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18. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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VOLBEAT
Danish Dynamite!
Olaf Reimann
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Seit dem letzten Rock Hard-Festival ist mir der Name VOLBEAT ein Begriff. Denn dort haben die Dnen um Frontmann Michael Poulsen mit ihrem erfrischenden Mix aus Metal und frechem Rock'n'Roll fr Stimmung gesorgt.
Im Rahmen der "Danish Dynamite-Tour" zusammen mit RAUNCHY und HATESPHERE hatten mein Kollege Roland Wohde und ich Gelegenheit, mit Michael Poulsen ein Gesprch zu fhren.

Michael, wir haben VOLBEAT beim letzten Rock Hard-Festival kennen gelernt. Auf der Bhne hast Du immer wieder zu einer Flasche gegriffen, deren Inhalt aus einem seltsamen roten Gebru bestand. Was zum Teufel war in der Flasche?

Volbeat

Was ich getrunken habe? Muss wohl irgendein Schnaps oder hnliches gewesen sein. Es war rot, sagst Du? Vielleicht war es Blut, hahaha! Ich erinnere mich, dass wir zu dieser Zeit viele Gigs gespielt haben und ich hatte einige Probleme mit meiner Stimme. Ich hatte die falsche Vorstellung, dass meine Kehle sich etwas mehr ffnet und wrmer wird wenn ich etwas "Booze" trinke. Aber das war natrlich grundverkehrt, denn das hat alles nur noch schlimmer gemacht. Aber an das spezielle Getrnk an diesem Tag kann ich mich wirklich nicht erinnern. Wahrscheinlich irgendwas aus Dnemark, vergifteter Schei!

Aber man sollte doch wissen, dass Schnaps der Stimme eher schadet...

Vielleicht hilft es fr kurze Zeit in dem Moment wenn Du auf der Bhne stehst, aber am Tag danach... zur Zeit versuche ich "clean" zu bleiben, denn wir sind wieder auf einer anstrengenden Tour. Ich trinke Tee mit Honig und hnliche Sachen, es hilft.

...und ein paar Bitburger sind auch dabei...

Na ja, ein paar kleine Bierchen. Aber in erster Linie will ich eine gute Show bieten, deshalb muss man sich etwas zgeln.

Versuch's doch mal mit Weiwein!

Mit was?

Weiwein!

Oh nein, Wein ist doch was fr Mdchen!

Dann vielleicht Whiskey, wie Lemmy von MOTRHEAD es macht.

Oh, ich denke wenn Du eine Stimme wie Lemmy hast, dann musst Du Whiskey trinken!

Aber heute hat es ja gut funktioniert mit deiner Stimme...

Ja. Wir haben das ganze Jahr getourt, mit fnf Auftritten pro Woche und ich hab keine Probleme mehr mit der Stimme seit ich aufgehrt habe zu trinken.

Michael, ich wrde gerne von Dir wissen welche Musik Du im privaten Bereich gerne hrst.

Oh, das ist eine schwierige Frage, denn ich hre viele verschiedene Musikstile, aber nicht unbedingt Metal. Ich hre eher Old Blues und Rock'n'Roll. Es gibt da ein kleines Label in Amerika, die viel Old Blues aus Mississippi verffentlichen. Diese Sachen mag ich sehr. Auerdem die alten Rock'n'Roll Sachen, z. B. Von ELVIS, LITTLE RICHARD, JERRY LEE LEWIS, FATS DOMINO... es gibt so viele Knstler aus den Fnfzigern und Sechzigern, die fast vergessen sind. Aber ich hre auch gerne Sachen von SOCIAL DISTORTION oder den MANIC STREET PREACHERS, genauso aber auch die Oldies wie RAINBOW, BLACK SABBATH, DIO, KING DIAMOND oder IRON MAIDEN. Derzeit hre ich alle meine QUEEN-Platten mal wieder durch.

Das Rock'n' Roll-Ding hrt man in eurer Musik klar raus...

Nun, meine Eltern hrten oft die alten Rock'n'Roll-Sachen und so wuchs ich quasi mit all den Songs auf. Als ich von zuhause auszog, musste ich los und mir die ganzen Sachen auf CD zulegen, weil sie in meiner Erinnerung verwurzelt waren.
Ich hatte eine Band vor VOLBEAT, die brutalen Death Metal spielte, in der Richtung von ILLDISPOSED. Aber damals wusste ich schon dass ich eines Tages eine Band haben wrde die Rock'n'Roll macht. Mit mehr Melodie. Die Mischung aus Hrte und Melodie sollte stimmen. Ich denke es ist eine gute Kombination aus beidem, was wir mit VOLBEAT machen.

Das sehe ich auch so. Mir kommt es so vor, als wrdet ihr eine Art Lcke im Musikgeschft ausfllen, denn solch einen Sound, wir ihr ihn macht, gab es bis dato noch nicht.

Als ich anfing Songs fr VOLBEAT zu schreiben, dachte ich nicht daran eine Lcke oder eine Nische im Metal zu finden, es war vielmehr so dass ich die Songs einfach schreiben musste. Natrlich war es wohl genau zur richtigen Zeit, denn in der Tat klingt wohl keine andere Band wie VOLBEAT. Es ist groartig, bedingt durch diese Gegebenheit, mit unheimlich vielen unterschiedlichen Bands aufzutreten. Wir haben beispielsweise schon mit vielen Rockabilly-Gruppen oder auch Metal-Bands zusammen gespielt. Es ist wohl ziemlich einfach uns zu buchen, denn wir passen in fast jedes Billing.

Egal wo ihr spielt, den Leuten scheint's immer zu gefallen.

Ja, das stimmt wohl. Die Art wie ich singe ist wohl recht einfach mitzusingen. Es ist sehr wichtig fr mich beim Songwriting darauf zu achten, dass das Stck eingngig wird.

Wie haben Du und die anderen eigentlich zusammengefunden?

Der Drummer (Jon Larsen) ist ein alter Kumpel von mir. Ich kenne ihn seit ich 16 Jahre alt war. Wir spielten damals in unterschiedlichen Gruppen, teilten uns aber einen Proberaum. Wir hatten die gleichen Freunde und hingen oft zusammen ab. Als ich die ersten VOLBEAT-Songs geschrieben hatte, rief ich ihn an und sagte: "Hey Jon, ich hab ein paar neue Songs! Willst Du sie mal an den Drums probieren?" Er sagte zu und war sofort dabei. Mein alter Bassist, der wegen familiren Grnden zeitweise mit der Musik aufhrte, war gleich mit von der Partie. Dann hatten wir zuerst noch einen anderen Gitarristen als Franz, aber der war zu weinerlich, und dafr haben wir keine Zeit. Naja, das hrt sich etwas hart an. Er passte eben nicht in die Band. Also kam Franz an die Gitarre. Er war mein Roadie in meiner alten Band und war beim ersten Kontakt nicht berzeugt von VOLBEAT. Er sagte das wre nicht sein Ding. Doch als er unser zweites Demo hrte, sagte er: "O.k., lass es uns versuchen!"
Wir sind also alle alte Freunde, es war glcklicherweise nicht so dass ich auf die Suche nach mir unbekannten Musikern gehen musste.

Ihr seid immer gut gelaunt auf der Bhne und versprht immer eine besondere Art Frhlichkeit. Wie schafft ihr es, immer gut drauf zu sein?

Nun, wir lieben was wir tun. Es ist ein groartiges Gefhl, auf der Bhne zu stehen. Es gibt Dir ja auch eine gewisse Anerkennung. In Dnemark spielen wir vor 1100 Leuten, haben ausverkaufte Hallen. Jetzt machen wir unsere erste Europa-Tour und es ist nicht immer voll. Aber auch vor 200 oder 300 Leuten ist es immer noch klasse zu spielen.

Wie verlief der bisherige Werdegang von VOLBEAT?

Zunchst nahmen wir unser erstes Demo mit zehn Songs auf. Damit durften wir nicht unbedingt hoffen, einen Plattenvertrag zu finden. Jacob Hansen, unser Produzent hrte die Songs und fand sie groartig. "Ich wrde sie gerne produzieren.", sagte er und so nahmen wir ein weiteres Demo mit sechs Stcken auf. Davon verkauften wir ca. 800 Stck aber bekamen auch Kontakt zu einigen Plattenlabels, groe und kleine. Roadrunner wollten uns eigentlich schon verpflichten aber ein paar Dinge liefen leider schief. Sie wollten uns ein Jahr spter signen, doch solange wollten wir nicht warten. Schlielich entstand der Kontakt zu Mascot Records, die heute ein gutes Label fr uns sind. Sie machen wirklich einen guten Job. Heute sind wir in Dnemark zusammen mit Acts wie BRUCE SPRINGSTEEN die am meisten verkaufte Band und belegen einen Rang in den Verkaufscharts.

Wie steht's denn mit der neuen CD, die im Dezember rauskommen soll?

Oh, nein. Im Februar kommt sie raus, im spten Februar. Es wird heien: "Rock The Rebel...", wieder vom gleichen Produzenten eingettet: Jacob Hansen. Er hat mit der letzten Platte einen tollen Job abgeliefert. Der Stil der Platte wird derselbe sein wie auf "The Strength..." aber meiner Meinung nach werden noch bessere und noch melodischere Stcke zu hren sein.
Es lag ein groer Druck auf uns wegen dem groen Erfolg des Debts und all den Auszeichnungen, die wir damit errungen haben. Doch ich denke wir werden den hohen Erwartungen, die an uns gestellt werden, gerecht.

Hast Du eigentlich als Hauptverantwortlicher bei VOLBEAT noch einen regulren Job?

Nein, ich hab immer Sommer meine Arbeit aufgegeben. Ich habe bisher als Lehrer gearbeitet aber die Sache mit der Band kostete mich immer mehr Zeit, denn ich kmmere mich hauptschlich um alle Belange. Natrlich haben wir ein Management, aber einer aus der Band muss ja auch alle Kontakte koordinieren und sich fr alles Mgliche einsetzen. Auerdem verdienen wir derzeit gutes Geld in Dnemark, wir verkaufen viele Platten, also konnte ich meinen Job aufgeben, um mich voll auf VOLBEAT zu konzentrieren.

Wie geht's weiter?

Im Dezember werden wir nur noch zwei Gigs spielen, dann ist der komplette Januar frei. Und wenn es wieder Zeit wird, etwas Geld zu verdienen, gehen wir wieder auf Tour, haha. Im Februar. Wir haben zwei Monate lang in Dnemark getourt und jeden Abend in der Woche gespielt. Zwischen 800 und 1100 Leute waren immer da.

Wird es wieder einen Coversong wie "I Only Wanna Be With You" auf der neuen CD geben?

So etwas muss sich ergeben, das kann man nicht vorherbestimmen. In so fern gab es keine bestimmten Ambitionen, wieder solch eine Nummer zu machen. Tatschlich wird es aber wieder etwas in dieser Richtung geben. Halb ist es ein JOHNNY CASH-Song und halb von uns. Mit Slideguitar und Banjo und solch Sachen.

Na, da sind wir doch schon heute gespannt was uns die sympathischen Dnen nchstes Jahr um die Ohren hauen werden. Wenn man sich die Publikumsreaktionen beim heutigen Gig in Kaisersesch betrachtet, kann man davon ausgehen dass viele Leute mit freudiger Erwartung der Verffentlichung des neuen Longplayers von VOLBEAT entgegen sehen.

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