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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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TANKARD
Die Macht vom Main
Matthias Decklar
www.tankard.info


Die Wacht am Rhein wrden die bierseligen Mannen aus Hessen sicherlich auch halten, doch haben sie sich in 25 Jahren niemals verbiegen lassen und den deutschen Thrash immer wrdig vertreten. So hat sich letztendlich nicht die Frankfurter Eintracht als die groe Konstante in Mainhattan erwiesen, sondern ein Huflein spaorientierter Musiker, die mit Album Nummer 15 auf ihre groen Klassiker zurckblicken und auf ein Vierteljahrhundert Musikbusiness, in dem sie mittlerweile wieder eine tragende Rolle spielen. Frontmann Gerre, der zusammen mit Udo Dirkschneider und Totengrber Chris das unverwstliche Metal-Dreigestirn Deutschlands bildet, nahm sich in stressigen Tagen etwas Zeit fr uns, um einen kleinen Rckblick zu halten.

Tankard

Gerre, httest Du in der Mitte eurer Karriere, so um das Jahr 1995 gedacht, dass ihr 2007 wieder so dicke im Geschft sein wrdet?

Nie und nimmer, ehrlich gesagt! Allerdings haben wir uns damals wie auch heute auch nicht sonderlich drum gekmmert, was einmal sein wird. Bei uns stand und steht der Spa nach wie vor im Vordergrund, deshalb gab es auch nie Diskussionen, das Handtuch zu werfen, obwohl wir 1998 z. B. nur drei Gigs im Jahr spielten!

Ihr habt euer Ding immer konsequent durchgezogen und nicht gro nach Trends geblickt. Hat euch diese Haltung den Spa an TANKARD bewahrt, oder hast Du auch irgendwann mal daran gedacht, die Band zu Grabe zu tragen?

Nein, nein so schnell sind wir nicht tot zu kriegen, was uns am Leben hlt ist wie gesagt der Spa, wenn der mal wirklich weg sein sollte, ist es zeit zu gehen und Platz fr jngere Bands zu machen. Das sehe ich aber noch lange nicht, ganz im Gegenteil: wir sind momentan so geil drauf, insbesondere noch in Gegenden zu spielen, wo wir noch nie waren: Russland, Sdamerika, etc. Da gibt nmlich immer noch Biersorten, die wir noch nie getestet haben...

Ich glaube, da gibt es nicht viel Bier und bei euren gewohnten Mengen, knnte euch der Wodka umbringen!
Der Einstieg von Andy Gutjahr ist fr mich rckblickend eine wichtige Personalentscheidung gewesen, die TANKARD musikalisch unheimlich viel gebracht hat. Siehst Du das hnlich?

Ja klar, es hat zwar ein bisschen gedauert, bis er seinen eigenen Stil mit in die Band gebracht hat, aber im nach hinein betrachtet, hat uns sein Einstieg mehr als weiter gebracht!!! Er schreibt klasse Songs und hat TANKARD mehr als seinen Stempel aufgedrckt! Als wir uns fr ihn entschieden hatten, dachten wir jedoch, das wre ein ruhiger Zeitgenosse; da haben wir uns allerdings reichlich getuscht, der ist zum Teil noch chaotischer als wir.

Ihr seid eine der aktivsten Bands auf dem Livesektor. Es gibt zahlreiche Bands, die sich mittlerweile auf der Bhne sehr rar machen und auf ihre CDs setzen. TANKARD ist aber ein ultimatives Liveerlebnis, da tritt die CD etwas in den Hintergrund. Wie lange traust Du euch diesen Konzertmarathon noch zu?

Tankard

Nun ja, Konzertmarathon ist doch etwas bertrieben bei ca. 30 Shows im Jahr. Ich sehe das so: TANKARD ist in erster Linie eine Liveband, 'ne fertige CD-Produktion in den Hnden zu halten ist zwar auch geil, aber Studio ist Pflicht und live ist die Kr! Also wenn wir gerufen werden, dann kommen wir, und vielleicht gibt es ja auch wieder mal meine legendren Purzelbume.

Der Titel des letzten Studioalbums wurde ja vom Ausspruch "The Beauty And The Beast" abgewandelt. Bist Du auf der Bhne das Beast und ansonsten privat und beruflich eher der Beauty?

Hahaha, von Beauty kann bei uns nun wirklich nicht die Rede sein, wir sind immer noch stolz drauf, Deutschlands hsslichste Metalband zu sein!!! Ich kann privat auch eher schon wild sein, aber im Grunde unserer Herzen sind wir eigentlich ganz liebe Jungs...

Zum Jubilum gibt es nun ein Album, welches die Klassiker wie "Zombie Attack", "(Empty) Tankard" oder "Beermuda" in neuen Versionen enthlt. Was war das fr ein Gefhl, die alten Gassenhauer im Studio noch einmal einzuprgeln. Textlich gesehen sind gerade die Frhwerke ja keine Shakespear-Lyrik.

Das hat schon tierisch Spa gemacht, den alten Kram neu einzuspielen, fr den Andy war es mit am meisten Arbeit, da er sich doch noch einiges draufschaffen musst. Nun ja und ber die Texte unserer Frhphase sollte man sowieso den Mantel des Schweigens legen...

Eine weitere Version der CD beinhaltet ja zahlreiche Tribute-Beitrge anderer Bands, die sich in eurem Backkatalog austoben. Fhlt man sich da geehrt?

Mehr als geehrt, insbesondere dass so viele Bands von sich aus angefragt haben, ob sie bei diesem Projekt mitmachen knnen, denn mehr als ein paar Freibier konnten wir aufgrund unserer finanziellen Engpsse nicht rausrcken.

Erzhl uns doch zum Schluss noch eine witzige Anekdote, die typisch fr TANKARD on Tour ist.

Tankard

Unser Gitarrist Andy musste sich schon mehrfach auf der Bhne bergeben, angeblich weil er seine Haare verschluckt hat, wer es glaubt wird selig.

Dem ist dann ja wohl nichts mehr hinzuzufgen. Witzigerweise kann ich zu dieser letzten Stellungnahme anmerken, dass Andy und Schlagzeuger Olaf beim Gig auf der HEADBANGER'S NIGHT 4 stocknchtern waren, da sie die Fastenzeit hielten. Auf der Bhne war allerdings in keiner Weise zu erkennen, dass nur Gerre und Frank den Sieg der Eintracht gegen die Bayern exzessiv gefeiert hatten. Die Band prsentierte sich in bester Verfassung und gab 100 Minuten Vollgas, mit einer Spielfreude, die ich nchtern nicht an den Tag legen knnte.
Hoffentlich bleiben uns die Frankfurter Biervernichter noch lange erhalten und liefern in schner Regelmigkeit Killeralben wie "The Beauty And The Beer" ab. Live sind die Hessen ohnehin nicht zu schlagen und ich denke, dass jeder, der niemals ein TANKARD-Konzert gesehen hat, etwas in der Metalwelt verpasst hat.
In diesem Sinne erheb ich meinen Knig Ludwig Krug, flle ihn etwas blasphemisch mit Henninger Bier und leere ihn in einem Zug auf eine Band, die sich nie hat verbiegen lassen. Wenn ich das von meinem anderen Heroen aus San Francisco doch auch sagen knnte... Cliff, rest in peace... and justice for all...

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