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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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THE ORDER
Nicht alltäglicher Rock aus der Schweiz
Thorsten Dietrich
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Mit einer Mischung aus Hard Rock, modernem Metal und 80er Jahre US Sounds a la Dokken begeistern The Order aus der Schweiz. Ex Gurd Gitarrist Bruno Spring hat sich mit zwei anderen Ex "Gurdlern" zu The Order zusammengetan mit denen er auch schon in anderen Bands wie Jerk oder Swamp Terrorists zusammenspielte.
Dieser gab mir ausführlich Auskunft. Servus!
Wie kam es denn zu The Order und wer ist bei euch für die Mucke zuständig?


Nun, wie Du weißt, war ich bis Ende 2004 bei GURD tätig; Gegen Ende 2003 habe ich gemerkt, dass ich bei GURD nicht mehr richtig glücklich bin; Dies hatte einerseits damit zu tun, dass ich im Herbst 2003 Vater geworden bin und möglichst viel Zeit mit meiner Familie verbringen wollte; andererseits merkte ich, dass ich nicht mehr 100%ig hinter der Musik von GURD stehen konnte und mal endlich was Neues ausprobieren wollte; ich mag zwar Thrash- Metal und ein Teil von mir wird wohl auch immer ein Thrasher bleiben, aber meine Roots liegen nun mal eher in dem ganzen 80er Jahre Heavyrock Zeugs. Ich liebe Bands wie Mötley Crüe oder Dokken und wie Du Dir vorstellen kannst, ist es schwierig, diese Leidenschaft bei einer Band wie GURD auszuleben. Ich habe den Jungs dann bereits im Frühling 2004 gesagt, dass ich die Band per Ende Jahr verlassen werde, um was Eigenes auf die Beine zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich auch bereits gegen 20 Songs geschrieben und zu Hause vorproduziert; ich frage Tschibu und Andrej ob sie Lust hätten, bei meinem neuen Projekt mitzumachen und glücklicherweise sagten sie sofort zu. Ich hätte mir sowieso nicht vorstellen können, das Ganze mit anderen Musikern zu realisieren, die beiden sind meine besten Freunde und wir spielen seit mehr oder weniger 20 Jahren permanent in verschiedenen Bands zusammen (u.A. Jerk, Swamp Terrorists, Gurd). Gianni hatte gehört, dass ich eine eigene Band starte und saugte sich die Demos von meiner Website runter; Er melde sich dann und meinte, dass er die Musik saugeil finden würde und auch schon ein paar Ideen für Gesangslinien dazu hätte. Wir trafen uns dann erstmals Anfang 2005 im Proberaum und es funkte sofort. Da ich bereits im Vorfeld genügend Songmaterial geschrieben hatte ging es eigentlich nur noch darum, die besten Songs auszuwählen und einzuproben. Bereits im Juni 2005 verschanzten wir uns bei V.O. und Frankys (beide GURD) im Studio um die ersten drei Songs aufzunehmen; Im Herbst nahmen wir den Rest auf und im Dezember wurde die Scheibe gemischt. Das fertige Album verschickten wir an die Labels und bereits kurze Zeit später lagen drei konkrete Angebote auf dem Tisch. Wir haben uns dann für Dockyard1 aus Hamburg entschiedenen, da sie das beste Vertriebsnetz hatten und die Leute dort alte Hasen im Business sind. Und jetzt, kaum ein Jahr, nachdem wir zum ersten Mal zusammen gejammt haben, steht die Scheibe bereits in den Läden!

Beschreibe mal deine Kollegen in paar Worten!

Gianni:Absoluter Ausnahmesänger und eine richtige Rock'n'Roll-Sau. Ist auf der Bühne zuhause und wäre am Liebsten die ganze Zeit auf Tour. Außerdem ein sehr liebenswerter Mensch mit einem riesigen Herz. Wir können uns verdammt glücklich schätzen, einen so geilen Sänger und großartigen Typen in unseren Reihen zu haben!
Tschibu + Andrej: Sie sind meine besten Freunde und das schon über 20 Jahre. Tschibu und ich sind im selben Kaff aufgewachsen und gingen zusammen in die Schule; Andrej kenne ich seit Ende der 80er; wir spielten in einer Schülerband zusammen. Anfang der 90er gründeten Tschibu, Andrej und ich schließlich unsere erste gemeinsame Band. Seither haben wir immer wieder zusammen in verschiedenen Bands gespielt und auch sonst eine Menge zusammen erlebt. Ich bin sehr glücklich, dass wir neben unserer Freundschaft jetzt auch wieder eine gemeinsame Band haben; Andrej hatte 2002 kurzzeitig aufgehört Musik zu machen, da er sich auf sein Berufsleben konzentrierte, jetzt sind die drei Musketiere endlich wieder vereint. Zum musikalischen: Tschibu ist ein absolutes Groove-Monster, extrem tight und auch technisch voll auf der Höhe. Er kann einfach alles spielen. Andrej spielt extrem Hart; ich kenne keinen Bassisten, der auch nur annähernd einen solch harten Anschlag hat wie er. Aufgrund dieser Tatsache hat er einen immensen Verschleiß an Bässen und Verbrauchsmaterial; zum Glück hat der Mann einen guten Job und verdient ganz ordentlich, ansonsten würde ihn das Bassspielen wahrscheinlich ruinieren.. Optisch wie musikalisch ein richtiger Mann und zusammen mit Tschibu eine unschlagbare Rhythmus-Sektion.

Wies nennt ihr euch "The Order" und warum ist das Covers so dunkel und unpassend für die Mucke?

Ach ja, danke noch fürs "Scheisscover" (O-Ton Rezession); das stammt nämlich von mir , hahaha.

Bitte! Hehehe. Ich sage halt gerne was ich denke.

In einem gebe ich Dir recht: zusammen mit dem Titel könnte tatsächlich der Eindruck entstehen, dass die Musik etwas brutaler daherkommt als es effektiv der Fall ist, zumal drei von uns zuvor in einer Thrash-Band gespielt haben. Andererseits passt ein simpler Schädel doch immer gut zum Rock'n'Roll. Uns jedenfalls gefällt es. Ich wollte halt einfach etwas Schlichtes, was sich auch gut auf T-Shirts macht. Na ja, die Geschmäcker sind zum Glück verschieden. Zum Namen: Dies ist eine Anspielung auf eine Geheimgesellschaft an der Yale-Universität, bei welcher u.A. auch George W. Bush und viele andere US-Präsidenten mitgemischt haben. Dieser Orden nennt sich THE ORDER OF SKULL AND BONES. Ich hielt dies für einen perfekten Bandnamen, da er kurz und prägnant ist und auch etwas Geheimnisvoll klingt. Und ich wollte unbedingt einen Namen mit einem "The" drin.

Wer ist denn der "Son Of Armageddon"?

Ähhh. im übertragenen Sinne wohl tatsächlich der "Bestrafer" am Tag des jüngsten Gerichtes. Und wie dieser Herr aussieht, könnt Ihr ja auf dem Cover erkennen, gell!

In eurer Bio liest man wie ihr euch fandet (u.a. durch Mitgliedschaft bei der Band GURD). Gehe ich recht in der Annahme, dass Sänger Gianni erst später zu euch gestoßen ist und wieso wähltet ihr ausgerechnet ihn aus?

Das ist richtig. Das erste Mal begegneten wir Gianni 2002, als er mit seiner Band für GURD eröffnete. Wir kannten Pure Inc. zu diesem Zeitpunkt noch nicht und seine Performance hat uns total aus den Socken gehauen. Ich erinnere mich noch genau wie ich zu Tschibu gesagt habe, dass er meine Traumbesetzung für den Sängerposten wäre, sollte ich mal was eigenes auf die Beine stellen. Als es dann soweit war hat er von Sandro, dem Pure Inc. Gitarristen, erfahren, dass ich eine neue Band starten will und er saugte sich ein paar Songs von meiner Website runter. Über einen Eintrag in meinem Gästebuch lies er mich wissen, dass er das Zeugs geil finde und ein paar Ideen dazu hätte! Wie oben bereits erwähnt trafen wir uns und wir wussten sofort, dass er und kein anderer unser neuer Sänger werden sollte. Wir haben auch gar keine anderen Sänger ausprobiert, es war ohnehin klar, dass ihm niemand das Wasser reichen würde. Zudem passt er auch menschlich sehr gut zu uns.

Pure Inc. sind ja gerne auf Tour und beschäftigt. Wie kommen The Order damit da und wieso sollen wir euch nicht als Projekt sehen?

Die Tatsache, dass wir nicht 100 Konzerte im Jahr geben ist doch kein Grund anzunehmen, dass The Order nur ein Projekt sind. Das mag jetzt ein wenig Arrogant klingen, aber ich sehe einfach keinen Sinn darin am Wochenende 1000 km zu fahren um dann irgendwo für 200 Euro vor 20 Nasen zu spielen. Ich habe das Jahrelang gemacht und habe schlicht keinen Bock mehr darauf. Da bleibe ich lieber Zuhause und spiele mit meiner Tochter, das gibt mir wesentlich mehr. Mittlerweile hat für mich die Familie ganz klar erste Priorität. Deshalb beschränken wir uns auch auf Supportshows, Festivals oder kleinere Konzerte hier in der Schweiz. Das heißt aber noch lange nicht, dass The Order "nur" ein Projekt sind, wir nehmen das ganze sehr ernst und wollen auch die bestmögliche Qualität, sowohl auf CD wie auch bei unseren (zugegebenermaßen eher seltenen) Konzerte abliefern. Von daher bin ich auch ganz froh, dass Gianni viel mit Pure Inc. unterwegs ist; der ist ja auch noch jung, hat Energie ohne Ende und wäre am liebsten andauernd on the road. Mit The Order alleine wäre er wohl, zumindest was die Live- Situation betrifft, unterfordert.

Euer Sound ist ja so breit gefächert, dass ihr ja verschiedene Musikfans ansprechen solltet, wie siehst du das?

Das hoffe ich doch! Ich denke mal, dass unsere Musik sowohl einem Hardrockfan wie auch einem Powermetaller oder sogar einem Thrasher gefallen kann. Bisher hatten wir jedenfalls durchwegs positive Reaktionen von allen Seiten, sogar von den ganz Harten.... Es war uns wichtig, dass wir unterschiedliche Stile in unserem Sound einfließen lassen und daraus den The Order-Sound kreieren. Natürlich überwiegt bei uns der Heavy/Hardrockanteil, aber ich denke, man kann durchaus auch Thrash und moderne Einflüsse in unseren Songs finden. Wichtig war uns, dass das ganze in sich Homogen klingt und nicht nach einer Ansammlung von verschiedenen Stilen. Schließlich sind wir ja nicht Phantomas, hahaha. Und ich denke mal, das ist uns ganz gut gelungen.

Das denke ich auch!!!!

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