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13. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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ZERO MENTALITY
Geburt einer neuen Hoffnung
Thomas Roos
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Aus der in Deutschland strksten HC-Gegend, dem Ruhrgebiet, entspringt eine recht neue Band, die einen frischen Wind in die heutige Szene bringt. Die Mitglieder rekrutieren sich unter anderem aus so unterschiedlichen und teilweise nicht mehr existenten Bands wie Drift, Death Or Glory oder Black Friday 29, bringen auch noch weitere Einflsse mit in die Band und haben so gemeinsam einen Sound geschaffen, der sich nicht an den Grenzen des Genres limitiert und somit auch nicht in eine Schublade zu stecken ist. Gegrndet im Winter 2002 wurde ungefhr ein halbes Jahr spter ein Demo aufgenommen, was in der Szene so gut ankam, dass es spter auch als 7" verffentlicht worden ist und schlielich zu einem Album-Deal bei GSR gefhrt hat. Der Release ihres Albums "In Fear Of Forever" am 25.02.05 kann daher als der Beginn einer Entwicklung betrachtet werden, in der eine Band mit Potential sicher noch fter und auch auerhalb der Szene-Grenzen von sich Reden machen wird. Die Release-Show im Essener Julius-Leber-Haus nutzte ich deshalb zu einem Gesprch mit Snger und Textschreiber Ben Fink.

In Fear Of Forever

Wenn man sich betrachtet, in welchen Bands Ihr bereits gespielt habt oder noch aktiv seid, dann sieht man die unterschiedlichsten Stilrichtungen, die das HC-Spektrum so zu bieten hat. Was genau sind bzw. woher kommen Eure Einflsse?

Die musikalischen Einflsse kommen definitiv nicht nur aus der HC-Szene. Wir wrden unseren Sound auch nicht als einen Mix aus den Bands bezeichnen, in denen wir vorher gespielt haben. Ich finde es eigentlich recht langweilig, wenn es so abluft, dass man sich immer nur an HC-Bands orientiert. Aber es ist schwer zu sagen, wo das jetzt genau her kommt. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir alle sehr unterschiedliche Musikrichtungen hren und gut finden. Erstaunlicherweise kommen wir aber im Proberaum sehr gut auf einen Nenner. Da haben wir dann keine Probleme damit, etwas zustande zu kriegen. Von Punk bis Metal ist da alles vertreten. Was soll ich sagen... Crossover halt.

Und wie wrdet Ihr den Style, den Ihr mit ZM nun gefunden habt, selbst beschreiben?

Viele Leute nennen es jetzt zum Beispiel schon Metalcore, andere sagen ganz normaler Hardcore, New York Hardcore. Ich wrde selber sagen es ist HC mit Crossover-Einschlgen aus Punk und Metal. So was in die Richtung. Aber ich bin auch nicht gut darin, solche Beschreibungen abzugeben.

Es ist schon fast zwei Jahre her, kurz nachdem Ihr Euer Demo aufgenommen hattet, als ich Eurem Gitarristen Dominik mal die gleiche Frage gestellt habe. Ihm fiel es auch schwer, Euren eigenen Sound zu definieren. Er hat dann versucht, unterschiedliche Vergleiche wie unter anderem Cro-Mags heran zu ziehen, die er aber anschlieend doch wieder verworfen hat, bis er letztendlich sagte: "Hardcore halt!"

So kann man es auch auf den Punkt bringen.

Wie kamt Ihr an den Deal bei GSR? Hat Euch die Bekanntschaft zu den ehemaligen Labelmates Born From Pain und deren Bassisten Rob, der mittlerweile selbst fr das Label ttig ist, geholfen?

Nachdem unser Demo drauen war, haben wir nach einem Label gesucht, das ein Album mit uns machen will. Wir hatten sogar verschiedene Angebote und waren berglcklich, dass auch GSR starkes Interesse daran hatten. Rob hat sich die Band von Anfang an angesehen und uns auch gesignt. Das er ein guter Freund von uns ist, hat natrlich Vorteile, aber er htte es auf keinen Fall gemacht, wenn er uns scheie gefunden htte. Wir wissen genau, dass alle Leute, die bei GSR arbeiten, ob jetzt Rob, Karl, Theo oder die Leute, die sonst Promotion machen, uns alle super gut finden und da sind wir echt glcklich drber. Es macht mich persnlich auch sehr glcklich ein Label zu haben, von dem wir wissen, dass es zu 100% hinter uns steht.

Es ist uerst selten, dass eine Band deutsche Lyrics verwendet. Ihr mischt sie teilweise mit englischen. Warum bleibt Ihr nicht bei einer Sprache und warum verwendet Ihr berhaupt deutsche Lyrics?

Ich habe immer schon Texte geschrieben. Auch fr meine frheren Bands wie Death Or Glory, Black Friday oder auch noch ltere Bands. Da habe ich immer englische Sprache verwendet. Das hatte sich damals einfach so ergeben. Es hrt sich ja auch cool an und so. Aber mittlerweile fhle ich mich besser, wenn ich deutsch singe und deutsche Texte schreibe. Ich mache das einfach nach Lust und Laune. Ich nehme mir viel Zeit um Texte zu schreiben und wenn ich an einer Stelle merkte, dass ich im Englischen nicht weiter komme, weil es nicht meine Muttersprache ist, dann hab ich zur deutschen Sprache gewechselt. So kam diese Mischung irgendwie zustande. Bei neueren Sachen ist es jetzt aber so, dass einige Sachen auch komplett auf deutsch sind.

Zero Mentality

Denkt Ihr nicht, dass die teilweise deutschen Texte im Ausland ein wenig auf Unverstndnis stoen knnten?

Erstaunlicherweise ist gerade "Nicht mehr", ein Song wo ich deutsch singe, bei vielen Leuten, die ich so aus Holland und Belgien kenne, der absolute Lieblingssong. Klar ist es fr die Leute schwierig, es zu verstehen, aber vieles wird ja auch nicht nur ber den Textinhalt ausgedrckt, sondern auch ber die Art, wie es prsentiert wird. Von daher denke ich schon, dass die Leute ein Gefhl dafr haben werden, worum es geht, auch wenn sie aufgrund der Sprache den genauen Inhalt nicht verstehen. Aber wir haben ja auch englische Texte. Whatever.

Auf Eurem Demo 2003 waren drei Songs drauf, die alle noch in Englisch waren. Wann kam die Entscheidung, auch teilweise deutsche Sprache zu verwenden?

Den Song "Nicht mehr" haben wir ungefhr eine Woche nach dem Demo geschrieben und da hatte ich schon einen deutschen Text. Wir hatten also auch schon deutsche Texte im Live-Set als das Demo verffentlicht wurde. Das war keine Entscheidung, sondern hat sich einfach so ergeben. Da steht kein Plan dahinter. Mir gefllt es so und den anderen gefllt es auch.

Das Demo wurde spter auch noch als 7" auf Dead Serious verffentlicht. Warum sind alle drei Songs davon jetzt auch auf dem Album enthalten?

Fr ein Demo waren wir mit der Produktion zufrieden, aber wir haben von Anfang an geplant, sie auch spter noch mal in guter Qualitt zu verffentlichen. Dass sie noch mal als Single raus kamen, war nicht unbedingt geplant, aber die produzierten Stckzahlen halten sich ja auch in Grenzen. Das Demo ist ausverkauft, die Single noch nicht ganz. Davon habe ich aber auch grade mal noch 20 Stck dabei. Und wir finden, dass die Leute ein Recht darauf haben, diese Songs auch zu bekommen. Warum sollte man es nicht tun?

Eure Texte sind wie aus dem Leben gegriffen, handeln von Verlusten, sind teilweise schon depressiv und malen sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft recht schwarz. Entsprechend heit das Album auch "In Fear Of Forever". Seid Ihr oft down oder depressiv und habt Ihr Angst vor der Zukunft?

Ich habe letztens noch ein lustiges Gesprch mit einem guten Freund darber gefhrt, dass ich persnlich eigentlich ein sehr lebensfroher Mensch bin und sehr positiv denke. Aber wenn ich mir beispielsweise die CDs in meinem Regal ansehe, dann sind das grtenteils Sachen, die eine durchaus pessimistische Sicht ber das Leben und die Zukunft wider spiegeln und auch sehr traurig sind. Vielleicht ist das fr mich so eine Art Ausgleich. Wir knnen uns alle sehr gut mit den von mir verfassten Texten identifizieren und stehen definitiv zu 100% dahinter. Es ist also nicht so, dass sie aufgesetzt sind. Aber ich sehe es auch nicht so, dass sie unbedingt alles schwarz malen. Es ist schwer zu sagen, aber ich bin auch nicht besonders gut darin, meine eigenen Texte zu erklren. Ich finde es besser, wenn die Leute sie auf sich wirken lassen und fr sich selbst heraus ziehen, was es Ihnen sagt und selbst entscheiden, was es ihnen bedeutet. Deswegen hab ich dazu auch weiter nichts zu sagen.

Zero Mentality

Du sagst sie malen nicht so schwarz. "Falling Down" zum Beispiel hat aber einen sehr persnlichen Text, der davon handelt, immer weiter zu fallen und letztendlich ganz abzustrzen.

Ich knnte jetzt genau sagen, was ich mit dem Text ausdrcken wollte, aber ich wei nicht, wie sinnvoll das ist. Ich wei nicht, ob es berhaupt interessant ist, was ich selbst damit aussagen wollte. Das ist wie wenn man im Deutschunterricht versucht zu interpretieren, was ein Dichter fr eine Aussage vermitteln wollte. Das finde ich uninteressant. Ich finde es ist wichtiger, was die Leute damit anfangen knnen. Dazu habe ich keine Lust, Stellung zu nehmen.

Kommen wir aber noch mal auf die Zukunft zu sprechen. Heute erscheint Euer Debut-Album. Wie sieht denn Eure musikalische Zukunft aus?

Hoffentlich rosig. Wir schreiben momentan schon wieder neue Songs, weil wir relativ rastlos sind. Wir proben natrlich auch gerade extrem viel das Live-Set, weil wir im Mai mit Born From Pain auf Tour gehen. Wir sind glcklich damit, wie es bis jetzt luft und ich hoffe, dass unser zweites Album mindestens doppelt so gut wird wie das erste.

Habt Ihr schon Aussichten auf ein zweites Album?

Wir werden definitiv nchstes Jahr ein zweites Album aufnehmen.

Soll das auch wieder auf GSR oder auf einem sonstigen Label raus kommen?

Wahrscheinlich wird es auch wieder auf GSR raus kommen.

Letzte Worte?

Geht auf unsere Homepage www.zeromentality.com! Schaut, ob es Euch gefllt! Ich wrde mich sehr darber freuen. Ich mchte auch allen Leuten danken, die dafr verantwortlich sind, dass es bisher so gut und so glatt gelaufen ist. Es war zwar auf den letzten Drcker, aber gerade bis heute ist alles fertig geworden. Danke an Carthago, danke an GSR.

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