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15. Dezember 2017 - Uhr
 
Die Kolumne

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EDENBRIDGE
Titel und Cover sind eine Einheit
Thorsten Dietrich
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Edenbridge aus sterreich haben mit vier Studioalben und einer Live-CD/DVD in vier Jahren als sehr fleiig erwiesen. Das neue Album "Shine" ist auch der Grund warum ich Songwriter und Gitarrist Lanvall mal wieder auf den Zahn fhlen musste.

Hallo Lanvall!
Mit "Shine" habt ihr euer viertes Album drauen. Was ist fr Dich anders als bei den Vorgngern und siehst Du es wie ich als verbesserte Fortfhrung des Bandsounds?

Edenbridge

Mit unserem Live-Album "A Livetime in Eden" haben wir ja quasi eine Phase der Bandhistory abgeschlossen, die die ersten drei Alben umfasst. Mit "Shine" sind eine Menge nderungen in den Bandsound integriert worden. Zum ersten Mal arbeiten wir verstrkt mit Backing Vocals und Chren (Dennis Ward und Sabine), diese durchgehenden Doublebass-Songs sind komplett verschwunden, die Songs sind noch wesentlich vielschichtiger als in der Vergangenheit. Was mich wirklich erstaunt ist die Tatsache, dass ich zum ersten mal eine Platte von mir direkt nach einer Produktion mit Genuss hren kann. Das soll jetzt nicht die Qualitt der anderen CD's mindern, aber meistens ist es ja als Knstler so, dass man die eigenen Platten mal fr eine Zeit nicht hren kann um Abstand zu gewinnen. Ich bin absolut happy mit dem neuen Album und was die Reaktionen bisher angeht, besttigt mich das auch.

Euren Vorgnger finde ich leider recht gleichfrmig und deshalb zu eintnig. Habt ihr deshalb (nicht wegen mir, hehe) etwas mehr Drive auf der neuen Platte und etwas mehr - nennen wir es "Pfeffer im Hintern" - besonders bei den Drums?

Dass wir in der Vergangenheit zu gleichfrmig gewesen wren, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Denn wir hatten auf allen Alben schon immer die unterschiedlichsten Songs zu bieten. Nimm einfach mal "Red ball in blue sky" und dann vergleich es mit "The Undiscovered Land" oder "Arcana" usw. Unterschiedlicher geht es wohl nicht. Aber wie schon gesagt wurde das mit dem neuen Album noch weiter ausgebaut. Dass die Drums angeblich jetzt mehr Pfeffer haben sollen verwundert mich jetzt auch etwas, da sie noch nie so weit im Hintergrund waren wie jetzt, da wir eindeutig die Gitarren nach vorne bringen wollten. Letztendlich ist es ein sehr ausgewogener Mix.

Naja eure letzte Platte ist halt nicht so mein Ding.
2004 habt ihr eine mir nicht vorliegende DVD verffentlicht. Wie stehst Du zu dem Medium und wie waren die Resonanzen dafr? Bist Du mit dem Produkt zu frieden?

Mit dem Livealbum bin ich sehr zufrieden und ich denke es war ein guter Appetizer auf das neue Album. Die DVD gibt es als Bonus ja quasi gratis dazu, da das Package nicht mehr als eine normale CD kostet, deswegen ein absolut wertiges Produkt ist. Grundstzlich liebe ich DVD's und habe auch schon bestimmt um die 40 oder 50 bei mir zu Hause stehen, alle aus dem Musikbereich.

Yep. Musik DVDs sind klasse!
Gib doch mal einen kurzen Kommentar zu jedem bis jetzt erschienenen Album ab.

Sunrise in Eden  Arcana 

  • "Sunrise in Eden": Perfekter Start, wrde ich sagen. In Eigenfinanzierung aufgenommen und dann innerhalb von 2 Wochen einen Deal damit ergattert. Wir waren damit von Beginn an in aller Welt prsent und es war eines der erfolgreichsten Debuts im Jahr 2000 berhaupt. Mehr kann man nicht erwarten. Aus heutiger Sicht finde ich die Produktion weniger gelungen. Aber was solls, Debut ist Debut.
  • "Arcana": Riesenweiterentwicklung. Wir hatten zum ersten Mal ein richtiges Budget und das hrt man der Platte auch an. Einige Songs davon spiele ich nach wie vor sehr gerne live wie z.B. "Starlight Reverie" und "Suspiria". Und zum Titelsong habe ich nach wie vor eine sehr spezielle Beziehung.
  • "Aphelion": Unser technischstes Album. Liegt vom Stil her sehr nahe bei "Arcana" und hat mit "Red ball in blue sky" unseren aufwndigsten Song, mit D.C.Cooper.
  • "A Livetime in Eden": Quasi ein Live-Best Of der ersten 3 Studioalben.
  • "Shine": Ganz klar unser bestes Album und so soll es ja auch sein. (ha, ha).

Aphelion  Shine

Ihr tourt ja gerne in exotischen Lndern und eure Sngerin Sabine sang schon als Gast bei verschiedenen Sdamerika-Bands wie Angra, Infinity usw. Wie sieht es denn in eigenen siland und Europa aus Deiner Sicht aus?

Na ja, sterreich kannst du eingentlich tourtechnisch vergessen. Wenn wir auf Tour sind spielen wir meistens zwei Shows, eine hier in Linz und eine in Wien, aber das war es dann auch schon. Die letzte Tour fhrt uns aber auch mal nach Innsbruck, was klasse war. Generell mu man einfach sagen, dass der europische Markt einfach bersttigt ist was Konzerte betrifft, speziell Deutschland. Die Abwrtsentwicklung der Wirtschaft in den letzten Jahren kriegt halt jeder irgendwie zu spren. Groartig war es allerdings bei unserem ersten Russland-Trip dieses Jahres und auch unser England-Debut mit einem Auftritt auf dem Bloodstock-Festival war ein groer Erfolg.

Wo habt ihr eigentlich immer die tollen Cover her, ist das immer derselbe Knstler? Fertigt er die Cover magerecht auf euch, oder warum passt das Cover so hervorragend zum Titel?

Edenbridge

Die ersten drei Cover hat Markus Mayer gemacht. Aber auch hier war es nach drei Alben Zeit fr einen Wechsel. Das Livealbum hat dann schon Thomas Ewerhard designt und mit dem Cover von "Shine" hat er sich meiner Ansicht nach selbst bertroffen. Es ist unglaublich in welch kurzer Zeit Thomas Dir ein Cover vorlegt, dass schon mal an sich geil ausschaut. Dann diskutiert man ber kleine nderungen und am nchsten Tag hast du wieder drei Lsungsmglichkeiten auf dem Tisch. Titel und Cover sollten natrlich schon zusammenpassen und das ist letztendlich die Kunst, dass sich der Knstler in die Musik hineinversetzen kann und das ganze dann optisch rberbringt.

Mit englischen Texten haben viele Hrer Probleme. Wie wichtig sind Dir die Texte berhaupt? Willst Du mal auf ein paar Dir wichtige Songs etwas eingehen?

Die Texte sind mir extrem wichtig und ich habe beispielsweise den ganzen letzten Januar damit verbracht die Texte des neuen Albums zu schreiben. Angesichts dessen wie viel Schrott-Lyrics gerade im Metal auftauchen, ist es denke ich wichtig sich davon abzuheben. Mir sind mehere Faktoren sehr wichtig. Erstens natrlich das Thema an sich, die Aussage, die Rhythmik und die Reime. Das alles muss sich zu einem Ganzen verbinden und mit der Musik verschmelzen. Zustzlich dazu schreibe ich auch noch sehr viel in Metaphern. Ich liebe diese Ausdrucksweise, da sich viele verschieden Interpretationen daraus ergeben und so den Hrer und Leser auch mehr fordern, sofern der das will natrlich.
Generell habe ich mich dieses Mal sehr viel von Filmen inspirieren lassen, wie z.B. "Der 200 Jahre Mann" ("Shine"), "Die Legende vom Ozeanpianisten" ("Centennial Legend"), "October Sky" und "The Canterville Ghost" in den gleichnamigen Songs. Mein Faible fr Star Trek konnte ich auch dieses mal nicht ganz unterdrcken und so sind mehr oder weniger zwei DS 9-Folgen nmlich "Move along home" und "What you leave behind" vertreten.

"DS9" war ja wohl die beste Star Trek-Serie und es ist irgendwie immer noch schade, dass es aus ist.
Was machst Du neben Edenbridge um den Khlschrank zu fllen?

Edenbridge ist seit vier Jahren ein Fulltime-Job fr mich und da ich smtliche Musik und Texte schreibe, fast die komplette Organisation mache kann ich mittlerweile auch davon leben und das war auch immer mein Ziel, an dem ich Jahre lang gearbeitet habe.

Das ist ja eine ideale Sache.
Wer ist Dein Vorbild musikalisch und allgemein? Wie bist Du in jungen Jahren zum Metal gekommen?

Vorbilder in dem Sinne habe ich keine. Es gibt aber definitv einige Lieblingsmusiker und Komponisten, angefangen von Anton Bruckner bis zu Vangelis, Robby Valentine, Neal Schon, Steve Hogarth. Zum Metal gekommen bin ich so ungefhr mit 14 oder 15, denn aufgewachsen bin ich mehr oder minder mit Klassik alleine. Die ersten Bands waren dann auch eher im Hardrock angesiedelt, Scorpions, Europe usw. Dann hatte ich auch sogar eine Thrash-Phase Ende der 80er.

Bei Edenbridge gibt es laut Labelschreiben keinen Keyboarder und Bassisten. Nehme mal an im Studio machst Du es und live nehmt ihr Sessionmucker? Soll das so bleiben?

Die Keyboards mache ich im Studio, das ist richtig. Wir haben anfangs mal nach einem Keyboarder gesucht, den richtigen konnten wir nie finden und mittlerweile sind wir es gewhnt so zu arbeiten, es hat auch seine Vorteile. Den Bass habe ich nur auf dem neuen Album selbst gespielt, da wir zu den Aufnahmen gerade keinen Bassisten hatten. Mittlerweile ist dieser Posten aber mit Frank Bindig aus Deutschland wieder fest besetzt. Wir haben bereits eine Show in der Schweiz zusammengespielt und er passte von Beginn an hervorragend zu uns.

Das sind ja gute Nachrichten!
Weiblich gefrontete Metalbands sind ja recht hip im Moment. Glaubst Du, dies knnte positiv fr euch sein?

Edenbridge

Nun, ich arbeite jetzt seit mittlerweile zehn Jahren mit Sngerinnen und seit acht Jahren mit Sabine. Zu der Zeit war es alles andere als blich im Metalbereich. Ob das deswegen im Moment hip ist oder nicht, interessiert mich eigentlich ziemlich wenig, da wir unser Ding sowieso kompromisslos durchziehen und immer getan haben.

Beim letzten Interview sagtest Du, dass Du das komplette Songwriting machst. Stimmt dies noch und warum?

Ja, stimmt. Bei uns hat sich das einfach so ergeben und es funktioniert, wie man sieht. Bei manchen Bands funktioniert es und bei anderen wiederum nicht. Ich knnte mir auch nicht mehr vorstellen im Proberaum meine Zeit zu verplempern und ber Songgerste zu diskutieren. Das geschieht bei uns schon alles im Vorfeld wenn ich die Arrangements im Studio erstelle und eine komplette Vorproduktion der Songs erstelle.

Letzte Worte?

Danke fr das Interview und hrt rein in unser neues Album "Shine", ab 25.10. erhltlich.

Dem kann ich mich nur anschlieen und danke auch fr das flotte Interview! Checkt die Band an unter: www.edenbridge.org

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