Eddy: Nun ja, das lief eigentlich alles ganz klassisch ab. Wir bekamen von LIFEFORCE ein gutes Feedback auf unsere damals aktuellen Aufnahmen, setzten uns zusammen und machten das ganze Ding klar. Aber du hast Recht, LIFEFORCE ist ein hervorragendes Metal-Label und hat schon eine Menge sehr guter Bands ans Licht gebracht. Wir sind sehr froh, dort beheimatet zu sein.

Meiner Promo lagen keine Texte bei und ehrlich gesagt stört mich so was selten, da ich, sofern nicht strunzdumm oder politisch fragwürdig, kaum Wert darauf lege, geschweige denn, sie lese. Aber: erkläre bitte ganz kurz "A Whore Called Freedom"!

John: Also generell erstmal nicht so wichtig ob jemand die Texte hervorhebt oder nicht...Metal ist ein Gesamtpaket aus Musik, Text, Bier, Spaß und Steel ;-) ...der Einen ist das Eine wichtig...dem Anderen weniger...anyway... A "Whore Called Freedom" behandelt die Feststellung, dass man in seiner momentanen Umgebung auf sich allein gestellt ist und seinen Weg selbst zu finden hat... alles sieht friedlich und harmonisch aus, aber hinter der bröckelnden Fassade haben wir bereits eine wütende neue Zeit erreicht. Des Weiteren ist es ein Appell seine wenigen "Verbündeten" zu schätzen. Also im erweiterten Sinn eine Art "us against the world"-Geschichte.

Bei einem zeitlosen Death / Thrash Kracher, wie es "The Crossfire" geworden ist, stellt sich früher oder später unweigerlich die Frage nach musikalischen Vorbildern oder Inspirationen. Hört ihr in etwa alle das selbe, oder ist euer Musikgeschmack eher wild gemischt?

John: Das ist doch innerhalb der Band sehr unterschiedlich - unser Drummer Lutz ist der totale Ami-Death-Fan, Eddy ist der absolute Schwedentod-Fan, Alex hört u.a. auch gern Gay-Powermetal, Ferdi steht mehr auf Thrash und ich hör eigentlich nur Scooter ;-) Was natürlich nicht heißt das jeder an diesem einen Genre klebt...wir mögen alten Metal, genau wie Vertreter der "neuen" Generation und es läuft auch öfters mal ne Black Sabbath-Platte im Bandbus...Was unsere Musik angeht haben wir einen sehr guten Konsens gefunden und ich denke in der Mischung der Stile liegt der Reiz des Ganzen.

Euer Schriftzug, das Cover der neuen Platte und die Tatsache, dass ihr aus dem Osten kommt wird bereits reichen um einige übermotivierte political correctness Idioten auf den Plan zu rufen. Was habt ihr denen zu sagen?

Eddy: Meinst du?! Bisher hat sich noch niemand gemeldet. Ich weiß auch jetzt grad nicht wo das Ganze nicht korrekt sein soll. Es ist halt ein Metalalbum. Wir wollten mit dem Titel und dem Cover einfach nur darauf aufmerksam machen, dass "The Crossfire" ein Album ist, das in die Fresse geht. Einen politischen Grund dort zu interpretieren wäre Schwachsinn ...hahaha!!!

Was steht als nächstes an, im Hause FOS und vor allem: was kann man von einem Fall Of Serenity Gig erwarten?

Eddy: Wir werden das Album natürlich live promoten. Dazu spielen wir etliche Clubshows und eine Tour mit DISMEMBER und HATESPHERE im Februar. Danach ist ja schon fast Festivalsaison, das heißt man wird uns sehen.... Unsere Shows sind energisch und man hat auch viel zum Augenzwinkern. Also rundum gute Unterhaltung. Aber das sollte jeder für sich selbst abchecken.
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