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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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GODIVA
Nicht auf den Mund gefallen
Thorsten Dietrich
www.godiva.ch


Mitch Koontz von der Schweizer Metalband GODIVA macht es gerne selber. Ob die Songs, der Sound, das Artwork oder die Interviews - der Kerl ist berall an vorderster Front. Da werden keine Balladen geschmettert, sondern gerockt. Dass sich Teamgeist und Einsatz auszahlen, zeigen die Alben der Band. Mitch gab ehrliche und spontane Antworten.

Hi Mitch! Erst mal zum Personal: Ein Gitarrist ging, ein neuer kam. Was war los?

Lunaris

Moses wurde zum zweiten Mal Vater und wollte sich beruflich in eine andere Richtung weiterentwickeln und musste zeitlich bedingt schweren Herzens die GODIVA-Klampfe an den Nagel hngen. Eigentlich lieen wir ihn sehr ungern ziehen, da er ein super Mensch ist und natrlich ein unheimlich guter Klampfer, aber wir konnten seine Entscheidung selbstverstndlich verstehen. Wir haben uns in aller Freundschaft getrennt und wnschen ihm und seiner Familie alles erdenklich Gute!
Wir haben dann ganz offiziell in zwei bis drei Onlineportalen der Schweizer Musiker-Szene eine Anzeige geschaltet und es haben sich sofort ca. 15 Gitarristen gemeldet. Davon haben wir anhand von Demos eine kleine Vorauswahl getroffen und die Gitarristen zu einem Vorspiel-Termin eingeladen, also quasi ein kleines Casting veranstaltet. Steve war der erste Kandidat, der vorbeikam und auch der Letzte! Das hat so geil gefunkt, dass wir den anderen am nchsten Tag wieder abgesagt haben. Wir hatten eigentlich enormes Glck mit Steve. Er passt menschlich und musikalisch absolut perfekt zu uns.

Label: Da habt ihr auch eine neue Firma. War der Vertrag ausgelaufen?

Nein, eigentlich nicht. Wir waren einfach sehr unzufrieden mit der Label-Situation und haben dann die Konsequenzen gezogen.

Sound: Erst Achim Khler nun Dennis Ward plus ihr am Knpfchen. Klingt fett! Seid ihr zufriedener als beim Vorgngeralbum?

Man muss noch ergnzen dass diesmal das Ganze noch in den Finnvox-Studios ins Helsinki von Mika Jussila (NIGHTWISH, STRATOVARIUS, usw.) gemastert wurde. Nun was heit zufriedener... Mit dem Sound waren wir eigentlich bei allen Alben sehr zufrieden. Sowohl Achim wie auch Dennis sind absolute Koryphen. Uns war der Sound schon immer uerst wichtig, schlielich legen wir sehr viel Wert auf Qualitt. Wenn ich zum Beispiel fr eine CD 15-20 € ausgebe, dann erwarte ich einfach, dass der Sound stimmt und deshalb wollen wir dies auch bieten knnen.

Artwork: Hilfe! Sieht so aus, wenn wir nach paar Bier eine Burg knipsen, einscannen und dann ne Alde am PC basteln und davor pappen! Was ist denn da passiert? Ne echte Frau wie bei den Kollegen von SAIDIAN wre echt besser gewesen!

Godiva - Destruction Cover

Nun ja... ehrlich gesagt ist das Cover ein Wunsch des neuen Labels. Bisher habe ich ja jeweils die Cover gemacht.

Die waren echt besser...

Diesmal war es der Hausgrafiker von Mausoleum.

Ein farbenblinder Fantasyfan in der Pubertt?

Wir konnten dafr durchsetzen, dass "Destruction" im Digipack erscheint und die Olle grere Titten kriegt, die waren beim ersten Entwurf nmlich kleiner, lacht Mitch.

Immerhin! Aber trotzdem schade. Bei den Songs ist mir direkt aufgefallen, dass ihr keine Balladen am Start habt, richtig Gas gebt und am Ende ("Revelation") sogar mit Keyboards experimentiert, was euch sogar sehr gut steht! Wieso keine ruhigen Songs oder Midtempo?

Ach es gibt doch genug Schweizer Bands, die Balladen bringen, dann mssen wir nicht auch noch irgendwelche Herzschmerz-Tiraden vom Stapel lassen.
Wir sind verdammt noch mal Metaller und keine Schmuse-Kuschel-Rocker!!! Was jetzt aber nicht heit, dass wir nie mehr eine Ballade schreiben werden... schlielich werden wir auch nicht jnger! Anders verhlt es sich mit "Revelation". Ich steh extrem auf Bands wie FEAR FACTORY, RAMMSTEIN, PAIN, SAMAEL, usw. und schreib auch Songs in diese Richtung. Ich hab die Demos dann mal den Jungs von GODIVA vorgespielt und wir haben uns entschieden so was mal zu versuchen. Wir fanden das so geil, dass wir es gleich mit auf die Platte gepackt haben.

Das hat die Scheibe echt aufgewertet. Die Songs schreibt ihr ja immer zu zweit und mit mehreren Bandmitgliedern, luft das immer so rund?

Eigentlich luft das so, dass jeder die Songs selber zuhause schreibt und Fernando dann die Vocal-Parts dazu macht. So funktioniert das bei uns am besten. Natrlich luft nicht immer alles rund, weil wir gesagt Wert auf Qualitt legen. Da gibt es immer wieder konstruktive Diskussionen, was aber sehr frderlich fr den kreativen Prozess ist. GODIVA ist und war schon immer absolutes Teamwork.

Das Album ist mit 43 Minuten und einem frech ausgewiesenen Song als Bonus recht kurz, habt ihr nicht mehr Songs gehabt?

Na ja... frher (als es nur Vinyl gab) war es doch so, dass die Spielzeit eines Albums, bedingt durch den begrenzten Platz auf einer Schallplatte, wesentlich krzer war als heutzutage mit der Digital-Technik. Damals musste man sich fr die acht bis zehn besten Songs entscheiden. Heutzutage hat man wesentlich mehr Platz auf den Datentrgern und viele CDs haben dann noch einen oder zwei Songs zum fllen drauf, was ich persnlich schade finde. Ich habe lieber nur 45 Minuten Material drauf und dafr die volle Bedienung als 60 Minuten und drei bis vier Songs sind dann nur durchschnittlich und quasi Lckenber. Dies schadet doch nur der Qualitt des Albums und ist unntig.

Ihr geht ja endlich in Deutschland auf Tour mit SHAKRA, das klingt doch nach einem guten Partner. Was erhofft ihr euch von dem Ding?

Ja, wir freuen uns unheimlich auf diese Tour mit unseren Landsmnnern von SHAKRA! Nun, wir erhoffen uns natrlich, dass wir auch live zeigen knnen was wir drauf haben. Es gibt sowieso nichts Schneres als live zu spielen und Metal ist und bleibt vorallem Live-Musik! Gute CD hin oder her. Was gibt es denn Geileres als wenn der Sound mit 100 Dezibel zur P.A. rausdrhnt und man sich so richtig die Seele aus dem Leib zu moshen kann????

Die letzten zwei Jahre war es ja ziemlich ruhig um euch, was machst du denn wenn GODIVA nicht auf dem Plan stehen?

So ruhig war es gar nicht wie es den Anschein machte. Wir haben ja noch in Griechenland zwei Stadion-Shows mit den SCORPIONS und WHITESNAKE gespielt letzten Sommer vor insgesamt ber 50000 Zuschauern. Dann mussten ja die Songs geschrieben und die Vorproduktion abgeschlossen werden und dann ging es ab ins Studio zum recorden, usw. Eigentlich war immer etwas los rund um GODIVA.
Ansonsten schreibe ich halt neue Songs oder Songs fr mein Soloprojekt und gehe viel an Eishockey-Spiele meines Lieblingsvereins (natrlich nur im Winter). Ich beschftige mich in letzter Zeit auch viel mit der Tontechnik und mchte knftig eventuell auch mal produzieren. Aber GODIVA hat absolute Prioritt und alles andere muss hinten anstehen.

So sollte es sein! Ich werde mir die Band auf Tour mit SHAKRA sicherlich ansehen und ihr hoffentlich auch!

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