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19. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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RICHIE KOTZEN
Von handwerklichen Fähigkeiten und anderen Dingen
Sabine Jordan
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In den letzten Jahren haben viele Gitarristen gedacht, es sei eine tolle Idee eine Soloplatte zu machen. Oft wird dabei die Progfraktion bedient und/oder das Machwerk ist instrumental. Das es auch anders geht, beweist der US-Musiker RICHIE KOTZEN. Deshalb war ein Interview zur neuen Platte "Into The Black" Pflicht.

Hallo Richie! Die meisten Leute kennen Dich wahrscheinlich nur dadurch, dass Du mit MR. BIG und POISON gespielt hast. Ich erinnere mich an ein Interview, dass Du mal mit POISON auf "MTV's Most Wanted" gemacht hast und den Videoclip "Stand". Das scheint mir ewig her zu sein. Jetzt habe ich Deine neue CD in die Hände bekommen und ich bin überrascht, genauso wie von dem, was ich über Dich in Deiner Biografie gelese habe. Du hast so viel mehr gemacht, von Solo-CDs bis zu Arbeiten mit anderen Bands und nicht nur Metal- und Rocksachen. Bist Du ein Workaholic, gibt es ein Leben neben der Musik?

Richie Kotzen

Ich denke zu einem gewissen Grad könnte man mich schon als Workaholic bezeichnen, obwohl auch manchmal Monate vergehen in denen ich an gar nicht musikalischem arbeite. Musik ist mein Leben, aber ich habe Hobbies. Ich genieße wirklich Einrichten, glaub' es oder nicht. Ich bin ständig bei mir Zuhause am arbeiten. Neugestalten und alle solche Dinge... Wenn ich keine Gitarre in der Hand habe, dann ist es wahrscheinlich ein Hammer oder eine Bohrmaschine.

Auch wenn Du ein großartiger Gitarrist bist, hast Du es geschafft eine CD zu schreiben, aufzunehmen und herauszubringen, die man auch als Nichtmusiker hören und lieben kann. Wenn ich an Steve Vai und die Kaliber denke, dann ist das alles andere als selbstverständlich. Was macht den Unterschied für Dich?

Ich denke der Hauptunterschied ist, dass ich singe. Wenn ich die Texte schreibe kommt der Grundsong immer zuerst. Auch wenn ich oft konzentriert an den Instrumentalen bin, Fakt ist, dass der Großteil der Musik, die ich mache im allgemeinen um die Lyrik entsteht und nicht um Riffs oder Gitarren-Licks.

Manchmal beim Hören von "Into The Black" musste ich an SOUNDGARDEN denken. Beim Durchstöbern des Netzes habe ich einige andere Reviews gefunden, wo Dich Leute mit Chris Cornell (ex SOUNDGARDEN, nun AUDIOSLAVE) vergleichen. Ärgert Dich das, schmeichelt es Dir, oder ist es Dir ganz einfach egal?

Im Allgemeinen ist es mir egal. Es geht mehr um Popularität. Als ich 1990 meine zweite CD gemacht habe, haben mich die Leute mit David Coverdale verglichen, weil WHITESNAKE immer noch groß waren und ich habe nicht dieses rauhe in meinen höheren Registern. Meine größten Gesangseinflüsse sind Terence Trent D'Arby, Paul Rogers und Rod Steward. So lange ich mit Leuten verglichen werde, die als groß angesehen werden, kann ich es nur als Kompliment sehen. Aber ich denke ich sollte nach mir klingen.

Wie würdest Du die Musik beschreiben, die Du auf "Into The Black" erschaffen hast? Gibt es etwas, das Du dem Hörer darüber erzählen möchtest, ehe man er es sich zum ersten Mal anhört?

Nun, ich denke auf Songlevel ist es instrospektiver als meine vorherigen Arbeiten. Es ist eine launisch-dunkle CD, aber ich denke sie hat auch eine Einstellung. Es ist bei weitem meine beste Arbeit bis jetzt auf Gesangslevel, Songlevel und als Gitarrist.

Du hast jedes einzelne Instrument selbst gespielt. Respekt. Ich würde jetzt vermuten, dass das Ergebnis weniger persönlich und nicht so sehr "Du" sein würdest, als wenn Du mit anderen zusammengearbeitet hättest. Aber ich will hier nicht rumraten, erzähle uns doch selbst, was der Grund ist alles alleine zu machen.

Es hat sich einfach so ergeben und war nicht geplant. Als ich inspiriert war, habe ich einfach angefangen. Das Endergebnis hört sich für mich gut an und dann war ich fertig. Ich glaube auf der nächsten CD werde ich mehr in Richtung Live-Power-Trio-Vibe mit zwei anderen Musikern gehen.

Richie Kotzen

Ich habe mich einige Zeit mit den Texten beschäftigt, die wirklich dunkel und traurig sind. Als ich "My Angel" hörte musste ich fast weinen. Es scheint als warst Du nicht so glücklich, als Du das Album geschrieben hast. Ich hoffe Du hast das Licht am Ende des Tunnels gefunden und wenn nicht, dass Du es bald finden wirst. Glaubst Du an Liebe und dass es eine Tür zum Glück für Dich gibt? Man könnte echt daran zweifeln, wenn man die Texte von "Into The Black" liest.

Hahaha... Das ist ein Schema. Die CD heißt "Into The Black" aus einem Grund, ich habe auch eine Menge von glücklichen Songs geschrieben, aber ich wollte bei der CD bei einer Stimmung bleiben und das ist das Schema auf dieser CD, was ich getan haben. Es ist nur ein Snapshot meiner Emotionen, ganz und gar nicht meine Lebensgeschichte.

Also zurück zu erfreulichen Fragen. Bist Du zufrieden mit dem Feedback, das Du bis jetzt für "Into The Black" bekommen hast?

Oh ja. Ich habe die besten Rückmeldungen, die ich jemals bekomme habe. Für den Song "You Can't Save Me" - es ist verrückt, wieviele Leute die Stimmung fühlen. Ich kann mich nicht über das Feedback beklagen. Es war großartig.

Planst Du in Europe (auch Deutschland) zu touren? Und wer wird in der Band spielen, wen Du "Into The Black" live präsentieren wirst?

Ich habe einen erstaunlichen Drummern names Franklin Vanderbilt. Er hat mit Stanley Clarke, Chaka Kahn und Stevie Wonder gespielt. Der Bass-Slot ist immer noch offen.

www.richiekotzen.com

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