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14. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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AGNOSTIC FRONT
NYHC at its best
Thomas Roos
www.agnosticfront.com

Im Rahmen der Hessentage am 17.06.2002 in Idstein wollte ich mit den Pionieren des NYHC ein Interview machen. Eigentlich wollte ich dieses gerne mit dem sogenannten "Godfather of Hardcore" führen, da er das einzige noch verbliebene wirkliche Gründungsmitglied der Band darstellt und auch als Begründer der New Yorker und somit irgendwo auch der weltweiten HC-Szene angesehen werden kann, wodurch er mittlerweile innerhalb der Szene einen wirklichen Ausnahmestatus besitzt und schon fast als so etwas wie eine HC-Ikone betrachtet wird. Ungünstigerweise erholte sich Herr Stigma gerade von den Tourstrapazen, was bedeutet, dass er am pennen war. Sein Freund Roger Miret meinte, ich solle ihn doch einfach wecken. Aber den Godfather bei seinem wohlverdienten Schlaf zu stören erschien mir dann doch etwas unverschämt. So nahm ich dann einfach mit Roger vorlieb, der ja Sänger der Band ist und außerdem auch schon fast unmittelbar nach Gründung zu AF hinzugestossen ist. Zu Beginn des Interviews wollte ich dann eigentlich die weniger allgemeinen Fragen, die mehr auf Stigma persönlich zugeschnitten waren, ganz raus lassen. Im Verlauf des Gesprächs entschied ich mich jedoch, diese einfach etwas umzuformulieren und Roger über seine Meinung zu den einzelnen Sachverhalten zu befragen.


Ihr tourt mindestens einmal im Jahr durch Deutschland. Aber ihr tourt ja selbstverständlich auch durch die USA und eine Menge anderer Länder. Deshalb sieht es für mich fast so aus, als ob Ihr permanent unterwegs seid. Zwischendurch nehmt Ihr auch noch neue Songs auf, um neue Alben rauszubringen. Meine Frage ist also: Wann seid Ihr zu Hause? Es kann nicht sehr oft sein.

Ich bin nicht oft zu Hause, aber die Leute dort sehen uns trotzdem recht häufig. Wenn wir beispielsweise Deutschland touren, kommen wir immer nur für relativ kurze Zeit. Wir kommen nicht für sechs oder acht Wochen. Für gewöhnlich kommen wir dann für zwei oder drei Wochen. Dieses mal ist es etwas länger; wir sind vier Wochen unterwegs. Im Dezember kommen wir wieder für zwei Wochen. Wir sind also nie besonders lange weg und zwischendurch immer wieder zu Hause. Auch in Amerika machen wir drei mal vier Wochen anstatt einer großen Tour. Wir teilen es auf. Und zwischendurch gehen wir nach Hause. Vor dieser Tour haben wir grade für zwei Wochen Südamerika getourt. Und zwischendurch waren wir auch wieder zu Hause.

Ich denke, anders wäre es auch schwieriger für Eure Familien.

Ja, ich denke es wäre schwieriger, wenn wir länger unterwegs wären. Wenn wir nicht so lange weg sind, komme ich zwischendurch immer heim und kann wieder mit meiner Tochter und meiner Frau reden. Für sie ist es schwieriger, wenn ich länger weg gehe. Es ist einfacher, wenn ich immer nur für kurze Zeit weg bin und zwischendurch nach Hause komme.

Das war auch der Gedanke, den ich bei dieser Frage eigentlich hatte. Einige von Euch haben ja schließlich auch Frau und Kind.

Ich bin der Einzige, der eine Frau hat. Vinnie hat ein Kind. Ich bin verheiratet und habe ein Kind.

Die Auflösung in 1993 geschah ja aus familiären Gründen. Du wolltest wegen Deiner kleinen Tochter damals zu Hause bleiben. Als sie etwas älter war wurde die Band wieder reformiert und ihr habt weitergemacht. Wusstet Ihr das 1993 schon? Hattet ihr schon geplant, Euch irgendwann mal wieder zusammen zu tun oder war das 1997 mehr eine spontane Idee?

Es war ziemlich spontan. Ich meine, als wir aufhörten, haben wir nur die Band aufgelöst. Aber HC war immer noch mein Leben. Ich ging immer noch zu Shows und ich liebte es weiterhin. Es war nicht so, dass ich mich davon entfernt hätte. Ich wollte nur Zeit mit meinem Kind verbringen und ihm etwas beibringen. Als ich das ein paar Jahre lang gemacht habe und meine Tochter alt genug war, um zu verstehen, was ich tue, da hab ich sie gefragt, ob es in Ordnung ist, wenn ich wieder weitermache. Für sie war es in Ordnung und wir waren zurück. Wenn sie nein gesagt hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht zurückgekommen.

Die Band existiert nun schon seit ungefähr 20 Jahren und hat verschiedene Phasen und einige Veränderungen mitgemacht. Die Phase, die ich am liebsten mochte, war die Zeit vor dem Split in 1993 mit dem "One Voice"-Album. Heutzutage vermisse ich viele alte Songs in Eurem Set und besonders die Songs von diesem Album. Ihr habt sicher eine ganze Menge Songs und Ihr könnt sie nicht alle in Eurem Set spielen. Aber mir erscheint es so, dass Ihr Euch seit der Reunion mehr und mehr auf Eure neuen Sachen konzentriert habt. Ihr spielt kaum noch Songs aus der Zeit vor dem Split. Warum spielt Ihr nicht wenigstens noch einen Song von der "One Voice"?

Das ist nur teilweise wahr. Als wir uns wieder zusammengetan haben, haben wir uns als die "alte Band" wieder reformiert. Und die "alte Band" spielt besser Sachen wie "Victim in Pain" und die neuen Songs. Wenn wir uns mit Craig Setari, Matt Henderson und Will Shepler wieder reformiert hätten, würden wir vermutlich mehr von den "One Voice"-Sachen spielen. Das ist das, was sie am besten spielen. Aber die alten Sachen spielt die "alte Band" am besten. Das ist abhängig von der Chemie in der Band. Wir haben einige "One Voice"-Songs gespielt, aber sie hörten sich nicht gut an. Sie haben sich anders angehört ohne Matt Henderson und Craig. Es fühlte sich anders an. Wir als die ursprünglichen vier Jungs lieben und verbinden Erinnerungen mit "Victim in Pain", Something´s gotta give" und "Riot Riot Upstart". Das war die Art von Musik, die wir spielten, als wir als Band zusammenkamen. Die anderen Sachen hörten sich für uns irgendwie einfach nicht natürlich an. Ich vermisse es auch. Ich mag die "One Voice". Es ist ein großartiges Album. Aber es würde sich nicht mehr so anhören. Es ist etwas unterschiedlich und man benötigt dafür eigentlich auch zwei Gitarristen. Ich möchte dieses Kapitel auch abschließen, weil viele Bands diese Art von Musik machen. Und "Madball" waren mittlerweile auch bereits gewachsen. Als wir uns auflösten, haben wir das an "Madball" übergeben und sie haben es übernommen. Wir wollten dann nicht zurückkommen und uns wie "Madball" anhören oder irgendeine andere Band, auch wenn es ursprünglich von uns kam. Also fragten wir uns: Was fehlt in der Szene, was unterscheidet sich von den anderen Sachen und was gibt es heute nicht mehr? Und wir merkten, das war die ursprüngliche Musik. Das war "Victim in Pain", "United Blood", "Something´s gotta give", "Riot Riot Upstart". Das ist ursprünglicher New York Hardcore. So ursprünglich, wie er nur sein kann.

Aber ihr spielt auch nicht so viele Sachen von der "Victim in Pain".

Oh doch. Wir spielen jetzt wieder sechs oder sieben Songs davon. Wir spielen "Victim in Pain", "Last Warning", "United Blood", "Friend or Foe", "Blind Justice", "United & Strong". Zum Tourauftakt vor drei Tagen spielten wir "Over the Edge", aber es klang nicht gut. Es fühlte sich einfach nicht gut an.

Ich erinnere mich an Eure ersten Shows nach der Reunion als Ihr die "One Voice"-Sachen noch gespielt habt. Ich mochte es und ich fand, es hörte sich gut an.

Für mich hört es sich nicht richtig an. Ich würde es gerne mit den anderen Leuten wieder machen. Mit den anderen Jungs würde ich gerne aus Spaß irgendwann für ein paar Wochen wieder mit einer "One Voice"-Tour zurückkommen. Da hängen ja auch Erinnerungen dran. Ich würde es nicht machen, nur um diese Songs wieder zu spielen, sondern weil wir uns als Band zu dieser Zeit gut anhörten. Deshalb wäre es kein Problem für mich, eines Tages wieder zurückzukommen und eine "One Voice"-Tour zu machen. Man weiß ja nie. Und wir würden nur Songs aus dieser Phase spielen. Aber nur, wenn die selben Jungs das wieder machen würden. Wenn nicht, würde ich es auch nicht mit jemand anders tun. Als wir vor drei Tagen "Over the Edge" spielten, hat es sich einfach nicht so angefühlt wie damals. Vinnie und ich merkten, dass da was fehlt. Jimmy ist ein großartiger Drummer und Mike ist ein guter Bassist, aber wir sehen uns gegenseitig an und vermissen die anderen Jungs bei diesen Songs. Also hörten wir damit wieder auf. Manchmal spielen wir noch "The Eliminator".

Ihr wart immer eine Band, die für die Unity zwischen der Punk-, der Oi!- und der HC-Szene gekämpft hat. Welcher Szene würdet Ihr Euch heute selbst zuordnen? Ist AF in Deinen Augen immer noch eine HC-Band oder habt Ihr Euch mehr zu einer Punk-Band entwickelt?

Wir sind, was wir waren, als wir angefangen haben. Wir sind eine Hardcore-Punk-Band. Das ist alles, was wir jemals waren. Wenn Du mich fragst, ist "Victim in Pain" eine Punk-Platte. Wenn Du mich fragst ist "Out of Step" von "Minor Threat" eine Punk-Platte. "SS Decontrol ist eine Punk-Platte. Weil wir eben Punk-Bands sind. Wenn man den Begriff damals benutzte, meinte man damit einen wirklich harten und übel aussehenden Punk. Bands wie "GBH" und "The Exploited" wurden als Hardcore-Punk bezeichnet. Hardcore-Punk, weißt Du; kein Bullshit. Dann wurde irgendwann zwischen HC und Punk eine Unterteilung gemacht. Dann kam die Unterteilung in New School-Hardcore und Old School-Hardcore. Als nächstes wurde unterteilt in Street-Punk und Oi!-Punk. Alles wurde größer und hat sich weiterentwickelt. Aber es ist für mich immer alles das selbe gewesen. Wir sind "Agnostic Front". Wir repräsentieren Unity und die Street-Music. Alle Formen von Street-Rock´n´Roll. Du kannst es Oi! nennen, Du kannst es HC nennen, Du kannst es Punk nennen. Es war immer die Musik der Leute, die Musik der Straße.

OK. Das war eigentlich auch die Art von Antwort, die ich erwartet habe.
"Gotta go" ist ein sehr populärer Song. Ich weiß nicht, wie es bei Euch in den USA ist, aber hier kann man sehr oft sehen, dass die Kids auf diesen Song total ausflippen. Allerdings nicht nur auf Konzerten. Der Song wird auch auf Partys gespielt, wo ansonsten nur Musik läuft, die gerade sehr angesagt ist. Da wird beispielsweise Chart-Musik gespielt und später der trendy New Metal-Kram. Und zwischen dem ganzen Zeug läuft dann "Gotta go" als einziger HC-Song. Die Kids fangen an zu singen und springen durch die Gegend, obwohl sie kaum eine andere HC-Band kennen und gar nicht wissen, worum sich das ganze HC-Ding dreht und wofür AF eigentlich einstehen. Was hältst Du davon?

Da weiß ich überhaupt nichts von. Das ist das erste mal, dass ich das erzählt bekomme. Aber ich habe "Gotta go" schon in Football-Stadien gehört. Einer meiner Freunde war in einem Stadion. Ken von den "Dropkick Murphys" rief mich an und meinte: Hör Dir das an. Die singen "Gotta go". Ich habe es in Amerika auch schon im Radio gehört und so was. Nicht den ganzen Song, nur Teile davon. Immer nur das "Gotta, gotta, gotta go". Es ist ein sehr erfolgreicher Song für uns. Nicht nur hier in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Es ist wirklich unser größter Song. Es ist ein Song, zu dem alle Arten von Leuten einen Bezug zu aufbauen können und sie lieben es, ihn mitzusingen. Sobald wir beginnen, "Gotta go" zu spielen, kann man sehen, dass jeder am singen ist und Spaß hat. Und das ist einer von unseren Songs. Und wir haben ihn gemacht.

Vinnie hat die Band mit gegründet. Du bist zwar kein Gründungsmitglied, aber Du bist fast von Anfang an dabei. Neben Euch haben aber auch schon eine Reihe anderer Leute in der Band gespielt. Es gab schon sehr viele Besetzungswechsel. Seid Ihr immer noch in Kontakt mit den alten Mitgliedern. Seid Ihr immer noch befreundet?

Immer wenn wir sie sehen, ist es sehr lustig. Zwei ehemalige Mitglieder leben in Texas, andere in Kalifornien. Und wenn wir da unterwegs sind, kommen sie zu unseren Shows. Zwar nicht alle, aber es macht immer Spaß, sie wiederzusehen. Viele von ihnen spielen auch in anderen Bands und wir treffen uns manchmal auf Tour. Craig zum Beispiel treffen wir schon mal, wenn er mit "Sick of it all" auf Tour ist. Wir sehen Matt in New York. Und Willy ist auch noch in New York.

Auf AF-Shows geht Stigma vor dem Set erst immer alleine auf die Bühne und alle Leute rufen seinen Namen und feiern ihn. Das kommt sicherlich daher, dass er ein Pionier des NYHC ist und in all den Jahren auch sehr viel für die Szene getan hat. Aber wie denkst Du darüber, dass er auf jeder Show so abgefeiert und als "Godfather of HC" betitelt wird?

Es ist die Wahrheit. Vinnie Stigma ist eine Person der ersten Generation. Er ist Punk-Rock. Er hing mit Sid Vicious ab. Wer kann das sonst von sich behaupten? Als ich Vinnie Stigma 1981 traf, war ich noch ein kleines Kind. Ich war 16 Jahre alt und Vinnie war schon 25. Er war bereits durch das ganze Ding durch. Er war dabei seit den Anfängen des Punk-Rock und später auch bei Punk-Hardcore, HC und allem was sich daraus entwickelt hat. Auf den früheren Shows war er immer da für die Leute. Er hatte immer die Mentalität, Spaß zu haben und Leute zu treffen. Er mag es wirklich, Leute zu treffen. Und er verdient es.

Ja, er hat eine Menge geleistet.

Er hat wirklich eine Menge geleistet und er verdient es. Niemand, den ich je gekannt habe, niemand, wirklich niemand liebt HC mehr als Vinnie Stigma. Hardcore. Er liebt echten HC.

Ihr geht jedes Jahr auf die sogenannte Unity-Tour und bringt jedes Mal die unterschiedlichsten Support-Bands mit. Nun gibt es einige Gerüchte, dass auf der diesjährigen Tour neben einigen anderen Bands auch "Madball" mit am Start sein werden. Letztes Jahr war ich noch Veranstalter einer "Madball"-Show und es hieß, dass dies ihre letzte Tour gewesen sein sollte, weil sie sich anschließend aufgelöst haben. Ist da nun was dran? Werden MB sich reformieren, oder werden sie sich lediglich für eine Tour wieder zusammentun oder sind die Gerüchte alle falsch?

Von diesen Gerüchten habe ich noch nichts gehört. Die Unity-Tour ist eine Tour, die ich präsentiere. Es ist eine Tour die sowohl hier in Europa als auch in Amerika stattfindet. Und es war die allererste sogenannte "Package-Tour", bevor andere auch mit so was begonnen haben, wie beispielsweise "Punk-O-Rama" und das alles. Und AF führten das fort, als sie wieder zusammen kamen. Wir packen Bands zusammen, mit denen wir befreundet sind. Wir tourten durch Amerika und brachten es nach Europa. Und wir taten das jedes Jahr. Und dieses Jahr werde ich mit den "Desasters" auf der Unity-Tour spielen. Kein AF dieses Jahr. Es werden dabei sein "Roger Miret and the Desasters", Jimmy´s Band "Loved and Hated" und "On the Rise", die Band von unserem Bassisten Mike. Diese drei Bands bis jetzt. Es ist nicht so groß wie es letztes Jahr war mit Bands wie AF und "The Distillers" oder das Jahr davor mit "Ignite". AF war immer dabei, aber dieses Jahr wird AF die Resistance-Tour spielen. Die Unity-Tour wird vorher stattfinden, aber nicht mit AF. Wenn Freddy jemals spielen möchte, ist er mehr als willkommen. Wenn MB jemals mit uns spielen möchten, können sie das jederzeit tun. Aber das sind alles Gerüchte.

Wo wir gerade bei Gerüchten sind. Ich spiele kein Instrument und kann auch schlecht beurteilen, wie gut jemand sein Instrument beherrscht. Aber ich habe schon oft Leute sagen hören, dass Vinnie Stigma ein sehr schlechter Gitarrist ist. Früher hat das angeblich immer der zweite Gitarrist wettgemacht. Aber seit der Reunion ist er ja der einzige Gitarrist und es läuft trotzdem. Also was ist mit den Leuten, die so was behaupten? Liegen die alle falsch oder hat er sich in seinem Gitarrenspiel verbessert?

Er hat einen bestimmten Stil. Vinie Stigma-Style. Niemand spielt wie Vinnie Stigma. Er hat einfach einen eigenen Stil. Ich würde ihn nicht als Musiker bezeichnen. Aber er könnte jetzt hier auf der Stelle etwas Jazz oder Blues spielen und Du würdest kaum glauben, dass Vinnie Stigma das spielt. Aber er interessiert sich gar nicht dafür, Musiker zu sein. Er liebt Punk und HC. Er hat einen gewissen Stil. Kein anderer Gitarrist spielt auf die Art, wie er es tut. Es ist ein eigener Stil. Das ist Vinnie Stigma-Style. Das ist der Stil von "Agnostic Front", der Stil von "Victim in Pain".

Wie ist es, eine kleine HC-Band zu starten, größer und größer zu werden und nach 20 Jahren immer noch so bekannt zu sein?

Als wir anfingen, konnten wir nicht voraussehen, dass es sich mal so entwickeln wird. Wenn Du mir in 1981 erzählt hättest, dass ich mal ein bekannter Mann sein werde und das HC eine große Sache überall auf der Welt sein wird, hätte ich Dich ausgelacht. Unsere kleine Szene, dreißig Leute, das ist es , was wir liebten. Und dann waren da zwanzig weitere Leute in DC, dreißig weitere in Boston. Und das war einfach klein. Und plötzlich wurde es größer und breitete sich über die ganze Welt aus. Europa fing an, es zu mögen und auch Deutschland begann, es zu mögen. Und daran hätten wir nie gedacht. Es ist großartig, weil ich so die Welt zu sehen kriege. Ich treffe eine Menge Leute und eine Menge Freunde. Es ist einfach großartig. Aber es ist keine Erfolgsstory. Wir besitzen keine Häuser oder so und müssen auch arbeiten gehen, wenn wir zu Hause sind. Auf lange Sicht haben wir nichts Materialistisches, was wir dadurch erreicht haben. Aber auf eine andere Weise haben wir etwas erreicht: Respekt, viel Freundschaft und wir kriegen die Welt zu sehen. Und wir sind seit zwanzig Jahren zusammen als Freunde. Wir sind nicht die "Rolling Stones". Wir haben schon eine gewisse Popularität, aber wir sind underground.

Und darum geht es ja eigentlich auch.

Ja, das ist es. Das ist unser Leben. Kein Leben der Reichen und Berühmten (diese Aussage wurde von Roger mit einem verächtlichen Lachen untermalt :).

Letzte Worte?

Am 09. September kommt auf "Hellcat" die Scheibe von "Roger Miret and the Desasters" raus. Ich habe außerdem eine Website: www.thedesasters.com. Wenn ich es kategorisieren sollte, würde ich sagen, es ist wirklich eine Punk-Platte. Street-Punk, Kram, mit dem ich aufgewachsen bin.

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