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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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HOODS
Hardcore fürs Leben – Leben für Hardcore
Thomas Roos
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Bei der Schnelllebigkeit in der Szene haben die Leute aus Sacramento, Kalifornien geschafft, was viele andere Bands nicht hin bekommen. Sie existieren bereits seit über zehn Jahren und haben zum Jubiläum jetzt ihr neues Album „The King Is Dead“ an den Start gebracht. Die Schnelllebigkeit zeigte sich hier mehr in anderen Bereichen, was das folgende Interview auch teilweise aufzeigt. Da ich sie auf ihrer Europa-Tour im September 2005 leider verpasst habe, machte ich dies gut zwei Monate später per E-Mail. Wer mir die Fragen nun beantwortet hat, weiß ich noch nicht einmal. Ich vermute nur, dass es sich um Mike Hood selbst handelte. Die Antworten machten mir aber auch aus anderen Gründen nur wieder deutlich, warum ich lieber einen erheblich größeren Aufwand betreibe um ein Face-to-Face-Interview zu machen. Wenn man dem Gesprächspartner direkt gegenüber steht, dann erhält man in der Regel ausführlichere und eher brauchbare Antworten. In diesem Fall war derjenige im Großen und Ganzen sehr kurz angebunden, was allerdings aufgrund einer eventuell unfreiwillig hervorgerufenen Amüsanz auch einen etwas eigenwilligen Charme hat. Da ich die Ansichten mit Ausnahme weniger Punkte zudem teile, bin ich mit den Antworten doch ganz zufrieden.

Hoods

Die Band existiert nun seit über zehn Jahren und kann auf recht viele Veröffentlichungen zurück blicken. Warum habt Ihr das Label so oft gewechselt?


Weil die meisten Labels uns nicht helfen konnten uns dahin zu bringen, wo wir sein wollten. Nach zehn Jahren ist es natürlich für eine Band, einen Haufen Labels hinter sich gelassen zu haben.

Ich kam das erste mal mit Hoods in Kontakt als mir ein Freund vor Jahren eine CD mit dem Titel „New Blood“ ausgeliehen hat. Eure Diskographie erwähnt diese Veröffentlichung nicht mehr. Gibt es da einen Grund für?

Das Label Gain Ground ist raus aus dem Geschäft und hat uns abgezockt. Das Album liegt in der Vergangenheit, also haben wir es hinter uns gelassen. Es dreht sich alles um das neue Album.

Auf dem neuen Album ist Nicole the Greek noch als Bandmitglied genannt. Auf Eurer neuen Website ist sie nirgendwo erwähnt. Ist sie nicht mehr in der Band?

Man konnte nicht mit ihr abhängen. Sie war eine gute Gitarristin, aber auf Tour war sie die Pest am Arsch. Sie ist nicht mehr in Hoods.

Das neue Album beinhaltet zehn Songs, aber hat eine Spieldauer von weniger als zwanzig Minuten. Meinst Du nicht, das ist zu wenig für ein Album? Eine Spielzeit von weniger als zwanzig Minuten steht normalerweise für eine MCD. Warum habt Ihr nicht wenigstens einen Song mehr auf die CD gepackt, um sie als ein echtes Album zu rechtfertigen?

Es ist ein verficktes Hardcore Album. Ich halte mich nicht an Richtlinien. Wer hat die Regel aufgestellt, dass ein Album zwanzig Minuten dauern muss??? Vielleicht irgendein achtzig Jahre alter Leiter einer Plattenfirma. Wir spielen Hardcore. Wenn die Leute es nicht geradlinig und auf den Punkt gebracht mögen, dann fehlt ihnen vielleicht dieser Punkt. Wenn Du Alben von vierzig Minuten haben willst, dann geh und hör Metal.

Einer der neuen Songs heißt „Ernie Cortez“. Es scheint eine Ehrerweisung zu sein. Ramallah haben auch ihr neues Album seinem Gedenken gewidmet. Wer war Ernie Cortez und was ist mit ihm passiert?

Er war der Bassist von Powerhouse. Er war ein großartiger Kerl und ich vermisse ihn sehr. Und ja, es ist ein Tribute Song.

Mike Hood unterstützt viele Bands mit seinem Club „West Coast Worldwide“. Er scheint innerhalb der Szene ziemlich aktiv zu sein. Was bedeutet es Dir, die Szene aufzubauen, sie zu unterstützen und zu ihr zu gehören?

Das ist mein ganzes Leben. Es hat mich am Leben gehalten. Es ist ein Ventil für den täglichen Bullshit.

Auf dem Promo-Zettel heißt es, „The King Is Dead“ ist ein Aufruf zu den Waffen an all diejenigen, die müde geworden sind zuzusehen, wie Hardcore ausgebeutet und bastardisiert wird. Seid Ihr mit der heutigen Szene nicht zufrieden?

Verfickt noch mal nein. Diese Szene ist voll von Modeopfern und Fakes. Es gibt eine Menge großartige Kids da draußen, aber die Mehrheit ist verfickt fake.

Es scheint Ihr habt klare Vorstellungen davon, wie Hardcore zu sein hat. Kannst Du etwas dazu sagen?

Schlicht und einfach Hardcore. Freunde, die alles für Dich tun würden.

Habt Ihr außer der Veröffentlichung Eures neuen Albums noch etwas Besonderes gemacht, um Euer zehnjähriges Jubiläum zu feiern?

Tupac und Biggy sind mit etwas Sekt rüber gekommen.

Letzte Worte?

The King Is Dead, Long Live The King.
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