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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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DEBAUCHERY
Blut For The Blutwurst
David Lang
www.debauchery.de


Debauchery lediglich als die deutsche Antwort auf Six Feet Under abzutun wre mehr als unfair und sptestens mit ihrem neuen Werk "Back In Blood" zeigen Mastermind und Snger Thomas und seine Mannen allen Neidern wie zeitloser, grooviger und mitreiender Death Metal zu klingen hat.
Ich unterhielt mich (via Mailverkehr) mit dem "Bloodgod" ber das neue Album, AC/DC und die Vorteile einer Alleinherrschaft.

Hallo Thomas!
Zunchst mal die Frage nach dem Line-Up, welches mir in den letzten Jahren wenig stabil schien. Woran lag's? Die berhmten persnlichen oder musikalischen Differenzen? Hatten die andern schlichtweg keine Zeit mehr fr die Band oder bist du am Ende gar ein kleiner Diktator oder Kontrollfreak?
Wenn man bedenkt, dass du das Debt "Kill, Maim, Burn" damals komplett im Alleingang gemacht hast, drngt sich der Gedanke ja fast schon auf.


Hi, am Anfang hab ich leider keine Leute gefunden und dieses ewige im Proberaum versauern und auf den groen Durchbruch warten ging mir voll auf den Sack. Also hab ich einfach eine CD alleine aufgenommen. Aber auch danach war es schwierig jemanden zu finden, der sich richtig fr die Band einsetzen wollte. Dani war der einzige, der auch Ambitionen hatte. Er fand zwar die Musik von mir scheie, aber dachte dass man mit mir halt weiter kommen knnte. Aber ihm ging es nie um die Musik. Die meisten anderen die mal mitgespielt haben, fanden meist die Live Konzerte das Verlockende.
Inzwischen ist es egal. Ich hab jetzt schon die vierte CD im Alleingang aufgenommen, irgendwann gewhnt man sich dran. Alles Organisatorische was so anfllt mach ich auch allein. Es ist zwar viel Arbeit, aber man hat wenig Stress. Kein doofes Rumgenerve oder so, kein Streit. Und live hab ich inzwischen ein cooles Team, alles sehr fhige und nette Leute, fest einsteigen knnen sie leider nur aus Zeitgrnden nicht.

"Back In Blood" ist einerseits Debauchery pur, auf der anderen Seite hrt man neben den altbekannten Growls und Grooves auch einige frische Zutaten. Besonders fallen da die Amon Amarth Anleihen im Opener auf. Ich war erst etwas irritiert, fand den Song dann jedoch erfrischend. Das ganze bringt Abwechslung in die Sache. Das A-Team Thema im Song ist mit Absicht drin?

Amon Amarth? A-Team? Amon Amarth kenn ich nur vom Namen. Die sind ziemlich angesagt oder? Und A-Team Thema, keine Ahnung, vielleicht Zufall, hab das frher oft angeschaut, als ich noch klein war. Vielleicht hat sich das Motiv so im Unterbewusstsein eingeprgt. Msste es mal wieder hren. Dachte eigentlich bei dem Anfangs Riff vom Opener eher an "Crusader" von Saxon oder "Hells Bells" von AC/DC. Dann geht es im Song aber eigentlich mit gewohntem Debauchery Zeugs weiter.

Stichwort AC/DC. Nicht nur titeltechnisch gibt es auf "Back In Blood" eine Verneigung vor den Australiern. Angus und Co. sind ber das komplette Album immer wieder auszumachen.
Gibt es da eine besondere Affinitt zu den Eukalyptus-Rockern? Bist du gar ein Die Hard-Fan?


AC/DC sind fett. Die wohl beste Band aller Zeiten. Wegen Angus hab ich mit 15 angefangen Gitarre zu spielen. Deshalb sind schon immer ein paar Hard Rock Riffs auf jeder Debauchery CD. Dass es diesmal mehr auffllt, liegt nur daran, dass mit dem Album Titel darauf hingewiesen wird. Beim letzten Album gabs zum Beispiel den Song "Death Metal Warmachine", davor den "Wargrinder" etc., die haben auch alle Hard Rock Riffs.
Diesmal fllt die hnlichkeit zu AC/DC vielleicht auch besser auf, weil ich unter anderem einen Marshall JCM 800 mit AC/DC Sound genommen hab - z.B. beim Anfang von "Butcher Of Bitches".

In der Tat fllt es bei genanntem Song besonders auf. Sptestens jetzt drften dann auch die ewigen Vergleiche mit Six Feet Under aufhren. Deren "War Is Coming" habt ihr diesmal durch den Cover-Fleischwolf gedreht (super Idee auch um Nrglern sofort das Wasser abzugraben ; )) und heraus gekommen ist laut Info die Chill Out Version (habe auf meiner Promo leider nur 3 Cover-Versionen). berhaupt fllt auf, dass ihr entgegen der Wirkung, die eure neuen (blutigen) Promopics suggerieren, doch einen sehr coolen Sinn fr Humor habt. Ist mir direkt zigfach sympathischer als Evil Poser, die zum Lachen in den Keller gehen. Eine reine Cover (Bonus) CD mit Songs die man so bestimmt noch nicht gehrt hat. Was brachte dich dazu gerade dieser, doch ziemlich exotisch anmutenden (u.a. Genesis und die Beatles) Songauswahl?

Also erst mal wollte ich wieder irgendwas Besonderes fr die neue CD. Eine DVD gabs letztes Mal und ich hatte auch kein Material mehr fr noch eine neue. Also dachte ich eine Bonus CD mit Coversongs wr irgendwie cool. Die Nrgler drehen einem natrlich einen Strick draus: Haben Debauchery keine Ideen mehr, ist ja das gleiche wie bei SFU. Aber drauf geschissen. Ist ja ein Bonus und covern tun nun mal viel Bands.
Die Auswahl sind einfach ein paar meiner Favourites. Alles auer AC/DC, die gibts ja schon zu genge als Death Metal Version :-) Persnlich gefllt mir "Heavy Duty" am besten, von Judas Priest. "War Is Coming" von SFU gibts als Akusikversion. Es ist also Querbeet durch meinen eigenen Musikgeschmack. Ich kam mit ganz vielen mglichen Songs ins Studio und hab dann mit Dennis Ward eine Auswahl getroffen, was wohl am besten umzusetzen sei. Das SFU Lied war das letzte, das war ganz spontan, ich hab mir einfach die Akustikgitarre gekrallt, und raus kam dann die Chill Out Version.

Ohne schleimen zu wollen, aber SFU hast du meiner Meinung nach schon mit "Torture Pit" berholt. In meinen Augen bleiben Debauchery im Grunde sich selbst und ihrem Stil stets treu, bauen diesen jedoch auch immer wieder ein wenig aus. Die letzten SFU Alben hatten immer was von Stagnation, wenn nicht sogar Rckschritten. Euer (oder vielmehr dein) neues Album ist enorm abwechslungsreich, macht Spa und lsst sich wunderbar am Stck hren. Wie erklrst du dir, dass dein Sppchen, trotz im Grunde gleich bleibender Zutaten, nach wie vor so gut schmeckt?

Erst mal vielen Dank. Ich versuche immer etwas dazu zu lernen. Die Zusammenarbeit mit guten Leuten, wie Dennis Ward, hilft ungemein. Die geben einem Tipps, wie man das Songwriting verbessern kann usw. Also werden die Songs immer fetter und ich kann die Ideen, die ich hab, besser umsetzen.
Auerdem gebe ich mir Mhe, dass jedes Album abwechslungsreich ist. Es gibt ein paar schnelle Speed Metal Nummern, was Grooviges, was Atmosphrisches mit Keyboards, Akustik etc.
Ich hab noch nie verstanden warum Death Metal schnell und kompliziert oder langsam oder dies und das sein muss. Eigentlich ist es einfach Metal-Musik. Manowar oder Judas Priest machen doch auch alles Mgliche. Schnelle Songs und langsame und alles zwischen drin usw. Ich will gute Songs machen. Es gibt dafr keine Regeln und man muss sich auch nicht irgendwie einschrnken lassen.

Und manchmal darf man sich auch wiederholen ; )
Back In Blood beispielsweise ist ja vom Aufbau her quasi "Blood For The Bloodgod 2". Kickt aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen sehr ordentlich.
Noch irgendwelche letzten Worte?

Genau, man muss den Metal ja nicht neu erfinden. Was vor 20 Jahren funktioniert hat funktioniert heut immer noch :-) Sonst noch vielen Dank fr das Interview. Kauft alle die neue "Back In Blood" CD damit ich reich werde, kommt alle auf die Debauchery Konzerte, um zu zerstren und dem Blood God zu huldigen, und trinkt viel Whiskey...Blood For The Blood God!

Danke Thomas! Viel Spa und Erfolg bei der Tour! Vielleicht luft man sich ja nochmal bern Weg. Wrd mich freuen. Greetz und Gute Nacht!

Gleichfalls, bis dann....
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