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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DISBELIEF
Wer schnell arbeitet darf auf NO MERCY
Thorsten Dietrich
www.disbelief.de/

Disbelief sind keine alltägliche Death-Metal Band. Sie haben einen eigenständigen Sound und kein Image. Das ist sehr selten in diesem Genre, wo gerne gepost un noch lieber bei alten Helden abgekupfert wird. Ich sprach mit Sänger Jagger über dies und das.

Ich las und sah, dass die Tour mit Bolt Thrower ganz gut gelaufen ist und dass Ihr auch beim Publikum gut angekommen seit. Wie lief die Tour aus Deiner Sicht und denkst Du, das sie Euch weitergebracht hat?

Die Tour im Januar mit Bolt Thrower/Benediction und Fleshcrawl, war ein perfekter Zeitpunkt, um wieder mal auf die Bretter zu steigen, den wir hatten damit die Chance, "Worst Enemy" zu promoten, was bedeutete dieser CD, die uns soviel weiterbrachte, eine Würdigung zu bieten. Die Tour,war auch ein sehr gutes Trainingslager für die nun anstehenden No Mercy-Festivals. Die Tour verlief durchweg positiv, bis das an manchen Auftrittsorten, zu dem Zeitpunkt, wo wir als Opener fungierten, teilweise die Leute noch am Einlass standen, während wir diese Leute, zu dem Zeitpunkt halt nicht erreichen konnten, schade. Das war uns aber schon vor der Tour bewusst und so konnten wir uns gut damit arrangieren. Wir hatten die Chance bekommen vor insgesamt 7000-8000 Leuten zu spielen und das zählt.

Wieso habt Ihr euer neues Album so schnell (knapp 1 Jahr) nach dem letzten veröffentlicht? Seid Ihr sehr kreativ?

Wir mussten sehr kreativ sein, denn im Oktober erhielten wir die Nachricht, das wir bei den No Mercy - Festivals dabei sein könnten. Unsere Plattenfirma meinte dazu, das sie die kosten für diese Tour übernehmen würden, unter der Premisse, das sie zu dem Zeit- punkt der Tour, ein neuer Release von uns, da sein müsste, da "Worst Enemy" jetzt ein Jahr her ist und ihnen der Abstand, einfach zu lange erschien. Also mussten wir uns im Oktober '01 entscheiden, ob wir diesen Auftrag annehmen, oder nicht. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir gerade mal 4 fertige Songs am Start, weil der eigentliche Termin, ins Studio zu gehen, für den Mai '02 vorgehen war. Ein Studio war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht gebucht, denn unser Stammproducer Andi Classen war für den Monat Dezember '01 ausgebucht und wir mussten im Dezember '01 ins Studio gehen, damit die CD im Kasten war und noch genügend Vorlaufzeit für die Promotion da war, denn die Platte hatte den Veröffentlichungstermin 25.03.02.Wir fanden in Frankfurt ein passendes Studio, wo auch, zum Glück, noch ein Termin im Dezember ´01, frei war. Wir machten ein Termin klar und nahmen somit den Auftrag an und fingen an, wie die verrückten zu proben, um im Endeffekt 6 weitere Songs entstehen zu lassen, von denen wir so überzeugt, wie noch nie waren. Wir sind auch ein wenig stolz, das wir, in dieser kurzen Songwritingphase, unter diesem Druck, es geschafft haben, solch eine Leistung vollbracht zu haben.

Träumt Ihr von einem Leben als Berufsmusiker oder denkt Ihr das ist die falsche Sparte dafür?

Wir arbeiten hart daran und verfolgen dieses Ziel immenser, denn je zuvor. Wir könnten, denke ich mal, noch viel kreativer, effektiver an Disbelief arbeiten, wenn wir unsere Jobs an den Nagel hängen könnten, um uns voll und ganz, auf Disbelief zu konzentrieren. Wir werden sehen, was passiert?!

Ich halte Euer Album für sehr abwechslungreich, seid Ihr eine Band wo alle zum Songwriting beitragen?

Bei "SHINE" war es wieder so, wie auch schon bei "Worst Enemy", das unser Bassist Joe, für alle Songs, der Ideengeber war. Bei uns ist das so, das Joe sich im Proberaum verschanzt und dort Tapes aufnimmt, die er uns dann überreicht. Auf diesen Tapes, sind dann Rohversionen von kompletten Songs. Mit diesen Tapes bewaffnet, gehen wir dann nach Hause, hören und studieren diesen Stoff durch und treffen uns dann wieder im Proberaum, um gemeinsam an der Struktur der Songs zu arbeiten, bis jeder, mit dem Resultat vollends zufrieden ist. Ich denke mal, das bei unserer nächsten CD, auch unser Gitarrist Jan-Dirk, sich am Songwriting beteiligen wird, denn jetzt dürfte er reif genug sein, denn mittlerweile hat er den Geist von disbelief, in sich eingesogen.

Aus eurer Musik höre ich auch genrefremde Einflüsse heraus, wie siehst Du Euren Sound?

Mit unserer neuen CD "SHINE", haben wir uns soundtechnisch, im Vergleich zu "W.E." sehr geöffnet. Wir wollten weg, von diesem typischen Metal Sound. Es fängt an, das z.B. das Schlagzeug mit sehr wenig Effekten bedacht wurde, was einen sehr warmen Sound zur Folge hatte, was uns sehr gut gefällt. Die Gitarren sind nicht großartig gedoppelt und klingen daher sehr direkt und man kann jeden einzelnen Ton hören. Die Gitarren kommen diesmal direkter aus den Boxen und man muss nicht mehr erahnen, was die Gitarren da machen. Im Endeffekt ist der Sound, eine superedle Version, unseres Proberaumsounds, perfekt.

Disbelief ist eine Death-Metal Band ohne Klischees: kein Posing, kein Gore, kein Satan. Dadurch hebt Ihr Euch von der Masse ab, Ihr seid echt und das sieht man. Wie stehst Du zu Klischees im Metal?

Ich glaube, das ist unser Image, das alles ehrlich und echt ist, was du bei disbelief zu hören und zu sehen bekommst. Wir lachen uns einen, über Bands, die sich anpinseln und so böse sind und im Endeffekt klingen sie, wie ein Hasenfurz, was die Härte betrifft. Genauso Bands, die sich in der Vergangenheit wühlen und Musik machen, die sich total antiquittiert anhört. Den Bands, denen sie nacheifern, natürlich auch mit den Klischees, kann man das noch verzeihen, aber in der heutigen Zeit, wirkt das für mich doch eher lächerlich.

Erzähl doch Bitte von den Texten!

Unsere Texte sind zu größten Teil, ein Spiegelbild der Realität. Auf "SHINE" verarbeiten wir Themen, wie: Sehnsucht nach Geborgenheit, Hektik in der heutigen Zeit, Überlebenskampf, Selbstfindung, verrückte Menschen, die ein Leben führen, in dem es nur um Gott, Krieg und Unterdrückung geht, Gesicht zeigen, Musik als Eigentherapie, Selbstüberschätzung gegenüber den Schicksalen des Lebens.

Welche Aktivitäten ausser der No Mercy Tour stehen dieses Jahr noch an?

Wir werden auf einigen Sommer Open-Airs vertreten sein, wobei das Summer Breeze im Moment, das größte davon ist. Einzel - Gigs stehen schon viele fest und es kommen noch mehr dazu, immer aktuell nachzulesen auf unserer Homepage: www.disbelief.de. Evtl. eine zweite Tour im Herbst und eine Tour mit Sacred Sin (POR) ist für Ende Okt/Nov. geplant. Wir geben Gas und hoffen natürlich, auf die Fans, das sie zahlreich zu unseren Einzelgigs kommen, denn dort haben wir eine längere Spielzeit und können den Fans noch mehr bieten.

In letzter Zeit wird viel gecovert , auch in der Metalszene, wie stehst Du dazu, habt Ihr ausser dem Maiden Tribute Cover Songs aufgenommen ?

Bis jetzt waren wir auf folgenden Tribute - Samplern vertreten: SCORPIONS - Coast to Coast / ACCEPT - Dogs on Leads / IRON MAIDEN - Stranger in a Strangeland. Ein weiterer Sampler (SLAYER) war in Planung, wofür wir extra im Studio waren, um "SPILL THE BLOOD" einzuprügeln. Leider wird dieser Sampler nicht veröffentlicht werden, denn unsere Version von "SPILL THE BLOOD" ist doch wirklich fett geworden. generell halten wir nicht so viel von solchen Samplern, da die meisten Bands, die darauf vertreten sind, versuchen die Songs, die sie covern, so perfekt wie möglich nachzuspielen. Unser Anliegen ist, wenn wir schon eine Coverversion machen, den jeweiligen so klingen zu lassen, als wäre er ein eigener Disbelief - Song. Vielleicht hängt das davon ab, das die meisten Bands keinen richtigen eigenen Stil haben und so praktisch dazu gezwungen sind, die Songs, die sie nachspielen, wie im Original klingen zu lassen, nur mit dem Nachteil, das die Originale immer besser sind. Übrigens wird es alle Coverversionen, also auch Slayer auf unserer Homepage zum Downloaden geben, so watch out!

Das ist eine feine Sache! Gorefest (Rip) war die erste Death - Metal Band mit Live Platte. Was denkst Du über Live Platten im extremen Metal- Bereich, macht das Sinn oder doch lieber Klassiker Bands wie Maiden & Co.?

Wir behalten dieses Thema für uns, auf alle Fälle im Auge.Wenn wir Live-Aufnahmen machen sollten, die auf eine Live - CD sollten, dann müsste der Sound, genau dieses Live - Feeling wiederspiegeln und das gibt es in der Zukunft zu ergründen, ob das bei uns möglich.

Die Zukunft wird zeigen ob sich diese talentierte Band durchsetzten kann. Zu gönnen wäre es ihnen!

www.disbelief.de

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