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24. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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JACK SLATER
Böse Buben mit noch böserem Namen
Philipp Nörtersheuser
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Mit ihrem ersten Label Release "Metzgore" hat das Bonner Quintett Jack Slater einen gelungenen Auftakt hingelegt. Mit ihrem eigenständigen, wenn auch sehr schweren Death Metal stellen sie eine wahre Bereicherung der deutschen Underground Metal Szene dar und beweisen wieder einmal: Man muss kein Ami oder Schwede sein, um guten Death Metal zu machen. Nach dem Gig in Siegburg (Embedded in Chaos) bot sich mir die Möglichkeit mich mit Gitarrist Sobo ein wenig über Band, Metal, Religion und so weiter zu unterhalten.

Hi Sobo, erzähl mal kurz was über dich!

Also über mich erzählen, ist also kein Jack Slater sondern ein Sobo Interview... Alles klar! Meine Lieblingsfarbe ist blau, ich gehe gerne in diverse Metal-Diskos und ich habe ziemlich lange blonde Haare, soll ich auch was über die Band erzählen?

Jack Slater

Jo, jetzt bitte etwas über deine Rolle in der Band!

Ich bin der Gitarrist, spiele auch einige Soli. Ich komponiere mittlerweile nicht mehr ganz soviel, aber immer noch die meisten Lieder und ich bin Teil des Quintetts.

Was mich mal interessieren würde: wie hat sich das mit eurer Art von Humor, den Lyrics und dem lustigen Konzept von Jack Slater entwickelt? War die Richtung von Anfang an klar oder wie hat sich diese ergeben?

Nein, war es nicht. Es hat 1996 als eine deutschsprachige Hardcore-Metal Thrash Band angefangen, mit einem anderen Sänger und wir hatten durchschnittliche Klischee-Metal-Texte. Das heißt es war überhaupt kein Humor drin, sie waren eher realistisch und sozialkritisch bis irgendwann unser neuer Sänger Horn, das war 1998, zu uns in die Band stieß und eben diese Art von Humor herein brachte. Wir behielten die deutschen Texte natürlich bei, da das unser Stilmerkmal war. Er entpuppte sich dann als ziemlich grandioser Komiker, sowohl live als auch im Studio.

Das kann ich nach heute nur bestätigen! Erzähl doch mal kurz was über euren Bandnamen!

Ja unser Bandname. Jack Slater ist eine ziemlich alte, blöde, verwichste Sau. 49 Jahre alt klaut den alten Rentnerinnen die Handtaschen, trägt einen schwarzen Hut so tief ins Gesicht gezogen, dass man seine Augen nicht mehr sehen kann, hat einen schwarzen Mantel an und darunter eine Kanone versteckt. Arschloch!

Ihr habt dieses Jahr mit der CD "Metzgore" einen guten Start hingelegt. Wie siehst du die Band: Mehr Hobby oder Berufswunsch oder wie seht ihr das allgemein in der Band?

Jack Slater

Das ist wunderbar ausgedrückt. Es ist ein Berufswunsch, allerdings ein unerfüllter. Kann man mit Death Metal Geld machen? Nein! Okay, ein Berufswunsch also. Wir sind auf dem Weg uns nach vorne zu bewegen, diverse Platten zu verkaufen, wir verkaufen T-Shirts etc. aber das ist natürlich alles sehr mickrig, wir sind im Underground, wo wir eigentlich auch hingehören, weil wir Death Metal machen und insofern ist der Berufswunsch annulliert, da du mit Death Metal nicht wirklich leben kannst. Sagen wir es mal so. Ich habe große Ambitionen, ich möchte viel erreichen aber nicht desto trotz schließt das den Underground nicht aus, weil wir Death Metal machen. Würdest du zum Beispiel einen Funk Rocker interviewen, der eine Funk/Acid Jazz Band hat, und ungefähr auf dem gleichen Niveau wie wir wäre, sagen wir ein überdurchschnittliches, nationales Mittelmaß; er würde wahrscheinlich Geld damit verdienen. Wir nicht, weil wir Death Metal machen, er schon, weil er Funk macht oder beispielsweise ein als DJ in einer Disko auflegt und dabei noch nicht einmal bekannter ist als wir. Das ist also die Stilrichtung! Wir bleiben uns also treu, bleiben im Underground, und sind dadurch arbeitslos. Danke schön!

Okay, wie waren denn so die allgemeinen Resonanzen auf euer Album?

Je undergroundiger die Fanzines sind, desto besser, je kommerzieller sie sind, desto schlechter. Rock Hard und Legacy haben uns zwar toleriert aber nicht wirklich honoriert und Fans, die dem Underground frönen haben uns echt hochgelobt. Das kann man schon so sagen.

Was war für dich persönlich das coolste oder interessanteste Erlebnis mit der Band Jack Slater?

Bullen, Bullen, Bullen, wir hatten heute ein tolles Konzert und die Bullen haben es toleriert. Wir waren mal in Lörrach, das ist an der Grenze zu Basel. Das heißt, Freitags nachmittags von Bonn aus Sieben Stunden inklusive Stau oder acht, jedenfalls ziemlich lange. Wie viel haben wir gespielt? Ein Intro und ein Lied. Das war ein sehr interessantes Erlebnis. Die Party danach war super, wir haben T-Shirts und CDs verkauft aber gespielt haben wir nicht wirklich. Das war ein sehr interessantes Erlebnis.
Haut Die Bullen....
WIR WOLLEN KEINE..... (AdR: Dazugehörige Worte und Story sind im Konzertbericht zu lesen!)

Ich glaub das Mikro antwortet darauf nicht. Was erhoffst du dir für nächstes Jahr mit Jack Slater und wie sieht eure Zukunftsplanung aus?

Schaut auf jeden Fall auf unserer Homepage www.jack-slater.de unsere Gig Dates an, dort sind schon ein paar Open Air Live Festivals und ein paar nicht Open Air Live Festivals angekündigt, es kommen sicherlich noch mehr dazu. Und da wir momentan sehr schnell mit dem Songwriting sind könnte es sein das wir in 2005 schon ein neues Album aufnehmen, wer weiß. Mit richtig viel Drive sogar releasen, spätestens aber 2006 gibt es ein neues Album. Wir sind gut dabei mit neuen Songs und wollen versuchen am Ball zu bleiben und möglichst schnell was neues zu releasen und dann mit der neuen Platte noch mehr Drive zu geben als mit der alten. Was uns, sagen wir mal mit dieser, halbwegs gelungen ist.

Was wäre für dich ein spezielles Festival auf dem du gerne spielen würdest oder eine Band die du gerne mal supporten würdest?

Also auf dem Festival auf dem ich am liebsten spielen würde, da haben wir bereits zweimal gespielt, und zwar das "Fuck the Commerce". Das ist das geilste Festival, findet allerdings nächstes Jahr unter einem anderen Veranstalter statt. FUCK Bruchstein Records! Und da werden wir sicherlich nicht mehr dabei sein, weil Cudgel Agency das nicht mehr mit organisiert. Auf diesem Festival haben wir bereits zweimal gespielt, das waren unsere mit besten Festivals, da haben wir den größten Spaß gehabt, die tollsten Bands supported und mehr wollen wir eigentlich gar nicht. Wir wollen wie gesagt dem Underground föhnen. Wir wollen nicht wie Six Feet Under Hallentouren weltweit spielen. Das ist gar nicht unser Ziel. Wir wollen gute Musik machen, nicht in kommerzieller Hinsicht Erfolg haben, um damit tatsächlich Geld zu verdienen, damit wir zum Beispiel keinen Gitarrenunterricht mehr geben müssen oder so was.

Jack Slater

Was stört dich persönlich an der Metalszene und wie seht ihr das mit den ganzen Metal Klischees?

Wir sind nicht gegen Metal-Klischees, wirklich nicht. Wir finden Metal-Klischees cool, aber wir nehmen sie nicht allzu ernst. Ich bin der Meinung, dass man alles im Leben, sei es ein BWL-Studium, ein Death Metal-Klischee oder vielleicht ein einfacher EDEKA-Einkauf mit dem nötigem Humor sehen sollte. Wir stehen zu allen Metal-Klischees und erfüllen auch selber sehr viele davon, wenn du dir unsere Musik anhörst wirst du das erkennen. Wir sind auch irgendwo böse! Das sind wir, glaub mir das! Aber, wir nehmen das nicht allzu ernst und wir denken, dass, wenn nicht Satan persönlich der Gott des Metals ist, sondern der Hase, man sich ab und an auch mal einen Spaß gönnen kann. Das ist unsere Ansicht. Wir haben kein umgedrehtes Kreuz auf der Stirn aber dafür einen echt bösen Namen! Jack Slater!

Welcher Band würdet ihr gerne mal in den Arsch treten?

Also der Band, der ich am liebsten in den Arsch treten würde ist Purgatory aus Sachsen!

Sagst du auch warum??

Nö, die wissen schon selber warum.

Noch ein paar abschließende Worte?

Vergesst nicht! Death Metal ist kein Ponyhof! Wir wollen keine... Und wenn noch mal Bullen zu unserem Konzert kommen, dann sollen sie sich merken, dass wir nie aufhören zu spielen, bevor wir fertig sind! Danke schön.

www.jack-slater.de

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