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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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CONTRADICTION
Unheimlich frische Typen
Andre Kreuz
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CONTRADICTION haben ihre Seele bereits Ende der Achtziger dem Thrash Metal verkauft und doch musste es bis dieses Jahr dauern, dass ich den zackigen Klngen der Burschen lauschen durfte. Um diese Bildungslcke mglichst vollstndig zu stopfen und um das krzlich erschienene Album "The Warchitect" angemessen zu wrdigen, maltrtierte ich Gitarrist, Snger und Grndungsmitglied Oliver "Koffer" Lux mit ein paar Fragen.

Tach Oliver! Zum Auftakt: Gib doch bitte mal 'nen kurzen Abriss eurer Bandbio zum besten und stell euch vor!

CONTRADICTION wurden 1989 durch mich, Oliver "Koffer" Lux (g,v) und Oliver Kmper (g) ins Leben gerufen. Von der ursprnglichen Besetzung sind nur wir zwei noch dabei. Gerade eben hat unser Drummer Tim aus persnlichen Grnden die Band verlassen und ist durch unseren alten Drummer Christoph ersetzt worden.
Wir haben insgesamt, zwei Demotapes, fnf Alben, davon drei ber ein Label, zwei im Eigenvertrieb und eine EP verffentlicht. Seit ca. drei Jahren sind wir wieder sehr aktiv und haben, nachdem wir von 1999 bis 2003 aus verschiedenen Grnden einen Durchhnger hatten, die Band wieder an der Spitze des Underground platziert.

Contradiction

Ihr seid also seit Anfang der Neunziger aktiv und trotzdem ist euer aktueller Longplayer "The Warchitect" mein erster Kontakt mit eurer Musik. Mein Fehler? Oder wieso werdet ihr trotz toller Musik noch nicht in einem Atemzug mit KREATOR & Co. genannt?

Tja, CONTRADICTION waren eigentlich seit der Grndung eine Undergroundband. wir haben innerhalb dieser Zeit unseren Stil mehrfach modifiziert und letztlich erst mit den letzten beiden Alben eine Marschrichtung festgelegt, die unsere Persnlichkeiten am besten reflektiert. Wir mussten in unserer Biografie einige Rckschlge verkraften, so dass wir immer wenn der Zug fr ans anfing zu rollen wieder ausgebremst wurden. Deshalb sind wir auch erst in den letzten beiden Jahren berregional wahrgenommen worden. Allerdings finde ich es schon komisch, dass Du von der "The Voice Of Hatred" nichts mitbekommen hast, denn wurde ja ganz gut beworben.

Mitbekommen nur insofern, dass Kollege Thomas ein Review zu der Scheibe geschrieben hatte. Er schrieb da unter anderem dass ihr euch "irgendwo zwischen Old School Thrash Metal und Metalcore" einordnet. Ich kann auf "The Warchitect" aber beim besten Willen keinen Metalcore ausmachen. War das beim Vorgnger anders oder war die Einordnung eher ein promotechnischer Schachzug?

Ich denke, dass es sich dabei eher um einen Promoschachzug der Plattenfirma handelte. Wobei es wohl eine Menge Leute gibt, die uns in ihren Reviews einen Metalcoreanteil bescheinigen. Wir haben damit auf jeden Fall kein Problem, da wir selber auch einiges an Metalcore mgen. Z.B. HATEBREED und KILLSWITCH ENGAGE landen regelmig im CD-Schacht wenn wir auf Konzertreise sind.
Wir selber ordnen uns aber eher im Bereich zwischen Od School und mordernem Thrash Metal ein.

Wozwischen besteht denn eigentlich ein Widerspruch, wie in eurem Bandnamen proklamiert?

CONTRADICTION meint eigentlich keinen Widerspruch im Sinne eines Paradoxons, sondern wir widersprechen. Es gibt, wenn man die Augen offen hlt, eine Menge Sachen, denen man wiedersprechen kann und sollte.

Ihr klingt auf der neuen Platte extrem frisch und hungrig. Wie schafft man es, nach ber zehn Jahren und sicherlich einigen Rckschlgen immer noch so viel Energie zu versprhen?

Nun, ich will meinen, dass man einfach hrt, dass uns diese Musik Spass macht und uns das Musizieren sehr am Herzen liegt. Keiner zwingt uns, dieses zu tun, also sollte man den Spa an der Sache auch merken. Ausserdem sind wir natrlich unheimlich frische Typen, die einfach geile Musik machen (wollen!).

Wie hat sich der Stellenwert des Metals im Verlauf der letzten zehn Jahre fr Dich verndert, auch hinsichtlich des Musikgeschmacks? Alles beim alten?

Eigentlich schon. Natrlich kommen immer wieder mal neue Bands hinzu, aber meistens falle ich immer wieder auf die alten Klassiker zurck, wenn es heit: nenne deine Lieblingsbands. Ich hre mittlerweile auch sehr viel Underground-Musik, weil auch dort jede Menge gutklassige Bands am Start sind. Weiterhin gilt aber, eher hrter als rockig!

In den mir leider nicht vorliegenden Texten scheint ihr teilweise recht gesellschaftskritisch zu sein und euch - wie auch der Titel widerspiegelt - mit dem Thema Krieg auseinander zu setzen. Geh doch mal auf ein paar Songs ein, die Dir besonders wichtig sind!

Ich knnte zu jedem Song einen kleinen Text sxhreiben, halte es aber fr interessanter, wenn jeder, der die Lyrics liest, sich seine eigene Interpretation zurechtlegt. Aber, wie Du schon erkannt hast, handelt es sich meist um gesellschaftskritische Texte. Ich meine es gibt jede Menge Dinge, die man kritisieren muss und bei "The Warchitect" handelt es sich um eine Beschreibung der Welt aus der Sicht eines Georg W. Bush, die natrlich fiktiv, aber deshalb nicht fern der Wahrheit ist. Die Lyrics findet man brigens unter www.the-warchitect.com.

Wie kam es dazu, den Warchitekten mit dem MOTRHEAD-Cover "Rock'n'Roll" zu beenden? Zockt ihr das auch live?

Wir haben den Song auf der OVERKILL-Tour live gespielt, in letzter Zeit dann nicht mehr. Wir hatten einfach Lust den Song aufzunehmen und wollten genau diesen Song von MOTRHEAD weil Rock'n'Roll eines der, wie ich finde, unterbewertetsten Alben MOTRHEADs ist. Es ist einfach 'ne geile Nummer und die 178igste Version von "Ace Of Spades" braucht irgendwie auch kein Mensch, oder?

Da haste Recht! Wie war denn die letztjhrige Europa-Tour mit OVERKILL? War mit den Jungs gut auskommen und wie wurdet ihr bei den Konzerten aufgenommen? Denkst Du, dass ihr eure Anhngerschaft damit ordentlich vergrern konntet?

Die Tour war insgesamt ein runde Sache. OVERKILL sind nette Leute und wir hatten eine Menge Spa. Das Publikum hat uns i.d.R. warm empfangen und ich glaube dass wir dadurch eine Menge Aufmerksamkeit erhalten haben, die wir sonst nicht bekommen htten.

berhaupt scheint ihr an der Live-Front ziemlich aktiv zu sein, was steht denn in nchster Zeit an?

Contradiction

Live spielen ist das A und O bei einer Metalband, es hlt frisch und jung und macht Spa. Wir spielen soviel wir zeitlich, im Rahmen unserer Berufe und der Familien, auf die Kette bekommen.
Und geplant? Oh, da ist eine Menge in Planung. Was wir dann letzten endes realisieren knnen, werden wir dann sehen. In Krze werden die ersten Termine 2007 auf der Website gepostet. Immer schn Ausschau halten.

In Wacken habt ihr schon auf der W.E.T.-Stage gespielt. Wie stehen denn die Chancen, es (nicht zuletzt durch Armageddon Music als Label-Partner) auf die Hauptbhne zu schaffen?

Keine Ahnung. Man darf sich das nicht so vorstellen, dass man, wenn man bei Armageddon unterzeichnet, automatisch auf dem Wacken spielt. Die haben da auch ihre Lieblinge und einige Bands spielen halt hufiger da, als andere.

Alles klar, dann danke fr Deine Zeit! Letzte Worte?

Ich empfehle Euch: kauft CONTRADICTION-CDs, geht zu unseren Konzerten. Es lohnt sich!!

www.contradiction.de

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