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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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CREMATORY
Listening Session in Worms 2006
Thorsten Dietrich
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An Christi Himmelfahrt (im Volksmund: Vatertag) luden die erfolgreichen Gothic Metaller von Crematory zu einer znftigen Listeningsession fr ihr neues, zweites deutschsprachigen Album "Klagebilder", welches wieder auf ihrem alten Label Massacre Records im August erscheinen wird, da Nuclear Blast laut Band kein Interesse an Crematory zeigte! Das Cover sieht auch haargenau wie eine Weiterfhrung des deutschen 1996er Albums "Crematory" aus. Im rustikalen Gasthaus zur Krone trafen sich die Vertreter der Presse mit der Band und dem Produzenten Christian Kohlemann, welche auch teilweise mit Partner und Kindern angereist waren um in relaxter das neue Album zu hren. Danach standen Interviews und Smalltalk auf dem Plan. Anschlieend folgte ein deftiges 4 Gnge Men. O Ton Schlagzeuger Markus Jlich: "Wir sind ja als Schnitzelband verschrieen!" Crematory, die ja nicht zu den Lieblingen gewisser Magazine gehren gaben sich die ganze Zeit bodenstndig, ja so normal das man einfach nur Spa hatte und unverkrampft reden konnte.
So was ist nach ber 13 Jahren im Geschft auch nichts alltgliches! Die Band selbst zeigt sich mit dem Sound der Scheibe sehr zufrieden und besonders der Klampfensound ist laut Gitarrist Matze fett und wie er sein sollte. Kommen wir jetzt zu den 13 Stcken auf "Klagebilder", welches insgesamt eine Stunde Spieldauer hat:

Klagebilder

Stimmungsvolles, atmosphrisches Keyboardintro mit Schlagzeuguntersttzung. Typisch Crematory!

Die Abrechnung

Mit fettem Schlagzeugeinsatz und krftigen Riffs beginnenden Nummer. Snger Felix growlt recht tief aber verstndlich, whrend Gitarrist Matze souvern den eingngigen, klaren Part singt. Guter Opener und Abgehnummer! Geschickt integrierte, unaufdringliche Keyboards.

Hoffnungen

Direkt fllt der allgemeine sehr druckvolle Sound auf. Die Gitarrenriffs sind brachial und abgehackt. Die klaren Gesangslinien haben eine hypnotische Wirkung. Starker Wechselgesang der in deutsch erstaunlich gut zur Musik passt. Abgerundet wird der Song vom einem warme, meldoischen Gitarrensolo. Insgesamt gibt es zwei auf dem Album.

Kein Liebeslied

Melodischer Gitarrenpart erffnet den Song und geht in Miedtemporiffs ber. Trotz des Titels ein sehr melancholisches Stck in Midtempo mit sehr eingngigem, fast poppigem Refrain. Ein echter Ohrwurm und definitiv eine Weiterentwicklung fr die Band.

Kaltes Feuer

Im Gegensatzt zu den 90er Jahren ist der Keyboardsound der Hammer und die technoiden Elemente passen gut zu "Kaltes Feuer. Allgemein fllt auf, da die Songs recht gut auf den Punkt gebracht sind und keine berlnge haben: Kurz & knackig! Textlich dreht sich vieles um Trauer, Schmerz und Zweifel und lt dem Hrer Interpretationsmglichkeiten. Das Ende der Welt - Armageddon scheint hier das Thema zu sein.

Der Morgen danach

Erinnert vom Titel natrlich an eine Platte von Tankard. Beginnt mit melancholischen Keys, welche direkt in den Refrain bergehen. Zeichnet sich allgemein durch geschickte Tempowechsel aus und ist sehr eingngig! Matthias scheint den gr. Gesangspart zu haben, whrend Felix beschwren flstert. Im anschlieenden Interview erklrten beide jedoch, da auch Felix(!) klar singt ab und an, so da manche berrascht waren und dachten es wre immer Matthias. So ging es mir nach nur einem Durchgang dann auch fter!

Warum

Sehr starker, einprgsamer und einfacher Refrain. Eingngige Musik, harte Midtemporiffs und technoide Elemente formen sich zu einer fetten Abgehnummer. Der Text geht unter die Haut, da sich jeder irgendwo darin wiederfinden kann.

Hllenbrand

Sehr klischeehafter text ber die Hlle, dem man auch auf den Durst ummnzen kann und laut Felix bei jeder Happy Hour in einer Disco gut ankommen wrde. Das wird Live die Mitgrlnummer. Wetten? Durch geschickte Keyboardsounds und das Schlagzeug ist der Song dann doch nicht so stumpf wie man glauben knnte!

Nie wieder

Wieder ein Ohrwurmrefrain. Knnte man als einen Song ber eine Beziehung ansehen. Schwere Riffs und ein wuchtiges, im Vordergrund stehendes Schlagzeug dominieren das Lied.

Ein Leben lang

Poppige Keyboards und Schlagzeuparts erffnen diesen Midtemporocker, der direkt nach vorne geht. Es scheint als htte Matze gesanglich die berhand. Der Refrain ist auch sehr stark! Genauso ein Ohrwurm wie "Kein Liebeslied".

Der Nchste

Sehr deprimierender Text ber Tod und Sterben. Schleppendes Stck mit viel Flstergesang und atmosphrischen Keyboardsequenzen.

Das letzte Mal

Uptemporocker mit prgnanten Keyboards. Der fette Gitarrensound (hier vertreten durch Stakkatoriffs) ist einer der vielen Pluspunkte der Scheibe. Das harmonisch, gleichberechtiget Zusammenspiel der Instrumente fllt immer wieder auf.

Spiegel meiner Seele

Quasi die Uptempoballade, welche durch Pianoklnge und ein Rauschen erffnet wird. Guter Ausklang der Scheibe. Sehr gefhlvoll gesungen von Gitarrist Matze.

Fazit: Als Besitzer aller Crematory Scheiben bin ich total begeistert, wie sich die Band mit jeder Verffnetlichung gesteigert hat und halte "Klagebilder" klar fr eines, wenn nicht das Higlight im Gothic Metal, welches sogar Nichtfans der Pfkzer bekehren sollte! Deshalb freue ich mich jetzt schon auf die Gigs im Herbst um die neuen Songs live zu erleben!
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