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20. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THE POODLES
Glücksbringer braucht der Schwede
Thorsten Dietrich & Sabine Jordan
www.poodles.se


Glück im Unglück hatten THE POODLES gleich beim Tourstart auf dem Weg nach Deutschland, als der Tourbus bei einem Ausweichmanöver auf glatter Straße auf einen LKW auffuhr. Wir sind sehr froh, dass es alle unversehrt nach Deutschland geschafft haben und nun guter Dinge die Tour mit HAMMERFALL und den Feldzug durch Europa fortzusetzen.
Wir bombardierten Jakob (Gesang), Pontus (Bass) und Christian (Schlagzeug) mit einer Menge Fragen, die freundlich und meist sehr ausführlich beantwortet wurden. Leider war das Stimmengewirr im Cateringbereich auf dem Band sehr schwierig aufzudröseln, so dass wir nicht mehr immer alles eindeutig zuordnen konnten.

Also, jetzt seid ihr in Deutschland, wo es gerade überaschend saukalt ist. Ist es kälter als in Schweden?

Jakob: Ja, wir hatten Berichte von Zuhause, dort ist es frostig, weniger als zehn Grad kalt und es liegt viel Schnee. Es ist echt okay hier. Wir hatten nur eine wirklich schlechte Anreise, ich weiß nicht, ob ihr es gehört habt. Wir hatten einen Unfall auf dem Weg hierher.

Ja, was ist denn genau passiert?

Jakob: Wir hatten einen Fahrer, der besser nicht hätte fahren sollen. Es war wirklich glatt auf der Straße und er ist zu schnell gefahren.

Fühlt ihr euch jetzt überhaupt noch sicher, wenn ihr mit dem Bus unterwegs seid?

Jakob: Mal so, mal so, aber es ist okay. Wir haben jetzt einen Fahrer, der etwas vorsichtiger ist. Weißt Du, jetzt fühlen wir uns viel besser.

Wurde keiner verletzt? Ich habe beim Rock Hard gelesen, dass jemand verletzt wurde.

Jakob: Ja, der Busfahrer. Sie mussten ihn herausschneiden. Er war zwischen den Lenkrad und dem Armaturenbrett eingeklemmt. Uns geht es gut und wir sind froh darüber.

Wir sind froh, dass ihr jetzt sicher und unbeschadet hier seid.
Vielleicht fangen wir einfach mit ein paar Fragen zu Eurem Album an. Von den Bandfotos auf dem Cover dachte ich eigentlich ihr seid eine Poserrockband, die den Fußstapfen von Bands wie THE DARKNESS oder WIG WAM folgt. Aber ihr habt mehrere Einflüsse. Was sind denn eure größten Einflüsse?

Jakob: Nun, wir haben einen sehr weiten musikalischen Hintergrund. Meine Mutter ist Dirigentin und arbeitet mit klassischer Musik, mein Bruder ist ein Musikkünstler und wir spielen schon so lange Hardrock. Aber wir lieben alle gute Musik, alles von Peter Gabriel, Sting und IRON MAIDEN zu LED ZEPPELIN. Deswegen ist das schwierig zu sagen, ich habe keine wirklich klaren Einflüsse, so das ist genau "das". Aber was mir viel bedeutet sind DIO und BLACK SABBATH. Und ich glaube wir sind etwas zu jung für LED ZEPPELIN und diese Art von Musik, wie natürlich DEEP PURPLE und all diese klassischen Denkmale im Hard Rock. Und wenn wir jetzt einen Song schreiben geht alles von einem guten Song aus und ich versuche starke Melodien auf Hardrock-Art in den Songs zu haben.

Und warum nennt ihr euch POODLES?

Christian: Hahaha. Weil jede erfolgreiche Band ein Tier in ihrem Namen hat. Wie die SCORPIONS, DEF LEPPARD, WHITESNAKE, WHITE LION, GREAT WHITE, und THE BEATLES.

Jakob: Aber POODLES ist bei uns Zuhause in Schweden ein Spitzname für diese Art von Musik. Es heißt Poodle Music, eben für die langhaarigen Hardrock-Fans. Und dieser Spitzname für diese Art von Musik hat uns einfach begleitet und wir hatten vor längerer Zeit die schlaue Idee: "Lasst uns die Band THE POODLES nennen!" Und dann hat es uns einfach festgehalten durch das Album und dem Wettbewerb, weil es ein Name ist an den man sich erinnern wird. Ich denke ein guter Name, ist einer an den man sich erinnert. Und was für ein Name ist DEEP PURPLE oder LED ZEPPELIN? Die wurden so cool, weil die Typen in der Band so cool sind und sie so coole Musik spielen.

So und ihr habt einen coolen Namen und spielt keine coole Musik? Nein, ich mag eure Musik wirklich sehr gerne. Wo habt ihr denn den Hund her, den man im Video und auf dem Cover sehen kann?

The Poodles

Jakob: Oh, wir hatten so um die 15 Hunde im Studio. Es war ein Durcheinander. Es war ein Durcheinander wie in der Hölle.

Glaubt ihr an Glücksbringer?

Jakob: Ja. Ja ich glaube schon. Aber wir sind nicht abergläubisch und unterschreiben mit unserem Blut. Nicht wie MANOWAR... Wir haben jetzt kein Maskottchen dabei, vielleicht sollten wir einen Drachen auf der Bühne haben, ja ich denke ein Drache auf der Bühne wäre cool (lacht).

Ihr habt viel Erfolg in Eurem Heimatland. Hat sich dadurch irgendwas für euch verändert?

Pontus: Oh, ja der Erfolg. Der Erfolg hat einiges verändert für die Band und auch für uns persönlich. Die Hälfte der schwedischen Bevölkerung hat uns gesehen und bis dahin hatten wir fünf oder sechs wirklich große Fernsehshows, das war eine Belastung und ein Tourplan, der nicht aufhörte.

Jakob: Wir haben sehr hart gearbeitet das letzte Jahr. Aber dahinter steckt eine gute Absicht und wir lieben es.

Und jetzt seid ihr bereit den Rest von Europa zu erobern.

Jakob: Ja, definitiv. Deswegen sind wir hier. Das Beste was passieren konnte war diese Tour. Wir haben fünf neue Songs für das nächste Album aufgenommen und wir haben insgesamt 13 Songs für das nächste Album ausgewählt. Wenn wir von der Tour kommen werden wir direkt wieder ins Studio gehen und den Rest des Albums aufnehmen. Danach werden wir weitermachen mit dem Touren und irgendwann im Herbst wird das nächste Album erscheinen.

Wie sieht's mit dem Songwriting aus? Bei diesen Album hattet ihr ein paar Songschreiber. Habt ihr auch Songs selbst geschrieben?

Jakob: Ja, wir haben auch einige Songs für das aktuelle Album selbst geschrieben. Beim letzten Mal haben wir eben auch ein paar Songs ausgewählt, weil es wichtiger war das beste Album aufzunehmen, als unbedingt nur eigene Songs zu haben. Es war einfach das Ding, das wir ein großartiges Album machen wollten. Und das machen wir auch dieses mal. Wir haben viele Songs geschrieben, oder wir haben sie zusammen mit anderen Leuten geschrieben. Und das nächste Album wird ebenfalls ein fantastisches Album werden. Deswegen werden wir diesen Geist bewahren einfach gute Songs zu haben, egal wer sie geschrieben hat.

Ihr scheint ausdrucksstarke Titel zu mögen, wie "Metal Will Stand Tall". Das sieht ein bisschen so aus wie MANOWAR oder DREAM EVIL oder so was in die Richtung. Dann covert ihr 80er Songs wie "Dancing With Tears In My Eyes", da treffen ja zwei Welten aufeinander!

Jakob: Ja, aber das ist was uns dem macht was wir sind. Auf "Metal Will Stand Tall" hatten wir Unterstützung von Alcazar, einer schwedischen Discoband. Wir mögen einfach die Widersprüche dazwischen. Bei "Song For You" singt mein Bruder klassische Parts. Wir mischen gerne, das macht es interessanter. Das nächste Album wird wirklich hart und wirklich soft. Wir mischen, wie viele andere die uns beeinflusst haben von ZEPPELIN zu PURPLE, die akkustische Instrumente mit harten Sachen mischten.

Manche Leute werden sagen ihr seid eine Comedy Band, weil ihr euch wie die 80er-Bands stylt. Da gibt es auch Bands in Deutschland, oder die Jungs aus Norwegen, WIG WAM, die noch ein Stück verrückter mit den Outfits sind. Lauft ihr privat auch so herum, oder ist das nur für die Bühne?

The Poodles

Jakob: Schau Dir die Show heute Abend and und ich denke nicht, dass Du das noch fragen musst. Nein, das ist kein Witz. Wir waren so schon die ganzen Jahre, über unsere ganze musikalische Karriere. Das ist was wir tun und getan haben. Darin wirst du eine klare Linie sehen. Das ist einfach echt.
Und ich mochte schon immer Drogerien. Ich will eine Ikone sein, ein bisschen größer im Licht. Ich finde Rockstars sollten nicht so aussehen wie der Typ, der meinen Pool reinigt, die sollten schon richtig cool aussehen. Deswegen sehe ich mir auch eine Show an, ich will unterhalten werden. Schau' Dir alles von David Lee Roth zu IRON MAIDEN, oder Bon Jovi, oder so, die werden Dich immer unterhalten, das ist ein großes Ding. Die Selbstdarstellung macht einen großen Teil unseres Jobs aus. HAMMERFALL ist ein gutes Beispiel. Das ist wie ein Rocktheater. Ja. Die haben da ein Theater ablaufen, die setzen eine Show auf. Das ist auch sehr wichtig finde ich.

Diese Tour vereinigt verschiedene Stile: klassischer Hardrock, die nächste Generation und die Jungs, die Heavy Metal in den Neunzigern zurückgebracht haben, HAMMERFALL. Denkst Du es ist eine gute Mischung?

Pontus: Ja. Ich habe Kommentare aus - ich denke es war - Kopenhagen gehört, jemand hat auf unsere Homepage geschrieben, dass das die besten 40 Mäuse waren, die er jemals ausgegeben hat. Ich denke viele Leuten fanden, dass Sie viel Hard Rock und Metal für ihr Geld bekommen haben. Ja, es war großartig und es war voll, sogar schon wenn wir auf die Bühne gehen. Das ist nämlich ein Alptraum, denn Du hast wenn Du als Opener auf die Bühne gehst und nichts los ist, das ist kein Spaß. Aber bist jetzt hatten wir großes Glück.

Ihr erreicht auch ein breites Publikum. Ich mag eure CD wirklich und ich spiele sie anderen Leuten vor, die nicht unbedingt Hardrock mögen, wie mein Arbeitskollege, der nur Radio hört, oder meiner Schwester.

Pontus: Ja, wir bekommen einige allgemeine Reaktionen, wie "Ich mag kein Hardrock, aber ich mag eure Sachen". Da haben wir's: Wir sind Hard Rocker, wir spielen Hard Rock, das ist was wir tun, auch wenn es sehr melodisch ist. Es gibt wenige Musikrichtungen, zu denen es so viele voreingenommen Gedanken gibt, wie Hard Rock. Wenn wir dann eine Show spielen und sehen die Leute erst, dass es doch gut ist. Ich hab's euch gesagt! Ich hab's euch gesagt!

Was denkt ihr, einige Leute haben in den Neunzigern gesagt, dass Hard Rock altmodisch ist. Ich denke, dass Hard Rock niemals altmodisch ist. Fans kommen und gehen.

Pontus: Ja, Fans kommen und gehen und wie Du sagst Hard Rock ist nie altmodisch. Und zumindest Zuhause in Schweden sehen wir dass es eine neue Generation von jungen Hardrockern gibt. Das ist sehr schön.
In den großen Städten spielen wir einmal tagsüber und einmal abends. Es gab soviele Kinder, die die Show sehen wollten, und die dürfen nicht zu den Shows am Abend. In Schweden hatten wir so tatsächlich die Möglichkeit Metal und Hard Rock ins Leben und in große Fernsehshows zu bringen. Das war eine wirklich großartige Gelegenheit für uns.

Stichwort Eurovision Song Contest 2007. Wer kommt aus Schweden?

Pontus: Wir hoffen THE ARK, sie sind eine gute Band und großartige Menschen. Aber wir wissen es nicht.

Denkt ihr dass die skandinavischen Länder Hard Rock-Bands ins Rennen schicken werden?

Nein, sie haben keine. Nicht in Schweden. Es sind keine Hard Rock-Bands im schwedischen Wettbewerb für den Song Contest.

Und Norwegen?

Pontus: Ich weiß nicht, wir werden sehen. Ich denke, dass dieses Jahr einige Länder etwas mehr Bands in Richtung Rock-Musik schicken werden.

Aber definitiv nicht aus Deutschland!

Pontus: Ja. Deutschland hat echt immer die schlimmsten Teilnehmer.

Jakob, ich habe gelesen, dass Du Schlagzeug bei TALISMAN gespielt hast? Wie bist Du zum Singen gekommen?

Jakob: Ja. Ich habe die ersten Touren und Alben mit TALISMAN gemacht und ein paar Gesangsjobs nebenbei gemacht. Ich habe einfach die Möglichkeit genutzt, als mir bewusst wurde, dass ich eine Chance hatte als Sänger zu bestehen und dann habe ich diese Entscheidung getroffen, weißt du. Das ging sehr schnell, wie: Ok, das ist es! Und ich kam mir wie ein Idiot vor, weil ich es jedem erklären musste und sich alle gewundert haben. Auf auf lange Sicht gesehen muss man eben tun, was man denkt. Es hat Spaß gemacht.

Christian: Ich will auch Sänger werden!

Jakob: (lacht) Vielleicht kannst Du das eines Tages.

Phil Collins war auch Drummer.

Jakob: Ja, ziemlich viele Drummer sind Sänger geworden.

Fazit: Nette Jungs, gute Band. Aus denen wird mal was, nicht nur in Schweden. Ganz sicher!

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