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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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INTO THE VOID
Auf dem Boden geblieben
Thorsten Dietrich
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Der deutsche Metal-Underground ist supervoll! Das merke ich jeden Monat an den vielen Eigenproduktionen und Newcomern mit Deal. Eine Band, die stark um Aufmerksamkeit kmpft, ist INTO THE VOID. Die Jungs haben sich dem Gothic Metal verschrieben, der ja eigentlich fest in skandinavischer Hand ist! Das sieht nach harter Arbeit aus, aber wenn ich Gitarrist Olivers uerungen hre, wissen das die Jungs.

Hallo Oliver, stell doch erst mal eure Band INTO THE VOID unseren Lesern vor!

Into The Void

Wir sind eine Gothic Rock/Metal Band aus Goslar und haben uns im Jahre 1998 gegrndet. In unsere Musik lassen wir Stilelemente des Death und Thrash Metal einflieen. Die Band besteht aus sechs Mitgliedern.

Ihr klingt als wret ihr groe Fans von Gothic Metal Band wie DARKSEED, CREMATORY oder CEMETARY und deren Alben der 90er, oder irre ich mich?

Da irrst Du offensichtlich. Wir kommen allesamt aus teilweise recht unterschiedlichen Musikrichtungen - von Punk bis Death Metal haben wir quasi die gesamte Bandbreite zur Verfgung. Allerdings haben wir uns ja speziell das Thema Gothic Rock/Metal zum Ziel gesetzt. Da lassen sich Parallelen zu den genannten Bands nur schwer vermeiden. Natrlich hren wir uns aber auch diese Bands hin und wieder an, schlielich mchten wir ja auch wissen, welche Entwicklung es im Gothic Bereich seitens der anderen Bands so gibt.

In letzter Zeit hufen sich bei mir die Alben mit einer Spielzeit unter 45 Minuten, was auerhalb des Death- und HC-Bereiches etwas rgerlich ist. Wieso ist euer Album denn auch so kurz ausgefallen? Sicherlich war das in den goldenen 80ern oft Standard, aber wir haben 2006 und einen vollen Markt!

Ich finde nicht, dass es eine Frage des vollen Marktes ist. Auch verstehe ich nicht ganz, warum ausgerechnet den Death- und HC-Bands diesbezglich keine Vorhalte gemacht werden? Ich denke halt da 60 Minuten Geknppel einfach auf die Nsse geht, doch lasse ich Oliver fortfahren: Unserer Meinung nach sollte sich ein gutes Album nicht alleine durch eine mglichst lange Spielzeit auszeichnen, sondern eben durch die Musik, die man darauf zu hren bekommt. Mir persnlich ist z.B. ein gutes Album lieber, welches ich mir zwei- oder mehrmals hintereinander anhren kann, als eines, das zwar lange luft, mich aber nicht ber die gesamte Dauer anspricht. Dann lenkt er doch etwas ein und gesteht: Wir hatten aber auch mehr Songs fr das Album vorgesehen, jedoch haben wir diese schlussendlich herausgenommen, weil wir nicht zu 100% von deren Qualitt berzeugt waren. Uns war es absolut wichtig, nur solche Songs auf die CD zu nehmen, die wir selbst fr gut befinden.

Im Bereich eurer Produktion wre sicherlich mehr drin gewesen. Ist dies heutzutage immer noch eine Budgetfrage oder vom Knnen des Knpfchendrehers abhngig?

Natrlich ist jede Produktion zunchst mal eine Budgetfrage, gibt Oliver eine alte Businessweisheit noch mal preis und erklrt: In unserem Fall haben wir die Aufnahmen, Bookletgestaltung und Vervielfltigung komplett selbst getragen, und da gab es enge finanzielle Grenzen. Das Knnen des "Knpfchendrehers" spielt sicherlich auch eine gewichtige Rolle. Diesbezglich sind wir aber mit der Arbeit von Jost absolut zufrieden. Mglicherweise htten wir in einem anderen Studio mit einem anderen Tontechniker/Produzenten mehr aus den Aufnahmen herausholen knnen. Wir haben bisher immer sehr gut mit Jost zusammengearbeitet und sind in soweit auch vollkommen zufrieden.

Wie glaubst Du eure Band bekannter machen zu knnen und warum: A) Konzerte/Tourneen B) Anzeigen C) Interviews D) Internetdownloads. Welchen Masterplan habt ihr fr eure Zukunft in der Tasche?

Alle genannten Punkte sind gleichermaen wichtig, um eine Band bekannter zu machen. Leider haben wir gerade mit den Konzerten so unsere Schwierigkeiten, da wir kaum Mglichkeiten geboten bekommen, live zu spielen. Deshalb sind wir auch auf der Suche nach Booking Agenturen, die uns diesbezglich voranbringen knnen, gibt Oliver offen zu. Das ist ein Dilemma, welches unzhlige Bands in Deutschland im Moment haben. Die Fans haben halt nicht mehr so viel Geld und MAIDEN, MANOWAR & Co. sind teuer. Fr sehr wichtig erachten wir auerdem auch Reviews, die wir in diversen Print- und Onlinemagazinen bekommen.
Unser Masterplan sieht dementsprechend so aus, dass wir zuknftig so oft als mglich live spielen mchten. Parallel dazu sind wir bereits wieder dabei, neue Songs zu schreiben.

Gibt es realistische Trume, welche du dir als Musiker noch erfllen willst?

Into The Void

Wir alle arbeiten daran, uns musikalisch weiter zu entwickeln, um in Zukunft unsere Musik immer weiter zu entwickeln. Eines der Fernziele ist es natrlich, bei einem Label unterzukommen, durch welches wir dann hoffentlich die notwendige Untersttzung bekommen, um im Live-Sektor mehr Prsenz zeigen zu knnen.

Da drck ich beide Daumen!
Bands aus dem Ausland, besonders aus skandinavischen Lndern, genauer gesagt Finnland, sind in eurem Bereich immer gerne gesehen und haben oft und manchmal grundlos einen gutes Image und Status bei den Fans wegen der Nationalitt. Wie siehst du das?

Skandinavische Bands haben definitiv einen Bonus. Was sicherlich daraus resultiert, dass viele Vorreiter verschiedenster Genres nun mal von dort kommen. Siehe SENTENCED, AMORPHIS, AT THE GATES, IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY oder ILLDISPOSED usw. An qualitativ hochwertiger Musik fhrt kein Weg vorbei und die skandinavische Szene ist immer noch kreativ und lebendig, auch wenn meiner Meinung nach inzwischen viel zu viel recycelt wird. Letztendlich zhlt aber nicht der Ruf, sondern die Musik. Mittelmige oder gar schlechte Alben erscheinen sowohl in Finnland als auch bei uns. Wenn allerdings mit zweierlei Ma gemessen wird ist es schade, weil vielen nicht aus besagten Lndern stammenden Bands so die Chance genommen wird erfolgreich zu sein. Um internationale Bekanntheit zu erreichen, muss man scheinbar sein Land in klischeehafter Weise vertreten. RAMMSTEIN sind ein solcher Fall, industrielle Hrte auf der Bhne, den Texten, den Covers. Viele wollen eine Band mit ihrer Vorstellungen eines Landes in Einklang sehen und sich damit identifizieren.

Diesen letzten Worten kann ich mich zu 100% anschlieen.

www.into-the-void.de

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