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17. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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HARTMANN
My "Home" is my castle
Matthias Decklar
www.oliverhartmann.com


Nachdem der letztjhrige Erstling von Oliver Hartmann in Szenekreisen hoch gelobt wurde, erscheint Ende Januar sein Zweitwerk "Home", welches nahtlos an das Debt anknpft. HARTMANN steht fr abwechslungsreichen (Hard)rock, der im Fahrwasser amerikanischer Gren nicht untergeht, sondern seine eigene Spur gefunden hat. Bandleader Oliver stand mir zu Beginn des Jahres fr ein paar Fragen zur Verfgung.

Hallo Oliver,
bei der Vielzahl der Verffentlichungen in letzter Zeit, ist mir Dein Debt leider durch die Lappen gegangen. Erst durch "Home" wurde ich auf Deine neue Band aufmerksam. Ist es tatschlich eine Band oder nur ein Projekt?

Hartmann

HARTMANN begann mit "Out in the cold" eigentlich als Sologeschichte, obwohl Armin Donderer (Bass)und Jrgen Wst (Keys) da bereits mit im Boot waren, wenn auch erst nur als reine Studiomusiker. In erster Linie war es mir natrlich schon wichtig nach den ganzen Jahren bei AT VANCE und anderen Projekten etwas wirklich Eigenes auf die Beine zu stellen, was musikalisch 100%ig mein Ding ist und ohne dabei viele persnliche und musikalische Kompromisse einzugehen. So bin und war ich zwar bis dato alleiniger Songwriter des Ganzen, war aber nie darauf aus, alles im kompletten Alleingang zu machen und habe somit auch HARTMANN durchaus immer als Band gesehen - und das nicht nur im Livebetrieb. Aus diesem Grund war ich auch fr "Home" mit der gesamten jetzigen Live-Bandbesetzung im Studio, was der ganzen Produktion sehr gut getan hat.

Wie wrdest Du die Unterschiede zum Erstling beschreiben?

Musikalisch habe ich denke ich mit "Home" dort angeknpft, wo ich mit "Out in the cold" aufgehrt habe. Der eigentliche Unterschied liegt allerdings genau in dem Punkt, den ich gerade beschrieben habe, nmlich dem Recording mit einer kompletten Band. Dadurch, dass wir letztes Jahr live u.a. mit TOTO unterwegs waren, hat sich auch bei den Songs von "Out in the cold" durch das Zusammenspielen der Band ein eigener Sound entwickelt, der einfach wesentlich lebendiger und direkter ist als noch auf der Studioproduktion. So sind wir einfach vor der Produktion von "Home" mit einigen Songs noch mal in den Proberaum und haben die Arrangements von meinen ursprnglichen Studioversionen nochmals abgendert und noch mehr auf den Eigensound der Band zugeschnitten. Da man oft dazu neigt, in der Studiosituation die Arrangements zu voll zu packen, haben wir daraufhin im Proberaum und auch beim Mix im Studio einiges an berflssigem wieder ausgemistet und abgespeckt. Der Sound der neuen Scheibe ist dadurch einfach kompakter und rauer als vorher, geht fr mich aber einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung. Alles besitzt einfach noch etwas mehr Charme und Identitt als beim Vorgnger.

Wer ist auf diese geniale Idee mit dem Cover gekommen? Wenn es noch Schallplatten geben wrde, dann htte ich mir Deine Scheibe ungesehen gekauft, ehrlich wahr, gell! Ist das dein Wohnzimmer, oder wie?

Hartmann - Home Cover

Nee, wr aber echt nicht schlecht und ich knnte mir auch durchaus vorstellen, so zu wohnen, haha. Wir haben die Fotosession fr die gesamte CD in der Halle eines Antikhndlers gemacht und das Ambiente so gestaltet, wie wir es uns als gemtlich vorgestellt haben. Das heit Wohnraum und Proberaum in einem und vor allen Dingen mit Inventar, das irgendwie Leben und Geschichte besitzt. Ich stehe auch privat sehr auf alte Mbel, da sie meines Erachtens nach viel zeitloser sind und auch mehr Wrme und Identitt besitzen, als irgendein finnischer Schrank aus Fichte, den ich wahrscheinlich sptestens in fnf Jahren nicht mehr sehen kann, haha.
Der Begriff "Home" oder "Heimat" hat ja auch viel mit eigener Lebensgeschichte und vor allem mit dem Wohlfhlen an einem Ort zu tun. Darum fand ich die Idee fr das Cover als sehr passend.

Wie wrdest Du Deine Musik beschreiben? Gibt es Vorbilder, deren Einflsse Du verarbeitest?

Da man Musik ja mit Vorliebe in Sparten und Schubladen steckt, wird im Allgemeinen meine Musik ja gerne als Melodic Rock oder AOR beschrieben, was mir aber fast schon wieder zu eng ist. Natrlich liegen meine Wurzeln absolut in den Rock-, Hardrock- und auch Metalbands der 70er und 80er, allerdings mag ich eigentlich alles an Musik, was als gute Musik bezeichnet werden kann. Somit habe ich fr mich auch keine wirklichen stilistischen Grenzen, d.h. es geht von Singer/Songwritern ber alten Blues, Soul und Jazz bishin zu Metal. Das versuche ich eigentlich auch bei meinen eigenen Songs zu verarbeiten und wehre mich immer dagegen, wenn irgendwelche Songs vielleicht angeblich aus der Reihe fallen oder nicht zum Rest passen, was einem als Sparte vorgegeben wird. Ich versuche eigentlich nur aus allem, was sich mir musikalisch bietet, das Beste herauszuziehen und meine eigenen Songs so zu schreiben, dass sie absolut authentisch sind und mich als Mensch und Musiker mglichst nah wiederspiegeln. Ich denke, dass das wichtigste Ziel immer der Wiedererkennungswert eines Knstlers ist, auch wenn die einzelnen Songs oder Produktionen an sich durchaus vllig unterschiedlich klingen knnen.

Siehst Du die Musik als reines Hobby an, mit normalem Job nebenher oder wrdest Du gerne davon leben knnen?

Hartmann

Ich selbst habe mein Hobby Musik mit 20 zum Beruf gemacht, mit dem Nachteil dass ich jetzt kein Hobby mehr besitze. Nein, mal im Ernst:
Fr mich war Musik schon immer mehr als nur Hobby und irgendwie auch eine Berufung. Ich kann eigentlich recht gut davon leben und knnte mir auch nicht wirklich vorstellen, etwas ganz anderes als das zu tun. Natrlich wre es schn, in naher Zukunft mal komplett von den eigenen Sachen leben zu knnen und mich nur auf HARTMANN zu konzentrieren, aber das wird aufgrund des Musikmarktes mittlerweile nicht unbedingt einfacher.

Knnen wir mit HARTMANN an der Livefront rechnen?

Ja, auf jeden Fall. Neben der Releaseparty am 1. Februar im Colossaal Aschaffenburg ist einiges in Planung fr das Frhjahr und den Sommer, allerdings noch nicht ganz spruchreif.
Ich hoffe aber, dass wir dieses Jahr mal eine komplette lngere Tour als Support hinkriegen, denn letztes Jahr waren wir bis auf die Termine mit TOTO ja nur recht selten live unterwegs. Das wird sich aber definitiv mit der neuen Platte ndern.

Zum Abschluss bitte jeweils einen kurzen Kommentar zu den Stichworten:

  • FRONTIERS: Gutes Rock-Label, dass gute Arbeit leistet und mit dem ich sehr zufrieden bin.
  • ROCK IM RADIO: Trotz groer Hrerschaft viel zu wenig, speziell was die greren Sender anbelangt, da zu viel Heavy Rotation des typischen Mainstreams und der Charts betrieben wird, d.h. Top 10 bis zum Abkotzen.
  • AT VANCE: was soll ich sagen, eigentlich wurde schon alles gesagt. Eigentlich eine sehr gute Band mit viel Potenzial, nur leider hat's persnlich nicht funktioniert.
  • MARILLION - Misplaced Childhood: Die wohl beste Platte der Band in der alten Besetzung mit Fish.
  • SONGTEXTE: Durchaus wichtig und oft mit zu viel Blabla und Plattitden behaftet. Auch vielleicht schwieriger mit Identitt zu versehen als die Musik an sich.

Nun, dann bleibt zu hoffen, dass der sympathische Snger den Erfolg erfhrt, den er sich wahrlich mit diesem Album verdient htte. Ich bin auf alle Flle bei der anstehenden Tour dabei.

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