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23. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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CRYPTIC WINTERMOON
Ein Riesenschritt nach vorne
Andre Kreuz
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CRYPTIC WINTERMOON ziehen seit Anbeginn ihrer nunmehr drei Alben umfassenden Karriere ungebrochen und unbeirrt ihr eigenes Ding durch. Dass die Band mehr als "nur" Black Metal ist und immer war, besttigt auch Larsen, seines Zeichens Gitarrist und Grndungsmitglied aus dem Jahre '93, im folgenden Interview.

Ab dem 28.03. steht Euer neues Album "Of Shadows... And The Dark Things You Fear" in den Regalen. Auch wenn Ihr vielleicht noch nicht den ntigen Abstand zu den Aufnahmen habt, aber wie steht Ihr zu der Scheibe? Seid Ihr rundum zufrieden? Ich fr meinen Teil finde, dass es Euer bis dato bestes Release (knapp vor "The Age Of Cataclysm") mit dem fettesten Sound und dem besten Songwriting ist!

Larsen

Hi erst mal. Hier ist Larsen von Cryptic Wintermoon.
Ich halte "Of Shadows..." auch fr unser bisher bestes Werk. Soundtechnisch haben wir einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht. Im nachhinein bin ich mit dem Sound von "A coming Storm" nicht so zufrieden. Das Album klang ein wenig zu dnn und dreckig. Auch songtechnisch finde ich unser neuestes Output am besten gelungen. Die Lieder sind noch 100% Cryptic Wintermoon jedoch viel abwechslungsreicher und vielschichtiger. Bis jetzt bin ich vollends zufrieden.

Was sind denn konkret die "Dunklen Dinge, die wir frchten"?

Of Shadows...

Auf dem Album geht es um die verschiedensten dunklen Dinge wie z.B. Krieg, Tod in allen verschiedenen Formen. Auf "Of Shadows"..." verarbeiten wir diese Dinge. Das ist so etwas wie ein Ventil fr uns. Bevor wir anfangen Leute umzubringen schreiben wir lieber Lieder ber Krieg und Tod. Ich denke der Albumtitel ist ziemlich passend und reprsentiert die dstere Stimmung der Lieder und Texte.

In diesem Zusammenhang wrden mich auch die mir leider nicht vorliegenden Texte interessieren, worum dreht es sich da? Alleine von den Titeln der Stcke ausgehend scheint da ja ein recht breites Spektrum abgedeckt zu werden.

Wie bereits erwhnt Handeln einige Songs vom Krieg. "Bonegrinder 1916" handelt von den Stellungskriegen bei Verdun im 1. Weltkrieg. Auch "Open Fire" und "Heavy Armed Assault" handeln vom Krieg.
Die Trilogie "Where Oceans Meet Eternity", "Grave Without a Name" und "Once... In The Windblasted North" sowie "Portals of Nightfall" sind eher Fantasytexte."Thrashomatic Overdrive" handelt wohl davon, dass die gesamte Menschheit ein Experiment zur Belustigung von irgentwelchen hheren Wesen ist. Wenn das Spiel zu langweilig wird ziehen die einfach den Stecker - Aus. Uns wurde es auf die Dauer etwas langweilig immer von den selben Sachen zu Singen, deswegen haben wir bewut nach neuen Themen fr CWM gesucht.

Was sind das am Anfang von besagtem "Bonegrinder 1916" fr Samples, die man zu hren bekommt? Wo kommen die her und wie passen sie in das Konzept des Songs?

Als fr mich feststand, dass "Bonegrinder 1916" sich mit dem 1. Weltkrieg befassen soll, habe ich im Internet nach Bildern, Berichten u.s.w. gesucht. Ich bin dann auf eine Seite mit Schallplattenaufnahmen aus dieser Zeit gestoen. Die Sprachsamples sind von einem Amerikanischen Offizier, der ber das Leben an der Front berichtet, und das Lied ist ein in dieser Zeit scheinbar sehr populres Lied. (John Mc Cormack - "It's A Long Way To Tipperary") Auf die Idee dieses Lied zu verwenden kam ich nach dem Lesen eines Berichtes, in dem geschildert wurde wie ein franzsischer Soldat auf Fronturlaub in Paris war. Dort feierten die Menschen ausgelassen und ein paar 100 Kilometer nrdlich wurden seine Kammeraden bei Verdun abgeschlachtet. Ich wollte damit den krassen Gegensatz ausdrcken. Ich denke das ist ziemlich gut gelungen.

In meinem Review zur Platte habe ich den Verdacht geuert, dass die CD nicht nur von der abgedruckten Tracklist auf der Rckseite dreigeteilt ist. Es ist zwar alles definitiv CRYPTIC WINTERMOON, allerdings scheinen mir im ersten Drittel die klassichen Heavy-Anleihen, im zweiten die eher "typische" Atmospheric-Black-Seite und im letzten Drittel die Thrash-Einlagen jeweils strker hevor zu treten. Suche ich da flschlicherweise nach einem Schema oder steckt da tatschlich was dahinter?

Die Dreiteilung ist nur deswegen, weil die mittleren drei Songs eine Trilogie sind und thematisch zusammengehren. Die restlichen Lieder wurden so plaziert um grtmgliche Abwechslung zu bieten.

Okay, dann bin ich da wohl ein wenig ber das Ziel hinausgeschossen, hehe.
So ziemlich das Einzige, was mich an "Of Shadows..." wirklich strt, sind die Power Metal-Vocals im Opener "Thrashomatic Overdrive", wer kam auf die Idee und wem kann man da lauschen? War das ein Experiment oder werden wir das in Zukunft noch fters vernehmen?

Cryptic Wintermoon

Wir wollten das einfach mal ausprobieren. Der Text stammt von unserem Bassisten Niko, der diesen Teil brigens auch singt. Ich finde das Teil nicht schlecht und denke, dass es ein wenig Abwechslung in das Lied bringt. Unser Bassist ist brigens "Sacred Steel"-Fan. Daher kommt es wohl. An diesem Gesang in "Thrashomatic Overdrive" scheiden sich die Geister. Die einen meinen, dass es nicht gut klingt, die anderen finden es Super - halt wie "Sacred Steel". Ob wir so etwas noch einmal machen wei ich jetzt noch nicht.

Wie seht Ihr Euch eigentlich als Band, fhlt Ihr Euch in der Black Metal-Schublade noch wohl, oder ist die Euch zu eng? Gab oder gibt es auch schon mal Vorwrfe, dass ihr nicht "true" genug seid?

Ich denke dass CW nie eine reine Black Metal Band war. In unseren Anfangstagen war der Black Metal Anteil jedoch noch wesentlich hher. Bands wie Darkthrone oder Burzum sind fr mich Black Metal, und so haben wir noch nie geklungen. Vorwrfe dass wir nicht "true" sind gab es schon seit den Anfngen - allein schon aufgrund der Keyboards in unserer Musik.

Euer Drummer Andreas hat ja seiner Zeit auch bei VIOLATION die Ptte vermbelt und auch Du warst auf deren Debt "Beyond The Graves" als Rhythmus-Gitarrist mit von der Partie. Was mich jetzt interessiert: Gibt es VIOLATION noch und werden wir in naher Zukunft noch mal was von ihnen zu hren bekommen?

Eine Zeit lang war es um Violation ziemlich still, aber es gibt sie noch. Sie haben in letzter Zeit auch einige Konzerte gegeben und arbeiten auch an neuen Liedern. Genaueres kann ich jedoch auch nicht sagen.

Man darf also gespannt sein!
Um mal in der "Vergangenheit" zu whlen: Das Infoschreiben zum jngsten Release meint, dass ihr bei Ars Metalli, dem Label ber das das Debt "The Age Of Cataclysm" verffentlicht wurde, nicht gerade glcklich wart. Worin war diese Unzufriedenheit begrndet und wie kam es zum Wechsel zu Massacre Records? Gibt es Ars Metalli eigentlich noch?

Da hat fast gar nichts gepat. Kein Geld, keine Shirts, nur leere Versprechungen. Am Ende mussten wir einen Anwalt einschalten, um vom Vertrag zurckzutreten. In dieser Zeit hatten wir dann folglich auch keine groe Lust an neuen Sachen zu arbeiten. Daher auch die Pause von annhernd drei Jahren zwischen "The Age Of Cataclysm" und "A Coming Storm". Als wir endlich aus dem Vertrag heraus waren, begannen wir neue Lieder zu schreiben und eine Promo-CD aufzunehmen. Wir haben damals beschlossen diese CD nur an ein paar ausgewhlte, grere Labels zu verschicken, von denen wir dachten, dass diese ihre und unsere Arbeit verstehen. Nach den Erlebnissen mit ARS-Metalli wollten wir keinesfalls wieder ein "Undergroundlabel". Wir sagten uns: entweder ein gescheites Label oder wir hren komplett auf. Glcklicherweise zeigte sich Massacre interessiert und bis jetzt bereuen wir die Zusammenarbeit nicht. Ob es ARS-Metalli noch gibt wei ich nicht genau. Ich habe jedoch gehrt, dass Commander Dobberstein sich in eine Frau hat umoperieren lassen. Naja - wer's braucht.

Cryptic Wintermoon

Das ist mir neu, aber leben und leben lassen...
Letztes Jahr habt ihr an der Live-Front u.a. das Party.San und das Up From The Ground beackert, wie seit ihr da angekommen? Ich kann mir vorstellen, dass Eure Musik live in einer Halle mit entsprechend atmosphrischer Beleuchtung besser kommt als Open Air bei strahlender Sonne...

Party.San ist ein klasse Festival, jedoch hatten wir erhebliche Probleme mit dem Monitorsound und haben da ziemlich "blind" gespielt. Dementsprechend waren die Lieder weniger tight und die performance auch weniger toll. Auf dem UFTG lief aller perfekt und wir sind auch ziemlich gut angekommen. Auf Open Air Bhnen ist das immer ein Glcksspiel. Bei starkem Wind ist es fr die Mischer auch ziemlich schwer einen vernnftigen Sound hinzukriegen.
Natrlich kommt unsere Musik auch bei strahlender Sonne nicht so gut wie im dunkel, aber das kann man sich halt leider nicht immer heraussuchen.

Wie sehen denn Eure Live-Plne fr dieses Jahr aus, seid ihr da auch auf Festivals vertreten?

Bis jetzt stehen erst zwei bis drei kleinere Konzerte an. Fr Festivals liegen noch keine Angebote vor. Eine Tour wird ziemlich schwer zu realisieren sein, da smtliche Bandmitglieder geregelter Arbeit nachgehen.
Wir versuchen jedoch unser bestes, um mglichst oft live zu spielen.

Zum Schluss wie immer: Letzte Worte?

Dank an alle, die uns im Laufe der Jahre supported haben. Schaut auch mal auf unsterer Homepage www.cryptic-wintermoon.com vorbei. Dort werdet Ihr ber neueste Ereignisse und Konzerttermine auf dem Laufenden gehalten. Vielleicht sieht man sich ja mal auf einem Konzert.

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