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22. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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GODIVA
Nackte Frau mit Pferd
Thorsten Dietrich
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Mitch Koontz ist guter Stimmung. Die darf der Bassist der Schweizer Metalband Godiva auch haben! Der Mann hat mit seiner Band eine tolle, frische neue Platte gemacht, die jede Menge alter Hasen blass aussehen lsst. Mir blieb gar nichts anderes brig, als ihn auszufragen.

Hi Mitch!
So gut kennt man euch in der BRD und der Metalszene noch nicht! Lass doch mal eure Geschichte bis jetzt Revue passieren!

Godiva - Mitch

Tja, dann fangen wir mal ganz von vorne an... eigentlich begann alles damit, dass Peter und ich damals mit einer Coverband ein paar Jahre durch unsere Heimat getingelt sind... Unser Repertoire damals bestand aus diversen Rock- und Pop-Klassikern. Wir hatten ne gute Zeit. Aber Peter und ich wollten schon lnger mal selber was auf die Beine stellen, eigenes Material schreiben, usw. Covern ist zwar ne nette Angelegenheit aber auf Dauer ziemlich unbefriedigend. Also haben wir uns auf die Suche gemacht nach diversen Mitstreitern. Das ging dann auch relativ zackig, als erstes stie Sammy dazu. Man merkte eigentlich sofort, dass er dasselbe wollte wie wir und so fingen wir an Songs zu schreiben. Nach einer Odysee an diversen Sngern, fanden wir dann in Anthony De Angelis endlich einen Shouter der einigermaen unseren Vorstellungen entsprach. Wir konnten dann fr unser Debt noch Tom Naumann und Achim Khler als Produzenten begeistern und schon fanden wir uns im Studio wieder. Wir suchten uns danach noch einen zweiten Gitarristen und fanden diesen in Moses B. Fernandez. Ein unglaublich talentierter Klampfer, ein wirklich sehr guter Songwriter und auch menschlich ein super Typ! Danach hatten wir ein paar Gigs in unserer Heimat und einen in Deutschland. Im Frhjahr 2004 machten wir uns bereits an die neuen Songs fr "Call me under 666" und sind dann Ende September/Anfang Oktober 2004 wieder zu Achim Khler ins Studio gereist und haben die Songs eingespielt. Diesmal haben vorwiegend Sammy und ich mit Achim die Scheibe produziert.

Wie kamt ihr eigentlich an Fernando Garcia ? Was ist mit eurem alten Snger passiert?

Die Probleme mit Anthony zeichneten sich eigentlich schon im Vorfeld, also in der Songwriting-Phase ab. Man merkte deutlich wie die Ideen zwischen uns und Anthony auseinander gingen... Trotzdem rafften wir uns alle zusammen und begannen die Recordings mit ihm. Doch leider mussten wir dann beim Endprodukt feststellen, dass es so einfach nicht mehr ging, das Material entsprach einfach nicht unseren Vorstellungen. Somit haben wir uns von Anthony getrennt. Lustigerweise war es genau dieser Anthony der Fernando mit ins Studio brachte. Fernando wohnt auch in Basel und die haben sich irgendwie kennen gelernt. Daraufhin hat sich Fernando ursprnglich dazu bereit erklrt ein paar Backings einzusingen. Wir waren natrlich begeistert, als wir Fernandos Stimme auf unseren Songs hrten und so hat sich das eine auf das andere ergeben. Anthony verlie uns und Fernando hat dann im Januar 2005 die ganze Platte neu eingesungen.

Fernando hat durch seine Kurzzeitgastspiele (BISS / Wicked Sensation) den Ruf ein Bandhopper zu sein. Wie siehst Du die Chancen auf lngerfristige Zusammenarbeit?

Nun ja. Biss war ja nur ein Projekt, so wie ich das verstanden habe, und es war nie die Rede, dass er dort fix einsteigt. Aber dazu msstest du ihn selber fragen... ich kann dazu auch nicht mehr sagen. Es gibt nie eine Garantie fr irgendetwas, aber ich glaube Fernando fhlt sich bei uns wohl. Wir haben ein sehr familires Verhltnis in der Band und zudem lassen wir Fernando seine knstlerische Freiheit voll und ganz, damit er sich so richtig entfalten kann. Wie sich das ganze knftig entwickeln wird, steht in den Sternen. Aber ehrlich gesagt bin ich guter Dinge, dass wir auch beim nchsten Album auf seine Dienste zhlen drfen.

Das hoffe ich auch!
Wer schrieb die Songs und hat Fernando auch was zu der Platte neben dem Gesang beigetragen?

Die Songs schreiben vorwiegend Sammy, Moses und ich. Sammy hat fnf, Moses zwei und ich drei Songs beigesteuert. So zu arbeiten war fantastisch, jeder konnte seinen Stil einfliessen lassen und so entwickelte sich diese Scheibe auch ziemlich abwechslungsreich. Wie bereits oben erwhnt haben wir Fernando vllige Freiheit gelassen. Er hat smtliche Gesangslinien neu komponiert und seinen Bedrfnissen angepasst, ebenso die Texte. Sammy und ich haben dann zusammen mit ihm seine Ideen im Studio verwirklicht uns ausgearbeitet.

Euer Name ist ja ein eigens kreiertes Wort aus GOD und DIVA. Was soll es aussagen?

Lady Godiva

Nun nicht ganz. Eigentlich ist es abgeleitet von der Legende um Lady Godiva. Du weisst schon, die Ische, welche im Mittelalter in England nackt auf einem weien Schimmel durch die Stadt geritten ist, weil ihr Alter (Lord dieser Stadt) die Steuern erhhen wollte und sie mit diesem Porno-Ritt dagegen protestierte, da ihr die sehr armen Untertanen leid taten. Nie gehrt davon? Aber auf der anderen Seite hast du schon auch recht, auch dieses Wortspiel God und Diva gefiel uns neben der erwhnten Legende sehr gut.

Doch! Stimmt! Aber den Namen der Dame habe ich seit dem Geschichtsunterricht vergessen gehabt.
Albumcover, Albumname und Songtitel wie "Maneater", "Proud To Be A Beast" strotzen vor Klischees und lassen mich an Frauen denken. War das so gemeint?

Godiva - Call Me Under 666 Cover

Da fragst du den falschen, da kann dir Fernando besser Auskunft geben. Aber soviel ich wei triffst du bei "Maneater" den Nagel auf den Kopf. Es geht um Frauen, die Mnner verarschen und jetzt an einen geraten, der sie verarscht. "Bei Proud to Be a Beast" bin ich mir nicht ganz sicher, aber ich glaube nicht, dass es hier um Frauen geht, eher um Typen mit denen man jetzt eine offene Rechnung begleicht. Aber sei doch froh denkst du an Frauen und nicht an Mnner! (lacht)

Passt doch auch besser. Hehe.
Allgemein fahrt ihr ja die Schiene markige Songtitel. Sind die Texte wichtig oder nur nettes Beiwerk?

Ich denke schon, dass der Text zum Song passen muss, oder wie wrde es klingen bei "Proud to be a Beast", wenn der Text "I love you, Baby" wre ? (lacht)

Schnulzig!
Ich sehe eure Platte im Geiste der 80er mit dem Sound des 21. Jahrhunderts! Wie ist es mit Dir? Der Sound von Achim Khler ist ja der Hammer!

Genau das wollten wir erreichen! Wir wollten unserer Leidenschaft frnen, dem traditionellen Heavy Metal, aber trotzdem modern klingen und uns der heutigen Zeit anpassen ohne jedoch irgendeinem Trend nachzueifern. Das ist uns, glaube ich, auch ziemlich gut gelungen. Ja, Achim Khler ist ein wahrer Meister der Knpfe! Definitiv, fr mich persnlich gibt es keinen besseren. Zudem ist Achim ein sehr, sehr erfahrener Mann (Primal Fear, Testament, Brainstorm, u.v.m.) und wei auf was es ankommt. Von ihm konnten wir sehr, sehr viel lernen. Auch menschlich ein absolut genialer Typ! Wir hatten viel Spass im Studio.

"Free My Soul", die Ballade der Platte wre aber im Mittelteil als Verschnaufpause besser aufgehoben gewesen. Warum kam der Song ans Ende?

Wir wollten halt den Song als ruhigen Ausklang nehmen. Wir fanden mittendrin htte er die gebndelte Power unterbrochen und das wollten wir nicht. Denn wir sind keine Balladen-Band, sondern bei uns geht's voll auf die 10! Ausserdem haben wir ja mit "Flight of the Dragon" einen balladesken Einstieg im Mittelteil des Albums. Aber Balladen berlassen wir anderen Schweizerbands...(lacht)

Ich wei auch wem!
Was plant ihr an der Livefront? Zumindest einen Gig in der BRD auf dem "Swordbrothers II"-Festival wird ja kommen!

Godiva

Es ist einiges in Planung. Es sind bereits ca. sieben Gigs in der Schweiz besttigt und es werden laufend mehr. Wir hoffen natrlich auch in Deutschland spielen zu knnen. Sind aber zuversichtlich. Vielleicht klappt es sogar mit einer Support-Tour. Aber genaueres knnen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Wer sind eure Einflsse und was erwartest Du von der Scheibe ernsthaft? Wie sieht es denn in der Heimat aus?

Unsere Einflsse, hmm... Da gibt es diverse, da msstest du jeden einzelnen genau fragen. Zu meinen persnlichen Einflssen gehren auf jeden Fall Judas Priest. Obwohl ich zur Zeit sehr auf die harte Schiene stehe, wie Machine Head oder Fear Factory! Aber mein Geschmack ist eigentlich ziemlich breit gefchert. Was kann man von der Scheibe erwarten, gute Frage. Am besten fhrst du, wenn du erstmal gar nix erwartest und die Dinge einfach auf dich zukommen lsst. Bei uns ist die Hauptsache, dass wir Spass daran haben, was wir machen, alles andere ist dann eher schnes "Beigemse". Aber natrlich hoffen wir, dass wir das Interesse vieler Metalheadz zu wecken und natrlich auf die Millionen-Verkufe. Ich will mir doch endlich 'nen 911er leisten knnen!!! (lacht)

Den bekommst Du in Originalgre wohl nur, wenn du ein Balladenheini wirst. Danke fr die ausfhrlichen Antworten.
Seht euch Godiva an : www.godiva.ch und schaut sie euch im September auf dem "Swordbrothers II" an: www.swordbrothers.tk

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