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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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TRISTANIA
Endlich wieder auf einer Bühne
Thorsten Dietrich
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Das norwegische Gothic Metal Septett Tristania hat nach vier Jahren einen neuen Longplayer und auch ein neues Label. "Ashes" war der Grund, warum ich mit Gitarrist Anders vor dem Gig in Trier im Vorprogramm von Nightwish sprach.

Hi Anders!
Wie ist es denn so auf Tour mit Nightwish?

Anders

Es ist toll, das ist eine große Chance für uns bei einer Band wie Nightwish im Vorprogramm zu spielen. Ich meine die haben so viele Fans! Wir sehen so viele Leute höchstens mal auf einem Festival, wenn überhaupt. Und circa. 5000 Leute sind schon der Hammer in einer Halle!

Ich weiß ja nur von den deutschen Shows, wo wart ihr denn außerdem und was kommt noch?

Da gab es fünf UK-Daten, wir waren in Holland und wir hatten auch zum Beispiel Headlinershows in Belgien.

Ihr wart auch vor kurzem mit Therion auf Tour. Ihr seid ja ziemlich heiß drauf zu touren scheint mir!

Ja, das war echt toll. Es war schon so, dass wir etwas länger weg vom Fenster waren und wir tourten noch vor dem Release des Albums, da wir so heiß darauf waren wieder zu spielen. Wir konnten auch den Leuten dann Material von "Ashes" präsentieren.

Tristania

Vier Jahre sind wirklich eine lange Zeit. Ist der Lineupwechsel und der Weggang von Morten (Gitarrist und Sänger) ein Grund dafür?

Nein, der neue Gitarrist wurde direkt nach Mortens Weggang eingearbeitet und danach wurden die beiden neuen Sänger eingearbeitet, was alles gut lief. Wir haben auch viel getourt, was auch eine Zeit beansprucht hat und wir mussten ja auch noch Songs schreiben. Man musste auch den Businesskram wie Labelsuche in Angriff nehmen. Ich kann Dir aber versprechen, dass es nicht mehr so lange dauern wird.

O.k. Es sieht in einer Diskographie schon seltsam aus, wenn das letzte Album vier Jahre alt ist.
Was steckt eigentlich hinter dem Konzept von "Ashes"?

Ashes

Nun es ist kein richtiges Konzeptalbum, so dass die Songs miteinander verbunden sind. Wir wollten nur einen Namen haben, der das Ganze in unseren Augen zusammenfasst. "Ashes" ist ein Wort, was viele Assoziationen zulässt und somit auch zu der Musik von Tristania passt.
"Ashes" kann ja auch Tod bedeuten und repräsentiert auch düstere Parts in unserer Musik. Oder auch Wut und Aggression, so ist das auch mit Tristania, die natürlich auch mal sanft sind. Das Artwork passt halt ganz gut, der Designer hat schon Freiheit gehabt.

Viele Zeilen sind in Songs wie "Bird" sehr traurig. Sind die Texte Fiktion oder hat bei euch jemand das erlebt?

Es muss nicht immer sein, es ist eine Mixtur aus eigenen Erfahrungen und Fiktion. Es kann aber auch von Leuten kommen, die wir kennen oder getroffen haben.

In der heutigen Zeit sind Bands mit weiblichen Frontleuten bzw. so genannter Gothic Metal in. Ihr gehört ja auch dazu und seit schon fast zehn Jahre dabei, wie denkst Du darüber?

Um ehrlich zu sein, ich denke nicht viel darüber nach! Es ist schon etwas mehr was wir machen als nur Gothic Metal. Ich denke wir sprechen auch Leute aus dem Black und Death Metal Lager an. Wir machen unser Ding und mögen es, wie die Leute es nennen ist mir recht egal. Es ist natürlich gut, dass Nightwish in den Charts sind, so was hilft extremeren Bands wie uns. Wir können viele Leute ansprechen und haben drei verschiedene Sänger.

Warum mussten es eigentlich drei Sänger/innen sein?

Das war eine natürliche Entwicklung, da es sich mit der Zeit so ergeben hat. Früher waren es immer Morten als Grunzer und bald gab es den klaren Gastgesang von Oystein, der dann irgendwann Mitglied wurde. Nach "World Of Glass" war er nicht mehr aus der Band wegzudenken und er hat sehr viel zu "Ashes" beigetragen.

Ich denke bei vielen Gitarrenparts an The Gathering zu "Mandylion" und "Nighttime Birds" Wie siehst Du das? Hältst Du mich für verrückt?

Hahaha. Ich habe da nie darüber nachgedacht. Ich kenne die Band auch nicht so gut und die Leute vergleichen uns oft mit vielen Bands. Aber ich muss zugeben, dass ich "Mandylion" oft gehört habe, sie aber nicht als Einfluss ansehe.

Dann werte ich das jetzt mal als ein kleines "Ja"! Was sind denn Deine Einflüsse?

Ich kam durch die 70er Alben von KISS auf den Geschmack. Durch Theatre Of Tragedy kam ich in den 90ern auf diese Musikrichtung, welche ich jetzt mache. Aber auch viele Non Metal Sachen wie Radiohead, David Bowie oder Tom Waits sind ein Einfluss für uns. Ich denke es ist sehr interessant den Metal durch diese Musik zu bereichern.

Tristania

Ich denke der Metal wird durch so etwas erfrischt.

Genau! Die eigenen Grenzen müssen immer mal wieder erweitert werden.

Wie ist das denn beim Songwriting, was du und der Keyboarder Einar größtenteils macht, jammt ihr?

Ja, wir jammen auch, aber wir kommen auch oft mit Ideen an und jammen dann, oder wir haben Gerüste von Songs fertig, welche dann die ganze Band zusammen ausarbeitet. Besonders beim Gesang experimentieren wir sehr viel und probieren einiges aus!

Norwegen war in den 90ern wegen der Morde im Metalkreisen (u.a. Mayhem) und den Kirchenbränden verschrieen. Wie sieht man die Metalszene heute dort?

Das war auch ein großer Hype mit den brennenden Kirchen, wo vieles gemacht wurde, um in den Medien zu stehen, heute geht es glücklicherweise mehr um die Musik, was ich viel besser finde.

Das ist doch ein netter Abschluss für das Interview! Ich wünsche dann viel Glück auf der fetten Tour mit Nightwish!

www.tristania.com

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