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11. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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BORN FROM PAIN
Nicht geplanter Aufstieg ohne absehbares Ende
Thomas Roos
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Bassist Rob und Snger Ch grndeten die Band im Sommer 1997. Nach circa vier Jahren hatten sie sich den Ruf der wohl am hrtesten arbeitenden Band Europas erspielt, denn zu dieser Zeit waren zwei Auftritte pro Woche eigentlich der Schnitt. Daneben tourte man auch durch die unblichsten Winkel Europas, um den Namen und die Musik wirklich berall wo nur mglich bekannt zu machen. Da die Band gleich hinter der hollndischen Grenze ihren Ursprung hat, konnte ich die Jungs damals auch sehr hufig auf Konzerten antreffen. Mittlerweile ist das nicht mehr der Fall. Das liegt nicht daran, dass sie faul geworden sind, sondern daran, dass ihr stetiger Aufstieg sie nun vermehrt weiter hinaus in die Welt gebracht und BFP auch auerhalb der europischen Grenzen bekannt gemacht hat. Nach dem Release ihres neuen Albums "In Love With The End" auf ihrem neuen Label Metal Blade sind sie derzeit mit Untersttzung von Zero Mentality auf Europa-Tour und ich nutzte die Gelegenheit am 07.05.2005 in Weinheim zu einem Wiedersehen. Die Freude war auch gro, denn gerade Ch habe ich schon seit ber einem Jahr nicht mehr gesehen. Er stand mir dann auch fr das folgende Interview Rede und Antwort. Rob beteiligte sich daran nur anfangs ein wenig, da seine Stimme durch eine Erkltung ziemlich am Arsch war. Seine Antworten sind entsprechend gekennzeichnet.

Gerade am Schlagzeug habt Ihr schon diverse Besetzungswechsel hinter Euch. Woran liegt das?

Born From Pain

Daran, dass die Leute nicht zu Born From Pain passten. Im Endeffekt mssen alle Leute der Band die Nasen in die gleiche Richtung haben und den gleichen Erfolg wollen wie der Rest. Das ist aber nicht immer so und dann muss man eben gehen.

Bei Eurem letzten Drummer, der vor gut zwei Jahren in die Band eingestiegen war, habt Ihr auch schon gedacht, dass er der Richtige ist und dabei bleiben wird.

Ja, das denkt man immer. Man hofft, dass er auch dazu passt.

Rob: Aber wenn das im Endeffekt nicht so ist, wie es in diesem Fall war, dann muss man sich wieder trennen.

Wer ist denn Euer neuer Drummer? Hat er vorher schon in anderen Bands gespielt und denkt Ihr, dass er nun dauerhaft in der Band bleibt?

Er spielt noch immer in einer anderen Band namens Deadfall. Er hat auch schon fr Backfire auf der Tour mit Madball ausgeholfen. Ich glaube wir haben mit Born From Pain musikalisch noch nie so gut geklungen wie jetzt und ich glaube untereinander hat es innerhalb der Band noch nie vorher so gut funktioniert.

Wie kriegt Ihr berhaupt alles zeitlich auf die Reihe? Als ich Rob das letzte mal vor ber zwei Jahren interviewt habe, hast Du mir erzhlt, dass Du mit Deinem Chef den Deal hast, fr die Band so viel unbezahlten Urlaub wie ntig zu bekommen. So weit ich wei arbeitest Du heute fr Euer altes Label GSR. Musstet Ihr aufgrund der Band bereits Abstriche in Eurem Berufs- oder auch Privatleben machen?

Rob: Ich arbeite noch immer fr meine alte Firma. Aber nebenbei mache ich auch noch die Arbeit fr GSR und die Band. Ich habe mir mittlerweile also noch mehr Arbeit aufgehalst. Aber die Arbeit fr GSR kann ich gut zu unblichen Zeiten machen. Das luft abends oder auch zwischendurch. Da habe ich keine festen Arbeitszeiten. Ich kann das alles ganz gut miteinander vereinbaren, weil die Vereinbarungen mit meinem Chef noch immer stehen. Natrlich kommt man in seinem Privatleben und auch mit der Arbeit schon mal ins Straucheln. Ich wei auch nicht wie das in der Zukunft aussehen wird. Wenn ich den Job nicht halten kann, dann kann ich ihn nicht halten. Aber wir sind jetzt durch den Label-Wechsel und andere Entwicklungen mit der Band in einer Position, wo wir tatschlich mal eine gute Chance haben, so richtig was zu reien. Ich finde, die Chance muss man dann schon ergreifen. Da haben wir ja auch all die Jahre fr gearbeitet.

Was macht Ihr berhaupt alle neben der Band?

Rob: Ich mache Schulungen fr Microsoft-Netzwerkverwaltungen. Das mache ich noch um die ntige Kohle rein zu kriegen. Dann kommt von GSR noch ein wenig dazu und manchmal auch durch die Band. Man muss ja sein Leben irgendwie finanzieren. Aber ansonsten habe ich auch fr nichts anderes mehr Zeit.

Ich habe wie Du mal in einem Steuerbro gearbeitet. Derzeit studiere ich und jobbe noch bei einem Grohndler. Karl arbeitet wie Rob bei GSR. Rob ist jedoch fr die Arbeit mit den Bands zustndig und Karl eher fr Werbung und Marketing. Stefan ist verheiratet und hat ein Kind, studiert ebenfalls und arbeitet noch in der gleichen Firma wie Rob. Unser Schlagzeuger Roel arbeitet bei DHL. Er hat den Job zwar jetzt aufgegeben, kann aber nach der Tour wieder dort anfangen.

Auch an der Gitarre hattet Ihr schon einige Besetzungswechsel. Karl ist ja mittlerweile schon sehr lange dabei, was sich wohl auch kaum ndern wird. Ich kann mich aber erinnern, dass Stefan vor ein paar Jahren mal aus der Band ausgestiegen ist, weil sie ihm zu zeitintensiv war. Wirklich weg war er aber eigentlich nie, da er immer noch ausgeholfen hat, wenn Not am Mann war. Er ist auch seit lngerer Zeit wieder festes Mitglied in der Band. Hat er in der Hinsicht heute keine Zeitprobleme mehr?

Als er uns mitteilte, dass er aufhren will, waren wir alle etwas enttuscht, weil wir immer dachten, Stefan wird dabei sein bis zum Ende. Wir wussten auch gar nicht was das Problem war. Am Ende war es dann so, dass er persnlich sehr viel um die Ohren hatte und da konnten wir ihm nicht bei helfen. Ihm fehlte die Zeit um die Dinge zu regeln und er hat sich deshalb entschlossen aufzuhren. Er sagte aber gleich zu, immer noch Layouts fr uns zu machen und ein wenig Musik zu schreiben. Also ist er irgendwie doch dabei geblieben. Nachdem Marijn, der als Ersatz fr Stefan gekommen war, wieder ausgestiegen ist, haben wir lange Zeit ohne festen zweiten Gitarristen gespielt. Wir haben viel mit Dominik gespielt, der jetzt bei Zero Mentality ist, oder mit Jochen von Full Court Press. Dann haben wir die Resistance-Tour mit Biohazard, Agnostic Front und Hatebreed gemacht und brauchten noch einen zweiten Gitarristen. Wir haben deshalb Stefan gefragt, ob er da nicht fr uns spielen knnte. Letztendlich hat es ihm und uns so gut gefallen, dass wir ihn wieder mit dabei haben wollten und er das selbst auch super gern wollte. Dann haben wir die "Sands Of Time" geschrieben und seitdem ist er eigentlich wieder fest in der Band.

Dann hat er seine persnlichen Probleme also jetzt aus dem Weg gerumt?

Ja.

Dann noch mal zurck zu Karl: Er ist aus England und hat die erste Pressung Eurer MCD "Immortality" auf seinem Label Contrition Records heraus gebracht. Dies war Euer erstes Release, bevor Ihr von Theo gesignt wurdet, der unter anderem auch das Re-Release davon verffentlichte. Stimmt es, dass er extra von England nach Holland gezogen ist, um in BFP spielen zu knnen als Ihr nach einem neuen Gitarristen gesucht habt?

Ja. Als Serv aufgehrt hat brauchten wir einen neuen Gitarristen. Und wir wussten, dass Karl zu der Zeit nicht in einer Band war. Also haben wir ihn gefragt, ob er Bock hat, bei uns zu spielen. Er wollte es sich berlegen, hat einen Tag darber nachgedacht und uns dann zugesagt. Am Anfang ist er noch gependelt, aber das wurde zu teuer und war auch ein logistisches Problem. Also ist er hierher gezogen um bei uns zu spielen und hat bei Theo einen Job bekommen.

Hatte er zuhause nicht auch einen Job? Und was ist mit Familie und Freunden? Er hat doch sicher viel zurck gelassen.

Auf jeden Fall. Aber er wusste, in was fr eine Richtung wir gehen und das wir mit Born From Pain Erfolg haben wollen. Er wollte immer schon das machen, was wir jetzt tun. Deshalb war es ihm diesen Schritt wert. Ich finde das nur cool.

Whrend der Zeit bei GSR seid Ihr unaufhaltsam aufgestiegen. Aber auch die liegt jetzt hinter Euch, denn mit "In Love With The End" liegt nun Euer Debt fr Metal Blade vor. Was hat sich mit dem Label-Wechsel fr Euch verndert?

Worauf sprichst Du jetzt an? Meinst Du bandinterne Dinge oder vielleicht persnliche, organisatorische, finanzielle oder werbetechnische Sachen? Ich wei nicht genau worauf Du hinaus willst.

Ich kenne Euch ja und wei, dass sich innerhalb der Band sicher nichts gendert hat und Ihr nach wie vor Euer Ding macht. Aber Metal Blade ist doch ein viel greres Label als GSR mit viel greren Mglichkeiten. Das macht sich doch sicher irgendwo bemerkbar.

Natrlich. Wir haben jetzt berall in der Welt so viel Presse bekommen. Sei es Japan, die Staaten oder hier in Europa. Das ist echt eine Maschine. GSR ist eben nur ein kleines Label aus Holland mit einem mittlerweile ziemlich guten Vertrieb. Aber Metal Blade ist echt eine Maschine. Ich muss dabei aber auch sagen, dass wir mit den Leuten super klar kommen und das es einfach nur cool ist, mit denen zu arbeiten. Ich bekomme jetzt jeden Tag im Schnitt zwei Interviews per E-mail.

Krass. Dann bist Du damit ja auch noch gut beschftigt.

Born From Pain

Ja, genau. Das ist krass. Ich bin auch nicht der Typ, der stndig seine Standard-Antworten zum Besten gibt. Ich will immer wieder etwas neues sagen. Aber das Ding mit Metal Blade ist einfach, dass die Leute cool sind, dass es von Anfang an schon ein gutes Label war und das es dort einfach richtig gut funktioniert. Das luft wie ein Betrieb, ein richtiges Geschft. Das ist eben anderes als bei GSR, weil es viel kleiner ist. Trotzdem ist der Kontakt nicht anders. Mit Theo sind wir befreundet und ich denke nicht, dass ich die Leute von Metal Blade jetzt gleich als Freunde bezeichnen kann. Aber wir kommen gut miteinander klar.

Wie ist es nun nach all den Jahren unermdlicher Arbeit an diesem Punkt angelangt zu sein?

Welchen Punkt meinst Du?

Na an dem jetzigen Punkt eben. Ihr macht das jetzt seit 1997, habt angefangen kleine Shows zu spielen, die erste CD kam wie gesagt auf Contrition Records raus, was ja ein noch viel kleineres Label ist als GSR. Whrend der Zeit bei GSR seit Ihr ja gewachsen und wurdet immer populrer, ihr habt auch groe Festivals gespielt und letztendlich hat Euch das zu dem Deal mit Metal Blade gefhrt. Von daher habt Ihr momentan doch den vorlufigen Hhepunkt Eurer Karriere erreicht.

Bis jetzt ist das hier der Hhepunkt, aber ich hoffe, dass es noch weiter geht. Ich hatte aber ehrlich gesagt nie erwartet, dass ich mit Born From Pain nach acht Jahren mal auf Metal Blade sein wrde. Ich dachte mir anfangs, ich nehme mal ein Demo auf, spiele dann ein paar Shows um irgendwo umsonst rein zu kommen und bei anderen Bands tanzen zu knnen und das wars. Aber das hat sich alles verselbstndigt und nach oben katapultiert. Das ist cool, aber wir haben auch hart genug dafr gearbeitet.

Das meine ich ja. Ihr habt wirklich hart daran gearbeitet und seit nun an diesem Punkt.

Ja... es ist halt nur cool, weit Du. Es ist cool jetzt zum Roster von Metal Blade zu gehren und es ist cool jetzt eine Headlining-Tour mit zweiunddreiig Shows oder so hintereinander zu machen. Das ist halt nur cool. Aber ich glaube, dass es nicht nur alleine Talent ist. Wir haben eben super hart dafr gearbeitet und fr Born From Pain super viel investiert und aufgegeben. Deshalb finde ich eigentlich, dass wir die Chance jetzt auch verdienen.

Gar keine Frage. Im Moment erntet Ihr ja praktisch die Frchte Eurer Arbeit, die Ihr natrlich auch verdient habt. Aber Du sagst, anfangs habt Ihr das alles gar nicht so ernst gesehen. Du und Rob, Ihr wolltet doch von Anfang an Erfolg haben und die Band so weit pushen wie mglich, oder nicht?

Nein, am Anfang war das noch gar nicht so. Das war erst so ungefhr nach einem halben oder dem ersten Jahr, dass Rob und ich uns fragten: "Hey, die Leute gehen wohl ab auf unseren Shows, oder?" Das war so und da haben wir uns entschlossen, eine CD aufzunehmen. Anschlieend haben wir uns gesagt: "La uns doch mal eine Full Length machen!" Danach dachten wir, wir knnten ja noch eine Full Length machen und hey... jetzt sind wir auf Metal Blade, wir waren auf Tour mit Biohazard und Madball und... tja... das ist halt nur super. Aber das htte ich nie erwartet, nie im Leben. Damals als ich 16 war dachte ich immer, dass ich verheiratet bin, zwei Kinder habe und irgendwo Manager bin, wenn ich mal 27 bin. Aber mein ganzes Leben ist komplett anders verlaufen als ich es erwartet htte.

Jetzt reist Du um die halbe Welt und machst Musik.

Ja, genau... haha. Aber das ist cool. Auf jeden Fall. Ich bin echt froh, dass wir jetzt die Chance haben, das alles zu machen. Es ist zwar schwer, aber ich bin wohl froh.

Ihr habt bei Metal Blade fr drei Alben unterschrieben. Wurde auch schon vereinbart, wann die nchsten beiden erscheinen sollen?

Zuflligerweise hat Rob gestern eine E-mail bekommen fr die Planung 2006 und ich glaube wir werden Ende 2006 noch eine CD verffentlichen. Das ist noch nicht sicher, aber vorerst mal so geplant.

Das ist also die Planung fr das zweite Album unter dem Label. Fr das dritte ist demzufolge noch gar nichts geplant?

Nein. Keine Ahnung. Vielleicht kommt das auch nie. Das kann man ja nie sagen. Aber es luft jetzt echt super und ich habe auch noch nie daran gedacht, damit aufzuhren.

Letzte Worte?

Was hltst Du von der neuen CD?

Lies mein Review.

Ist das gut?

Ja.

Dann wrde ich sagen: Checkt die neue CD "In Love With The End" und checkt uns, wenn wir in der Nhe spielen. Auerdem vielen Dank fr die Investition Eurer Zeit. Ich schtze, das Interview hat man in fnf Minuten gelesen, aber da steckt ja weitaus mehr Arbeit dahinter. Und Dir speziell vielen Dank fr die Untersttzung seit nunmehr sieben oder acht Jahren.

www.bornfrompain.com

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