Navigation
                
18. Oktober 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

Band
Titel
Autor
Homepage
>> Als E-Mail versenden
MERCENARY
Entwickeln sich über die Jahre
Thorsten Dietrich
Homepage suchen ...


Mercenary ist eine dänische Metalband, die verschiedene Stile von Heavy zu Death Metal, mit klarem und gegrunztem Gesang vereint. Das klingt nicht neu und interessant, aber es ist verflucht gut! Shouter und Basser Kral war so nett mir meine Fragen zu beantworten.

Hi Kral!
Ihr habt euch den militärischen Namen "Mercenary" für eure Band ausgesucht. Warum? Im Musikgeschäft werden "mercenarys" manchmal ja als bezahlte Studiomusiker oder Mietmusiker bezeichnet...

Als wir uns 1991 einen Namen für unsere Band auszusuchen hatten, gingen wir Wörterbücher und Lexika durch auf der Suche nach einem Bandnamen, der aus einem einzigen Wort bestehen und auch gleichzeitig einfach zu behalten und eingängig sein sollte. Zur gleichen Zeit lief Slayers "South Of Heaven" (auf Vinyl) im Hintergrund. Und als Tom Araya dann "Fallen Mercenary" herausschrie, dachte ich sofort: "Mein Gott, das ist es!" Es hat also wirklich überhaupt nichts damit zu tun dass wir uns beim Militär bedienen wollten oder Ähnliches. Aber ich denke man kann uns doch als Angeheuerte Kanonen bezeichnen. Wenn man uns anheuert geben wir uns daran einige Hälse zu brechen wenn wir on Stage sind. (lacht)

Mercenary

Ich verstehe, ihr habt einen guten Geschmack.
Ich denke es ist ein langer Weg vom Death/Thrash zu eurer heutigen Musik. Wie und warum habt ihr euch in den letzten Jahren weiterentwickelt?

Ich denke dass in unserer Musik immer noch Elemente von Death/Thrash enthalten sind, aber du liegst richtig, dass wir uns eher in eine mehr atmosphärisch/melodische Richtung bewegen. Ich denke, dass diese Entwicklung eine Menge mit der Hinzunahme der Sandagers zu tun hat; Mikkel beim klaren Gesang und Morten an den mächtigen Keys. Ursprünglich wollten wir sie mehr in unsere Musik integrieren. Als wir dann die grundlegenden Schlagzeug/Gitarren/Bass-Aufnahmen begannen, klang es immer noch nach dem guten, alten Mercenary-Metal. Aber später, als dann die Keys und der Gesang dazukam, änderte der Stil sich in einer sehr positiven Art, wie ich finde. Das Album gewann an mehr Atmosphäre und Tiefe. Als wir dann unseren Markensound hinzu addierten, drückte es sogar noch mehr.

Ihr habt das Lied "Music Non Stop" von Kent (?) gecovert. Ich kannte es nicht, bitte erzähl mir was darüber.

Es ist eine schwedische Band, die in der gesamten skandinavischen Region sehr bekannt ist. Die Sache ist, dass wir den Song einfach nur mochten und dachten, es könnte eine Herausforderung sein dieses Rockstück herzunehmen und es klingen zu lassen wie ein Mercenary-Metal-Stück. Ich finde wir haben es geschafft. Viele Leute wissen gar nicht, dass es ein Coversong ist.

Ich wüsste es auch nicht, wenn es nicht auf eurem Promoblatt gestanden hätte.
Kannst du uns bitte das Cover und den Titel "11 Dreams" eurer CD erläutern? Es klingt ein wenig nach einem Konzeptalbum, da es ja auch 11 Lieder hat, etc. Kann es sein dass ihr euch dabei ein wenig auf eure Songs berufen habt?

Cover

Es ist kein Konzeptalbum im Sinne von einer in 11 Kapitel aufgeteilten Geschichte. Aber es hat eine traumhafte, rote Linie, die durch alle 62 Minuten hindurchführt. Einige der Texte wurden zusammengesetzt aus kleinen Notizen, die ich ein Jahr bevor das Album fertig war geschrieben hatte. Ich habe sie festgehalten als ich morgens aufwachte. Manchmal tendiert man dazu sich an verschiedene heftige Bilder zu erinnern. Und solche Sachen niederzuschreiben in etwa einem Jahr sorgt für einige großartige Bilder und einfach nur surreale Fragen über die man schreiben kann. Ich addierte noch einen realistischen Hauch zu den Texten, um sie etwas bodenständiger werden zu lassen, andererseits könnten die Leute die Texte als zu abgehoben empfinden. Mikkel addierte auch noch einiges zu den Texten hinzu und ich bin insgesamt sehr mit dem Ergebnis zufrieden. Jetzt auf einen Song genauer einzugehen könnte einigen jedoch die Überraschung verderben, also lasse ich das besser. Vielleicht später mal.

Ihr verbindet verschiedene Stile, wie es derzeit viele Bands tun. Könnt ihr die Vergleiche zu Bands wie Soilwork oder Into Eternity nachvollziehen?

Mercenary

Ja, wir vereinen wirklich viele unterschiedliche Stile. Ich denke das ist unsere Art ohne Begrenzungen zu spielen. Ich kann verstehen warum die Leute es schwer haben uns eine Marke aufzudrücken. Zur Hölle, selbst wir haben es schwer eine Beschreibung zu finden, die passt. Ich kann völlig nachvollziehen, warum wir mit diesen ganzen anderen Bands verglichen werden. Ich denke es ist eine Ehre für uns mit Bands verglichen zu werden, zu denen man für viele Jahre aufgeschaut hat. Es ist irgendwo cool. Ich denke nicht, dass wir überhaupt wie eine von ihnen klingen, aber wir haben Parallelen zu ihnen auf die eine oder andere Art.

Ich habe nirgendwo eine Nachricht gelesen, dass ihr für diesen Sommer auf ein europäisches Festival gebucht wurdet. Was habt ihr gemacht und wann spielt ihr noch mal in Europa?

Also, das Album kam am 23. August raus, so dass es ein wenig zu spät war diesen Sommer auf irgendwelchen Festivals spielen zu können. Trotzdem fuhren wir aufs Summerbreeze, allerdings für eine andere Band. Da wir leider nicht dazu kamen, grüßen wir euch an dieser Stelle. Es war eine geniale Erfahrung für uns. Wir werden auf jeden Fall unser bestes tun, um 2005 auf so vielen Festivals wie möglich zu spielen, das versichere ich euch. Wir wurden für die Death Angel-Tour im Dezember bestätigt, die aus 15 Shows besteht. Die Leute sollten sich uns dort anschauen. Da sind auch noch einige andere Auftritte in Arbeit, aber bis jetzt ist noch nichts 100%-iges bestätigt. Versichert euch auf www.mercenary.dk über unsere immer aktualisierten Tour-Daten. Unser Hauptziel für den Moment, ist solange live zu spielen bis wir umfallen. Wenn es soweit ist, gehen wir dann zurück ins Studio und nehmen einen würdigen Nachfolger für "11 Dreams" auf.

Schade, aber leider wahr: wenige Tage nach dem Interview erhielt ich die Nachricht, dass die Death Angel-Tour abgesagt wurde. Hoffentlich kann man Mercenary noch woanders live bewundern.
Was waren und sind eure Einflüsse für eure Musik?

In der Vergangenheit hörten die Leute in der Band eine Menge Sachen wie Sepultura, Metallica, Megadeth, Carcass, Machine Head, Slayer, Death und Invocator. Ich denke das schlägt sich deutlich auf unserem Debut "First Breath" von 1998 nieder. Ich denke, dass das heutzutage die grossartige Sache an Mercenary ist. Wir spielen nicht bloß eine Metalsorte auf "11 Dreams". Genau genommen sind dort alle Metalarten auf die ein oder andere Weise vertreten. Heutzutage sind die Bands die wir uns anhören auch wesentlich breiter gefächert. Wir hören Bands wie Nevermore, Arch Enemy, Iron Maiden, Fates Warning, Evergrey und alle möglichen Rockarten auch. Da ist eine ganze Menge an Musik in unsern unterschiedlichen Geschmäckern vertreten. Martin liebt es sogar Jazz zu hören, das ist ganz neu für uns. Also ihr seht dass definitiv Metal vorhanden ist, allerdings auch eine Menge neuer Inputs.

Ich denke, Dänemark war ein wenig ruhig die letzten Jahre. Jetzt plötzlich sind Illdisposed mit einem großartigen Album wieder da. Wie siehts da mit anderen Bands aus?

Dänemark war schon immer eine Art stiller Staat in der europäischen Szene, aber das hat sich richtig geändert in den letzten Jahren. Jetzt geht da eine dänische Metal-Invasion vor sich, das sag ich euch. Eine Menge Bands haben gemerkt, dass Death Metal nicht die einzige Art war Metal zu spielen. Und plötzlich haben wir zehn verschiedene Bands, die bei großen internationalen Labels unter Vertrag sind. Und ich weiß genau, dass ihr sie alle innerhalb eines Jahres gehört haben oder hören werdet. Es gibt da auch noch eine Menge an nachkommenden Bands. Im Moment spielen wir eine Tour die sich "Retaliation Tour" nennt. Ausschließlich mit dänischen Bands. Vielleicht hast du schon von Mnemic, Raunchy und Hatesphere gehört. Es gibt also eine Menge Bands für euch in Dänemark. Und zum neuen Illdisposed-Album: Ich finde es fetzt!!!

Die fetzen wirklich!
Aber mal was Anderes. Dänemark ist doch sehr unterschiedlich zu unserem Land. Ich denke wir wissen nicht viel über unsere dänischen Nachbarn!

Jap, ich weiß. Ich war schon einige Male in Deutschland und von meinen Erfahrungen her denke ich, dass ihr Deutschen nicht wirklich anders seid, was Humor, moralische Vorstellungen, etc. angeht. Ich denke wir haben wesentlich mehr gemeinsam als du denkst. Wir mögen Bier, wie ihr auch, richtig?! (lacht)

Mercenary

Glaubst du an Wiederholungen? Jeder Stil kommt irgendwann wieder zurück. Im Moment ist es so brutale Musik wie Metalcore und andere Dinge. Vorher wars der sogenannte "True Metal" ...

Also ich denke, dass alle Metal-Genres durchgehend existieren. Aber ich sehe auch dass der Trend mittlerweile vorherrscht, zu diskutieren was die nächste große Sache sein sollte/könnte. Meiner Meinung nach, sind momentan Metalbands mit Sängerinnen recht heiß begehrt.
Das Genre des Nu-Metal verschwindet von selbst. Metalcore, ich bin mir gar nicht sicher was das bedeuten soll. Prog Metal ist ebenfalls wieder auf dem Vormarsch... Wie ich schon vorher sagte, existieren alle Genres zu jeder Zeit. Ich würde es eher als Wellen als Wiederholungen bezeichnen. Ich denke dass Mercenary, dadurch dass wir alle möglichen Stile spielen/vereinen, auf den Wellen reiten wird. Egal wie der Trend sein wird...

Danke für dieses Interview.

Vielen Dank für die interessanten Antworten und viel Glück mit der Band!

Übersetzung: Markus Möwis

www.mercenary.dk

<< vorheriges Interview
OMNIUM GATHERUM - True Metal stinkt!!!
nächstes Interview >>
ADIMIRON - Keine Trends, keine Klischees, nur extre [...]




 Weitere Artikel mit/über MERCENARY: