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25. November 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THE BURNING
Vier junge Dänen brennen
Matthias Decklar
www.theburning.dk


Eine richtig große Überraschung stellt das Debüt von THE BURNING dar, die mit "Storm The Walls" alles wegthrashen, was sich ihnen in den Weg stellt. Den Dänen gelingt dabei der Spagat zwischen Tradition und Moderne, sodass alle Liebhaber von Geschwindigkeit, seien sie 14 oder 41 ihren Gefallen an diesem Werk finden werden.
Da war ein Interview mit Sänger Johnny Haven natürlich Pflicht!

Hi Johnny,
ihr kommt wie Phönix aus der Asche und zeigt den etablierten Bands ordentlich wo der Hammer hängt. Wie hat denn alles mit THE BURNING begonnen?

The Burning

Rasmus und ich starteten mit der Band um 2005. Damals spielten wir in verschiedenen anderen Metalbands, waren dabei aber irgendwie nicht mit der musikalischen Ausrichtung zufrieden. So entschlossen wir uns THE BURNING zu gründen und einfach brutale Metalmusik zu spielen, ohne Wenn und Aber. Wir schrieben dann zunächst fünf oder sechs Songs zusammen und spielten die quasi auf meinem alten Computer ein. Der Sound war zwar beschissen, aber man konnte erahnen, in welche Richtung es gehen sollte. Im Anschluss nahmen wir das Demo auf und hielten Ausschau nach passenden Mitstreitern, die genau das wollten, was auch uns musikalisch vorschwebte. Kurz darauf fanden wir Thue, den ich bereits aus einer anderen Band kannte und Tobias, der ebenfalls hervorragend in unser Konzept passte, schnellen, kompromisslosen Metal zu spielen. Dann schrieben wir weitere Songs, probten wie die Wilden und spielten so oft wir nur konnten.

"Storm The Walls" ist eine perfekte Kombination aus dem Thrash der Bay Area in den 80er Jahren und neueren Thrash-Einflüssen, aber auch von Bands wie THE HAUNTED. Kennt ihr diese alten Kultbands der Bay Area und in wieweit haben sie THE BURNING beeinflusst?

Hey, natürlich kennen wir die ganzen Bay-Area-Alben und sie haben tatsächlich eine wichtige Rolle in meinem und Rasmus' Leben gespielt. Nun ist es aber nicht so, dass wir zwanghaft versucht hätten diese Einflüsse in unsere Songs zu verarbeiten. Diese Wurzeln stecken einfach ganz tief in uns drin und somit sind unsere Songs natürlich auch mit dieser Zeit eng verwoben und klingen zum Teil, als wären sie damals entstanden.
Aber wir haben auch noch andere Einflüsse, neben alten und aktuellen Thrash-Bands. Jeder aus der Band hört auch viel Death, Black und Power Metal. Des Weiteren lieben wir auch Bands wie PANTERA, CROWBAR oder THE HAUNTED.

Ich würde eueren Stil als gelungenen Mix zwischen rauer Energie und melodischer Power bezeichnen. Ist es wichtig für euch auch getragenere Songs wie "Weakling" auf dem Album zu haben und nicht nur schnelle Killer?

Es gibt für uns nur diesen Weg. Wir mögen tolle, langsame, doomige Songs, haha. Und das wird immer auch Teil von unserer Musik sein. Während sich andere Bands in unserer Richtung lediglich auf schnelle Songs konzentrieren, liegt unser Augenmerk auch auf Songs im Midtempo-Bereich und fesselnde langsamere Sachen wie "Weakling" and "Warhorse".
Das ist nichts was wir abgesprochen oder geplant hätten. Das kommt einfach so aus uns heraus und spiegelt unsere gesamte Bandbreite wider.

Es verwundert mich total wie frisch und dennoch mächtig ihr in die Szene eingebrochen seid. Habt ihr schon viele Gigs absolviert?

Oh, natürlich, wir haben unsere Schuld abbezahlt, mit über 40 Gigs im letzten Jahr. Wir waren sicherlich eine der am meisten gebuchten Bands in Dänemark, die nicht von einem Label unter Vertrag genommen wurden. Die Bühne ist auch unser zuhause. Wir sind nicht so die Band, die groß im Proberaum steht und übt und übt. Wir machen das lieber in den Clubs und gehen dann in den Proberaum wenn wir neues Material geschrieben haben, um es einzustudieren.

Ist ein Produzent für eine junge Band sehr wichtig und wie würdet ihr die Arbeit mit Jacob Hansen im Studio beurteilen?

Ja, natürlich. Jacob hat einen unglaublichen Job gemacht. Er kapierte sofort was uns wichtig war und hat auch total den Sound hinbekommen, den wir wollten.
Wir haben uns viel darüber unterhalten, dass wie das Material sehr rau und ungeschliffen halten wollten. Auf keinen Fall sollten die Songs überproduziert klingen, mit all diesen Effekten und Overdubs. Wir wollten einfach ein Album für Headbanger (ha, ha), einfach und direkt zum Abbangen!

Einer meiner Lieblingssongs ist "The Gospel". Erzähl doch mal bitte etwas über den Text.

Bei diesem Song geht es um das Christentum. Ich verarbeite bei diesem Text die Problematik, dass die Kirche die wahre Lehre von Jesus Christus im Laufe der Zeit verdreht hat und aus der Selbstlosigkeit und dem Vergeben eine Kultur des Hasses geschürt hat. Genauso sehe ich auch das Leben von vielen Menschen, die sich als Christen sehen. Es wird für die folgenden Generationen immer schwerer ein Leben im ursprünglich christlichen Sinne zu führen.

Schreibst Du Texte, um die Welt zu verändern oder stehst Du auf typische Metal-Lyrics?

The Burning

He, he, die Welt verändern wäre nicht schlecht, aber es scheint doch etwas zu viel der Guten zu sein. Aber, das kann ich sagen, die Texte spielen eine wichtige Rolle für mich und wenn ich etwas in der Welt sehe, was mich stört, dann schreibe ich auch darüber.

Wie sieht der Plan für THE BURNING für die Zukunft aus?

Zuerst gehen wir jetzt auf eine Tour durch Dänemark mit unseren guten Freunden von DAWN OF DEMISE. Danach werden wir nach Deutschland kommen, um den geilen Fans dort zu zeigen, dass Dänemark eine neue starke Band hat. Wir können es wirklich kaum abwarten, um für die verrückten Metalheads bei euch zu spielen. Ich war letzten Sommer für drei Wochen in Deutschland, als ich bei NIGHTRAGE ausgeholfen habe, als diese ihren Frontmann kurz vor der Tour verloren hatten. Die deutschen Fans sind wirklich sehr cool und ich hoffe, dass wir mit THE BURNING genau so gut ankommen, wie DOD.

Zum Schluss bitte Deine Top 5 aus Dänemark und Deine 5 Top Thrash-Alben!

Dänemark:

  • DAWN OF DEMISE - Hate Takes It's From (vorab Tape)
  • PETER BELLI - Sange Fra Blomsterengen
  • HATESPHERE - Ballad of The Brute
  • KOLDBORN - Uncanny Valley
  • ILLDISPOISED- Something Rotten

Thrash:
  • METALLICA - Kill'em All
  • MEGADETH - Rust In Peace
  • TESTAMENT - Low
  • ANTHRAX - Persistense Of Time
  • DEATH ANGEL - The Art Of Dying

Na dann, ihr Dänen, zeigt auf der Tour den deutschen Metalheads, wo der metallische Hammer hängt. "Strom The Walls" ist auf alle Fälle ein wahres Monster von Album und in Zeiten, wo zahlreiche etablierte Bands nichts mehr hinbekommen, sind die Dänen eine wirkliche Alternative. Checkt das Album auf alle Fälle an und ihr habt ein Juwel in den Händen, wie es das FLOTSAM- oder das TESTAMENT-Debüt waren.

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