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18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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UNGODLY
Nieder mit den Posern!
Andre Kreuz
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Es geschieht nicht unbedingt jeden Tag, dass man eine Eigenproduktion aus Brasilien zugeschickt bekommt. Neugierig wie ich bin, landete UNGODLY's "Hate Celebration" umgehend in meiner Anlage, worauf ich erstaunt den eigenstndigen und gut produzierten Death Metal-Klngen der Band lauschte. Catchy aber brutal, teils melodisch aber auch teils verdammt schnell zersgten die drei Tracks meine Hrgnge. Da das gute Stck zudem noch in einem professionell aufgemachten Digipack kam, nahm ich die mir angebotene Mglichkeit zu einem Interview mit Gitarrist und Bandgrnder Daniel Oliveira nur zu gerne an.

Daniel

Hi Daniel!
Da ich kaum Informationen ber euch habe und eure Homepage leider nur in Portugiesisch verfgbar ist, lass uns doch mal mit einer Kurzbiographie anfangen. Erzhl bitte mal was ber UNGODLY, seine Ursprnge, Mitglieder und Beweggrnde! (Update: Mittlerweile ist die Homepage auch auf englisch verfgbar!)

UNGODLY haben 2001 als Death/Black Metal Band angefangen. Von da an haben wir viele Vernderungen mit gemacht, vornehmlich im Line-Up (was nebenbei noch nicht stabil ist). Gerade eben hat sich uns ein neuer Drummer angeschlossen, Thiago Nogueira, ex Headhunter D.C.. Das wird auch noch so weitergehen, bis wir die ideale Besetzung gefunden haben, um uns gnzlich auf UNGODLY konzentrieren zu knnen.

Bitte erzhl doch noch was zu eurem Release "Hate Celebration"! Ist es euer erstes?

"Hate Celebration" war unsere erste Studio-Erfahrung und wir hatten verdammt wenig Zeit, fertig zu werden. Das Ergebnis ist recht gut geworden, aber im Nachhinein sehe ich viele Dinge, die anders gemacht htten werden knnen. Heute hat die Band ein komplett anderes Line-Up als bei den Aufnahmen zur EP und ich wrde sagen, dass wir mittlerweile ein Killer-Album aufnehmen knnten.

Die EP ist ja eigentlich auch schon ein echter Killer! Warum habt ihr sie als Digipack verffentlicht?

Das war meine Entscheidung, weil ich das Format mag und ich glaubte, dass es etwas anderes wre, unsere erste Aufnahme in dieser Form zu verffentlichen. Besonders, da wir eine neue Band sind und eine Mglichkeit finden wollten, damit die Banger und die Szene uns wahrnimmt. Da eine Digipack - ob man das will oder nicht - etwas anderes ist, hilft uns das ein wenig in dieser Hinsicht.

Warum habt ihr eine CD mit drei Liedern rausgebracht, anstatt auf ein vollstndiges Album zu warten?

Die EP sollte einen Eindruck davon vermitteln, was in Zukunft von uns zu erwarten ist. Und es gab so viele Vernderungen, dass wir nicht auf weitere Beitrge warten konnten. Von da an haben wir sehr hart gearbeitet und uns musikalisch weiter entwickelt, whrend uns die nderungen in der Besetzung ebenfalls haben reifen lassen, und zwar weit weiter, als ich erwartet habe.

Bei "In Pestilence Of The Limbo" und dem Titeltrack verwendet ihr ein Keyboard, was beim brutalen Death Metal doch eher ungewhnlich ist, auch wenn es mir in eurem Fall sehr gut gefllt. Wie kam es dazu?

Wir haben verschiedene Einflsse. Wir hren nicht nur Death Metal, man kann in unserer Musik auch Heavy, Thrash und Black Metal-Einflsse finden. Wir sind nicht im Death festgefahren, sondern eher im Heavy Metal allgemein, dem "Echten Metal". Wir weden nicht eine arme Kopie der Death Metal Meister sein. Heutzutage hre ich so viele hnliche Bands, dass es schwer ist, welche mit einer eigenen Identitt zu finden.

Worum drehen sich denn die Texte, woher bezieht ihr eure Inspiration?

Ich bin nicht derjenige, der die meisten Texte schreibt. Wie auch immer, die meisten drehen sich um die Christenheit und Kritik an Religion, aber das ist nicht alles.

Das Cover und das Artwork der CD insgesamt scheint Heuchelei in der Kirche anzuprangern, war das der Grundgedanke dahinter? Wer hat das Artwork gemacht?

Hate Celebration Cover

Das ist es! Endlich mal jemand, der unser Cover verstanden hat, ohne uns Satanisten zu schimpfen (lacht). Das ist es wirklich! Wir benutzen diese Bilder, um das christliche Reich mehr und mehr zu verspotten und zu schockieren. Und ich denke daher war es das perfekte Konzept. Die Idee dahinter stammt komplett von mir und der groartige Knstler Patrick Tremblay war fr die Umsetzung zustndig.

In diesem Zusammenhang: Brasilien scheint ja ein sehr religises Land zu sein, zumindest ist das mein Eindruck. Ist es da nicht schwer, zu seinen Idealen zu stehen und eine Metal-Band zu sein/haben?

Tja, es ist hart, in der Gesellschaft und der Famile zu offenbaren, was die Band macht. In meinem Fall verheimliche ich nichts. Alles ist offen und deutlich fr Familie und Freunde, alle wissen, was ich tue. Alle wissen, dass das, was wir sagen, kein Schwindel ist und wir keine Idioten sind, die zu viel labern. Manche neugierige Leute, die nicht wissen, was wir machen, versuchen unsere Arbeit kennen zu lernen und es endet dann damit, dass sie den Metal bewundern, selbst wenn es nicht der Stil ist, den sie sonst gerne hren.

Bitte erzhl mal was ber die brasilianische Metal-Szene! Ist sie wirklich so sehr von Krisiun und Sepultura dominiert, wie wir hier den Eindruck bekommen?

Krisiun ist wirklich gro und prsent in der Metal-Szene, aber Sepultura sind schon lange keine Metal-Band mehr. Die brasilianische Szene hat exzellente Bands und wirkliche loyale Anhnger. Ich kann ein paar Bands nennen, die zwar nicht so bekannt wie Krisiun sind, aber so gut wie sie sind und ihr eigene Identitt haben, wie z.B.: Mystifier, Headhunter D.C, Insaintfication, Uneartlhy, Torture Squad, Eternal Sacrifice, Veuliah und andere.

Auf eurer Homepage hab ich einen Flyer von einem Konzert gesehen, bei dem ihr zusammen mit Destruction gespielt habt. Was war das fr ein Event und wie war es?

Ungodly

Das war ein Konzert in der Hauptstadt von Brasilien. Fr uns war es kein gutes. Nebenbei hatten wir ein unvollstndiges Line-Up, da unser damaliger Gitarrist Luciano Campos einen gebrochenen Arm hatte. Der Sound hat uns ebenfalls nicht geholfen. Um ehrlich zu sein, konnte ich meine eigene Gitarre nicht auf der Bhne hren. Ich wurde sagen, es war keine gute Erfahrung. Mit Destruction zu spielen hat mir nichts bedeutet. Aber wir sind fr alles zu haben, wir wollen unsere Musik prsentieren und uns alles Hindernissen stellen, die sich uns auf unserem Weg begleiten.

Was sind eure Plne fr das Jahr 2005? Kommt ihr vielleicht sogar irgendwann man nach Deutschland?

Wir wollen da auf jeden Fall mal spielen! Aber das wird sehr von dem Ergebnis unserer Arbeit abhngen. Wir haben den Release unseres Debts fr Mai/Juni 2005 geplant und direkt danach geht es auf eine kurze Tour durch Brasilien.

Zu Abschluss: Danke fr deine Zeit! Noch was, das du loswerden mchtest?

Ich mchte alle deutschen Banger gren, die unsere Metal-Szene supporten und wenn alles glatt geht, werden wir eines Tages stolz und zufrieden fr euch spielen.
UNGODLY Advisory - SMASH POSERS FACE!!!

www.ungodly.com.br

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